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Kundenrezension

504 von 614 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich bin doch irgendwie enttäuscht..., 22. Januar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: James Bond 007 - Ein Quantum Trost (DVD)
Was war das für ein Bond-Film vor zwei Jahren. Atemberaubendes Tempo, tolle Action-Szenen und ein James Bond alias Daniel Craig der authentisch und knallhart daherkam. Ein Bond, wie geschaffen um gegen die Bösewichte des 21. Jahrhunderts zu kämpfen. Auch wenn dieser neue" Bond einiges an Charme seiner Vorgänger eingebüßt hatte, so klebte doch ein Hauch des alten" an ihm und wurde gekonnt verarbeitet. Man hatte sogar den Eindruck, dieser neue Bond ist zwar anders, aber immer noch geprägt/ aufgebaut auf alten Traditionen. Die überzeugend ins neue Zeitalter transferiert wurden und in der Schlusssequenz von Casino Royale" gekonnt zusammengefügt wurden: Mein Name ist Bond, James Bond - einfach herrlich.

Nun habe ich mir den zweiten Bond-Film mit Daniel Craig im Kino angesehen. Ein Quantum Trost" heißt dieser, und Trost braucht der Bond-Fan nach diesem Film wirklich. Casino Royale" habe ich für eine willkommene Abwechslung und Weiterentwicklung im Bond-Paradies gesehen. Agent, Story und Action passten perfekt. Ein Quantum Trost" treibt diese Entwicklung weiter voran, leider aber eher zum Negativen.
Aber wo fangen wir an? Das erste was mich an dieser Fortsetzung" störte, war die fehlende Einleitungssequenz, wie man sie bei jedem Bondfilm kannte. Nun gut, ist ja ein neuer" Bond, also warum auch nicht die Identifikationsszene alter Bond-Filme streichen und als direkte Fortsetzung von Casino Royale" auch legitim.
Nach dieser Überraschung" folgten gut 20 Minuten, die man wohl nur als Schnittwahnsinn" bezeichnen kann. Action pur, Verfolgungsjagd pur, und dazu ein Schnitt der so irre schnell ist, dass mir nach 20 Minuten schon die Augen weh taten, weil das Gehirn gar nicht so schnell hinterher kam. Selbst Michael Bay-Filme bieten da mehr Übersicht ;o) Das Gehirn nimmt nur irgendwann den toten Bösewicht wahr, was davor Geschehen ist geht im Geschwindigkeitsrausch der Bilder einfach unter. Schade das hat ein James Bond nicht nötig.
Nun gut, die ersten Szenen waren überstanden, die Geschichte nimmt an Fahrt auf. Irgendwann fliegt dann die Kamera über die paradiesischen Strände von Haiti. Toll, wie aus einem Reiseprospekt, nein wie aus einer Autowerbung immerhin wird anschließend ein goldener Ford (der neue Ford Ka?) präsentiert. Perfekt inszeniert, für die Werbung? Ja! Für ein dritte Welt Land und einen Bond Film? Nein! Das James-Bond die neuesten (Luxus-)Autos fährt passt zu seinem Image - das Olga K. eine Werbefahrt machen darf ist reines Merchandising. Anschließend darf aber auch Mr. Bond ein wenig Werbung machen. Elendig lange Sekunden hält er ein Handy von SonyEricsson in die Kamera. Ein tolles Teil, mit integriertem Peilsender und Navi - wer will es nicht haben. Werde bei nächster Gelegenheit mal im Elektrogeschäft nachsehen, was für ein Handy-Modell Mr. Bond da wirklich hat. Hatte ja genug Zeit es mir anzusehen.

Im Folgenden entwickelt sich dann aber auch langsam unsere Story, kaum zu glauben bei dem Product-Placement und den Actionszenen von denen ich immer noch Kopfschmerzen habe. James Bond ist hinter den Drahtziehern der Organisation Quantum" hinterher, um den Tod seiner Vesper (aus Casino Royale) zu rächen. Leider entpuppt sich diese Organisation mächtiger als gedacht und so entwickelt sich der Film zu einer einzigen Hetzjagd ohne dabei zu wissen, wem Bond vertrauen kann und wem nicht. So gibt es wilde Verfolgungsjagden zu Wasser, auf der Straße und in der Luft (mit dem entsprechenden augenschädlichen Filmschnitten und halsbrecherischen Kameraführungen), so dass unserem Agenten kaum ein Moment zum Luft holen bleibt. Geschweige denn Zeit für zwischenmenschliche Gefühle.
Irgendwann, nach mehr oder weniger spannenden Minuten kommt es dann zum großen Showdown in der bolivianischen Wüste. Allerdings ein Showdown der nicht annähernd wirklich spannend ist. Es macht allerdings viel Kraawumm - wem es gefällt. Einige haben da aber schon den Kinosaal verlassen, die hatten wohl auch Augenschmerzen oder es lag an einer Szene mit dem Flugzeug (Spoiler sind hier ja verboten) - Hollywood lässt einen Bond ja auch nicht sterben und fällt er noch so tief ;o)

