Kundenrezension

4 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein überbewertetes Buch mit üblen Nebenwirkungen, 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Design Patterns. Elements of Reusable Object-Oriented Software. (Gebundene Ausgabe)
"In other words, it seems that fanatical advocates of the New Programming are going overboard in their strict enforcement of morality and purity in programs"
(D.E.Knuth: Structured Programming with go to Statements).

Donald Knuth nannte seine fundamentalen Werke nicht umsonst "The Art of Computer Programming". Es gibt auch in der Kunst grundlegende handwerkliche Techniken. Hier wird aber der Versuch gemacht die Kunst auf eine Ansammlung von Legobausteinen zu reduzieren. Wie bereits von anderen Reviewern kritisiert, gibt es im Buch kein längeres zusammenhängendes Beispiel. Das ist kein Zufall oder eine Auslassung. Man bekommt mit diesen Legobausteinen keine schöne Hütte zusammen.
Mir ist schon öfters Kode untergekommen bei dem ich mich gefragt habe: Warum ist das mit der Kirche ums Kreuz programmiert? Man kommt dann - auch auf Grund der Namensgebung - drauf: Der Autor ist den Designpattern sklavisch gefolgt. Da reiht sich wie in einer Matroschka Fassade auf Fassade und irgendwann in einer kleinen Ecke wird dann wirklich was gemacht. Das Wirthsche Gesetz: "Software wird schneller langsamer, als die Hardware schneller wird" zehrt ganz wesentlich von diesem Pattern-Fetischismus. Das Java-EE Monster ist ein klassisches Beispiel für Patterns in Action. Effizientes Programmieren kommt in der Pattern Welt gar nicht vor.
Das Buch legte auch den Grundstein für eine ganze Pattern-Industrie. Gescheiterte Programmierer leben davon anstatt konkreter und eleganter Lösungen allgemeine Ratschläge zu verkaufen. Letztendlich ist das ein Pseudoreligiöses Business ganz ähnlich der evangelikalen Sekten.

Es gibt allerdings auch Vorzüge. Wenn man auf die Pattern-Terminologie stösst, weiss man, was der Programmierer im Schilde geführt hat. Man weiss auch, dass man den Kode so schnell wie möglich wegwerfen und neu schreiben sollte. Außerdem weiß man, dass man sich ein Buch mit dem Schlagwort "Pattern" nicht zu kaufen braucht. Das ist die Dialektik der Pattern-Aufklärung. Sie bilden ein Antipattern um das man so gut wie möglich einen Bogen macht. In diesem Sinn ist das Buch auch wieder nützlich.
Das ist kein Plädoyer für "anything goes" sondern für selbständiges Nachdenken wie man ein Problem am besten löst.

Wer wirklich an grundlegenden Techniken des Programmierens interessiert ist sollte
Douglas Comer: Operating System Design, The Xinu Approach
lesen. Comer demonstriert an einem komplexen Problem wie man Software strukturiert. Er zeigt, dass die grundlegenden Probleme inhaltlicher Natur sind und nicht auf einzelne Programmiertricks reduziert werden können. Das Wort "Pattern" ist mir im Comer Buch nicht untergekommen. Der Pattern-Gläubige erwartet allerdings einfache Botschaften und Lösungen. Dafür ist das Comer Buch wieder nicht geeignet.

P.S.: Das Knuth-Zitat bezieht sich nicht auf die Viererbande. Aber es passt zu allen Versuchen Programmieren in ein Prokrustes Bett zu stecken.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.07.2014 23:05:51 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.07.2014 23:09:49 GMT+02:00
In Bezug auf Patterns ist das eine der schwachsinnigsten Rezessionen die ich jemals gelesen habe!
Architektur- und Entwurfsmuster sind genial dazu geeignet Software Architektur und Entwurf auf einem sehr abstrakten Niveau diskutieren und planen zu können! Unter der Voraussetzung das man Patterns mit Legobausteinen vergleichen und das Sie gleichzeitig in der Lage wären klügere Lösungen zu generieren, hätten Sie absolute Probleme diese mit anderen zu kommunizieren! Selbst die GoF hat diese 23 Muster nicht selbst entwickelt, sondern von legendären Software Gurus zusammengetragen! Schreiben Sie doch mal ein Buch über Ihre Methodik, dann werde Sie verstehen warum ich Ihre Rezession so absolut (Dieses Wort will ich hier nicht schreiben) finde! Es gibt zwar auch Antipatterns und bedingt durch den Trend zur funktionalen Programmierung auch neue Patterns, aber was Sie hier allgemein über Patterns vom Stapel lassen halte ich wie oben schon geschrieben für Schwachsinn!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.07.2014 11:19:46 GMT+02:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.07.2014 19:34:06 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.07.2014 11:56:35 GMT+02:00
Wie schon geschrieben finde ich ihre Rezession zu diesem absoluten Klassiker lächerlich! Was sie sonst noch so treiben interessiert mich rezessionsbedingt nicht die Bohne!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.07.2014 19:45:30 GMT+02:00
Es gibt nicht viel auf dieser Welt
Woran man sich halten kann
Manche sagen die Liebe
Vielleicht ist da was dran

