Kundenrezension

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nach Patch auch für Einsteiger interessant!, 11. September 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Dragon's Dogma für Xbox 360 (Videospiel)
****Vorab: Meine Rezension bezieht sich auf das Spiel, wie es sich nach dem im August 2012 veröffentlichten Patch darstellt****

Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich mir Dragon's Dogma zulegen soll. Ich spiele seit über zwei Jahrzehnten Rollenspiele - online und offline ;) - das Genre begleitet mich somit einen beträchtlichen Teil meines Lebens.

Spiele wie Lost Odyssey, Final Fantasy (3, 6, 7, 8, 9, 10, 10-2, 13, 13-2), Star Ocean oder auch Eternal Sonata haben mich stets an den Fernseher (teil auch Monitor) gefesselt und mich in ihren jeweils eigenen Bann gezogen. Auch actionlastige Vertreter und Genre-Mixes haben stets für teils großartige Unterhaltung gesorgt, sei es Fallout 3, Kingdoms of Amalur: Reckoning, Mass Effect 1-3, Dragon Age 1+2, Elder Scrolls (ab "Arena") oder auch Borderlands. Wichtig war mir stets eine in sich stimmige Welt, dazu passende Charaktere und eine ansprechende Präsentation.

Ob ein Spiel nun mit allerneuesten Grafikfeatures aufwartet oder supertolle bunte Leuchteffekte bietet, war für mich immer zweitrangig, auch wenn sich wohl niemand über gestochen scharfe HD-Bilder und bombastischen Mehrkanalsound beschweren dürfte ;)

Dragon's Dogma ist sicherlich kein Spiel, was das Action-RPG-Genre revolutioniert, soviel vorab. Aber es macht vieles richtig und bringt einige interessante Neuerungen ein. Natürlich hat es auch einige Schwächen (daher ein Stern Abzug und später mehr). Auf die einzelnen Aspekte möchte ich nun wie folgt eingehen:

Grafik:
*****
Die Farbpalette ist sehr ins Braune verschoben. Darauf muss man sich einstellen. Die dadurch etwas düstere und "dreckige" Optik passt allerdings zur Spielwelt, stört demnach nicht. Ich persönlich fände es unglaubwürdig, wenn man eine korrupte und vor der Vernichtung stehende, mittelalterlich gehaltene Gegend in quietschbunten Bonbonfarben darstellen würde. Den Stil könnte man als Mischung aus Fallout 3 und Dragon Age: Origins bezeichnen - allerdigns nur was die farbliche Darstellung angeht.

Die Lichteffekte sind schön gemacht (man muss wirklich für Beleuchtung sorgen - einfach die Helligkeit hochregeln bringt nicht viel ;)), auch die Animationen im Kampf sind flüssig und nett anzusehen. Auch die Darstellung der verschiedenen Gegner kann sich sehen lassen - allen voran natürlich die teils riesigen Golems, Oger, Zyklopen, Greife usw., die frei in der Welt umherstreifen.

Was schlecht programmiert wurde ist z.B. die Lippensynchronität - es gibt schlicht keine! Man kommt sich manchmal vor wie bei diesen tollen amerikanischen Verkaufsshows. Dafür ist die Vertonung (englisch) gut gelungen, auch wenn sich die Variation bei den Vasallenstimmen in Grenzen hält. Schön ist, dass sich Änderungen an der Charakterausrüstung visuell darstellen, dafür darf man Rüstungen allerdings nicht färben und die Charaktermodelle sind in Nahansicht nicht sonderlich hoch aufgelöst. Hier hätte man deutlich mehr aus der Engine rausholen können (siehe Resident Evil 5).

Gelegentlich aufpoppende Texturen oder Gegner trüben den ansonsten dennoch guten Eindruck allerdings etwas, besonders wenn man einen bestimmten NPC sucht, der erst nach einigen Sekunden "aufpoppt", als man schon dabei war, an anderer Stelle zu suchen.

Sound:
*****
Mehrkanalsound bei Musik, Effekten und Sprache ist ja heute Standard - bzw. sollte es sein. Hier macht Dragon's Dogma viel richtig. Die Musik für sich genommen ist durchaus stimmig und nicht aufdringlich oder nervig. Selbst der Japan-Pop Titelsong lässt sich gut hören, passt aber nicht so ganz zur restlichen Musikuntermalung. Was beim Spielen aber auffällt ist, dass die einzelnen Stücke nicht immer 100% mit der jeweiligen Situation übereinstimmen. Da hört man noch (oder schon) dramatische oder bedrohliche Musik, wenn der Gegner schon längst besiegt hinter einem liegt oder noch gar nicht in Sicht ist. Oder man lauscht noch den romantischen Klängen, die beim Treffen mit seiner Liebsten (ja, es gibt Romanzen) erklangen, während man von einem riesigen Greif gen Himmel getragen wird.