Naja, nach langen rund 100 Minuten (obwohl es der Kürzeste aller Bond-Filme ist) ist dieser zweite Bond-Film mit Daniel Craig vorbei und diese Rezension neigt sich ihrem Ende entgegen. Wer es bis hierhin durchgehalten hat mit dem lesen, der wird sicherlich denken warum der Rezensent diesen Film nicht mit einem Stern bewertet. Das liegt ganz einfach daran, dass man diesem Bondstreifen auch Gutes abgewinnen kann: So wäre zum Beispiel unser Daniel Craig, der alte Haudegen. Sympathischer und gereifter scheint er mir zu sein und zugeknöpfter aufgrund der 15-Sekunden Liebesszene mit Gemma A. und dem Bussl" mit Olga K. - das war selbst für einen reinen Actionfan zu kurz. Das unser Daniel Craig im allgemeinen Effektfeuerwerk dann auch manchmal ein wenig untergeht, liegt an dem pyromanisch-veranlagten Filmteam und nicht an ihm. Schade, selbst Bonds Wortwitz bleibt dabei auf der Strecke.
Was allerdings noch gelungen ist, ist die Tatsache das die Geschichte durchaus einen Bezug zur Situation Heute und in Zukunft bietet. Eine Organisation die Länder ausbeutet, scheinbare Naturkatastrophen fördert und Regierungen für ihre Zwecke missbraucht, ist eine gelungene Anspielung auf den Geltungsdrang der Weltkonzerne in der heutigen Zeit. Nichtsdestotrotz kann man diesen Film bis in kleinste Teile zerflücken, allerdings denke ich das Ein Quantum Trost" in Verbindung mit Casino Royale" einen starken Bond-Film ergibt. Alleine ist Ein Quantum Trost" eine riesige Enttäuschung in Verbindung mit dem letzten Bondfilm könnte es aber funktionieren. Sofern man sich rund 4 Stunden Zeit nimmt beide Teile hintereinander zu sehen.
Ach ja, am Ende gab es dann doch noch die gewünschte Introsequenz mit dem Pistolenlauf - also Ende gut, (fast) alles gut. Ich hoffe nur sehr, dass im nächsten Bondfilm doch ein wenig mehr Bond wieder einkehrt, sonst droht ihm die entgültige Versenkung in der mainstreambehafteten Popcornwelt. Abwechslung ist gut, aber sie sollte nicht immer von Dauer werden... somit gebe ich Ein Quantum Trost" hoffnungsvolle drei Sterne, mögen es für den nächsten Bondfilm ein paar mehr werden.
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21-30 von 57 Diskussionsbeiträgen
Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.02.2009 09:19:17 GMT+01:00
donmalteaushb meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.02.2009 09:20:40 GMT+01:00
donmalteaushb meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.02.2009 12:58:58 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.02.2009 13:11:28 GMT+01:00
SaSi meint:
hier scheint jemand ja nen ganz schlechten Tag erwischt zu haben.

Übrigens, dass man hier gegen Rezensionsrichtlinien verstößt nur weil man vorab ein Produkt bewertet ist schlichtweg falsch. In den Richtlinien von Amazon steht in keinsterweise, dass es verboten ist Produkte vor Erscheinungstermin zu bewerten. Desweiteren ist der Film an sich ebenfalls ein Bestandteil des Produktes.

Allerdings Rezensenten wie Channover hier zu beleidigen verstößt gegen die Amazon-Richtlinien.

Ich freue mich allerdings jetzt schon auf donmalteaushbs Rezension zum Film, ähhhh... pardon..., zur DVD hier - wenn "Ein Quantum Trost" Ende März endlich zu kaufen sein wird. Bei so viel Sachkenntnis und dem inneren Zwang endlich zu verkünden, dass sich der Film auf einer herkömmlichen DVD in stereo abspielen lässt, muss das ja die Rezension schlechthin werden.

Veröffentlicht am 17.02.2009 19:56:40 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.02.2009 19:57:14 GMT+01:00
James Pous meint:
Vielen Dank für diese mühevoll zusammengestellte Rezension. Sie hat mir jede Menge Bilder des Filmes wieder wach gerufen, auf die ich im Film selber nicht so bewusst geachtet habe. Ich finde es sehr erstaunlich, auf welche Details der Rezensent geachtet haben will, wenn man den Film nur einmal sieht. Aber es soll Leute geben, die in dieser Hinsicht ausgeprägte Fähigkeiten haben. ;-))
Das die Liebesszene nur 15 Sekunden gedauert hat oder die ersten 20 Minuten nur mit wilden Schnitten versehen wurden, kann ich jetzt nicht mehr mit Gewissheit sagen.