Und es bleibt ja immer noch Gott
Wenn man sonst niemand hat
And're glauben an gar nichts
Das Leben hat sie hart gemacht

Für kleine Programmiergeister gibts die Gang of Four
an die man sich halten kann. Und manche hat das Programmierleben hart gemacht. Die wissen, dass es kein Silver Bullet gibt.

Veröffentlicht am 23.01.2015 10:18:19 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.01.2015 10:26:41 GMT+01:00
MS2009 meint:
Als Koautor von Pattern-oriented Software Architecture muss ich energisch widersprechen. Ich vermute, Sie haben die Essenz von Patterns nicht verstanden. Pattern sind bewährte Lösungen für häufig auftretende Probleme. Sie sind Blaupausen, aber keine Implementierungen. Algorithmen lösen Berechnungsprobleme, Muster Designprobleme, weshalb beides komplementär ist. Das auf Legobausteine reduzieren zu wollen, ist der berühmte Vergleich von Äpfeln und Birnen.
In verschiedenen empirischen Studien wurde gezeigt, dass mittels Patterns eine Problemlösung leichter ist als ohne. Dazu wurden zwei Vergleichsgruppen mit der Lösung eines Problems konfrontiert. Eine Gruppe durfte Patterns verwenden, die andere nicht. In jedem Experiment waren die Gruppen mit Patternnutzung schneller und deren Architektur verständlicher und wartbarer. Die statistische Fehlerrate des Experiments ist quasi 0. Ohne Nutzung von Patterns schreiben Entwickler ihre eigenen Lösungen für dasselbe Problem. Versuchen Sie einmal eine solche Architektur/Implementierung zu verstehen. In jeder großeren Anwendung wie Middleware, Betriebssystemen, Treibern, Grafiksoftware, ... stecken heute Patterns, wie auch in SDKs und Bibliotheken. In Eclipse zum Beispiel vermehrt, denn Erich Gamma hat neben diesem Buch auch Eclipse mit entworfen. Für nichtfunktionale Eigenschaften heißen die Lösungsansätze Designtaktiken und sind meistens Patterns - es gibt im Übrigen mehr Patterns als die im Buch gezeigten. Beispiele: Voting-Patterns für Fehlertoleranz, Lazy Evaluation für Websuchen, Object Group für Verfügbarkeit.
Bei einer Feststellung muss ich der Rezension aber Recht geben. Viele Entwickler nehmen einfach den Code aus dem Buch und entwickeln daraus ihre eigene Spezialisierung. Das ist allerdings grob fahrlässig, denn ein Pattern-Beispiel ist immer auf einen Anwendungsfall ausgerichtet. Wie gesagt, Patterns sind Blaupausen. Beispiel: State-Pattern. Die im Buch gezielte Implementierung wäre für embedded real-time Systeme unbrauchbar. Es gibt allerdings mehrere Varianten von State: States als Objekte, oder Tabelleneinträge oder Methoden, ....
Zudem kommen fast alle Patternbuchautoren aus der Praxis, haben Plattformen oder Frameworks entwickelt, und dabei gemerkt, dass einige Problemlösungen immer wieder auftreten. Hier von Pseudoreligiösem Business zu reden, ist daher ein glattes Eigentor, und wird meistens von denen in den Ring geworfen, die mit Architektur und Design nichts zu tun haben.
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