Was definitiv etwas nervig sein kann: Die Vasallen. Den eigenen Vasall kann man am sogenannten "Stuhl des Wissens" mehr oder weniger zum Schweigen verdonnern, bei den zwei "ausgeliehenen" Mitstreitern klappt das jedoch nicht, so dass man mit dem 45. "There Master: Goblins!" oder "Wolves hunt in packs." leben muss. Eine einfache Option zum Abschalten der Kommentare durch Vasallen wäre hier sinnvoll gewesen. Andererseits kann es aber auch sein, dass einem die Vasallen mehr oder weniger hilfreiche Tipps zu aktuellen Quests geben, z.B. was als nächstes zu tun ist, wo man hingehen sollte usw. Hierzu aber später mehr.

Steuerung:
********
Eingängig und nicht sonderlich kompliziert. Hier stimmt ausnahmsweise alles. Mit X greift man mit einem leichten Angriff an, mit Y führt man einen schweren Angriff aus, mittels RB und LB wechselt man zu den Skills und Spells für die Primär- bzw. Sekundärwaffe. Die Skills sind an die jeweilige Waffe gebunden, die man ausgerüstet hat (Dolch = Dolchskills verfügbar, Schild = Schildskills verfügbar usw.) und lassen sich dort auch frei zuweisen (in einem Gasthaus). Bei Zweihandklassen wie den beiden Magierklassen (Mage, Sorcerer) z.B. kann man 6 statt 3 Skills für die Primärwaffe festlegen (je 3 für RB und LB), da diese keine Sekundärwaffe besitzen. Das aber nur am Rande.

Gelaufwn wird mit dem linken Stick, die Kamera dreht man mit dem rechten Stick, LT und RT sind für Bogenschützen bzw. zum Greifen von Gegenständen oder Erklettern von Gegnern (ja, die sind so groß) gedacht. Mittels Druck auf A kann man springen und mit dem Digipad gibt man den Vasallen Befehler (links und rechts für "Hilfe!" (rechts gibt außerdem das Signal zum Buffen, z.B. mit Waffenverzauberungen durch einen Vasallenmagier), unten für "Hierher!" und oben für "Da lang!", was gleichzeitig auch ein Angriffssignal darstellt, wenn es z.B. darum geht, spezielle Punkte in der Umgebung oder am Feind anzugreifen.

Das Spiel lässt sich jederzeit per Druck auf <Back pausieren. So kann man z.B. Heintränke einnehmen, die Laterne ein- und ausschalten oder nachfüllen oder die Ausrüstung wechseln.

KI - Gegner und Vasallen:
*******************
Die Gegner-KI ist durchaus anspruchsvoll, wenn man sie auch manchmal in die Irre führen kann. Ein Oger, der merkt, dass man an ihm hochklettert, um seine ungeschützten Stellen attackieren zu können, wirft sich zielgenau auf den Rücken und versucht einen so zu zwerquetschen - was auch gelingt, wenn man nicht aufpasst und rechtzeitig abspringt. Ein Greif wird immer versuchen, sich den nervigsten Angreifer zu krallen (im wahrsten Sinne des Wortes) und ihn nach einem längeren Steigflug fallen zu lassen - was ebenfalls tödlich enden dürfte. Harpyien verzaubern die Gruppe mit einem Schlafzauber und greifen dann die wehrlos schlummernden Gefährten an und wenn man von einem Phantom besessen wurde, hilft nur noch ein beherzter Schlag eines Verbündeten, um den unliebsamen Mitbewohner wieder loszuwerden. Banditen suchen Deckung, werfen mit Sprengsätzen größerer und kleinerer Natur, blenden den Spieler und die Gruppe oder gehen auf Distanz und greifen mit Bogen und Magie an.

