Kundenrezension

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein weiterer Höhepunkt der Reihe!, 15. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Gottkaiser des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 4) (Taschenbuch)
"Der goldene Pfad" des Leto Atreides dauert fort. Seine schreckliche Metamorphose von Mensch zu Sandwurm ist ein hoher Preis für die Hoffnung, dem Universum und der Menschheit eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Seit dreieinhalb Jahrtausenden herrscht Leto als uneingeschränkter Tyrann über das Gewürz und damit über das Universum.
Seine Gegner sind an den Rand der Vernichtung gedrängt und existieren nur, weil Leto es ihnen erlaubt. Nichts geschieht, ohne dass Leto es in seiner Zukunftsversion nicht bereits lange vorher gesehen hat. Doch was ist sein Ziel?
Duncan Idaho, der auf ewig von den Tleilaxu geklonte und wiedergeborene Vasall an seiner Seite, gehört mit zum Plan. Auch Moneo, Letos Adjutant, spielt eine wichtige Rolle. Doch Leto wartet seit dieser langen Zeit auf einen neuen Menschen, einen Menschen, der seinen "Goldenen Pfad" betritt und es ihm ermöglicht, abzutreten. Und die Tochter Moneos, Siona, ist dieser Mensch. Sie ist das einzige Wesen, das Leto in seinen Visionen nicht sehen kann.
Doch Tleilaxu, Bene Gesserit, Ixianer, selbst die ihm ergebenen Fischredner haben eigene Pläne und versuchen, Leto an der Vollendung seines "Goldenen Pfades" zu hindern. Als Leto Hwi, Botschafterin von Ix, zu ehelichen gedenkt, sehen sie ihre Chance gekommen.

Nach dem grandiosen "Dune" (in Deutschland "Der Wüstenplanet"), der schwierigen und arg komplexen Fortsetzung "Herr des Wüstenplaneten" und dem spannenden aber auch überladenen Übergang zu einem völlig neuen Universum, den Frank Herbert in "Die Kinder des Wüstenplaneten" angedeutet hat, erschien nach langer Wartezeit endlich "Der Gottkaiser des Wüstenplaneten".
Für Fans spannender Action, fulminanter Science-Fiction-Abenteuer und sehnsüchtig auf eine Fortführung der Intrigen zwischen Harkonnen, Atreides, Bene Gesserit und dem Imperator Wartender, erweist sich der vierte Band als herbe Enttäuschung. Der über sechshundert Seiten lange Band ist fast komplett ein Dialog-Roman. Leto, Moneo, Duncan Idaho, Hwi Noree und Siona reden miteinander oder Leto, der Gottkaiser, philosophiert in langen Monologen. Das ist zunächst mühsam und anstrengend, mit zunehmender Dauer des Buches aber so interessant und spannend, dass man schnell zum brillanten Ende kommt.
Dieser Roman ist mit seinen drei Vorgängern nicht zu vergleichen. Der dreieinhalb Jahrtausende dauernden Metamorphose entsprechend, erschafft Frank Herbert ein komplexes, absolut einmaliges philosophisches Gedankengebäude. Dem ordnet er Stil, Gesprächsführung, Moral und Atmosphäre unter. Es entsteht ein fremdartiges Konstrukt aus einem Wesen, das ebenso monströs wie faszinierend, ebenso grausam wie sensibel ist.
Einen "Übermenschen" in seine Geschichte zu implementieren, der eine solch lange Zeit der Entwicklung überwacht, um die Menschheit in eine neue, andersartige Freiheit zu entlassen, erfordert tiefgreifende philosophische Überlegungen. Wie es dem Autor gelingt, diese Gedanken in eine spannende Handlung, eine logische, stringente Abfolge von nicht voraussehbaren Ereignissen einzubauen, ist kaum zu beschreiben. Demzufolge stößt dieser Roman auf ebenso heftige Ablehnung wie Verehrung. Gelingt dem Leser kein Zugang zu diesem wahrhaft Ewigkeiten überspannenden Entwurf, ist gähnende Langeweile die Folge. Nähert man sich aber diesem einmaligen Versuch, den Fluss der Zeit in eine andere Richtung zu lenken, soweit, dass er verständlich erscheint, folgt man fasziniert den Dialogen und philosophierenden Monologen und erschauert fast vor der gewaltigen Vision Herberts und seiner überbordenden Fantasie.

Fazit: Dieser vierte Band ist der beeindruckende Versuch von Frank Herbert, die Zukunft der Menschheit, ja des gesamten Universums, in einer einzigen, allerdings sehr lange währenden Lebensspanne zu fokussieren und ihm eine neue Ausrichtung zu geben. Diesem Versuch kann man argwöhnisch und ablehnend gegenüberstehen, dann wird man dieses Buch langweilig finden. Man kann aber auch begeistert sein und es bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen und nach einer Fortsetzung schreien. Zu welcher Gruppe man gehört, muss man leider selbst herausfinden.
Möchte man das sechsbändige "Dune-Epos" in seiner Gänze genießen, ist der vierte Band selbstverständlich unverzichtbar und in den Augen der meisten Leser der eigentliche Höhepunkt.
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Rezensentin / Rezensent

Stefan Erlemann
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Ort: Witten

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