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Kundenrezension

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bild projektionelle Bühnenkonzeption in Fortsetzung des Gesamtkonzepts, 30. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: WAGNER: Der Ring des Nibelungen - Siegfried (live at the Teatro alla Scala, 2012) [DVD] (DVD)
Guy Cassiers Ring Inszenierung formiert sich nunmehr als gesamt konzeptionelle Bildprojektionsumsetzung auf der Bühne, die in ihrer Struktur nicht neu ist, die aber hinsichtlich des gedanklich assoziativen Überbaus schon der Reflektion würdig ist.
Offene und geschlossene Stahlgitter zentrieren die Schmiedeszene, Werkstatt, zerborstene Schwerter als Bildassoziation.
Mime ist der Versagende, während Siegfried, ummantelt mit einem Bärenfell die Szene betritt.
In Bildschirmen werden zerstörte Landschaften eingeblendet, Assoziation für Destruktion, Gewalt durch das Schwert. Siegfrieds Optik mit einer Art "Teenager" Reflex, naiv in der Erlebenswelt ohne übergeordneten, geistigen Horizont.
Rückblick auf seine unglückliche Kindheit mit Mime als Ziehvater.
Fafners Höhle als das schwarze Loch des Unbewußten, die Bedrohung aus dem Nichts. Siegfried tötet zweimal banal ohne jeglichen Reflex, die Vernetzung mit Gefühl.
Zentral inszeniert die Waldvogel-Szene, steht für die Brücke zur Welt der Menschen in tagtäglicher Interaktion, von Sprache, Kommunikation, Eros. Siegfried erfährt so von Brünnhilde. Dargestellt durch die optisch erotisierende Ebene des Waldvogels.
Wotan-Erda Kontakt als die Angst vor dem Kommenden, Erda denkt in Prinzipien, Wotan hat Angst um die Zukunft.
Siegfried übernimmt in der Erweckensszene Brünnhildes fixe Idee, übernimmt sie rollenhaft.

Optisch mit Höhepunkten und schwächeren Szenen, gelungen die Erweckensszene, problematisch die kurze Einsetzung einer Ballettszene, als visuelle Unterstützung. Durchmischt die gesamte Optik von plus und minus, aber der Regelfall beim Ring und letztlich Geschmacksache.

Sängerisch begrenztes Licht, aber auch Schatten.

Brünnhilde, Nina Stemme, insgesamt zufriedenstellend, in der Erwecksensszene allerding mit reichlich flackerndem Vibrato. Eine problematische Entwicklung vieler dramatischer Stimmen.
Lance Ryan als Siegfried. Der Sänger wird weltweit als Siegfried über die Rampe gejagt. Er stemmt mehr als er gestaltet. Aber er hält die Partie durch und das ist heute vorderstes Kriterium. Ein Sänger, der diese Rolle sängerisch gestalten könnte, fraglos sehr schwierig, höchstens Kaufmann zur Zeit. Ob der sich die Rolle noch antut, wird sich zeigen.
Ryan singt solide, aber stimmliche Gestaltung ist etwas anderes.
Exzellent Peter Bonder als Mime.
Terje Stensvold als Wanderer souverän, allerdings ist sein Timbre auf Dauer reichlich monochrom.
Glänzend Johannes Martin Kränzle als Alberich.
Anna Larsson als Erda, klasse dieser Mezzo.

Stimmliche Gewichtungen sind immer subjektiv, insofern auch meine Einlassung nur als Geschmack zu verstehen, obwohl das Fehlen von Wagner-Tenören, die sängerisch gestalten können, erkennbar ist, mit Ausnahme von Kaufmann und teils Botha. Aus meiner Perspektive kommt Kaufmann der wagnerianischen Vorstellung eines deutschen Belcanto sehr nahe. Die berüchtigte "Bayreuth Bark" Technik, von Cosima forciert, tut der Interpretation nicht gut, aber natürlich sind die Anforderungen an die Tenöre extrem. Fast nur Brecher-Stimmen halten das durch, dafür oft unorganisch bellend, stemmend.

Daniel Barenboim dirigiert überzeugend in seiner auch emotional fundierten Umsetzung.