Die Vasallen handeln grob gemäß der Voreinstellung durch den jeweiligen Erschaffer (siehe unten) und je nach zugewiesenen Skills. Klar, dass ein Magier, der nur Waffenverzauberungen und Heilspells ausgerüstet hat, nicht viel mehr tun kann als buffen und mit dem Standardangriff versuchen etwas auszurichten. Anders sieht das z.B. bei einem Waldläufer aus, der sich aus dem Nahkampfgetümmel heraushält und die Gegner aus der Entfernung mit Pfeilen spickt. Auch Vasallen-Krieger/Kämpfer stürmen selbstständig vor und ziehen die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich, so dass die restliche Gruppe in Ruhe "arbeiten" kann. Wie einem schon am Anfang im Tutorial gezeigt wird: Die Mischung machts. Es bringt wenig, wenn sich eine Gruppe, die komplett aus einer Klasse besteht (z.B. alles Magier) auf den Weg macht. Die Reise macht so keinen Spaß, da sie doch sehr kurz sein wird ;)

Die Vasallen-KI sorgt auch dafür, dass man wenig Gegenstände verpasst. Die Vasallen öffnen selbstständig Truhen und sammeln Beute auf. Leider etwas inkonsequent, wodurch man trotzdem noch, ob des Gewichtslimits pro Charakter, Gegenstände zwischen den Charakteren hin- und herschieben muss.

Vasallen:
*******
Neben den teils durchaus eindrucksvollen Gegnern ist das Vasallensystem wohl das Feature, was Dragon's Dogma von anderen Vertretern des Genres abhebt. Man kann sich zu Spielbeginn nicht nur seinen eigenen Charakter (sehr detailliert) zusammenstellen, sondern gleichsam auch einen Hauptvasall kreieren, der einen stets begleitet und mitlevelt. Ein eigener NPC sozusagen. Zusätzlich hat man die Möglichkeit, zwei weitere Vasallen mittels Riftstone (oder durch Ansprechen in der freien Welt) zu verpflichten, auf die man aber weiters keinen Einfluss hat. Die Rüstung z.B. lässt sich ihnen nicht abnehmen (wäre auch unfair dem erschaffenden Spieler gegenüber) und ihnen angelegte Rüstung und Waffen gehen in den Besitz des Vasallen bzw. des Spielers, der ihn erschaffen hat über.

Verwirrt? Keine Sorge! Jeder Spieler von Dragon's Dogma kann einen Vasallen erschaffen, der mit ihm durch die Spielwelt reist. Gleichzeitig steht dieser Vasall anderen Spielern von Dragon's Dogma zum Ausleihen zur Verfügung. Davon merkt der eigentliche Erschaffer nichts. Der ausgeliehene Vasall erwirbt Quest- und Gegnerwissen, sammelt Gegenstände und kann sogar mit einem Geschenk vom ausleihenden Spieler bedacht werden. Was der ausgeliehene Vasall so alles getrieben hat, erfährt man nach einer Übernachtung im Gasthaus und dem darauf folgenden Abgleich mit den Spielservern.

Das Ausleihen kostet nichts, es sei denn, der Vasall hat eine höhere Stufe als man selbst. Die "Leihgebühr" zahlt man im Spiel mit Riftpoints, welche man durch Quest erhalten kann oder nach manchen Kämpfen als Loot sammelt. Auch wenn der eigene Vasall ausgeliehen wird, bekommt man die Riftpoints als Bezahlung gutgeschrieben. So wird einerseits verhindert, dass man sich als Stufe 10-Charakter zwei Level 200-Vasallen zulegt und das Spiel so zu einfach wird, andererseits ist das natürlich eine weitere Einnahmequelle, da man Riftpoints auch im Marktplatz kaufen kann ;)

Positiv an dem System ist auch noch, dass man je nach Gruppenzusammenstellung seine Vasallen die Arbeit machen lassen und selbst als Support-Charakter spielen kann. Die Möglichkeiten des Systems sind durchaus vielfältig, wenn man sich damit befasst. Die Filter- und Suchoptionen im "Rift" (die Vasallen-Domäne) sind recht detailliert, man kann Favoritenlisten anlegen und Leute, die keinen Onlinezugang haben, können vorgefertigte Vasallen benutzen.

Bevor ich's vergesse: Man benötigt keine XBL Gold-Mitgliedschaft, um seinen Vasall zu teilen oder andere Spieler-Vasallen auszuleihen! Es genügt, wenn man online ist (XBL Silber)!

Handlung:
********
Die Handlung ist schnell erzählt. Dorf wird von Drachen angegriffen, Held stellt sich ihm entgegen, dem Held wird das Herz herausgerissen, Held überlebt und sucht nach den Hintergründen.

Die Story hat durchaus Potenzial, wird aber für meine Begriffe nicht konsequent genug ausgebaut. Man will schon wissen, wie es weitergeht und warum die Dinge so geschehen, wie sie es taten. Aber durch viele Ablenkungen in den Nebenquests, lange Laufwege und teils abstrusen Wendungen dürfte hier eher ein fader Beigeschmack zurückbleiben.

