Kundenrezension

8 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Epochal bis zum abwinken!, 31. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit - Eine unerwartete Reise [Blu-ray 3D + Blu-ray] (Blu-ray)
Diese Rezension bezieht sich auf den Film und nicht auf die BluRay, die erst erscheinen wird:

Zu Anfang muss ich gestehen, dass ich kein ausgesprochener Tolkien-Experte bin. Zwar habe ich den „Herrn der Ringe“ vor gut 16 Jahren gelesen und den „Hobbit“, der um so vieles zugänglicher geschrieben wurde sogar mehrfach, aber „Das Silmarillion“ und andere seiner Bücher kenne ich nicht. Die beiden bislang vorliegenden HDR-Verfilmungen von Ralph Bakshi und Peter Jackson erachte ich als mehr oder weniger gelungene Umsetzungen, mit unterschiedlichen Schwachpunkten. Während Bakshis Zeichentrickumsetzung bisweilen gehetzt und unfertig wirkt, gelingt es hier besser eine märchenhafte Stimmung mit abstrakten und düsteren Elementen zu zeigen. Andrerseits wirkt Jacksons Adaption wie ein bombastisches, fast kitschiges und dennoch - ab Teil 2 - endlos in die Länge gezogenes Epos. Hier wäre weniger manchmal mehr gewesen. Zudem trafen Jacksons Bilder und Ausstattungen nicht immer meine Vorstellungen, wirkten oft zu sonnig, clean und Werbespotartig. Aber das ist nur meine subjektive Sicht, die sich nicht mit der anderer Film- und Buchfreunde decken muss.

War die Story schon bei der "Herr der Ringe-Trilogie" oft quälend in die Länge gezogen, so wurde dies bei der filmischen Umsetzung von "Der Hobbit" nochmals gesteigert. Bei einer Laufzeit knapp unter drei Stunden ertappte ich mich des Öfteren beim Blick auf die Uhr. Doch ist es nicht die reine Spieldauer, die ich hier als Schwachpunkt ansehe. Vielmehr ist die Umsetzung der charmanten, warmherzigen Buchvorlage stark dem aufgeblasenen, pathetischen, überdimensionalen Inszenierungsstil der HDR-Trilogie angepasst worden. So wurde etwa der weiße Ork, der in der ersten Hälfte des Romans keinerlei Erwähnung findet, sondern lediglich im Showdown und ohne nennenswerte Backstory als Randfigur aufscheint zum Oberbösewicht hochstilisiert. Offenbar diente dies, wie so Vieles als Mittel zum Zweck um hier eine epochale Schwere hineinzuzwingen, welche der Geschichte eine größere Dimension verleihen soll.

Andererseits jedoch war es scheinbar unvermeidlich die Geschichte mit einem Übermaß an - nicht nur zusätzlichen, sondern wenn in der Buchvorlage überhaupt vorhanden - bis zur Unkenntlichkeit überzeichneten Actionszenen anzureichern, die oft slapstick-artig oder an Videospiele angelehnt wirken. Hätte man diese Elemente reduziert, sich strenger an die Vorlage gehalten und nicht bei jeder Gelegenheit überflüssige Ankerpunkte zur HDR-Trilogie hineingepresst, sondern mit ein wenig mehr Dialogszenen den 13 Zwergen etwas mehr Seele eingehaucht, so hätte die Spieldauer wohl nicht weiter gestört. So aber wirkt das Ganze wie eine Torte die an allen Ecken und Enden mit einem Übermaß an Zuckerguss und Dekor versehen wurde, der es aber an der essenziellen Basis fehlt.

Auch beim „Hobbit“ stieß ich mich bisweilen an der Ausstattung – man beachte etwa die Gestaltung der Beleuchtung, während der Beratung zwischen Elrond, Galadriel, Gandalf und Saruman in Bruchtal, welche aussieht wie elektrische Designer-Lampen. Besonders die Gruppe der Zwerge wirkte auf mich mitunter als wäre sie einem Cartoon entnommen und hatte teilweise nur wenig mit meiner Vorstellung von Zwergen zu tun. Zudem hat man hier vergleichsweise mehr auf CGI-Orks und Warge gesetzt, welche nicht schlüssig zu denen aus der HDR-Trilogie passten.