Insgesamt ist diese Aufführung schwer zu bewerten, eigentlich 3,5 . Ist aber nicht existent. Deshalb - 3 - Sterne.
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1-10 von 19 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.01.2014 13:10:44 GMT+01:00
verdiwagner meint:
Geerhter Herr Seidel,
der Siegfried ist ein schwer zu inzenierendes Werk, vor allem die Szene Siegfried brünhilde ist problematisch. Schauen wir uns die beiden personen an. Es ist ein Paar, das unterschiedlicher nicht seien könnte, hier der junge kraftprotz ohne Heimat ohne Bildung der naturbursche, der zudem noch sehr naiv ist und doe Probleme mit stellenweise brutaler Gewalt (Fafner Mime, Wotan) löst. Auf der anderen Seite die deutlich ältere hoch inteligente global sehende gefallene Bildungsbürgertochter Brünhilde,die ihre Konflikte mit Inteligenz löst, also ein Paar, das objektiv nicht zusammenpasst und trotzdem nicht von einander lassenkönnen

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.01.2014 13:54:56 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.01.2014 14:36:01 GMT+01:00
Besagte Szene ist natürlich nur aus dem Text kaum verständlich, eher ein Lacherfolg gewesen, schon zu Wagners Zeiten schwer nachvollziehbar, bei einem ansonsten Furchtlosen. Die Angst vor dem Sexus, die Siegfried erfasst, ist aus dem Gesamtkontext ableitbar, aber auch isoliert verständlich, denn die männlich verbalen Omnipotenzphantasten haben oft Angst vor dem Weiblichen, wenn es konkret wird, aber auch die Sozialisierung spielt eine Rolle. Die Angst des Pubertierenden vor der ersten sexuellen Begegnung? Will hier aber den vielen Interpretationen nichts Weiteres hinzufügen, zu komplex.

Siegfried als sängerische Rolle, mörderisch für jede Stimme, wenn man sich nur auf diese Rolle fixiert. Dazu schwer zu gestalten, selbst Windgassen, in seiner 1971 live Einspielung aus Bayreuth-CD- hat da Probleme. Hier aus dem rein gestemmten Deklamationsstil in eine halbwegs sängerische Gestaltung zu kommen, sehr schwierig.
Inszenatorisch, wie alle Wagner Opern, eine Summe von vielen Möglichkeiten. Die Wertung von optischen Umsetzungen hängt immer vom Wissenshintergrund der Rezensenten ab, bleibt aber letztlich auch Geschmacksache.

Veröffentlicht am 09.01.2014 17:22:59 GMT+01:00
Glücklicherweise gibt es heutzutage mehr gute Siegfried-sänger. Ich nenne nur Stig Andersen (singt diesen und nächsten Monat in Siegfried und Götterdämmerung in Amsterdam). Und natürlich der junge Österreicher Andreas Schager. Der hat eingesprungen im ersten Akt Siegfried im Berliner Staatsoper, da Lance Ryan zu spät kam. In Mailand hörte ich 27-06-2013 leider Ryan als (junge) Siegfried. Ich mag seine Stimme nicht. Er ist ein Schreier (nicht Peter natürlich, ha!) Aber vom Publikum wurde er geliebt. Zwei Tage später in Mailand in Götterdämmerung der herrliche und strahlende Stimme von Andreas Schager. Das Duett im Vorspiel von Götterdämmerung (zusammen mit Irene Theorin) habe ich seit Bayreuth 60-er Wieland-Jahren nicht mehr so schön gehört. Kaufmann habe ich noch nicht als Siegfried gehört, wohl als Siegmund. Auch Mati Turi (september 2011, Enschede, Niederlande) gefiel mir sehr wohl. Eine gute und auch strahlende Stimme.

