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Kundenrezension

49 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konkurrenzlos....., 13. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Design Your Universe - Limited DigiBook inkl. Bonustrack (Audio CD)
Ok ich bekenne mich schuldig, ich habe Epica in meiner Kritik zu deren letzten Album "The Divine Conspiracy" vorgeworfen dass sich die Band durch die Mixtur verschiedener Elemente wie Symphonic, Gothic, Black und Death Metal selber den Weg versperrt, zu sperrig klang für mich das Album aufgrund der verschiedenen Stile vor allem das Black Metal Gekreische zerstörte für mich die zweifellos guten Ansätze.

Was Epica aber nun mit "Design Your Universe" präsentieren ist wirklich beeindruckend und mächtig dabei ist eigentlich nicht viel anders, neben der symphonischen und klassischen Ausrichtung wird der Death Metal Growlgesang jetzt vielleicht passender und gezielter eingesetzt während auf Black Metal Kreischgesang (Gott sei Dank) verzichtet wird.

Mit "Samadhi" wird das Album mit einen klassischen Intro wunderbar eingeleitet das nahtlos in "Resign To Surrender" übergeht wo Epica ihre ganze Bandbreite präsentieren: symphonisch mit leicht progressiven Ansätzen wird das Stück von Mark Jansens Growlgesang eingeleitet bevor Simones wunderbare Stimme zu hören ist. Der Wechsel zwischen Growlgesang und Simones klassisch ausgebildeter Stimme wird vielleicht nicht jedermanns Sache sein, ich selber hab dies beim Vorgängeralbum auch noch bemängelt aber hier sind die Elemente irgendwie besser aufeinander abgestimmt und wirken spannender zumindest kommt es mir so vor. Vielleicht liegt es daran dass ich "Design Your Universe" mittlerweile mehrmals gehört habe und das Album mit jeden Hören wächst, vielleicht sollte ich "The Divine Conspiracy" auch noch mal mehrere Chancen geben.
Zum nächsten Song "Unleashed" haben Epica im Vorfeld einen Videoclip und es überrascht nicht dass dieser Song als erster Vorbote ausgewählt wurde. Hier zeigen Epica wie symphonischer Metal klingen muss: harte Gitarren, Chöre im Hintergrund und eine Simone Simons in absoluter Hochform deren Stimme vielseitiger als zuvor klingt. Es ist schon beeindruckend ihrer Stimme zu lauschen, mal singt sie etwas weniger opernhaft, dafür mit ihrer kraftvollen natürlichen Stimme wenn sie aber dann ihre ganze Kraft in klassischen Mezzosoprangesang einsetzt wie in der letzten Minute von "Unleashed" sorgt dies für wahre Gänsehaut, da steht sie einer Tarja Turunen in nichts nach.
"Martyr Of The Free World" beginnt sehr brachial und schnell, nach einen Break wird das Tempo gedrosselt und Simone setzt mit ihren Gesang ein. Nach einen weiteren Break wird es wieder schneller und es kommt zu einen kurzen Part mit Marks Growlgesang, so entwickelt sich ein spannendes Duell zwischen den melodischen Parts mit Simone und den "brachialen" Parts mit Mark.
"Our Destiny" ist ein eher langsamer und fast schon doomiger Song vor allem wenn Mark kurz zu hören ist wobei der Song zum Großteil von Simone getragen wird und diese einmal mehr mit ihrer großartigen Stimme überzeugt. In der Mitte des Songs wird es dann etwas schneller bevor "Our Destiny" mit klassischen Chören im Hintergrund ausklingt.
Was dann mit "Kingdom Of Heaven" folgt ist wohl das Herzstück von "Design Your Universe". In einen Interview mit [...] meinte Mark dass er 3 Jahre lang an den Stück gearbeitet hat was nicht verwundert ist dies ein über 13 minütiges Opus das sehr episch klingt. Progressive Parts, Death Metal Gesang und symphonische Klänge wie klassische Chöre und natürlich Simones Gesang - hier ist einfach alles vorhanden was Epica ausmacht, "Kingdom Of Heaven" ist dadurch sicher ein Song den man mehrmals hören muss um ihn zu erfassen und selbst dann hört man immer noch was neues raus. Keine Frage "Kingdom Of Heaven" ist ein wahres Meisterwerk, ich frag mich nur wie Epica dieses Opus live umsetzen wollen wenn dies überhaupt möglich ist.
"The Price Of Freedom" ist eine kurze Einleitung zum nächsten Song "Burn To Cinder". Anfangs ein rockiger Song dessen Strophen mit sehr coolen und eingängigen Gitarrenparts angereichert ist entwickelt sich "Burn To Cinder" zu einen sehr abwechslungsreichen Song mit vielen Tempiwechsel, mit zunehmender Dauer wird mehr mit symphonischen Elementen gearbeitet bevor "Burn To Cinder" in einen ruhigen und atmosphärischen Part endet der von Keyboard und Simones Gesang getragen wird.
Das atmosphärische Ende von "Burn To Cinder" geht quasi direkt in "Tides Of Time" über, eine wahre Gänsehautballade die von wunderschönen Pianoklängen eingeleitet wird und bis zur Hälfte lediglich nur von diesen begeleitet wird. Simones Stimme ist hier einfach traumhaft, einmal mehr variiert sie sehr mit ihrer Stimme und wechselt zwischen eher natürlichen und klassischen Gesang hin und her. Wenn dann in der zweiten Hälfte die ganze Band einsetzt setzt Simone ihre ganze Kraft in ihre Stimme was sehr erhaben klingt und für Gänsehaut sorgt.
"Deconstruct" ist dann wieder ein hart rockender Song wo sich Simone mit Mark im wahrsten Sinne des Wortes duelliert (der sogenannte "Beauty and the Beast" Gesang wird hier fast schon perfektioniert!!), dazu kommt es dann in der zweiten Hälfte zu genialen Choreinlagen die "Deconstruct" zu einen weiteren Highlight machen.
Mit "Semblance Of Liberty" folgt dann wohl der härteste und schnellste Song des Albums der sehr sehr brachial mit donnernden Gitarren und Marks Growlgesang eingeleitet wird. Simones Parts sind dann etwas langsamer und atmosphärischer, es dominieren hier aber etwas mehr die schnellen Parts mit Mark am Mikro. Am Ende setzen wieder Chöre ein was den Song sehr abwechslungsreich macht und zu einen mitreißenden "Death Metal triftt Klassik" Song macht.
In "White Waters" kommt es zu einen ungewöhnlichen Duett und zwar wurde hier Tony Kakko von Sonata Arctica als Gastsänger eingeladen. Ich bin ehrlich gesagt kein großer Sonata Arctica Fan aber ich schätze Tony Kakkos Stimme zumindest seit seinen Mitwirken am Northern Kings Projekt (gemeinsam mit u.a. Marco Hietala von Nightwish) sehr und auch in "White Waters" macht er einen tollen Job. Der Song ist eine sehr ruhige Ballade wo Tonys und Simones Stimme umso mehr zur Geltung kommen, einfach zurücklehnen und den Song genießen!
Fast schon traditionell steht der Titelsong eines jeden Epica Albums mit der längsten Spielzeit an letzter Stelle, dies ist auch bei "Design Your Universe" mehr oder weniger der Fall, hier dauert der Titelsong allerdings "nur" knappe 10 Minuten und somit ist das Opus "Kingdom Of Heaven" auf den neuen Machwerk das längste Stück. Dies sind aber nur Spielereien, auf den Titelstück "Design Your Universe" zeigen Epica noch mal ihre ganze Klasse. Ein sehr ruhiges und atmosphärisches Intro mündet in einen kurzen härteren instrumentalen Part bevor Simones Gesang einsetzt und es atmosphärisch weitergeht. Mark durchbricht die Atmosphäre mit seinen Growlgesang und der Song steigert sich zu einen harten Part der aber mit Chören im Hintergrund trotzdem grandiose Melodien beinhaltet. So geht es quasi hin und her, es folgt dann wieder Simones ruhiger Part bevor dann wieder Mark einsetzt und die genialen Chöre im Hintergrund zu hören sind. Ähnlich wie "Kingdom Of Heaven" ist "Design Your Universe" sehr opulent im direkten Vergleich aber vielleicht etwas zugänglicher, entwickelt der Song meiner Meinung nach gleich beim ersten Hören seine ganze Pracht während "Kingdom Of Heaven" mehrere Anläufe braucht. "Design Your Universe" endet dann ganz leise mit Pianoklängen und Simones bezaubernder Stimme.
Soviel zum regulären Album, auf den limitierten Digibook gibt es nämlich mit "Incentive" noch einen Bonustrack wo sich Mark mit seinen Growlgesang alleine austoben und mit Chören im Hintergrund darf. Etwas schade dass Simone hier nicht zum Einsatz kommt aber gut auf "Incentive" wird in erster Linie die Death Metal Fraktion bedient und als solcher Song überzeugt er durchaus.

