9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gemälde werden lebendig, 12. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Barry Lyndon (DVD)
Dieser Film, den Kubrick erstaunlicherweise nach "2001-Odyssee im Weltraum" gedreht hat, hat meine Bewunderung im Sturm erobert. Er erzählt die Geschichte des Aufstiegs und Niedergangs eines irischen Bauern, der sich, weil er den Bräutigams - Anwärter seiner von ihm geliebten Cousine im Duell erschießt, auf eine lange Reise fort von seinem Heimatdorf machen muss. Auf diesem Weg, bis tief hinein ins Europa des 18. Jahrhunderts, wird der naive Jüngling zunächst ausgeraubt, muss dann Soldat im Siebenjährigen Krieg werden, erreicht aber als Günstling bald eine hervorgehobene Position und kann eines Tages durch viel Glück und Zufälle gar eine Adelige heiraten, deren Geld er aber rasch verspielt und deren inneren Adelsstand er auch nicht zu imitieren vermag. Der Sohn der Adeligen, der mit in die Ehe gekommen ist, wird Berry bald erbittert hassen, was einer der Umstände ist, die zum baldigen Niedergang des Berry Lyndon führen werden. Ein Gesellschaftsportrait also. Was den Film aber aussergewöhnlich macht ist dies, dass Kubrick sich an Gemälde aus der Zeit und europäische Landschaften und Kleidung, Stil und Sitten hält. Der ganze Film ist in lila-bläulich-gruen-ocker-grau-braune Farben getaucht, es gibt dort nichts Grelles, (ausgenommen natürlich Uniformen und hier und da ein Sessel, wie wir es aus der "Odysee" ja schon kennen), die Menschen wirken realistisch und doch insofern künstlich als fast jede Kameraeinstellung, würde man sie festhalten, zum Gemälde taugte. Diese herrlichen Bildkompositionen, die Zeit, die er sich lässt (ohne gar so lange Szenen zu benötigen, wie manchmal in der "Odyssee"), die Unvorhersehbarkeit des Geschehens,... all das hat mich wirklich beeindruckt. Aber am meisten doch wirklich die wunderbaren Landschafts- und Personenstilleben. Ganz herrlich. Ich kann diesen Film nur empfehlen, er ist nicht zu langsam, nicht zu dunkel, aber auch nicht überdreht, zum Glück nicht ironisch und auch nicht albern, sondern stilvoll, spannend, beobachtend, schön. Ein fesselnder Film für einen Abend und als DVD besonders empfehlenswert, da man das Bild vielleicht oefter anhalten moechte, um die Komposition zu betrachten. Sehr sehenswert.
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Barry Lyndon B00005ML1L
Ryan O'Neal
Warner Home Video - DVD
Barry Lyndon
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Gemälde werden lebendig
Dieser Film, den Kubrick erstaunlicherweise nach "2001-Odyssee im Weltraum" gedreht hat, hat meine Bewunderung im Sturm erobert. Er erzählt die Geschichte des Aufstiegs und Niedergangs eines irischen Bauern, der sich, weil er den Bräutigams - Anwärter seiner von ihm geliebten Cousine im Duell erschießt, auf eine lange Reise fort von seinem Heimatdorf machen muss. Auf diesem Weg, bis tief hinein ins Europa des 18. Jahrhunderts, wird der naive Jüngling zunächst ausgeraubt, muss dann Soldat im Siebenjährigen Krieg werden, erreicht aber als Günstling bald eine hervorgehobene Position und kann eines Tages durch viel Glück und Zufälle gar eine Adelige heiraten, deren Geld er aber rasch verspielt und deren inneren Adelsstand er auch nicht zu imitieren vermag. Der Sohn der Adeligen, der mit in die Ehe gekommen ist, wird Berry bald erbittert hassen, was einer der Umstände ist, die zum baldigen Niedergang des Berry Lyndon führen werden.
Ein Gesellschaftsportrait also. Was den Film aber aussergewöhnlich macht ist dies, dass Kubrick sich an Gemälde aus der Zeit und europäische Landschaften und Kleidung, Stil und Sitten hält. Der ganze Film ist in lila-bläulich-gruen-ocker-grau-braune Farben getaucht, es gibt dort nichts Grelles, (ausgenommen natürlich Uniformen und hier und da ein Sessel, wie wir es aus der "Odysee" ja schon kennen), die Menschen wirken realistisch und doch insofern künstlich als fast jede Kameraeinstellung, würde man sie festhalten, zum Gemälde taugte. Diese herrlichen Bildkompositionen, die Zeit, die er sich lässt (ohne gar so lange Szenen zu benötigen, wie manchmal in der "Odyssee"), die Unvorhersehbarkeit des Geschehens,... all das hat mich wirklich beeindruckt. Aber am meisten doch wirklich die wunderbaren Landschafts- und Personenstilleben. Ganz herrlich. Ich kann diesen Film nur empfehlen, er ist nicht zu langsam, nicht zu dunkel, aber auch nicht überdreht, zum Glück nicht ironisch und auch nicht albern, sondern stilvoll, spannend, beobachtend, schön. Ein fesselnder Film für einen Abend und als DVD besonders empfehlenswert, da man das Bild vielleicht oefter anhalten moechte, um die Komposition zu betrachten. Sehr sehenswert.
Dichtung&Kritik "V.Spillner"
12. Juni 2005
- Insgesamt:
5

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Details
Ort: Mannheim
Top-Rezensenten Rang: 959
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