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Kundenrezension

36 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das sogenannte "Enthüllungs"Buch des David Berger, 18. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Der heilige Schein: Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche (Gebundene Ausgabe)
Unter großem medialem Interesse erschien im Ullstein-Verlag letzten November - laut Ankündigung im Klappentext - ein "sehr persönliches Buch" des katholischen Theologen, Dr. David Berger, mit dem Titel "Der heilige Schein". Durch seine zahlreichen Publikationen zu Thomas von Aquin hat Berger in der Fachwelt einen respektablen Bekanntheitsgrad, der ihm u. a. dazu verhalf, sich in der renommierten polnischen Universität Lublin zu habilitieren. Auch wurde er in Anerkennung für seine "Verdienste um die Fruchtbarmachung der Lehre des Thomas von Aquin in traditionell katholischen Kreisen" in den illustren Zirkel des Ritterordens von Jasna Gora aufgenommen. Er war korrespondierender Professor der "Päpstlichen Akademie des heiligen Thomas", Vizepräsident der "Deutschen Thomas-Gesellschaft", Herausgeber des Internationalen Thomistischen Jahrbuchs "Doctor Angelicus" und der in traditionellen Kreisen geschätzten Zeitschrift "Theologisches". Auf diesem intellektuell hochdotierten Hintergrund konnte man durchaus annehmen, daß auch ein "persönliches" Buch des namhaften Thomisten das geistige Niveau seiner bisherigen wissenschaftlichen Publikationen hochhält. Kaum jeman hätte eine Lektüre erwartet, die sich in Sprache und Inhalt an den Niederungen der Boulevard-Medien orientieren würde. Auf den beinahe 300 Seiten seines neuen Opus stellt Berger nicht nur seine homosexuelle Lebensweise verteidigend ins Rampenlicht, sondern sieht vor allem die Notwendigkeit, "das perfide Unterdrückungssystem scheinheiliger Kirchenoberen" zu entlarven. Für die im letzten Jahr durch die Mißbrauchskandale gegen die katholische Kirche aufgeheizte Leserschaft ein willkommenes Unterhaltungsprogramm.
Die Behauptung Bergers, die Scheinheiligkeit der Kirche im Hinblick auf Homosexualität hätte ihn dazu bewogen, "als Herausgeber und Chefredakteur der konservativen Zeitschrift 'Theologisches' zurückzutreten, kann nur als einen Vorwand betrachtet werden, der Entlassung aus diesen ehrenamtlichen Diensten durch den Vorsitzenden der "Fördergemeinschaft Theologisches", Prof. Dr. Manfred Hauke, zuvorzukommen, denn Professor Hauke konnte an Hand von Facebook nachweisen, daß Berger Beziehungen zum "homosexuellen Milieu" unterhält. Nach anfänglicher Leugnung dieses Sachverhalts trat Berger die Flucht nach vorne an und bekannte sich im April 2010 in der "Frankfurter Rundschau" mit dem Artikel "Ich darf nicht länger schweigen" zu seiner Homosexualität. Im November 2010 erschien dannn sein Buch "Der heilige Schein", gewissermaßen als ein "Schwarzbuch der katholischen Kirche", in dem er seine Anschuldigungen gegen die Kirche wiederholt und sie im Stil einer Apologie seiner eigenen homosexuellen Befindlichkeit mit bisweilen anstößigen Details von Begegnungen bekannter, ihm wohlgesonnener Persönlichkeiten des traditionellen Lagers unter Nennung ihrer Namen ausschmückt - nicht unbedingt die Art des feinen Mannes von "vornehmer Intellektualität".

Die Anklage Bergers konzentriert sich auf die "hierarchisch strukturierte, absolutistisch regierte Kirche" und dabei im besonderen auf die tridentinische Liturgie, "die das Heilige in einer Überbetonung des Ästhetischen zu finden sucht", von dem sich, wie er behauptet, gerade homosexuelle Männer - Priester wie Laien - magisch angezogen fühlen. Ehemals im konservativ-katholischen Raum beheimatet, stellt er heute die lateinische Liturgie als "Produkt homosexueller Sublimierung" dar, derer sich gerade homosexuelle Priester bedienen, die ihre Sexualität aufgrund des Zölibats nicht wagen auszuleben. Was ihn einst so faszinierend anzog, "die lateinische, tridentinische Liturgie", überzieht er nun mit Bezeichnungen wie "religiöse Märchenwelt" und "Parfüm- und Operettentraditionalismus".
David Berger dürfte es nicht unbekannt sein, daß seit der Freigabe der alten Messe durch das Moto proprio "Summorum Pontificum", zunehmend vor allem junge Priester und Gläubige jeden Alters sich für diese Form der Liturgie beginnen zu interessieren. Soll ihnen nun suggeriert werden, es sei in den meisten Fällen eine homosexuelle Neigung, die sie die Nähe der Tradition suchen läßt, da es ihnen lediglich um die Ästethik dieser "disneyhaften Kulisse tridentinischer Subkultur" gehe? Es ist offensichtlich, daß hier eine Verknüpfung geschaffen werden soll, zwischen der seit Jahrhunderten gefeierten römisch-katholischen Messe und der Homosexualität. Berger geht sogar so weit, einen Zusammenhang "zwischen Homosexualität und der Vorliebe für den Thomismus" herzustellen, denn "die Art, wie der Aquinate denke", komme "vielen homosexuellen Thomisten persönlich zustatten". Dadurch würde das Doppelleben mancher homosexuellen Theologen "gewissermaßen eine mit höchsten Weihen ausgestattete programmatische Verankerung" finden.

