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Toll, aber zu früh auf den Markt geworfen,
11. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Sony Reader Wi-Fi (PRS-T1RC) Rot (Elektronik)
Licht und Schatten, ein ausgezeichneter E-Book Reader, aber das Drumherum kann man echt vergessen.
Schlecht:
Gleich bei der ersten Inbetriebnahme am PC forderte das Programm zum Firmware-update auf. Danke! Liefern die nur Versuchsmodelle aus? 5 Tage später erneut am PC angesteckt und gleich wieder wird zum nächsten Firmware-update aufgefordert. Jedes Mal 107 MB download und ne halbe Stunde Arbeit. Der von Sony viel beworbene sony-shop, der das Einkaufen von ebooks ja revolutionieren und unabhängig von den Buchhändlern machen soll, funktioniert noch nicht und wird wohl auch in diesem Jahr nicht mehr online gehen.
Sony installiert ein Programm auf dem PC zur Verwaltung des Ebook-Readers. Dieses Sony-Verwaltungsprogramm stürzt bei mir fast jedesmal ab, wenn ich den Reader mit dem PC verbinde. Mit Calibre (freeware) funktioniert er dagegen einwandfrei.
Die mitgelieferte Bedienungsanleitung ist mangelhaft und viel zu kurz, eigenlich nur ein short-flyer, aber keine wirkliche Bedienungsanleitung. Hier heisst es learning by doing.
Das Gehäuse wirkt wie billige Plastik und daraus besteht es wohl auch. Kratzer sind hier vorprogrammiert.
Gut:
Der PRS-T1 läuft bei mir nun in der 3. Firmware-version wirklich ganz ausgezeichnet. Der Akku hält unglaublich lange, Wifi arbeitet ohne Probleme. Der Seitenwechsel ist sehr schnell. Die Anzeige ganz vorzüglich, vorausgesetzt man hat auch ausreichend externes Licht auf dem Reader. Die Möglichkeit als MP3 Player ist eine tolle Sache und sehr komfortabel. Auf die Bilderanzeige von jpeg&co. könnte ich verzichten, dazu ist das schwarz-weiss Display nur sehr bedingt geeignet. Prinzipiell funktioniert sie aber problemlos. Die touch-screen Funktionen laufen sehr flüssig und machen Spaß. Es werden zahlreiche Formate verarbeitet, aber eben kein Kindle-Format. Der eingebaute browser erlaubt mit Wifi ein sehr schnelles Internet-browsen, wird aber durch das s/w display mehr oder weniger auf google, wikipedia oder ähnliche Textseiten ohne flash oder größere Bildermengen begrenzt. Mehr Internet macht mit diesen trägen s/w E-book Reader-Displays ohne Hintergrundbeleuchtung einfach keinen Sinn. Die sehr einfachen Funktionen zur Veränderung der Anzeige und der Einstellungen per Fingerzug arbeiten gut. Der Speicher ist groß und lässt sich per SD card mit bis zu 32GB gigantisch erweitern. Das wären über den Daumen gepeilt bis zu 40.000 Bücher. Als USB Gerät wird der Reader schnell erkannt und wenn man sich mal in die Verwaltungstruktur des Speichers eingelesen hat, kann man die books auch selbst direkt einfach einkopieren. Da Sony eine USB Schnittstelle verwendet, ist die Verbindung auch ohne das von Sony mitgelieferte Kabel kein Problem, denn solche USB Kabel liegen überall herum.
Der PRS-T1 mit touch-screen ist momentan sicher einer besten E-book Reader im Angebot. Er wurde aber offenbar in der Software verfrüht und unausgereift auf dem Markt geworfen, um das Weihnachtsgeschäft nicht zu verpassen. Dazu kommen, besonders ärgerlich für frühe Kunden, die ständigen Preissenkungen fast innerhalb von Tagen. In Amerika stürzte der PRS-T1 innerhalb kürzester Zeit von 149$ auf mittlerweile schlappe 89$ . Bei solchen Preisstürzen fühlt man sich wie ein Käufer auf dem Basar nur noch über den Tisch gezogen und wartet beim nächsten Mal lieber einen Monat länger, bevor man sich ein teures Produkt kauft, welches nach dem Bananenprinzip erst "beim Kunden reifen" muss und anschließend nur noch die Hälfte kostet.
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