Kundenrezension

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was völlig anderes, aber unverkennbar CRADLE OF FILTH..., 11. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Nymphetamine (Audio CD)
Wieso kann man von CRADLE OF FILTH kein schlechtes Album erwarten? Diese Frage habe ich mir schon beim letzten Review gestellt und diese Frage kommt wohl immer wieder! CRADEL OF FILTH können kein schlechtes Album veröffentlichen, eher würden sie sich auflösen, das nehme ich zumindest mal an... Dabei ist "Nymphetamine" um einiges anders ausgefallen, wie so mancher wohl angenommen hat. Viele dachten bestimmt: Och wieder ein Riesen Orchester mit 200 Mann plus ein 50 köpfiger Chor... von wegen Banane, gerade hier hat man ohne Ende Abstriche gemacht und jedem Zweifler dennoch den Stinkefinger gezeigt.

Satyriasis

Ich denke, hier wird noch jeder denken: "Hach ja, typisches CRADLE OF FILTH-Intro", wobei man da nicht so falsch liegt, aber die wahre Überraschung folgt ja auch erst, hehehe.

Gilded Cunt (4:24min)

Halbwegs gewohnt klingt dagegen auch noch der eigentliche Opener "Gilded Cunt" (vergoldete Votze), der allerdings um einiges aggressver daher kommt als die meisten Songs der letzten Scheibe "Damnation and a Day". Hat was infernalisches, vor allem der Refrain - simple "Gilded Cunt". Aber schon hier dürfte man bemerken, dass die Briten wieder um einiges melodischer geworden sind, was sicherlich keiner erwartet hätte. Im übrigen ist der Song mit seinen 4:24 Minuten Spielzeit der kürzeste auf dem ganzen Album, mal von den beiden Intros abgesehen.

Nemesis (7:17)

Das nächste Stück "Nemesis" stellt mit seiner Spielzeit hingegen keine Ausnahme dar, da noch 3 weitere Tracks die 7 Minuten Marke überspringen. Das diese enorme Länge bei CRADLE OF FILTH jedoch nicht gleich mit Langeweile gleichzusetzen ist, wird wohl jeder Fan wissen. Im Gegenteil, den meistens bedeutet dies, dass man hier aufwändige Arrangements und vielseitige Atmosphären erwarten kann, was hier auch der Fall ist, da neben aggressiven, brachialen oder infernalischen Parts auch einige sehr geniale hypermelodische Elemente enthalten sind.

Gabrielle (5:28)

Spätestens bei diesem Stück erinnern mich CRADLE OF FILTH an ihre ältere Scheibe "Dusk and her Embrace" mit einer guten Prise "Bitter Suites to Succubi", da man hier doch sehr melancholische und verträumte Atmosphären aufbaut. Die Stimmung ist eher getragen und die Geschwindigkeit größtenteils doch mehr im langsameren Bereich. Ein lyrisch sehr romantisches Stück ("For Gabrielle, whose hair of spun onyx is run with gold, her rouge lips smack of dark blood, her name in whisper rolls, forever on my tongue, lest her memory dissolve...") mit jedoch überraschender Wendung ("Foul snake despair, where once you wreaked my misery, another toils there, for long lost Gabrielle, whose nightly spreading grin, persists in other faces, by whom i'm slowly taken in...").

Absinthe with Faust (5:14)

Ein wenig auf das letzte Album "Damnation and a Day" rückbesinnend klingt "Absinthe with Faust" eher moderner, wobei dies vor allem an dem leicht Gothic rockigen Touch liegen dürfte. Im Refrain erinnern mich die Briten sehr stark an die leider aufgelösten SEPTIC FLESH zu seligen "Esoptron" Zeiten - GENIAL!!! - was eine überirdische Atmosphäre erzeugt.

Nymphetamine Overdose (9:14)

Nun ist mit "Nymphetamine Overdose" auch schon das eigentliche Titelstück an der Reihe, nebenbei bemerkt auch der längste Track auf dem Album. Klar, dass hier viel Abwechslung geboten wird, wie ich es auch schon bei "Nemesis" beschrieben hatte.

Als mir Dave im Interview erzählte, dass Liv Kristine in diesem Song zu hören sein wird, war ich doch sehr skeptisch. Jedoch verschwand diese Skepsis komplett, als ich dieses Stück zum ersten Mal hörte, denn ihre Stimme passt einfach perfekt hier rein. Auf alle Fälle besser als Sara Jezebel Diva, die ja nicht eine so sanfte Stimme besitzt. Wirklich geniales Stück, das aber eben wegen diesem Gastauftritt live nicht so gut kommen würde, außer die jetzige Ehefrau von Alex Krull begleitet die Jungs auf ihrer nächsten Tour!

Dummerweise wurde der Videoclip, doch - auch aufgrund der enormen Länge - etwas anders zusammen geschnitten, so dass schnell die Vermutung auftreten könnte, dass CRADLE OF FILTH softer geworden sind und nun kommerzieller werden. Hiermit kann ich Entwarnung geben, da es sich hierbei nur um einen speziellen Edit handelt und die Endversion, sowie das komplette Album überhaupt doch deutlich anders klingen.