Veröffentlicht am 09.01.2014 18:12:26 GMT+01:00
Wie ist es möglich dass Sie schon in Dezember eine Rezension dieser DVD machten, während die DVD erst den 13.Januar erscheint?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.01.2014 23:43:53 GMT+01:00
Weil diese DVD über JPC bereits früher ausgeliefert wurde. Es ist unterschiedlich, einmal liegt JPC, mal Amazon mit einer Veröffentlichung zeitlich vorne.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.01.2014 23:53:39 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.01.2014 00:19:36 GMT+01:00
Es ist leider so, dass sich heute die Tenöre in Wagner Rollen, die extrem schwer zu besetzten sind, sehr schnell stimmlich verschleißen, weil sie rund um die Welt im Dauerzustand eingesetzt sind. Hier gab es auch einen Rezensenten, der Stig Anderson offenbar an einem sehr schlechten Tag erwischt hat und nicht verstehen konnte, dass ich ihn gut bewertete. Es ist eben oft eine Frage der Tagesform und natürlich auch, ob man ein Timbre mag oder nicht.
Ich kann Ihre Kritik(Schreier) bei Ryan nachvollziehen, aber am Beginn seiner Wagner Karriere hatte er eine etwas lyrisch heldischere Note, mittlerweile stemmt er überwiegend, einfach Verschleiß durch Überbeanspruchung, Verlust der sängerischen Linie. Andreas Schager habe ich noch nicht gehört, werde mal recherchieren, danke.
Jonas Kaufmann gestaltet für mich (subjektiv) überragend, so könnte sich wagnerianischer Belcanto anhören. Er differenziert in seinen Rollen, in einer einzigartigen Gestaltung und Schattierung. Dazu fixiert er sich nicht nur auf Wagner Rollen. Seine Stimme bleibt flexibel und er singt seine Stimme nicht "fest", wie es bei Wagner schnell passiert. Seine Fähigkeit sehr unterschiedliche Partien zu singen, ist ohnehin einzigartig. Einen Sänger, der von der Spannbreite den Siegmund und den Werther in dieser Klasse singen konnte, ist mir nicht bekannt in der Operngeschichte. Dazu noch großartig den extrem schwierigen Bacchus in Ariadne auf Naxos, um nur mal einige Beispiele zu nennen. Aber es gibt eben auch Leute, die sein Timbre nicht mögen, wie sollte es anders sein. Den Siegfried ist er meines Wissens noch nicht angegangen und wird sich das auch gut überlegen, ob und wann er das tun sollte. Es gibt ja einige Tenöre, die den Siegmund sangen, aber den Siegfried mieden, um die Stimme nicht "festzusingen."
Es ist heute generell so, dass es relativ wenig Wagner Tenöre gibt, die eine Rolle wirklich sängerisch gestalten können, oft stehen sie diese eben nur durch.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.01.2014 10:20:31 GMT+01:00
verdiwagner meint:
Jonas Kaufmann ist mit Sicherheit ein brillianter Wagner Sänger. Von den zahlreichen Heldentenorpartien sind drei Pariten für seine Stimme bestens geeignet, der Siegmund der Rienzi und der Parsifal, sein voluminöser tiefer sehr zum Bariton neigender Tenor passt idela zu diesen Partien,tiefe sehr ins Baritonale neigende Tenorpartien, der Siegfried Siegfried passt vielleicht nicht so zu seinem cremigen Timbre, da preferiere ich für diesen ungehobelten Naturburschen, einen rauheren Tenor, wie Manfred Jung oder mein idealer Siegfried Siegfried mario del Monaco

