Kundenrezension

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schritt zurück nach vorn, 16. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Tao of the Dead (Ltd.Edt.) (Audio CD)
TRAIL OF DEAD bestehen im Kern nur noch aus Conrad Keely und Jason Reece, den Gründern. Der von der Urbesetzung bis zuletzt dabei gebliebene Kevin Allen, der bei Konzerten meist in sich gekehrt und hochkonzentriert Fluppe rauchend Gitarre spielte, ist nicht mehr dabei (Schade, aber was soll's?). Mit 2 weiteren Musikern neben Keely und Reece sind TRAIL OF DEAD jetzt aber wieder ein Quartett. Wie früher. Ist "Tao Of The Dead" deswegen sowas wie ein Neuanfang? Ein kleines bisschen vielleicht, auch wenn einem Conrad Keelys Zeichenstil schon so vetraut vorkommt wie bestimmte Akkordfolgen, auf die er immer wieder (auch hier) zurückgreift. Selten war ein TRAIL OF DEAD-Cover so opulent war wie bei dieser Special Edition: Digi-Buch mit ausführlichem Auszug aus Keelys graphic novel "Strange News From Another Planet" (bei der er sich augenscheinlich von Star Wars und Tad Williams' "Otherland" inspirieren ließ), einer ebenfalls von ihm verfaßten Kurzgeschichte, sogar einem pop-up und einer 2. CD mit "stand alone versions" der Songs der 1. CD. Um die Konzepthaftigkeit von "Tao Of The Dead" zu unterstreichen, gehen nämlich auf dem eigentlichen Werk alle Songs ineinander über. Nur das ebenfalls "Strange News From Another Planet" betitelte, über eine Viertelstunde lange Prog-Rock-Monster am Ende der ersten CD hat einen eigenen Start-ID. Ich finde das gut, denn so hat man wenigstens die Option, Songs einzeln anzuwählen und nicht immer herumzuspulen; bei allem Respekt für künstlerische Intentionen, die bei TRAIL OF DEAD allerdings auch immer schon eine gewisse hübsch anzuschauende Aufgeplustertheit hatten. Von der ich mich freilich immer gern unterhalten ließ. Noch ein Nachsatz? Nein. Lieber ein paar Worte zu dem, was einen hier erwartet:
Mit "Worlds Apart" fuhren TRAIL OF DEAD den Indie-Appeal ihrer Musik etwas zurück und machten erstmalig Ernst in Sachen Bombastrock. "Tao Of The Dead" klingt als Album ein wenig so, als wäre es eine nachgereichte Stufe zwischen "Source Tags & Codes" und "Worlds Apart". Die orchestral unterstützte große Geste, der bei T.O.D. das angenehm Gewalttätige glücklicherweise nie abhanden kam (Auch bei "Tao Of The Dead" ist das nicht der Fall.), beherrschen sie weiterhin wie gewohnt. Man kennt sie gut, diese mit langem Arm ausholenden Seeräuberfilm-Intros wie z.B. vor dem später als Reprise noch mal zurückkehrenden Opener "Pure Radio Cosplay", dessen Riff an "Jumping Jack Flash" erinnert, während das Arrangement THE WHO aufgreift und die ostinat Achtel ballernden Strophen T.O.D.s eigenes "Richter Scale Madness". Überhaupt klingen sie sehr wie sie selbst, was ja schon angedeutet wurde. "Fall Of The Empire" hat mal wieder Galeerensträflings-Kesselpauken und die majestätische Langsamkeit, wie man sie von beispielsweise "Bells Of Creation" kennt. Viele Songs bleiben unterhalb der 3-min-Grenze und haben zumindest für T.O.D.-Verhältnisse manchmal fast eine fragmentarische Gestalt. Insofern macht das Zusammenschneiden des Materials zu einer Art Suite schon Sinn, und auch auf früheren Alben ging ja immer alles ineinander über.
"Strange News From Another Planet" ist dagegen ein (sicherlich aus Einzelportionen montierter) langer, sich ständig verwandelnder Song, ein Riff-O-Rama stellenweise, auf Anhieb nicht unbedingt der stärkste Moment des Albums. Vielleicht wollte man sowas einfach mal machen, richtig klotzen, ein paar Meilen zurücklegen. Auf die Tonne hauen, noch einen draufsetzen. Die punkige Attitüde von "Madonna" wird's bei T.O.D. wohl nie mehr geben. Aber das Songwriting, die Dynamikkurven, das Schöpfen aus dem Vollen - das klingt alles ganz wunderbar wie gehabt. Statt der großen Streicher-Sektion wird eher mal ein Analog-Synthesizer zur Hilfe genommen, aber das sind keine Umwälzungen. Wozu auch? Im Zuge der Besinnung auf die langjährige Freundschaft der beiden Ur-Trailer singt der verrückte Jason Reece auf "Tao Of The Dead" wieder häufiger, was ich sehr begrüße. Mit "Ebb Away", einer Powerballade im Stil von "All St. Day", knüpft er sogar an alte Großtaten an, und ich entschuldige mich zutiefst für das Wort "Powerballade".
"Tao Of The Dead" ist der dringend notwendige Schritt zurück nach vorn einer Band, die zumindest mir in letzter Zeit etwas implodiert vorkam. So richtig überraschend oder sensationell ist das Album nicht, aber mich haben sie zum ersten Mal wieder gepackt. Für ein paar Extra-Tropfen Adrenalin an einem ganz normalen Tag sind T.O.D. immer noch besser als vieles Andere.
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