Painting Flowers White never suited my Palatte (1:56)

Erneut ein Intro - Ich glaube es wird wohl nie eine CRADLE OF FILTH Platte ohne ein Intro geben, aber dann wäre es wohl auch kein COF-Album. Erinnert wieder sehr stark an den "Hellraiser"-Soundtrack - also geil!!

Medusa and Hemlock (4:45)

Dieses Stück war der erste neue Song, den ich überhaupt von der "Nymphetamine"-Platte gehört habe, war dies doch der Opener auf der 6 Song Vorab-CD, die wir "Journalisten" (wenn ich mich als Hobby-Schreiberling dazu zählen darf) damals Ende Juli zugeschickt bekommen haben. Schon damals war ich sehr erstaunt und zugleich beruhigt, wobei dieser Song noch zur eingängigeren Sorte gehört und noch am ehesten mit den letzten Werken zu vergleichen ist, zumindest ist der Song nicht so sehr melodisch wie die restlichen auf "Nymphetamine"

Coffin Fodder (5:17)

Im Interview habe ich Dave unter anderem auch gefragt ob "Nymphetamine" auch das langsamste Album überhaupt sei, da mit "Gilded Cunt" nur ein Song enthalten war, der einen schnelleren Blast Part enthielt. Hätte ich damals schon songs wie "Coffin Fodder" oder "Mother of Abominations" gehört, hätte ich dem Briten sicherlich nicht so eine blöde Frage gestellt. Und obwohl dieser Track sehr aggressiv und schnell ist, bleiben die melodischen Elemente dennoch größtenteils vorhanden

English Fire (4:47)

Und da haben wir ihn, den besten Song des Albums. Bereits auf der Vorab-CD wurde größtenteils dieser Song hoch und runter genudelt, ist er auch zugleich der bisher außergewöhnlichste Song von CRADLE OF FILTH überhaupt, da er sehr romantisch und gefühlvoll ausgefallen ist, mit einer gesunden Prise Melancholie. Da blutet doch auf eine schöne Art und Weise das Herz. Die Streicher erinnern mich witzigerweise an ein Soloprojekt von mir, dass ich vor 4 Jahren mal hatte, weswegen die mir auch besonders gefallen, da sie zu 100% meinem Geschmack entsprechen. Die Gitarren im Mittelteil erinnern hingegen sehr stark an ANATHEMA zu ihren besten Zeiten, nämlich der "Serenades"-Ära! Genial, ach was sag ich: PERFEKT!!!

Filthy little Secret (6:15)

Sehr rotzig ist "Filthy little Secret" ausgefallen, auch wenn wieder einige typische englische Doom Melodien drin vorkommen und im Mittelteil IRON MAIDEN Tribut gezollt wird. Zum ersten Mal schaffen es die Jungs übrigens ein Solo zu spielen, das mir gefällt, da dies mich bei "Midian" damals hinderte die Höchstpunktzahl zu geben, da das einzige Solo damals komplett furchtbar klang!

Swansong for a Raven (7:08)

Irgendwie klingt der Song am Anfang wie eine eigene Version von IRON MAIDENs "Hallowed be thy Name", nur wesentlich schneller. Dieses Stück gehört zusammen mit "English Fire", "Nemesis", "Gilded Cunt" und "Nymphetamine Overdose" zu meinen absoluten Lieblingstracks auf dieser Scheibe. Ebenfalls ein sehr abwechslungsreiches Stück (Überlänge!), überwiegt hier auf alle Fälle der melodische Anteil, wobei im Mittelstück erneut die genialen melancholischen Gitarren ala alte ANATHEMA zum Tragen kommen. Thematisch stellt dies quasi der zweite Teil zu "Her Ghost in the Fog" dar, wo der Vergewaltiger und Mörder aus dem ersten nun sein gerichtet wird.

Im übrigen konnte man hier keinen Geringeren als Doug Bradley (aka Pinhead aus den "Hellraiser"-Filmen) als Gastredner gewinnen.

Mother of Abominations (7:22)

Auf der offiziellen Homepage werden hier Vergleiche zu EMPERORs "In the Nighttime Eclipse"-Album sowie einigen Thrash Anleihen verglichen, wobei dies eigentlich sehr gut den Nagel auf den Kopf trifft, wobei die Extra Melodischen Anteile noch dazu addiert werden müssen. Ein sehr aggressives Stück, mit infernalischen Streicherelementen, die auch bei einem "Hellraiser" Soundtrack enthalten sein könnten und einem sehr außergewöhnlichen Schluss.

Fazit: Statt das man dem symphonischen Anteil noch eines draufgesetzt hat ist man einen komplett anderen Weg gegangen und zeigt sich nun deutlich Gitarren orientierter denn je zuvor. Fragt sich nur - mit einem kleinen Augenzwinkern - ob DIMMU BORGIR auf ihrer nächsten Scheibe, auch auf die Symphonie-Bremse treten werden, hehehe. Ansonsten haben CRADLE OF FILTH wieder einmal ein genial Album abgeliefert, dass absolut keine Schwachstellen vorweisen kann. Hut ab! Zudem ist es ihnen erneut gelungen Innovation und Fortschritt mit Bewährtem zu vereinen und beweisen, dass sie weiterhin ihr Ding durchziehen, ohne sich dabei irgendjemandem außer den eigenen Interessen unterordnen. Da darf man erneut auf das nächste Konzert warten.
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