Positiv hervorzuheben ist allerdings, dass man mit bestimmten NPCs "anbandeln" kann. Dies geschieht teils allerdings noch unglaubwürdiger als bei Dragon Age: Origins und zwar z.B. in der Art: Held trifft potenziellen Partner, den er nie zuvor gesehen hat. PP findet Held attraktiv. Held gibt Gegenstand X an PP oder erledigt Quest Y für PP. PP gesteht dem Helden die ewige Liebe.

Die Nebenquests stehen den Storyquests in nichts nach was Dauer oder Variation angeht. Simple "Hol X aus Y"- oder "Töte X von Y"-Aufgaben findet man eigentlich nur an den schwarzen Brettern. Diese Aufgaben dienen meist nur dazu, bestimmte selten(er)e Gegenstände als Belohnung zu erlangen oder nebenbei ein paar zusätzliche XP bzw. Gold zu bekommen. Die Nebenquests sind recht variationsreich gehalten. Mal muss man sich nachts an Schlosswachen vorbeischleichen um ins Schlafgemach der Herzogin zu gelangen oder man muss sich als Mann in Frauenkleider zwängen, um das Vertrauen einer Bande weiblicher Banditen zu erlangen. Hier kann man nicht meckern. Auch hat man die Möglichkeit, spätere Situationen zu beeinflussen, etwa indem man zu Anfang einem Questgeber nicht das originale Zauberbuch überreicht, sondern eine vorher angefertigte Fälschung weitergibt. Ich wünschte mir, von diesen Quests gäbe es mehr in anderen Spielen.

Gameplay:
********
Dragon's Dogma ist ein Action-RPG. Man kämpft also recht häufig gegen Monster, Banditen und Fabelwesen jeglicher Art. Und das regelmäßig. So regelmäßig, dass man nach ein bis zwei Wanderungen von links nach rechts die Spawnpunkte kennt. Denn diese ändern sich nicht. Normale Gegner tauchen immer wieder in der selben Konstellation an denselben Stellen auf. Einzig die größeren Gegner (Chimären, Greife, Oger, ...) wandern in gewissen Bereichen frei umher und überraschen einen - teils in ungündtigen Momenten, z.B. bei einer Eskorte ;)

Die Laufwege sind recht weitläufig. Man ist schonmal ein paar Minuten unterwegs, wenn man von Gran Soren zum Heerlager am großen Wall möchte. Es gibt zwar Portsteine, diese lassen sich aber nur an jeweils eine einzige Stelle binden, verkürzen so leider nur entweder die Rückreise oder den Hinweg, wenn man nochmal zum schwarzen Fort muss. Reittiere sucht man vergebens und sonstige Schnellreisefunktionen sind ebenfalls nicht vorhanden. Das zieht das Spiel natürlich deutlich in die Länge, sofern man sich nicht nur auf die in diesem Vergleich recht kurze Hauptquestreihe beschränkt. Es kann schonmal vorkommen, dass man in 2 Stunden Spielzeit vielleicht ein oder zwei Quests erledigt bekommt.

Dafür entschädigen einen aber die schön gestalteten Landschaften mit großem Weitblick und die Variationsmöglichkeiten bei der Charakterentwicklung, wodurch auch der x-te Kampf gegen hinterhältige Harpyien interessant gehalten werden kann. Es macht eben doch einen Unterschied, ob man als Sorcerer mit Meteoriten und Hurricanes um sich wirft, oder ob man als Magick Archer die Gegner mittels Suchpfeilen (die übrigens wirklich "heat seeking" sind, also nicht bei eingefrorenen Gegnern wirken) spickt. Wieder anders ist es, wenn man als Assassine leichtfüßig eine Hydra besteigt um ihr dann mittels feuerverzauberten Klingen einen Kopf vom Rumpf trennt oder wenn man einem Zyklop als Krieger mit einem Kriegshammer die Beine zerschmettern, so dass die restliche Truppe anschließend den Rest erledigt.