Die im Sprachduktus des Alten Testaments als "die Sünde Sodoms" charakterisierte Homosexualität (sie wird heute ganz zwanglos mit dem einst als "obszön" genannten Begriff "schwul" umschrieben), wird von Berger als eine "typisch mittelalterliche" Denkweise des Aquinaten bezeichnet und als nachrangig-zeitbedingt eingeordnet. Im Hinblick darauf wäre es "einsichtig, daß man denkerisch durchaus Thomist und zugleich schwul sein könne."
Augenscheinlich hat Berger im Eifer der Verteidigung seiner Lebensführung übersehen, daß sich Thomas in seinem Werk an die Aussagen der Bibel gehalten hat, und diese sind - gerade in diesem Aspekt - weder nachrangig noch zeitbedingt, auch wenn die heutige Exegese noch so vehement die praktizierte Homosexualität als eine in der westlichen Welt anerkannte Lebensform verteidigt. Denkt der Thomist Berger daran, daß auch seine Haltung zur Geschlechtlichkeit einmal als "zeitbedingt" angesehen werden könnte? Die Orientierung an der ewigen Wahrheit der Lehre der Kirche schützt vor den Verirrungen des Zeitgeistes, denn Christen sind, wie in der frühesten Kirchenordnung der Christenheit, der Didache, zu lesen ist, "einfach anders, sie tun nicht, was 'man' so tut."
Die maßgebenden Texte im Alten Testament für die Beurteilung der Homosexualität stehen bei Lev 18, 22 und Lev 20, 13, und eine der diesbezüglich wichtigsten Aussagen im Neuen Testament finden wir im Römerbrief. Der hl. Paulus beschreibt dort Menschen, die, obwohl sie von Gott wußten und ihn erkannt hatten, sich von IHM abgewandt haben. Gott hat sie daraufhin sich selbst überlassen. Bei Paulus ist homosexuelles Verhalten nicht Ursache, sondern Folge und Ausdruck der Apostasie vom Dreifaltigen Gott. In den angeführten Texten wird die homosexuelle Praxis als mit dem Willen Gottes nicht vereinbar bezeichnet. Paulus beschreibt sie eindeutig als Verirrung und Täuschung, als Verlust der Wahrheit.
Auch der "Katechismus der Katholischen Kirche" stützt sich auf die Heilige Schrift und spricht unter Punkt 2357 von der Homosexualität als einer "schlimmen Abirrung". Homosexuelle Handlungen sind in sich nicht in Ordnung... und "in keinem Fall zu billigen". Bei Punkt 2359 wird deutlich darauf hingewiesen, daß homosexuelle Menschen zur Keuschheit gerufen sind. "Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich ... durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern." Die Aussagen der Bibel und des Katechismus wollen auch in Bezug auf Menschen mit homosexueller Neigung nichts anders zum Ausdruck bringen, als das, was Augustinus in unmißverständlicher Klarheit schrieb: Liebe den Sünder, aber hasse die Sünde.

Beim Lesen dieses "Insiderberichts" überkommt einen ein großes Erbarmen mit diesem zweifellos intelligenten und begabten Theologen, der seine eigenen Probleme in - gelinde gesagt - unwürdiger Weise versucht auf andere zu projizieren. Seine Behauptung, die Kirche nütze die sexuellen Verfehlungen der Priester als Instrument der subtilen Erpressung und Machtausübung aus, um die Sünder zu Gehorsamsleistungen gefügig zu machen, "bis hin zur Selbstaufgabe", wirft die Frage auf, wer ihn zu einer solch bedauerlichen Verteidigungs- und Anklageschrift überredet haben mag, um ihn selbst "gefügig zu machen"?
Im Vorwort seines Buches unternimmt Berger eine Gewissenserforschung und stellt fest, daß es im Leben Augenblicke gebe, da einem "schlagartig bewußt" würde, daß etwas ganz entschieden falsch gelaufen sei. Es ist zu hoffen, daß es ihm in nicht zu ferner Zeit erneut "schlagartig bewußt" werden möge, daß in seiner gegenwärtigen Lebensführung etwas ganz entschieden falsch gelaufen ist.
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1-10 von 12 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.06.2011 21:26:28 GMT+02:00
Hervorragende Rezension, Frau Thürkauf, sachlich und unaufgeregt!
Eine wohltuende Abwechslung zu den zahlreichen Fünfsterne-Homo-Solidaritätsadressen hier.

