Kundenrezension

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schade - einer der besten feiert sich selbst, 4. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Ich nicht: Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend (Taschenbuch)
Eine Frage, die sich nach dem Lesen des Werkes aufdrängt ' was hätte denn der Journalist Fest gesagt, wenn ihm solch ein Werk zur Rezension vorgelegt worden wäre? Es ist anzunehmen, er hätte es spöttisch, scharfzüngig und unterhaltsam zerrissen.

Zur Sache: Der mittlerweile verstorbene Jorunalist und Hitler-/Speer-Biograph Fest beschreibt seine Kindheit und Jugend. Sein Vater, ein konservativer Gymnasialdirektor, weigert sich mit den Nazis zu kooperieren und wird alsbald vom Schuldienst suspendiert. Weite Teile des Buches beschreiben die "Innere Emigration" des Vaters, sein Meinungsaustausch mit Gegnern der Nazidiktatur, natürlich eher aus dem bürgerlichen wie aus dem linken Lager. Joachim Fest wächst in Mitten der Nazidiktatur auf, besucht die Schule, beginnt im 2. Weltkrieg als Flakhelfer, meldet sich zur Wehrmacht und gerät an der Westfront in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Eher skizzenartig beschreibt er am Ende des Bisches seinen Werdegang nach seiner Rückkehr, i.e. das Studium, seine journalistische Karriere und die beginnende Beschäftigung mit dem Dritten Reich.

Um hier einen zu einseitigen Eindruck zu vermeiden: Fests Schilderungen sind teilweise fesselnd. Weniger, wenn es darum geht, die unbeugsame Abneigung seines Vaters gegen die Nazis zu schildern (denn hier wollte er wohl mehr seiner Familie eine Denkmal setzen als den Alltag im Dritten Reich zu analysisieren). Interessanter und lebendiger wird er bei persönlichen Erlebnissen ' seine Schulerlebnisse in Berlin, die Anfeindungen der auf Linie gebrachten Nachbarschaft oder dann der Zweite Weltkrieg. Etwas mehr persönliches Erleben hier hätte das Buch lesbarer gemacht. Ebenso der Abschnitt nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft, seine Sichtweise der Nachkriegsjahre, seine Seitenhiebe auf Grass und die 68er ' gerade hier hätte es ruhig ein bischen mehr sein dürfen. Stattdessen aber mutet er dem Leser abschnittsweise Ergüsse zu, wie er schon als gerade dem Laufstall entflohener Bekanntschaft mit den deutschen Klassikern machte oder einem Wunderknaben gleich sich mit Mozart und Beethoven beschäftigt. Selbstherrlich finden sich hier lange Ausführungen, wie die bildunsgbürgerliche Familie sich mehr mit Heine beschäftig oder Goethe-Zitate zum besten gibt, derweil sich schon der kommende Weltkrieg abzeichnet. Defintiv schade, denn hier wurde viel Potential irreparabel verschenkt.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 14.04.2015 12:28:46 GMT+02:00
Sie vergaßen zu erwähnen, dass er das Buch sofort nach dem Bekanntwerden der SS-Mitgliedschaft von Günther Grass geschrieben und ihm auch einen Teil seines Buches gewidmet hat. "Ich nicht" bezieht sich zweifellos auch auf die Kritik des Obermoralisten Grass am Hitler-Biographen Joachim Fest. Das Buch ist auch und vor allem gegen Mitläufer wie Grass (der sich zweimal den Mächtigen anbiederte) geschrieben.
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