Kundenrezension

91 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Musik, enttäuschende Präsentation, 12. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: A Curious Thing (Limited Deluxe Edition) (Audio CD)
Zur Musik an sich muss eigentlich nicht viel gesagt werden - ich habe die Hörproben und Promo-Videos angehört und gleich bestellt. Nun ist die CD gerade angekommen, und ich weiß schon jetzt dass ich diese CD in der näheren Zukunft viel spielen werde. Die neuen Songs sind genauso eingängig wie die bekannten, mit vielleicht einem Hauch mehr Individualität der einzelnen Songs, und dem schon angekündigten deutlich rockigeren Sound. Es bleiben aber die MacDonald-typischen eingängigen Melodien und der Folk-Rock-Character, und auch Balladen im Stile von "Footballer's Wife" lassen sich finden. Insbesondere der sehr kontemplative Song "My Only One" fällt hier auf. Auch der schöne Closer "What Happiness Means To Me" lädt zum schwelgen ein; der Hidden Track, "Dancing In The Dark", eine herrliche live aufgenommene, akustisch vorgetragene Folk-Ballade, die nur von Amy's Gesang mit unaufdringlicher Gitarrenbegleitung lebt, ist wohl das heimliche Juwel der CD.

Das andere Ende der Skala ist "Give It All Up", das sehr poppig daherkommt; immernoch ein sehr eingängiger Song, der aber zumindest beim ersten Hören nicht die gewohnte Tiefe aufweist. Amy's Gesang ist wie immer über jeden Zweifel erhaben, aber die Begleitung "dudelt" ein wenig. Wahrscheinlich der schwächste Song des Albums, trotzdem kein Song zum weiterdrücken.

Ähnlich flott, aber mit melancholischen Untertönen kommt "This Pretty Face" daher, ein Song über die Vergeblichkeit des schönen Scheins, der wieder sehr folkig klingt und durch eine breite Palette an Instrumenten wie dem typisch folkig gespielten Klavier und dem gezupften Saiteninstrument (Mandoline?) sowie Streichern, elektrischer und (natürlich) akustischer Gitarre, die wie die komplexen Muster eines Perserteppichs aber gleichzeitig verspielt ineinander gewoben sind, in keinem Moment langweilig wird.

Der Opener, "Don't Tell Me That It's Over", dürfte hinlänglich bekannt sein. Der sehr rockige Song mit einem gekonnten Wechselspiel von treibenden Rhythmen und ätherischen Gitarrenklängen, immer in perfekter Harmonie mit dem Gesang, vermag vom ersten Moment an zu überzeugen. Genauso rockig geht es in "Spark" weiter zur Sache, das trotz des enormen Ohrwurm-Potentials auf dem überragenden Album kaum auffällt. "No Roots" beginnt, ähnlich wie "Let's Start A Band" eher ruhig und entwickelt sich über das erste Drittel zu einem rockigen Song über das Suchen nach dem "Sinn des Lebens". Er hat meines Erachtens nicht ganz das musikalische Kaliber des Pendants vom vorigen Album, der allerdings auch mein Lieblingssong des Erstlingswerks ist.

Die neue CD ist also auf jeden fall einen Kauf wert; was aber ist mit der Live-CD, die die Hauptbeigabe dieser Deluxe Edition darstellt? Die alten Songs sind ja jedem Amy MacDonald-Fan hinreichend bekannt, und auch nicht eingefleischte Fans dürften zumindest einige der Tracks kennen. Lohnt sich also der Kauf der Live-Version? Um die Sache abzukürzen: ja. Die Live-Performance sprüht geradezu vor Energie, und die etwas rockigere Interpretation der bekannten Songs reißt noch mehr mit als die bekannten Albumversionen; die Coverversionen von The Killers' "Mr. Brightside", Oasis' "Rock'n'Roll Star", The Pogues' "Fairytale of New York" und Dougie MacLeans "Caledonia" sind auf jeden Fall die paar Euro extra Wert, auch wenn der männliche Lead auf "Fairytale of New York" (Bassist Jamie Sefton?) bei weitem nicht mit Amy mithalten kann. Die Bonus-CD schließt mit einer besonders virtuos und furios vorgetragenen Darbietung von "Barrowland Ballroom", das ja nach dem Ort des Konzertes benannt ist. Spitze.

Und so bleibt bei dem tollen Album ein kleiner Wermutstropfen: die Präsentation ist schlicht und einfach der CD nicht würdig. In einem billigen Pappschuber ausgeliefert, mit einem etwas lieblos designtem Booklet, dass Songtexte und Credits enthält, und einem sehr lieblosen Back Cover, wirkt die Verpackung wie eine Verhöhnung des Kunden. Nicht nur dass die Pappverpackung im Vergleich zu einem hochwertigen Jewelcase billig wirkt, es ist auch schnell hinüber und dann nicht angemessen zu ersetzen: bricht ein Jewel-Case, kauft man eben ein neues und überträgt die Cover; reißt ein Pappschuber, dann war's das. Und dank der fummeligen CD-Entnahme passiert das leider sehr schnell. Da kauft man noch die CDs, ist so ehrlich, spart nicht einmal die paar Euro für die Tonqualitativ schlechtere Download-Version, im Gegenteil, legt sogar noch mehr Geld für die "Limited Deluxe Edition" auf den Tisch, und dann sowas. Da soll sich noch einer wundern, dass CD-Verkäufe immer weiter zurückgehen, wenn selbst die Leute, die CDs noch wegen des schönen Beiwerks kaufen, so herb enttäuscht werden. Für meinen Teil werde ich in dem Moment, wo es eine Online-Distribution in CD-Qualität gibt (z.B. im FLAC-Format), dieses traurige Schauspiel hinter mir lassen.