Veröffentlicht am 27.07.2011 13:01:19 GMT+02:00
... und dem Schreiberling dieses hasserfüllten und erbärmlichen Konglomerats möge "schlagartig bewusst" werden: typisch intolerant, typisch
scheinheilig, typisch besserwisserisch, typisch unterdrückerisch, typisch inquisitorisch, typisch antiquiert - kurz: in 2000 Jahren nix gelernt -
typisch römisch-katholisch, halleluja!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.07.2011 12:59:44 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.07.2011 13:00:17 GMT+02:00
Sportfan meint:
Pfui Teufel Herr Burghardt!

Veröffentlicht am 06.08.2011 15:03:51 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.08.2011 15:06:48 GMT+02:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.09.2011 14:19:41 GMT+02:00
ja und ich höre auch gerne Musik von vielen heterosexuellen Menschen, jedoch ändert das auch nichts an meinem Empfinden für sie ^.^

Veröffentlicht am 24.09.2011 21:01:58 GMT+02:00
Pascalito meint:
Die "Beweisführung" in dieser Rezension setzt ein implizites Einverständnis mit den aufgeführten Schriftstellen und Argumenten voraus.
Aber dieser ganze historische Kram, der ja offensichtlich das Fundament der katholischen oder überhaupt christlichen Glaubenslehre und Moraltheologie ist, kann doch nicht ernsthaft als Argument herhalten, Homosexualität abzulehnen und zu verteufeln.
Ja, zu Paulus' und Leviticus' Zeiten war hat man so geurteilt, und aus dem Urteilen dann auch die Konsequenzen gezogen und gesteinigt.
Wollen wir das heute noch? Urteilen wie vor zweitausend Jahren? Vom Steinigen ganz zu schweigen. Damals eine Welt voller Achmadinedschads, heute gibt es die nicht mehr bei uns. Dachte ich zumindest.

Nachdenklich stimmt mich allerdings, dass Herr Berger so lange so intensiv in die (traditionell?) katholische Szene verstrickt war und die Vorteile und Früchte seiner gewiss hervorragenden Arbeit (kann ich nicht beurteilen) innerhalb dieser Szene durchaus genossen zu haben scheint. Wenn das von Ihnen aufgeführte CV stimmt, dann muss Herr Berger schon dick im Netz drin gehangen haben.

Aber dies sind wohl die Unergründlichkeiten menschlicher Verhaltensweisen. Ich selbst kann ohnehin nicht verstehen, wie man als Schwuler noch Mitglied in diesem Verein sein kann. Und sich auch noch als Theologe profiliert.

Wie auch immer, Herr Berger wird seine Gründe gehabt haben.

So wie der Rezensent hier seine/ihre Gründe hat, seine/ihre mir völlig unbegreifliche Position zu vertreten.

Aber bitte, verschonen Sie andere mit Ihren Moralvorstellungen. Diese Bitte an alle, die ihren Mitmenschen ihr Verhalten und ihre Lebensführungvorschreiben wollen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.09.2011 22:11:47 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.09.2011 22:16:20 GMT+02:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.11.2011 22:21:41 GMT+01:00
Ich glaube das Ausland lacht heute von dir! So viel Dummheit! Kann es nicht wahr sein, oder?
Ach ja, bei Heteros gibt es keine Analverkehr? Wo leben Sie überhaupt?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.11.2011 21:25:32 GMT+01:00
Wenn ich Fachleute aus der Kirche befragen würde, dann ja, würden sie mir sagen es sei nicht normal, nur kann man die schlecht Fachleute nennen wenn sie ihr wissen nur aus einer einzigen Literatur beziehen. Fakt ist, das Homosexualität bei mehr als 1000 Tierarten beobachtet wurde von Biologen, die Fachleute die Sie doch mal befragen sollten, Herr Hörstmann.

Veröffentlicht am 04.02.2014 15:13:51 GMT+01:00
Elinor meint:
Jetzt weiß ich, wieso man nichts an der T(h)ür kaufen sollte ...
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