Kundenrezension

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stark für den Markt, aber eher schwach für Nightwish ..., 5. Dezember 2011
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Imaginaerum (Audio CD)
Es will schon was heißen, wenn Nightwish von mir nur vier Sterne bekommt. Ihre Alben sind für mich absolute Must-haves, und auch dieses habe ich mir wieder bestellt, ohne vorher in die Songs reingehört zu haben. Bereut habe ich es gewiss nicht, aber nach vier Jahren Wartezeit hätte man mehr erwarten dürfen, vor allem, nachdem angekündigt worden war, dass die Gruppe nach "Dark Passion Play" ganz neue Wege gehen wollte. Nun ja ...
Alles in allem stimmt das nicht. Die Songs bieten, was man von Nightwish gewohnt ist, nicht mehr und nicht weniger, abgesehen von so einigen Versuchen, die man eigentlich eher als Fehltritte bezeichnen kann als als innovativ.

Hier ein Blick auf die Songs, falls das noch jemanden interessiert:

- TAIKATALVI (**): Marco "labert" auf finnisch, ein sehr schwacher Song, den ich künftig überspringen werde

- STORYTIME (*****): Ein bombastischer Urwurm, der als Aushängeschild des neuen Albums gut gwählt wurde

- TURN LOOSE THE MERMAIDS und THE CROW, THE OWL AND THE DOVE ( beide *****): atemberaubend schöne, schmelzende Songs im Celtic-Folk-Stil mit kreativen Texten, ebenfalls in diese Richtung geht I WANT MY TEARS BACK (*****), nur das letzterer deutlich rockiger ist

- ARABESQUE (*****): ein mitreißender, sehr erotischer Track, der in einem den Wunsch weckt, Bauchtanz zu lernen und vor dem Sultan aufzutreten; ist nur leider sehr kurz und flaut noch vor dem in der Luft hängenden Höhepunkt wieder ab

LAST RIDE OF THE DAY (*****): einer meiner persönlichen Favoriten aus dem Album, so gewaltig und emotionell, dass vor dem inneren Auge unweigerlich gewaltige Bilder aufsteigen

GHOST RIVER und REST CALM (beide ***): Solide Nightwisher in bewährter und gewohnter Qualität, aber nichts herausragendes; solche "Strecker" kennt man schon aus den anderen Alben

SONG OF MYSELF (***): ein vergeblicher Versuch, an die Epik von "The Poet and the Pendulum" anzuknüpfen. Der erste Teil des Tracks (From a dusty Bookshelf, *****) ist ein klassischer Nightwish-Kracher und hätte mit seinen über sechs Minuten bombig gelungen für sich alleine gestanden - auch wenn man bemerken muss, dass es ein paar deutliche Anleihen von "Piraten der Karibik" gibt. Aber der Rest, oje, den hätte man sich besser geschenkt. Es gibt lange Passagen, in denen nur vorgetragen wird; die Verse sind ja ganz ausdrucksvoll, aber hey, ich möchte Musik hören und nicht diesen Sermon! Und musikalisch kommt danach auch nichts mehr, was sich anzuhören lohnt. Etwas eher ein Ende zu finden wäre hier eindeutig mehr gewesen!

IMAGINAERUM (****): ein gelungenes Instrumantal, von dem Namensgeber des Albums hatte ich mir aber ein wenig mehr versprochen; es hätte bestens als Filmmusik zu einem Ritterepos inklusive Schlachtengetümmel gepasst, steht so für sich aber etwas verloren da

SCARETALE (**): eine schrill gesungene Horrormär, mit der ich trotz gelungener Instrumentals persönlich überhaupt nichts anfangen kann, und das chanson(!!!)artige SLOW, LOVE, SLOW (*), das in meinen Augen ein absolutes no-go ist. Rausschneiden bitte - zum Glück ist die CD ja lang genug ...

Gesamt betrachtet darf man wohl zufrieden sein, und es gibt immer noch sehr wenig vergleichbares auf dem Markt, daher gibt es vier Sterne. Aber umhauen tut das Album mich nicht. Die Texte behandeln größtenteils die ewig gleichen Themen, die Tuomas seit jeher aufgreift, nur vielleicht platter als sonst, sieht man einmal von dem traumhaften THE CROW, THE OWL AND THE DOVE und TURN LOOSE THE MERMAID ab, die beide ein wenig sehnsüchtige Mystik bieten. Mehr von dieser neuen inhaltlichen Richtung wäre schön gewesen. Allerdings muss man hier im selben Atemzug sagen, dass das nichts wäre, was andere Bands einem nicht auch bieten könnten.
Das Booklet ist zuletzt erwähnt wenig ansprechend, absolut uninspiriert und zeigt leider nur, wie sehr die Mitglieder der Band abgebaut haben (nicht, dass das viel mit der Musik zu tun hätte, aber es fällt dennoch auf). Und das abgefahrene, düstere Cover passt in keiner Weise zu der Richtung des Albums, ebensowenig wie die wirren Bilder, die das Textbuch schmücken. Wirkt eher verquält und bemüht gewagt, aber von künstlerischer Leidenschaft ist nicht mehr viel zu sehen.

Ich kann nur noch sagen: Jeder Nightwish-Fan muss dieses Album haben. Der Großteil der Musik, mit der man sonst seine Ohren füllen kann, ist schlechter. Aber ob jemand, der Nightwish noch nicht kennt, durch IMAGINAERUM zum Fan wird? Ich bezweifle es.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.12.2011 19:57:01 GMT+01:00
R. Schneider meint:
Weder Tuomas nioch sonst jemand aus der Band spricht bei Song of myself. Das sind Troy Donockley, Pip Williams, Freunde, Eltern und Kinder der Bandmitglieder.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.12.2011 10:29:22 GMT+01:00
Amber meint:
Dachte wirklich, das wäre Tuomas' Stimme ganz am Anfang - aber okay, schon verbessert!
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