Ja was soll ich abschließend noch sagen? Ich weiß auch nicht warum das Vorgängeralbum "The Divine Conspiracy" bei mir nicht so ganz gezündet hat während ich "Design Your Universe" durchaus als die neue Referenz in Sachen symphonischen Metal bezeichnen würde. Dabei orientieren sich Epica mit den zusätzlich Einsatz von Death Metal Elementen mehr an eine Band wie Therion und heben sich dadurch von anderen symphonischen Metal Bands mit Frauengesang doch ab. Wobei gibt es in diesen Bereich überhaupt noch ernsthafte Konkurrenz für Epica?
Wer ist noch mal Within Temptation? Die sind doch nur mehr in ihren Mainstream Gedanken gefangen abgesehen davon kann Sharons Gesang mit Simones klassisch ausgeprägter Stimme nicht mal ansatzweise mithalten! Leaves Eyes' liefern zwar musikalisch durchaus starke Alben ab haben aber mit Liv Kristine eine Sängerin die ähnlich wie Sharon ein sehr dünnes Stimmchen besitzt. Und auch wenn ich das letzte Nightwish Album "Dark Passion Play" durchaus stark finde (anscheinend als einer von wenigen) muss ich bei allen nötigen Respekt sagen dass eine Anette Olzon stimmlich ebenfalls ziemlich verblasst wenn man hört was Simone Simons auf "Design Your Universe" leistet. After Forever haben sich ja leider aufgelöst, von daher stehen Epica mit ihren Stimmwunder Simone Simons wohl derzeit alleine auf weiter Flur da müsste schon eine Tarja zu Nightwish zurückkehren was aber wohl nicht zu erwarten ist.

In diesen Sinne kann ich Epica zu "Design Your Universe" nur gratulieren und wünsche ihnen viel Erfolg damit, verdient hätten sie es sich allemal!!!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.11.2009 19:54:10 GMT+01:00
F. Eisenmann meint:
Ich finde zwar auch dass Epica teils zuviele Stile kombiniert aber das Black Metal Gekreische von Marc Jansen ist einfach der Hammer und mit ein Grund warum ich Epica so toll finde. Das musste mal live erlebt haben!! Und für weichspül Metal sind die Kumpels von Nightwish zuständig!
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