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Kundenrezension

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessanter Ansatz, verbesserungswürdige Umsetzung, 3. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen (Gebundene Ausgabe)
Der Biologe Josef H. Reichholf spürt in "Einhorn, Phönix, Drache" den möglichen realen Hintergründen verschiedenster bekannter Mythen nach. Der Untertitel "Woher unsere Fabeltiere kommen" ist dabei ein wenig irreführend, denn es geht zwar unter anderem auch um die Vorbilder der im Titel genannten Fabelwesen, daneben aber auch um natürliche Erklärungen für bestimmte in Mythen, Sagen und Literatur geschilderte Phänomene allgemein, bei denen nicht unbedingt immer direkt Phantasietiere eine Rolle spielen (so z.B. um eine Rekonstruktion der Vorgänge, die sich hinter den in der Bibel geschilderten Ägyptischen Plagen verbergen könnten, Nachtigall und Lerche in Shakespeares Romeo und Julia, Leda und den Schwan, die Sagen um Herakles und dergleichen mehr).

Wenn man es eher gewohnt ist, literarische und mythologische Texte aus geisteswissenschaftlicher Perspektive zu betrachten, ist Reichholfs Ansatz, die Aussagen seiner Quellen zunächst einmal recht unkritisch ernstzunehmen und eine naturwissenschaftliche Erklärung anzubieten, die zu der jeweiligen Schilderung passt, auf den ersten Blick ungewohnt, aber durchaus interessant. Für wie überzeugend man die einzelnen Erklärungen, die er findet, hält, ist sicher von Fall zu Fall verschieden und der individuellen Einschätzung überlassen, aber neue Denkanstöße liefert seine Vorgehensweise, sicher geglaubtes Wissen zu hinterfragen und sich nicht auf symbolische Deutungen zurückzuziehen, wenn auch eine wörtliche Neuinterpretation möglich ist, immerhin.

Leider haben sich dort, wo Reichholf über Themen schreibt, die nicht zu seinem eigentlichen Fachgebiet gehören, auch einige sachliche Fehler eingeschlichen: Beispielsweise ist gleich zu Anfang von der "Göttin Osiris" die Rede (statt von einer männlichen Gottheit dieses Namens), und im Zuge der Untersuchung der Sagen um Herakles taucht die Behauptung auf, das Gewand, das dem Helden unerträgliche Qualen zufügte, sei mit dem Blut seiner Frau Deianeira getränkt gewesen (in der allgemein bekannten Version des Mythos handelt es sich um das Blut des Kentauren Nessos).

Insgesamt bleibt man mit dem Eindruck zurück, ein anregendes, durchaus nicht schlechtes Buch, das bisweilen zu Widerspruch herausfordert, gelesen zu haben - aber leider kein perfektes.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.11.2012 10:24:25 GMT+01:00
Theophagos meint:
Treffende Kritik. Man könnte noch hinzufügen, dass Reichholf z. B. die Verbindung des "pecunia non olet" mit dem klammen Kaiser Vespasian nicht kennt oder Ovids Verbindungen zu Griechenland nicht reflektiert und dergleichen mehr. Ärgerlicher ist aber der Umstand, dass jegliche Quellenkritik fehlt: Wenn er z. B. über "Den Drachen" schreibt, kann man nur erahnen, auf welche Quellen er sich genau bezieht. Mal hat man den Eindruck, der beziehe sich auf die Niebelungen, dann könnte es doch die Odyssee oder Bibel sein - dass sich deren Darstellungen von Drachen erheblich unterscheiden, kann kaum überraschen. Auch den Umstand, dass das Wort "Drache" sich vom altgriechischen Wort für "Schlange" ableitet, scheint mir nicht genug gewürdigt zu sein.
Das nur als kurze Ergänzung zu ihrem "die Aussagen seiner Quellen zunächst einmal recht unkritisch ernstzunehmen".
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