Kundenrezension

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hat Schwächen, aber macht Spaß, 11. Juli 2011
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Arcania: Gothic 4 (Videospiel)
Vorweg: Ich habe noch keinen der anderen Gothic Teile gespielt - ledigilich Gothic 4 habe ich mal kurz angezockt. Von daher habe ich keinen wirklichen Vergleich und ich hatte auch keine Erwartungen an den vierten Teil, die von den VOrgängerteilen beeinflusst waren.

Ich war zwar aufgrund der vielen negativen Rezensionen etwas skeptisch, aber als ich das SPiel gebraucht ziemlich günstig gefunden habe, habe ich es halt doch mitgenommen.

Anfangs war ich sehr skeptisch, da alle bereits von meinen Vorrednern genannten Schwächen auch mir zuerst negativ auffielen. Dieser Eindruck hat sich auch über einige Stunden hinweg gehalten, aber nachdem ich das Spiel jetzt 20 Stunden gespielt habe, möchte ich meine Eindrücke mal wiedergeben - und die sind längst nicht mehr nur negativ. Denn das Spiel überrascht mich bei vielen Dingen, die ich kritisiere, nach einer Weile plötzlich, indem genau das, was ich bemängele aus einmal besser wird. Und wenn man sich nach ein paar Stunden in das Spiel hineingewöhnt hat, macht es dann doch Spaß.

Aber zu den einzelnen Punkten:

Grafik:
Es stimmt: Die Grafik wirkt veraltet, da hat man in den letzten Jahren schon sehr viel Besseres zu Gesicht bekommen. Die Grafik erinnert mich etwas an Two Worlds 1, teils sieht es etwas pixelig aus, und vor allem der sehr unspektakulär aussehende Himmel fällt auf: Wo andere Spiele geilste Wolkenbilder, Sonnenunter- und -Aufgänge schaffen, hat man in Gothic 4 einen etwas blassen Himmel mit Farbklecksen, die Wolken darstellen. Das Meer kriegen andere Spiele auch um Längen besser hin. In Gothic 4 ist das Meer einen glatte Fläche, auf der man ein bisschen Schaum und Welleneffekte sieht, die nicht sehr echt aussehen. Und wenn das Meer bei Sonnenschein hellblau leuchtet, hat man das Gefühl, in einer Kinderzeichnung rumzulaufen.
Und am Anfang des Spiels sehen auch die Landschaften etwas eintönig und langweilig aus.
Aber: Erstens gewöhnt man sich an die grafischen Eigenheiten und zweitens sieht das Spiel plötzlich sehr viel geiler aus, wenn man in die interessanter gestalteten Landschaftsstriche kommt (z.B. die Sumpflandschaft von Blackwater).
Bei den Figuren hat man zig Mal auf die gleichen Gesichter zurückgegriffen, so begegnet man verschiedenen NPCs, die alle das gleiche Gesicht haben. Wäre sicher besser gegangen... aber ansonsten sind die Figuren schön gestaltet.

Gameplay:
Sehr viele Möglichkeiten hat man im Gegensatz zu anderen Rollenspielen nicht. Man kann keine Taschendiebstähle begehen (zumindest nicht, daß ich was davon gemerkt hätte), man kann keine großartigen Entscheidungen treffen, meistens wird die Handlung von der Geschichte vorgegeben. Die Quests bestehen eigentlich immer aus "hole mir dies und jenes" oder "töte den oder den". Manchmal lauten die Quests etwas anders, einmal heisst es, man soll einige Leute zu nem Mord befragen - allerdings steht sofort nach Erhalt der Quest der richtige Ansprechpartner vor mir und die Sache wird geklärt und die Quest weiteraktualisiert.
Im Kampf gibt es keine großartigen Kombos. Man haut drauf und Schluss. Man kann mächtigere Schläge führen oder im richtigen Moment X drücken, um eine kleine Kombo auszulösen. Aber man kann seine Nahkampfangriffe mit Magieangriffen kombinieren, dann gestaltet sich das Ganze immerhin doch abwechslungsreicher, wenn auch nicht sehr - zumal es nur drei Magiearten gibt: Feuer, Blitz und Eis.
Aber ok ... vielleicht ist es nicht schlecht, wenn man mal nicht hunderttausend Zauber hat, von denen man eh nicht mal ein Viertel benutzt.
Die Gegner sind keine echte Herausforderung - zwar ging ich am Anfang noch im Kampf gegen drei Blutfliegen drauf, aber schon sehr bald war ich so weit hochgelevelt, daß noch nicht einmal größere Viecher, wie Golems und Sumpfhaie ein großes Problem darstellten. Ein bisschen rumhechten, Magie, draufhauen, Schluß. Erst, wenn dann größere Gegnerhorden auf einen zukommen, die von Fernkämpfern auch noch unterstützt werden, besteht die Chance, daß man auch mal wieder ins Gras beißt und sich ein wenig gefordert fühlt. Und das passierte gottseidank gerade dann, als ich schon dachte, das Spiel wäre sogar für mich als mittelmäßigen Spieler zu leicht.
Bosse gab es im Spiel allerdings bisher keine wirklichen - keine Ahnung, ob da dann auch noch größere Kämpfe auf einen zukommen. Ich habe jetzt etwa die Hälfte der Insel erforscht und noch keinen Bosskampf erlebt.
Anders als in anderen Rollenspielen hat hier das eigene Handeln keine Konsequenzen. Man kann in einem Haus alles ausräumen - der Besitzer macht nichts dagegen. Händler haben mir schon ware abgekauft, die ich vorher aus ihren eigenen Truhen geklaut hatte. Zieht man vor allen Leuten die Waffe, scheint das auch das Normalste auf der welt zu sein...
Daß man allerdings durch große Landteile läuft, ohne etwas zu entdecken, finde ich nicht. Irgendeine Truhe oder Pflanzen oder Viecher zum Bekämpfen finden sich immer. Sicher, in anderen Spielen gab es da noch mehr, aber das ist schon ok so, finde ich. Hat man dann mal allerdings alle Gegner umgenietet, bleibt der Landstrich auch leer...
Tränke und andere Dinge lassen sich jederzeit einfach herstellen, sobald man ein Rezept erlernt hat - und davon erhält man im Lauf des Spieles massig. Ist vielleicht nicht realistisch, aber ich mag es so, wenn ich auch mal Dinge herstellen kann, ohne zig Fähigkeiten dafür hochleveln zu müssen - und übrigens auch die Tatsache, daß man hauptsächlich auch brauchbare Dinge herstellt, nicht hunderte nutzloser Tränke, die man nie benutzt.