Trotzdem ist Peter Jackson erneut ein passabler Pop-Corn-Film gelungen, der vor allem auf Blickfänger setzt. Ian McKellen als Gandalf und Martin Freeman als Bilbo sind Idealbesetzungen. Einerseits bleibt die Hoffnung, dass ein Extended-Cut die Ruhepole und Dialogszenen beinhalten könnte, die ich bei der vorliegenden Kinofassung so schmerzlich vermisst habe, andrerseits ist der Film schon in dieser Form eindeutig zu lange geraten. Ideal wäre hier also ein neuer alternativer Cut. Aber den werde ich wohl nicht zu sehen bekommen. Wer Jacksons HDR-Trilogie mochte, es mit der werkgetreuen Buchumsetzung nicht so genau nimmt und ausgedehnte, gestreckte, überladene Filme voller Actioneinlagen liebt, sollte sich auch diesen Film ansehen. Immerhin passt er in weiten Teilen zu den alten HDR-Filmen und erzählt im Kern dennoch die Geschichte aus Tolkiens Kinderbuch, wenngleich Diese mit viel zu viel effekthaschendem Drumherum angereichert wurde.
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Kommentare


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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 31.12.2012 16:36:19 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 31.12.2012 16:37:01 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 31.12.2012 16:36:40 GMT+01:00
Urmelicious meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.12.2012 21:57:07 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2013 01:23:23 GMT+01:00
Ich hingegen frage mich warum Leute sich Produktrezensionen von Artikeln ansehen, obwohl sie wissen müssten, dass ein Film, der erst vor 3 Wochen angelaufen ist noch gar nicht auf BluRay erschienen sein kann! Wohl nur um über die Rezensenten herzuziehen, die sich erlauben ihre Meinung zum reinen Film zu äußern! Aber wenn Sie diese nicht interessiert, warum machen Sie sich dann die Mühe und sehen hier überhaupt rein? In einer Stellungnahme von Amazon heißt es, auch reine Filmbewertungen seien ausdrücklich erwünscht und auch diese Rezensionen dienen dem Marketingkonzept dahinter, dass dem Kunden zur nachhaltigeren Identifikation mit Amazon und dem häufigeren Besuch der Seite dienen soll! Bei mir ist das Konzept jedenfalls aufgegangen! Erst kürzlich meinte ein Basher von Vorabrezensionen, er müsse sich über den Informationsmangel über Bonusmaterial und technischer Aspekte des Produktes in den Rezensionen von "Möchtegernkritikern" beschweren! Als ich dann seine Rezensionen ansah, waren da auch nur reine Filmbewertungen und er gab sogar offen zu Filme, die er da bewertete nur im TV gesehen zu haben! Freunde, lasst den Leuten ihre Meinung! Ihr kommt mir vor wie der Hausmeister, der den ganzen Tag am Fenster hängt, nur um den Moment abzuwarten, wenn ein Passant eine Zigarettenkippe wegwirft, damit er sich dann aufplustern kann! ...oder warum sehen sie sich sonst wissentlich diese Vorabrezensionen an! Es ist durchaus legitim den Hauptaspekt des Produktes, den eigentlichen Film zu bewerten!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.01.2013 15:19:32 GMT+01:00
Gorgonzola meint:
Nochmal für alle:

1)Amazon ist schon groß, entwickelt eigene Konzepte und entscheidet selbst, was es veröffentlicht

2)KUNDENmeinungen sind OPTIONAL; wer professionelle Produktinformationen will, soll professionelle Seiten aufsuchen (z.B. HD-Reporter.de)

3)Hört endlich auf, Euren Frust an Kunden auszulassen, die den von Amazon gebotenen Service nutzen! Prügelt Euch einfach mal mit den Leuten, die Euch im realen Leben nerven oder besser noch; vertragt Euch, macht Sport oder lernt stricken.

Veröffentlicht am 01.01.2013 15:51:25 GMT+01:00
Nico1908 meint:
Stimme Ihnen im Großen und Ganzen zu, finde aber, dass Martin Freeman keinesfalls eine Idealbesetzung war. Er schien mir recht platt und sagte seine Zeilen ziemlich hölzern auf. Ich habe allerdings den Film in der Originalfassung gesehen; möglicherweise hat der Synchronisprecher dem Charakter mehr Seele einzuhauchen vermocht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.01.2013 19:12:35 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2013 19:13:28 GMT+01:00
Zugegeben: Ian Holm als alter Bilbo kam meiner Vorstellung noch etwas näher und ich hatte mir Bilbo im Allgemeinen ein wenig fülliger (Wohlstandsbäuchlein), behebiger und eine Spur weniger jugendlich vorgestellt, als die Martin-Freeman-Version! Trotzdem muss ich in Unkenntnis der OV sagen, dass ich in der deutschen Synchronfassung seine Besetzung zumindest als sehr gute Wahl ansehe. Idealbesetzung ist vielleicht übertrieben.
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