Kundenrezension

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Wortmalerei ueber eine Geisha in Japan, 27. August 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Geisha (Gebundene Ausgabe)
Arthur Golden ist es mit seinem Buch ‚Die Geisha' gelungen, den Leser in eine faszinierende Welt zu entführen, die dem Bewohner der westlichen Welt gänzlich fremd und verschlossen ist, aber deswegen umso mehr mitreisst. Golden malt auf mehr als 500 spannenden Seiten ein detailgenaues Bild der Welt einer Geisha über den Zeitraum von den 1930ger Jahren bis nach dem zweiten Weltkrieg. Er zeigt auf, dass eine Geisha weniger die Angestellte eines Bordells als vielmehr eine Unterhaltungskünstlerin ist, die in jahrelanger Ausbildung zugleich singen, tanzen, musizieren, Teezeremonie zubereiten, anmutig sein, mal geistreiche, mal lustige Konversationen in exquisiter Kleidung und Umgebung zur Unterhaltung von bezahlenden Herren lernt. Arthur Golden geht dabei auf Feinheiten und Details des Geishalebens, -lernens und -leidens ein, so dass der Leser meint, in die Handlung integriert zu sein. Dabei benutzt er Wortmalereien und Metaphern um uns die Kultur Japans mit ihrem strengen Verhaltenskodex und den zahlreichen informellen und impliziten Handlungsweisen nahe zu bringen. So beschreibt er ein altes, windschiefes Haus als ‚beschwipstes Haus' oder nennt einen Kunden mit schuppendem Haar ‚Herrn Schneegeriesel'.
Im Mittelpunkt des Romans steht die Entwicklung sowie der Lehr- und Leidensweg und spätere Erfolg des einfachen Mädchens Chiyo zur begehrten Geisha Sayuri in Kyotos Geishaviertel Gion. Die naive und unwissende Chiyo wird nach dem Tod ihrer Mutter aus einem Fischerdorf in ein Geishahaus nach Kyoto verkauft, wo sie unter lauter Frauen zunächst als Dienerin arbeitet und dann ihre Lehre als Geisha beginnt. Chiyo, mittellos und hochverschuldet wird von der aktuellen Stargeisha des Hauses, Hatsumomo, gedemütigt und qequält und schliesst mit ihrer Leidensgenossin ‚Kürbisköpfchen' zunächst Freundschaft, bevor diese ihre grosse Rivalin wird. Mit Hilfe der grossen Geisha Mameha wird Chiyo in die Feinheiten des Geishalebens eingeführt und beginnt zugleich einen Kampf ums nackte Überleben, in dem sie nur als strahlende Siegerin oder verachtete Verlierein hervorgehen kann. Sie lernt, Verehrer zu betören und gegeneinander auszuspielen, sich einen Ruf aufzubauen und sich im harten Wettbewerb unter den Geishas zu behaupten. Chiyo entfaltet sich so zu einer der begehrtesten Geishas Japans, bis der zweite Weltkrieg die scheinbare Idylle und abgeschlossene Welt der Geishas in Kyoto beendet.
Die Geschichte Chiyos ist so unglaublich spannend und zugleich informativ geschrieben, dass jede Seite süchtig nach mehr macht. Einmal begonnen möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen - und das nicht nur einmal, sondern immer wieder. Denn viele Feinheiten des Buchs erschliessen sich dem Leser erst nach mehrmaligem Lesen bis ins Detail. Zugleich wird deutlich, wie genau Arthur Golden für sein Buch recherchiert hat und wie viel Wissen er sich für die Geschichte durch das Studium der Geschichte Japans und mehrjährige Japanaufenthalte angeeignet hat. Man mag kaum glauben, dass die Geschichte erfunden ist und nicht den tatsächlichen Aufzeichnungen einer lebenden Geisha folgt.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.06.2009 14:06:37 GMT+02:00
Templer meint:
Golden hat definitiv nicht die japanische Kultur beschrieben - mag sein das er dies besser weiß, das Buch bleibt eine reine Frechheit. Geishas sind keine Prostituierten

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.01.2013 08:44:38 GMT+01:00
Matoaka meint:
Hat Templer das Buch denn gelesen? Darin werden Geishas keinesfalls als Prostituierte dargestellt! Wieso wird dem Buch das immer wieder unterstellt?

Veröffentlicht am 10.11.2013 22:56:43 GMT+01:00
Ich lese das Buch gerade und kann der Rezension nur zustimmen. Man merkt kaum, dass es von einem Amerikaner geschrieben wurde, bzw. man merkt, dass der Mann Japanologie studiert und im Land gelebt hat. Aber ein Lapsus ist ihm doch unterlaufen, die Jungfräulichkeit wird anscheinend nicht versteigert; das hat eine andere ehemalige Geisha in einem Buch ("Die wahre Geschichte der Geisha") klargestellt.

Veröffentlicht am 11.11.2013 09:15:07 GMT+01:00
Matoaka meint:
@ Häschen in der Grube:
Die Diskussion, ob nun die Jungfräulichkeit verkauft wurde oder nicht, wird kontrovers geführt. Ich habe nicht Japanologie studiert und kenne mich zu wenig aus, allerdings muss ich darauf hinweisen, dass Mineko Iwasakis "die wahre Geschichte einer Geisha" auch nicht unbedingt die reine Wahrheit ist! Wieso wird sie immer wieder gegen Golden ins Feld geführt? Wieso nimmt man einfach unkritisch ihre Aussagen als die reine Wahrheit auf? Was sie behauptet ist IHRE Version, IHRE Geschichte. Und sie verwendet sehr viel Energie darauf, das Bild der Geisha zu verschönigen. Sie hat bestimmt IHRE Gründe dafür - schliesslich geht es dabei um SIE und IHR Ansehen als Frau Mineko Iwasaki. Ich denke, um Golden "Ausrutscher" zu unterstellen, müssten andere Beweise her als eine ehemalige Geisha, die sich in ein gutes Licht stellen will.
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