Kundenrezension

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Arbeit und Leben neu erfinden gewollt!, 12. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Arbeit ist nicht unser Leben: Anleitung zur Karriereverweigerung (Taschenbuch)
Der Buchtitel scheint zu polarisieren – zumindest hier bei amazon. Um es gleich vorweg zu sagen, von mir gibt es 5 Sterne. Auch wenn ich zu den alten Köpfen, den überall im Wege sitzenden Babyboomern, gehöre. Mit 40 Jahren mehr auf dem Puckel im Vergleich zur Autorin teile ich das Kratzen von Alix Faßmann an den Illusionen überkommener Weltbilder, Lebensentwürfe und Tugenden, die versprechen, mit guter Ausbildung, Disziplin, Flexiblität und Co könne Teilhabe am Karriere und Einflussnahme möglich werden. An sinnstiftender Tätigkeit. Doch die Realität als junge AkademikerIn, zumindest in Metroploen wie Berlin, scheint eine andere zu sein, so hat es Alix Faßmann beobachtet. Befristete Verträge, Praktikumsstellen, dafür lange Arbeitszeiten, wenig Geld, hohle Konzepte und ausgehöhlte Zukunftsperspektiven. Und wenn doch ausreichend Geld vorhanden ist, dann wird der Preis sozialer Armut – wegen langer Arbeitszeiten, Standorthopping oder Reisetätigkeit - mit übermäßigem Konsum von Dingen, die nicht glücklich machen, abgepuffert.

Alix Faßmann wehrt sich als Angehörige der sogenannten Generation Y, stemmt sich gegen Instrumentalisierung und schmeißt ihren Job bei einer großen – der Anderen eben – Volkspartei hin. Ganz genau: S-o P-asst D-as, meine Assoziation scheint sich zu bestätigen.

Der rote Faden dieser Geschichte ist die Aufarbeitung dieses Ausbruchversuches aus der Arbeitswelt einer schreibenden Journalistin. Ein Jahr auf Reisen, insbesondere in Italien, macht sie viele spannende Erfahrungen, nur eben auch jene, dass es ohne Geld nicht geht. Und wie kommt frau daran, wenn es koscher zugehen soll? Viele Erkenntnisse reicher, das Gefühl einer armen aber vielseitigen Freiheit dazu, das Konzept für ein Buch in Kopf und auf Festplatte – geht es zurück in die Hauptstadt und letztlich auch in den Job. Nicht mehr bei der Anderen Volkspartei sondern ganz einfach bei einer Zeitung. Um einfach und echt Arbeit zu haben, aber auch den Kalender und Kopf frei für das Leben. Mit so gut gefülltem Portemonnaie, dass die Geldsorgen ebenfalls den Kopf nicht vernebeln. Abschied von der Illusion der Karriere, kein Abschied aus den Gefügen dieser Gesellschaft.

Aber schon ein Wink aus der Zukunft, wohin sich Zeitgeist und menschliche Bedürfnisse bewegen. Nämlich gern und gut am Arbeitsprozess beteiligt zu sein, aber nicht um jeden Preis und schon gar nicht für den Preis der Selbstverleugnung, illusionären Irreführung und Instrumentalisierung.

Ich finde, eine gelungene Erzählung einer persönlichen Geschichte, durchwebt von Daten, Fakten und Perspektiven rund um Absurdität von Arbeitsrealität. Dekoriert mit kleinen Übungen, die den gedanklichen Socken der Selbstoptimierung auf links ziehen. Wie z.B. Anstiftung zu kleinen Streichen oder zum Tauschen und Schenken statt Kaufen und Wegwerfen. Bei mir hat sich mal wieder de Erkenntnis ausgebreitet, wie sehr es sich doch lohnt, mit Abstand drauf zu schauen, in welchem Weltbild wir uns selbst gefangen halten. Müssen wir wirklich? Und was genau? Zu welchem Preis? Und wann schuldig fühlen? Und immer wieder diese Antreiber in uns zulassen? Wofür? Viel Freude beim Sammeln von persönlichen Erkenntnissen!
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