Kundenrezension

130 von 138 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniale Werkzeugkiste für Autoren, 26. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben - Handbuch für Autoren, Journalisten, Texter (Gebundene Ausgabe)
Roy Peter Clark ist Vizedirektor einer der renommiertesten Journalistenschulen der Welt, dem Poynter Institut in St. Petersburg, Florida. Er will keine Schreibregeln lehren, er will dem Leser Werkzeuge an die Hand geben, Werkzeuge, die es ihm erlauben, besser, packender, spannender zu schreiben. Fünfzig Werkzeuge stellt er uns vor, beginnt mit dem allereinfachsten, der Reihenfolge von Subjekt, Prädikat und Nebensächlichem und hütet sich, zu sagen: Tu dies, vermeide jenes. Natürlich sagt auch er, dass aktiv schreiben gut ist - aber nicht immer. Denn manchmal muss man passiv schreiben, was nicht inaktiv heißt.

Wer die unzähligen Schreibratgeber kennt, die ihren Lesern einen bestimmten Schreibstil einbläuen wollen, der weiß Clarks Buch zu schätzen. Clark sagt nicht, wie wir schreiben sollen, sondern welche Folgen die einzelnen Arten haben. Passivkonstruktionen wirken anders als aktives Schreiben, ist deswegen meist nicht so angebracht, hat aber dennoch seinen Platz und ist bei bestimmten Problemen das Werkzeug der Wahl.

Doch das Buch beschränkt sich nicht auf Werkzeuge des Stils, auch nicht auf journalistisches Schreiben. Wie findet man konkrete Bilder, wann sind abstrakte Gedanken dann doch angesagt, wie plant man, wann ist Zurückhaltung angebracht, wann Übertreibung?

Jedes dieser Werkzeuge wird kurz dargestellt, jedes mit Beispielen und so anschaulich, dass oft schon die Beispiele klarstellen, was Clark meint. Im Kapitel "Kürzen" stellt er sogar das Kapitel in der Erstfassung vor und zeigt uns, wie Kürzen funktioniert - und dass auch Profis in der ersten Fassung langatmig schreiben.

Was mancher schon vermutet hat, aber nie erklären konnte, begründet er kurz, knapp und sorgt so für reichlich Aha-Effekte.

Einziges Manko: Die Kapitel sind so kurz und so klar formuliert, das Ganze so überzeugend formuliert, dass die Gefahr besteht, dass man es einfach herunterliest. Weswegen ich nur empfehlen kann, die Übungen am Ende jedes Kapitels nicht zu überspringen.

Jedenfalls ist es ein Buch, das neben Elisabeth Georges Wort für Wort - oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben und Sol Steins Über das Schreiben auf jedes Bücherbord eines Autors gehört. Eigentlich auf das Bücherbord eines jeden Menschen, der schreibt.

(C) Hans Peter Roentgen
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.03.2011 15:03:00 GMT+01:00
Eine sehr gute Rezension, die den Punkt trifft. Roy hält sich zu großen Teilen an seine eigenen Empfehlungen und ist dabei nicht ganz so rabiat, wie es ein James N. Frey in seinen Formulierungen zuweilen ist. Sehr gut gefallen hat mir der flüssige Schreibstil trotz vieler eingewobener Beispiele und die richtige Prise Humor Roys. So gibt Roy den Hinweis: Streichen Sie nichtssagende Adverbien! Und erinnert an J.K. Rowling, deren Prosa nur so vor diesen trieft, um zu resümieren: Wenn Sie nicht reicher als die Queen werden wollen und so wie ich bescheidener leben können, meiden sie nichtssagende Adverbien. In diesen Passagen merkt man, dass es keinen Königsweg gibt und nicht alles, was nicht perfekt ist, schlecht sein muss.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.04.2013 16:56:31 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.04.2013 17:05:52 GMT+02:00
Sachlich meint:
Ich hätte gerne Ratgeber, die mir sagen UND BEGRÜNDEN, warum ich bestimmte Dinge tun und bestimmte Dinge lassen sollte. Wozu Ratgeber, wenn der Königsweg nicht wenigstens gesucht wird? Wozu die große Angst, belehrt zu werden? Ich weiß, ich habe es nötig. Und alle anderen auch. Besser ein messbar falscher Ratgeber, an dem ich mich ausrichten kann, als ein in Allgemeinplätzen watender. Dass mäßig formulierte Geschichten großen Erfolg haben, sollte zu denken geben. Vielleicht ist ein mäßig formulierter spannender Inhalt der hervorragend ausgedrückten Langeweile überlegen. Erst muss der Inhalt stimmen, dann kommt der Stil.

So nebenbei: Frey schrieb keine Stilratgeber.
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H. P. Roentgen
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