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.01.2014 12:43:32 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.01.2014 12:45:32 GMT+01:00
Manfred Jung habe ich mehrfach live gesehen, eine recht farblose Stimme ohne Aura. Siegfried Jerusalem fand ich als Siegfried noch recht gut, er hatte allerdings immer mit der Länge der Partie zu kämpfen. Ob Kaufmann den Siegfried singen wird, ist eher fraglich. Von ihm wäre eine sängerische Gestaltung im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten der Rolle zu erwarten. Ich kenne Windgassen in dieser Rolle live 1971- aber auch da ist nicht alles Gold was glänzt, denn die Verklärung der Vergangenheit ist leider eine Tatsache. Im Vergleich zu vielen heutigen Sängern allerdings schon eine Klasse für sich, obwohl mir sein Timbre nicht besonders liegt. Meines Wissens hat del Monaco den Siegfried nie live auf der Bühne gesungen? Aber ich weis, was Sie meinen, hinsichtlich der heldisch robusten Attacke, die ja auch Max Lorenz hatte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.01.2014 18:35:56 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.01.2014 18:37:28 GMT+01:00
Der Wanderer meint:
Wann und wo hat denn Mario del Monaco den Siegfried gesungen? Das wäre ja eine echte Sensation! Andererseits hat er für seinen Otello ja auch viel Schelte einstecken müssen.
Zurück zum Siegfried: Lance Ryan ist ja nun bald der am häufigsten dokumentierte Siegfried aller Zeiten: Valencia, Frankfurt, in der Janowski-Götterdämmerung, Mailand und dann wird wohl noch Bayreuth kommen. Seine beste Leistung brachte er für mich unter Weigle, Tiefpunkt war die sommerliche Radioübertragung aus BT. Über die junge Anja Silja habe ich mal gehört, sie klänge wie eine Kindertrompete, daran muss ich bei Lance - jetzt hätt ich fast Amstrong geschrieben - immer denken.
Stig Anderson gebe ich eine neue Chance, er singt ja nach wie vor in Amsterdam, leider habe ich jetzt keine Zeit, dort hin zu fahren (ist glaube ich auch schon ausverkauft), so habe ich eben die CDs unter Haenchen gekauft. Wie schon gesagt:-) ging er vor Jahren in München ziemlich unter, aber natürlich machen Sänger Entwicklungen, oft leider nach unten.
Insgesamt hat es wohl zu keiner Zeit viele "Siegfriede" gegeben.
Im Sommer 2013 hörten wir Stephen Gould in München unter Nagano, das war eine einwandfreie Leistung, auch den oft geschmähten Stefan Vinke habe ich schon absolut überzeugend gehört. Andreas Schager sang vor einem Jahr in Meiningen einen überzeugenden Tristan, ist auf jeden Fall ein Hoffnungsträger. Und wenn es Jonas Kaufmann mal versuchen würde, da sind wir uns ja einig. Obwohl ich ihn mir noch besser als Tristan vorstellen könnte (natürlich mit Anja Harteros).
So - nun genug gesponnen, melde mich, wenn ich den Haenchen Ring gehört habe!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.01.2014 14:20:44 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.01.2014 14:37:18 GMT+01:00
Einen Siegfried von Mario del Monaco brachte Herr Neugrodda ins Spiel. Mir ist nur bekannt, dass er auszugsweise den Siegmund bei Konzerten, wie auch andere Partien, Lohengrin Gralserzählung, gesungen hat. Das ist natürlich nicht vergleichbar mit der Fähigkeit die gesamte Rolle auf der Bühne zu singen.
Wie bei allen Spitzensängern gab es auch für Mario del Monaco viel Kritik aus dem Lager der Stilisten. Sicher war er in Topform ein überragender Othello wie auch Jon Vickers, der live eine unheimliche "Röhre" hatte, aber eben auch von anderen abgelehnt wurde. Wenn man diese Art des brachialen Singens nicht mag, sind diese Sänger kein Thema. Von den Glorifizierern der Vergangenheit wird immer vergessen, dass es zu allen Zeiten auch heftigste Verrisse der heute kultisch verehrten Sänger gab. Wie immer, gab es die unterschiedlichsten Motive einen Sänger zu verreißen, von ehrlicher Meinung bis zu gezieltem, persönlichem Angriff. Zudem ist es immer die Frage, welche Tagesform ein Sänger gerade auf die Bühne brachte. Die ist eben sehr unterschiedlich, liegt einfach in der Natur der Sache und wenn jemand grundlegende Ahnung hat, wird er auch einen schwächeren Tag tolerieren können, immer noch die außergewöhnliche Stimme hören. Ich habe Gould schon sehr gut und auch recht mässig gehört. Ebenso Rene Kollo, der einen guten Tag in den Meistersingern hatte. Manfred Jung fand ich immer fade. Stefan Winke kenne ich aus die Tote Stadt, wo er doch reichlich nur noch brüllend rüber kam. Aber wie gesagt, ein Eindruck reicht keinesfalls. Auch Wolfgang Windgassen kann ich schätzen, obwohl mir sein etwas greinendes Timbre nach kurzer Zeit auf die Nerven geht. Ob der technischen Gesamtproblematik von DVD Einspielungen sind meine Wertungen der Sänger auch immer relativ, denn live ist live und nie durch die Konserve zu ersetzen, selbst abgehört über hochwertigste Anlagen nicht.
Ihr Eindruck vom Haenchen Ring interessiert mich sehr. Habe den ersten gesehen. Jetzt natürlich mit anderen Sängern.
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Ort: Düsseldorf

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