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Kundenrezension

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Mischung aus Facebook, ein wenig Lyrik und Vergangenheitsbewältigung, 20. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Blinde Vögel (Kaspary & Wenninger ermitteln, Band 2) (Broschiert)
Wenige Tage vor dem Erscheinungstermin stellte Ursula Poznanski anläßlich der Leipziger Buchmesse ihren zweiten Thriller um das Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger im Leipziger Hauptbahnhof vor. Obwohl eine knapp 60-minütige Lesung wenig mehr als ein Appetitanreger sein kann, gelang es der Autorin, ihr Publikum sogleich in den Bann zu ziehen. Schon die ersten Seiten des neuen Buchs waren so spannend, daß ich seitdem jede freie Minute genutzt habe, um es möglichst bald zu Ende zu lesen.

In Salzburg werden in der Nähe eines Campingplatzes zwei Leichen gefunden. Die Ermittlungen zeigen rasch, daß die beiden Toten sich erst wenige Tage zuvor kennengelernt hatten. Auch der Kommilitone kann sich und den beiden Ermittlern nicht erklären, was die attraktive junge Frau und den eher introvertierten, deutlich unattraktiveren Germanistikstudent zusammenbrachte und was sie auf ihren stundenlangen Ausflügen in Salzburg suchten.

Auf der Suche nach einer früheren Verbindung zwischen den beiden Todesopfern stößt die Ermittlerin Kaspary auf eine Lyrikgruppe bei Facebook. Um mehr herauszufinden meldet Kaspary sich unter einem Pseudonym in der Gruppe an und erlebt fast live via Facebook, wie bald ein scheinbar depressives Gruppenmitglied Selbstmord begeht. Nachdem der Tod der ersten beiden Opfer schon wie ein Mord mit anschliessendem Suizid des Mörders inszeniert erschien, glaubt die Polizei, daß es da im Hintergrund noch jemand anderes geben muß.

Mit Kaspary verfolgen wir die Diskussionen der Lyrikgruppen-Mitglieder, von denen einige eine Vorliebe für düstere Gedichte zu haben scheinen. Nach dem Ursprung des Buchtitels "Blinde Vögel" befragt, erklärte Frau Poznanski, daß dieser sich auf ein entsprechendes Gedicht von Rainer Maria Rilke beziehe.

Lange tappen die Ermittler im Dunkeln bzw. kommen nicht recht voran ohne daß es einem hierbei langweilig würde. Erst nach einem weiteren Mord an einem Trauerfeiergast aus der Lyrikgruppe gelingt es den Kommissaren, in die Nähe der "Hintermänner" zu gelangen. Im Showdown werden die bisher unerklärlichen Puzzleteile zu einer schlüssigen und traurigen Erklärung zusammengesetzt. Schon im ersten Fall des Salzburger Ermittlerduos "Fünf" war Ursula Poznanski nicht zimperlich bei der Darstellung und Schilderung von Gewalt, weshalb sie ihr neues Buch auch kaum für ein Publikum, das jünger als 16 Jahre ist, als geeignet ansieht. Aber was Frau Poznanski schildert, scheint mir sehr gerechtfertigt, um auf Greueltaten aus der jüngeren europäischen Geschichte und deren Aufarbeitung hinzuweisen, die mit der Lösung des (fiktiven) Falls im Zusammenhang stehen.

Was mich an Frau Poznanskis Büchern fasziniert ist die gute Beschreibung der Hauptprotagonisten. Ermittlerin Kaspary hat es mit einem nachtragenden Ex zu tun, der ihr in ihre Lebensführung und die Erziehung ihrer Kinder hineinzupfuschen versucht und Kollege Wenninger weiß nicht recht, wie es mit seiner holländischen Freundin weitergehen soll und was er für die Kollegin Kaspary empfindet. Poznanski läßt ihre Ermittler nicht nur sprechen, sondern beschreibt auch deren Gedanken und legt dar, warum sie oft nicht das sagen, was sie denken oder längst durchschaut haben.

Auch das neueste Buch von Frau Poznanski halte ich für Literature at its best. Noch in jedem ihrer Bücher habe ich viel aus Lebenswelten in denen ich mich eher selten bewege, lernen können. Seit "Erebos" verstehe ich mehr über die suchtauslösenden Mechanismen von Computerspielen, in "Fünf" habe ich gelernt, was Menschen an Geocaching fasziniert und in "Blinde Vögel" einiges über die Dynamik in Facebookforen erfahren. Auch wenn ich nur ein einziges Buch von Johannes Mario Simmel gelesen habe, so sehe ich in Erinnerung an einen Nachruf im Spiegel gewisse Parallelen. Dort stand Anfang 2009 folgendes: "Johannes Mario Simmel hatte ein Gespür dafür, was die Menschen bewegte. Er wußte es erzählerisch mitreißend zu verpacken und erfolgreich unter die Leute zu bringen." Ich finde, daß man dies auch über seine österreichische Landsfrau Poznanski sagen kann ohne weitere Parallelen zwischen derer beiden Werke sehen zu müssen. Sollten Sie es nicht so mit Gedichten haben, lassen Sie sich dadurch nicht von der Lektüre des Buchs abhalten, es sind nicht so viele Gedichte und der spannende Plot ist auch ohne die Lektüre der Gedichte zu verstehen, was allerdings ein bißchen schade wäre.
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