Story und Spielwelt:
Eine Geschichte um Rache. Ist ganz nett aufgebaut, nichts Besonderes, aber auch nicht schlecht. Auf dem Weg dahin hat man viele Aufgaben zu erledigen und kommt immer nur auf Umwegen weiter. Diese sind nicht sehr abwechslungsreich, wie schon erwähnt, aber im Endeffekt macht es trotzdem Spaß, sich da durchzukämpfen.
Die Storyabschnitte sind auf einzelne Gebiete unterteilt, in denen man immer erst einiges erledigen muss, bevor man ins nächste Gebiet weiterkommt - so gesehen ist das Spiel auch ziemlich linear.
Dennoch ist die Spielwelt eine sehr offene, und sehr frei begehbar, und alle Gebiete, wo man schon war, bleiben zugänglich - nur muss man dorthin nicht unbedingt wieder zurück. Trotzdem, die Gebiete sind recht weitläufig, und es macht schon Spaß, sich darin zu bewegen. Klar, man kann zwar nicht einfach Klippen hinunterstürzen, man läuft gegen unsichtbare Barrieren über Abgründen - aber springt man dann dort, dann fällt man in die Tiefe.
Insgesamt ist die Welt nicht so groß und offen und freibegehbar wie in anderen Rollenspielen, aber dennoch noch immer sehr frei begehbar - man muss zwar immer wieder das weiterkommen ins nächste Gebiet freispielen, aber ich finde das auch ein wenig hilfreich. So kann ich mich auf die Aufgaben in einem Gebiet konzentrieren und da erst mal alles abarbeiten.

Sound:
Typischer Fantasy-RPG-Soundtrack. Sehr entspannend und passend zum Durchstreifen der Spielwelt.

Fazit:
Das Spiel hat seine Schwächen und ich habe schon so einige Rollenspiele gespielt, die sehr viel besser waren. Vergleicht man Gothic 4 mit Oblivion, Fallout 3, Divinity 2, Dragon Age oder Two Worlds, schneidet Gothic 4 wirklich sehr schlecht ab. Und ist man durch solche Spiele verwöhnt, wird man sich auch erst mal langweilen und frustriert sein. Aber es ist möglich, sich beim Spielen an Gothic 4 zu gewöhnen - und es belohnt einen dafür auch manchmal ein wenig: z.B. die Grafik, die zwar nicht so toll ist, sieht nach einer Weile durch interessanter gestaltete Landschaften plötzlich besser aus(Sumpflandschaft, Magierbaum, Kloster auf der Klippe... find ich alles sehr schön gemacht), oder die anfangs zu einfach erscheinenden Kämpfe werden fordernder durch größere Gegnermassen. Mit der Zeit macht es dann auch immer mehr Spaß, sich durch die AUfgaben zu arbeiten und dabei auch die Welt ein wenig zu erforschen. Auch den Sammlertrieb kann man ausleben, auf der Suche nach immer besseren waffen, Rüstungsteilen und magischen Gegenständen.
Die Story ist nicht oscarreif, aber dennoch ganz nett.
Im Großen und Ganzen kann man mit dem Spiel seinen Spaß haben, wenn man mal ein nettes, entspannendes Rollenspiel zum Zeitvertreib braucht - etwa um auf Skyrim oder Dark Souls zu warten, wenn man kein anderes Spiel mehr zur Hand hat. Wer mal abschalten will und nebenbei beim Spielen relaxen will, ne doch recht nett gemachte Fantasywelt erkunden will und ein paar fiese Kreaturen bekämpfen will, ohne sich dabei sehr viel anzustrengen, kann hier zugreifen. Wirklich schlecht ist das Spiel nicht - es ist nur nicht so gut wie andere seiner Art.
Alle anderen, die ne echte Herausforderung suchen, sollten aber die Finger davon lassen.
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Kommentare


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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 03.09.2011 10:52:50 GMT+02:00
Palic meint:
Klasse Rezension, weiter so !

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.09.2011 14:23:23 GMT+02:00
Metal Maniac meint:
Danke, ich werd mich bemühen! ;)
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Artikel

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