Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen My daddy a gangsta, 6. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oxymoron (Deluxe Edition) (Audio CD)
Spätestens seit "good kid, m.A.A.d city" blickt die gesamte Hip-Hop-Welt auf Top Dawg Entertainment und das Black Hippy Roster um Kendrick Lamar, Ab-Soul, Jay Rock und Schoolboy Q. Letzterer hat sich bereits durch die digitalen Releases der LP's "Setbacks" und "Habits & Contradictions" einen Namen gemacht, jedoch wurde es erst richtig interessant, als Kendrick Lamar sein scheinbar alles übertreffendes Debütalbum herausbrachte und nun wieder Q an der Reihe war. Unzählige Male wurde das Release von "Oxymoron" aufgeschoben, im Vorab veröffentlichte Singles wie "Yay Yay" und "Banger (MosHpit)" schafften es nicht einmal mehr auf die reguläre Ausführung des Albums.

"Oxymoron", das Schoolboy's Major-Debüt darstellt, ist aber keineswegs das neue Vorzeige-Konzeptalbum von TDE und auch keine künstlerische Neuerfindung des ehemaligen Oxycontin-Dealers und Crips-Mitglied. Vielmehr markiert es eine weitere Station in Q's Fortschritt und stellt ihn einem größerem Publikum vor.

Textlich hat sich wenig verändert. Thematisch handeln die meisten Titel immer noch von Drogen, Gangstergeschichten und Parties mit zahlreichen Frauen. Q versteht es aber, diese Themen interessant zu verpacken und überzeugt absolut in Punkten Flow und Stimmeinsatz. Manche Tracks werden nahezu geflutet von seinen unverkennbaren Ad-Lips - "Yuck, yuck", "icky-icky-icky" usw. Das bringt nicht nur Fahrt in die einzelnen Songs, sondern macht sie auch einzigartig und drückt ihnen das Schoolboy Q-Trademark auf. Der einzige Track, der wirklich rausfällt, ist "Prescription". Ungewohnt persönlich erzählt Q von seiner Medikamenten-Sucht und die von seiner Tochter gesproche Hook geht wirklich nahe.

Was seinen Flow angeht, agiert Schoolboy mittlerweile noch konsequenter als auf älteren Releases - Songs wie "Man of the Year", "Collard Greens" oder "What They Want" sind alleine schon wegen ihres Vortrages unterhaltsam. Die Tracks an sich bleiben dabei abwechslungsreich und werden nie zu lang. Einzige Ausnahme in meinen Augen: "The Purge" mit Tyler, the Creator und Kurupt. Der von Tyler produzierte Beat klingt absolut nach ihm und steht keinem der beiden anderen Rapper wirklich gut zu Gesicht. Hier ist der Einfluss des Gastes schlicht zu stark. Ansonsten wissen sich diese aber gut einzubinden, natürlich sind mit Jay Rock und Kendrick Lamar zwei Black Hippy-Kollegen vertreten. Lediglich eine "Druggys wit Hoes"-Fortsetzung mit Ab-Soul fehlt. Ansonsten liefert Raekwon einen sehr guten Part ab auf einem der Höhepunkte des Albums, 2 Chainz rappt einen seiner bisher besten Parts und BJ The Chicago Kid croont wunderschön auf "Studio".

Genau wie die Features sind auch die Beats abwechslungsreich und in der Regel absolut hochwertig. Der dominierende Sound ist sehr düster und dreckig, wird aber durch Tracks wie "Collard Greens", "Studio" und "Man of the Year" aufgelockert. Dabei wird es zum Glück nie allzu klischeehaft. Selbst der Song für die Ladies "Studio" gerät nicht zu schmalzig - "I'mma put this dick up all inside of you" - nicht gerade poetisch, aber immerhin konsequent und nicht kitschig. Ansonsten weiß Schoolboy verschiedenste Beats zu potenziellen Hits zu machen. Während "Los Awesome" auch gut auf einem damaligen Clipse-Album vorstellbar wäre, ist "Break the Bank" merkwürdig eingängig und zwingt den Hörer förmlich zum Kopfnicken.

Das ganze Album ist somit durch und durch Gangsta-Rap. Wer das mag, wird gefallen dran finden, wem so etwas nicht zusagen sollte, wird hier nichts geboten, was seine Meinung ändern könnte.

Als Fazit lässt sich sagen, dass Schoolboy Q bei seinen Stärken bleibt und seinen Namen durch dieses Album weiter etablieren wird. Auch Ansätze für weiter Entwicklung lassen sich festellen - Intropektive auf "Prescription" und Songs mit verschiedenen Beatwechseln und Seiten ("Hoover Street"). Allerdings ist gerade die Deluxe Edition nicht besonders empfehlenswert, da die Qualität der Songs nach "Man of the Year", mit dem die normale Version abschließt, doch deutlich abfällt. Hier wären Songs wie "Yay Yay" und "Banger (MosHpit)" tatsächlich besser eingesetzt. Trotz allem aber ein sehr gutes Album, das erstklassig unterhält, sei es im Auto, auf einer Hausparty oder sonst wo.

Meine Favouriten:

1. Man of the Year - Eingängig von Anfang bis Ende. Hier passt einfach alles.
2. Break the Bank - Besonders der Beat von Alchemist überzeugt. Q liefert einwandfreie Parts ab und eine sehr gute Hook.
3. What They Want - 2 Chainz überrascht als Feature und die äußerst düstere Stimmung wissen beide für sich zu nutzen.
4. Blind Threats - Q geht neben der Legende Raekwon auf einem großartigen Beat längst nicht unter.
5. Collard Greens - Einer der progressivsten Beats von TDE - außerdem der wohl partytauglichste Song von Q bislang.
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