Dennoch gibt es fünf Sterne für das Album, da ich für diese Schmuddelverpackung das großartige Album nicht abwerten möchte.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.04.2010 12:10:27 GMT+02:00
Joerg Mueller meint:
Was die Verpackungen angeht, muss ich Dir vollkommen Recht geben.
Ich beobachte diesesn Trend auch mit Sorge und Verärgerung.
Die Pappcover sind zwa schön anzusehen (wenn sie neu sind) aber sie bieten ansonsten nur Nachteile.
Sie passen nicht richtig in die CD-Halterungen im Auto (verhaken sich ständig) und nach häufigem Gebrauch sehen sie nur noch scheusslich aus.
Hinzu kommt, dass die CDs bei einigen Produktionen auch noch aus einer engen Pappumhüllung herausziehen muss (ja, da spart man sich dann auch noch Clip) und mit jedem Mal mehr verschrammt.
So teuer können die Jewel-Boxen doch in der Herstellung nicht sein, wenn man sie als Endkonsument schon für ein paar Cent kaufen kann.
Ist es ein vermeintlicher Ökotouch der bei einer gewissen Käuferschicht gut ankommen soll oder ist es die Raffgier der Plattenindustrie da eine Papphülle einfacher und billiger herzustellen ist?

Veröffentlicht am 16.11.2010 13:16:49 GMT+01:00
Moin !

Zunächst mal: Schöne Rezension, danke !
Was die Pappcover angeht, da bin ich etwas ambivalent.
Einerseits sind Jewel Cases natürlich tausendmal praktischer und einfach zu ersetzen, andererseits hat natürlich der Plastikwahnsinn inzwischen längst Ausmaße angenommen, die nicht mehr hinnehmbar sind.

Guckt Euch z.B. mal den Film "Plastic Planet" an, den gibt es jetzt auch hier bei Amazon.

Am besten wäre ein Riesendatenspeicher mit CD-Laufwerk, in den man die gekauften Scheiben einliest ( ohne Qualitätsverlust ! ), und dann die CD in den Schrank stellen kann, ohne sie erneut in einen Player legen zu müssen.
Das Gerät müsste dann noch einen kleinen Bildschirm haben, wo die Cover angezeigt werden, oder Playlists auswählbar sind, Zufallswiedergabe etc.
Das wäre klasse.
Dann könnten auch alle CDs / DVDs etc. im Pappcover rauskommen, man würde sie ja ohnehin nicht stark beanpruchen.

Übrigens: Ist noch gar nicht lange her, da wurden alle Tonträger nur in Pappcovern verkauft - erinnnert sich noch jemand an LPs ? :o)
Mal ehrlich: Muss denn heute ALLES in Plastik gepackt, gewickelt, geblistert sein ?
Muss wirklich jedes Buch, jede CD/DVD/Blu-ray einzeln in Folie verschweisst sein ?
Warum ?
Stellt Euch mal in den Supermarkt und sucht im Regal etwas, was keinerlei Plastik beinhaltet bei Inhalt und Verpackung - viel Glück...

Was also die Pappcover bei CDs angeht, so finde ich das gründsätzlich nicht schlimm, allerdings sollten sie so gestaltet sein, daß man die CDs nicht aus einer engen Papptasche zerren muss, wobei sie verkratzt, es gibt ja auch kleine ( Filz- ? ) Klebepunkte, wo man CDs raufdrücken kann, die passen genau ins Mittelloch.
Die könnten in den Pappcovern angebracht die CD halten, die Entnahme wäre dann genauso einfach wie bei Jewel Cases.
Oder man beschichtet die CDs einfach genauso wie Blu-ray Discs, die sind ja viel unempfindlicher gegen Kratzer.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.03.2011 13:41:47 GMT+01:00
Es muss ja gar nicht Plastik sein - Pappe kann man auch sehr wertig verarbeiten, so dass eine Beschädigung der Hülle wesentlich unwahrscheinlicher ist, die Entnahme der CD problemlos von Statten geht und die Verpackung auch optisch ansprechend wirkt. Es gibt da auch ein paar wenige positive Beispiele. Leider sind sie aber viel zu selten. Sicher sind auch andere Verpackungsmöglichkeiten denkbar, und wie oben beschrieben könnte man auch ganz auf die Distribution auf physikalischen Medien verzichten, wenn denn nur die Qualität brauchbar wäre. Dann kann man sich auch das Plastik für die CDs sparen.

Das erwähnte Gerät mit Riesendatenspeicher und CD-Laufwerk, in die man die CDs ohne Qualitätsverlust einlesen kann, gibt es ja schon - den PC. Ich lese meine CDs auch alle nach dem Kauf als FLAC ein und verwende die Originalmedien im Grunde nur, wenn ich sie irgendwo abspielen will, wo das nur per CD geht. Warum also die CDs überhaupt kaufen? Wie gesagt, primär weil die Qualität der angebotenen Downloads trotz leichter Verbesserung immer noch furchtbar ist (wenige Sites bieten Musik in Lossless-Formaten an, und dann auch oft nicht im freien FLAC-Format) und sekundär wegen des erwähnten schmückenden Beiwerks. Fiele der erstere Grund weg, könnte ich auf zweiteres locker verzichten.
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