Ich habe den Bondfilm jedenfalls als ziemliche Enttäuschung in Erinnerung. Er ist schlechter als "Der Hauch des Todes" mit Timothy Dalton, aber ungefähr auf gleichem Niveau wie "Lizenz zum Töten" mit dem gleichen Darsteller. Das Schlusslicht stellt für mich immer noch "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" dar, mit George Lazenby. Das lag teilweise an der Geschichte und an dem unpassenden Bond-Darsteller.

Trotzdem werde ich mir die Movie-Edition holen, sofern er weniger als 10 Euro kostet! Mehr ist mir der Film nicht wert!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.02.2009 21:38:44 GMT+01:00
Amazon Kunde meint:
soetwas Bedarf keinen großen Fähigkeiten - ich habe mich total auf diesen Film gefreut, aber nach den ersten 20 Minuten habe ich gemerkt, dass das nicht der Bond-Film ist den ich mir erhofft habe. So fing ich quasi im Kinosaal schon an in Gedanken an einer Rezension zum Gesehenen zu feilen. Mit jeder Minute, wo der Film dann enttäuschender wurde, haben sich manche Szenen förmlich eingebrannt :o)

Aber ich werde mir sicherlich auch diesen Bond auf DVD holen und in Kombination mit "Casino Royale" ist er ja auch noch erträglich. Bei "Der Hauch des Todes" muss ich allerdings widersprechen, die beiden Filme mit Timothy Dalton fand ich eigentlich immer sehr unterhaltsam und haben irgendwie ihren ganz eigenen Charme. Bei "Im Geheimdienst ihrer Majestät" bin ich gespaltener Meinung. Ein paar Elemente finde ich durchaus gelungen und waren seinerzeit mutig.

Ich persönlich finde die Filme mit Pierce Brosnan (mit Ausnahme von "GoldenEye") wirklich schlecht. Pierce Brosnan ist von seiner Art her ein Top-Bond-Darsteller, nur leider sind die Geschichten seiner Filme schon zuuuu abgedreht fürs 21 Jahrhundert. Das ist mir mal so richtig bewusst geworden, als ich mir in einer Bond-Phase mal "Casino Royale" und anschließend "Die Welt ist nicht genug" angesehen habe. Mir kam es vor als liegen Lichtjahre zwischen beiden Bond-Handlungen. Auf der einen Seite der "erwachsene" Bondfilm und auf der anderen Seite eine Ansammlung von Absurditäten. Das war schon irgendwie ein "krasses" Erlebnis.

Aber ich denke ein dritter Bond-Film mit Daniel Craig wird zeigen, wo die Reise zukünftig hingeht. "Ein Quantum Trost" hat den Weg von "Casino Royale" beendet. Nun darf unser Geheimagent zeigen was in ihm und im nächsten Drehbuch steckt ;o)

Schönen Gruß
Esau

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.02.2009 14:36:26 GMT+01:00
megaapfel meint:
Quatsch... die DVD-Qualität ist bei so gut wie jeder DVD gleich, wie auch der Ton.
Es ist vollkommen nebensächlich wie gut die Bild-oder Tonqualität ist. Du gehst doch auch nicht in ein Restaurant und misst die Qualität des Essens am Teller!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.02.2009 16:53:12 GMT+01:00
Ich finde, dass das gerade die Stärke der Bond-Filme ist! Bond ist eben nicht ein dahergelaufener Jason Bourne, sondern jemand, der auch im Weltall noch die Ganoven einfängt. Die schönen Apparaturen mögen unrealistisch sein, aber sie haben diesen unglaublichen Charme, genauso wie die das zwar total überholte, aber dennoch witzige Rollenverhältnis der "alten" Filme. Ich will keinen Thriller, sondern einen Bond, eine Kategorie für sich!
Nichtsdestotrotz: Sehr gute und informative Rezension!

Veröffentlicht am 25.02.2009 01:48:52 GMT+01:00
Hanseart meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 25.02.2009 01:51:48 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 25.02.2009 01:52:43 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.02.2009 09:17:43 GMT+01:00
Amazon Kunde meint:
Das freut mich, dass sie den Action-Einlagen so wunderbar folgen konnten - ich denke zwar, dass ein etwas langsamerer Schnitt vorteilhafter gewesen wäre. Damit die Actionszenen besser zur Entfaltung kommen. Aber Geschmäcker sind halt verschieden; übrigens "Horton hört ein Hu" ist durchaus pädagogisch wertvoll - vielleicht sollten Sie sich den auch mal ansehen, anstatt hier herumzustänkern.