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Kundenrezension

48 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch von gewaltiger visionärer Kraft, 26. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Zeitmaschine: Roman (Taschenbuch)
Gut zehn Jahre nach seinem Erscheinen sah ich als ungefähr zehnjähriger Junge den gleichnamigen Film mit Rod Taylor und Yvette Mimieux in den Hauptrollen im Kino (so etwas gab es damals noch!), und dieser Streifen hat mich bis auf den heutigen Tag nicht losgelassen...
Viele Jahre später legte ich mir den Roman von H. G. Wells zu und hatte prompt die Bestätigung dafür, warum ich diesen Film immer so sehr geliebt habe:
Es ist nicht nur die äußerst intelligente gesellschaftliche Kritik dieses Buches, die es hat so zeitlos werden lassen, es bezieht seine Aktualität auch durch die Tatsache, daß es ungefähr sechs Jahre(!) vor Erscheinen der "Speziellen Relativitätstheorie" von 1905 die einsteinsche Idee von der Zeit als vierte Dimension expressis verbis vorwegnimmt.
Natürlich ist mir klar, daß auch das nicht unbedingt die Größe eines Romans ausmacht. Wir haben vielmehr eine Geschichte vorliegen, die, und das sei hier nur am Rande bemerkt, nicht nur in ihrer Kürze gut erzählt ist, sondern sich im Kern mit der ewigen Frage des "Wer sind wir, woher kommen wir, wohin gehen wir" auseinandersetzt. In unserer uns Menschen ganz zu eigenen Hybris neigen wir dazu, unsere jeweilige Generation als den augenblicklichen Höhepunkt einer seit Menschengedenken währenden Entwicklung zu begreifen. Damit räumt dieses Buch komplett auf...
Nach H. G. Wells entwickeln wir uns (oder: werden wir uns entwickeln) nicht vorwärts, sondern auf lange Sicht rückwärts in tiefste Barbarei, bis hin zur Versklavung einer Schicht (hier: Rasse), die letztlich in Kannibalismus gipfelt.
Natürlich, und das ist sicherlich typisch für die Zeit der Entstehung dieses Buches, kommt jemand daher, der die Geknechteten aus dem Dunkel ihres gleichgültigen Daseins ins Licht der Erkenntnis und somit der Selbstbestimmung führt. Das ist eine der Kernaussagen dieses Romans.
Wenngleich sich meine letzten Ausführungen lesen wie eine philosophische Abhandlung auf laienhaftem Niveau (was sie ja auch sind), bietet dieses Buch doch ungleich viel mehr:
Eine (wie eingangs erwähnt) gut erzählte Geschichte, die unabhängig aller Gesellschaftskritik vom Anfang bis zum letzten Abschnitt zu fesseln vermag.
Abschließend sei mir an dieser Stelle vielleicht ein ganz persönlicher Kommentar gestattet:
Im letzten Drittel des Romans gibt es ein Kapitel, das mit "Der sterbende Planet" übertitelt ist. Wells beschreibt hier eine Welt in einer noch sehr viel ferneren Zukunft, in der unser Zentralgestirn ungefähr ein Drittel des Himmels einnimmt (auch das deckt sich wieder mit den heutigen physikalischen Erkenntnissen, denen zufolge sich die Sonne zu einem "Roten Riesen" verändern wird). Die hier entwickelte Zukunftsvision unseres eigenen sterbenden Planeten Erde ist in ihrer von Trostlosigkeit bestimmten Schilderung derart intensiv und gleichermaßen eigenartig schön, daß dieses Kapitel zum absolut Schönsten gehört, das ich jemals gelesen habe.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 31.08.2009 16:48:55 GMT+02:00
daß es ungefähr sechs Jahre(!) vor Erscheinen der "Speziellen Relativitätstheorie" von 1905 die einsteinsche Idee von der Zeit als vierte Dimension expressis verbis vorwegnimmt.

Das hat mich auch verwundert, aber vielleicht kannte Wells die Arbeiten von Henry Poicare.
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