Die Animationen der verschiedenen Skills sind ansprechend gestaltet und besonders die Darstellung der Zaubersprüche sind atemberaubend. Man steht auf freiem Feld und sieht vor sich in einer Senke eine Gruppe Hobgoblins. Gelassen beginnt man damit, einen Hurrikan heraufzubeschwören (das dauert natürlich seine Zeit), visiert dabei schonmal das Zielgebiet an und entfesselt anschließend die vernichtende Macht dieses Zaubers: Ein riesiger Windwirbel baut sich auf, schleudert die Gegner in die Luft, reißt Gegenstände aus der Umgebung mit sich, welche dann zusätzlich Schaden verursachen und wächst immer weiter (höchste Ausbaustufe) bis die Grenzen zwischen Tornado und Hurrikan verschwimmen. Am Ende Fallen eventuell noch lebende Gegner zu Boden, was in den meisten Fällen schon genug sein dürfte, um den Sieg davonzutragen. Oder "Bolidenhagel" bzw. "High Bolide", welcher bis zu 10 große Meteoriten aus dem Himmel auf die Gegner stürzen lässt. Diese sind zwar nicht direkt steuerbar, gerade bei großen Gegnern suchen einige Geschosse aber dennoch selbsttändig ihren optimalen Einschlagpunkt, so dass auch größere Gegner durch ein oder zwei Zauber dieser Art das Zeitliche segnen können.

Was mich persönlich stört ist, dass es nur einen Speicherslot gibt. Ok, eigentlich sind es 2 (1x selbst ausgelöstes Speichern, 1x Autosave), die aber nur beim Tod des eigenen Charakters getrennt geladen werden können. Das macht das Experimentieren mit Charaktereinstellungen, Quests oder Ausrüstung etwas komplizierter bzw. endgültiger. Gerade bei einem Open World-Spiel sollte man mehrere Speicherslots zur Verfügung haben. Dies wurde bisher auch nicht per Patch nachgebessert.

Charakterentwicklung:
*****************
Parallel zu den obligatorischen Erfahrungspunkten erwirbt der Spieler Disziplinpunkte. Mit diesen Disziplinpunkten kann man Skills und Fähigkeiten kaufen, in Abhängigkeit des jeweiligen Rangs in der gewählten Klasse. Dragon's Dogma unterscheidet hier zwischen (Spezialisierungs-)Rang und Stufe. Der Rang gibt an, wie weit man innerhalb der gerade aktiven Klasse fortgeschritten ist, die Stufe legt die Rahmenbedingungen des Charakters selbst fest (unter berücksichtigung der aktiven Klasse beim Stufenaufstieg). Es ist also theoretisch möglich, einen Level 150-Charakter zu spielen, der nur Grundskills als Magier hat, weil er dort erst auf Rang 1 ist. Dennoch hätte er eine beachtliche Zahl an Hitpoints und Ausdauer, gemessen an einem Stufe 1 Magier.

Klassen (in Dragon's Dogma "Vocations" genannt) lassen sich beliebig in Gasthäusern wechseln. Das erstmalige wechseln der Klasse schlägt mit 1000-1500 Disziplinpunkten zu Buche, nachfolgende Wechsel in bereits bekannte Klassen sind kostenlos. Bereits ausgegebene Disziplinpunkte kann man nicht zurückerhalten und auch die gekauften Skills und Fähigkeiten lassen sich nicht zurücksetzen.

Manche Skills überschneiden sich, besonders in Bezug auf die Hybridklassen. Einige Fähigkeiten (z.B. mehr Ausdauer bei Nacht) können auch aktiviert werden, wenn man nicht die Klasse spielt, in der diese erworben wurden.

Als Klassen gibt es die klassische Einteilung in Nahkämpfer, Magier und Fernkämpfer, aufgeteilt in insgesamt 9 Klassen: Kämpfer, Krieger, Mysic Knight, Streicher, Waldläufer, Assassine, Magier, Sorcerer, Magick Archer. Die Klassen spielen sich auch innerhalb einer "Familie" recht unterschiedlich. Zum Beispiel ist der Kämpfer dank Schwert und Schild auch zu defensiven Manövern in der Lage, als Krieger besinnt er sich dann eher auf Zweihandwaffen und eine eher offensive Vorgehensweise. Wechselt man dann zum Mystic Knight, mischt man das alles noch mit etwas Magie und Zauber und muss den Charakter wieder etwas anders spielen, was durchaus Abwechslung in den Spielalltag bringen kann, zumal der Klassenwechsel nach einmaligem Freischalten kostenlos ist. Wenn man dann das Nahkampfleben satt hat, spielt man eben einige Zeit als Sorcerer weiter und versucht sich dann vielleicht nochmal als Waldläufer? Oder vielleicht doch Assassine? Man ist hier absolut an nichts gebunden - davon wünsche ich mir ebenfalls mehr, auch bei anderen Spielen :)

Fazit:
*****
Dragon's Dogma braucht Zeit. Viel Zeit. Zumindest, wenn man sich nicht nur um die Hauptquests kümmert, sondern sich auch Zeit nimmt, die Gegend zu erkunden und die schön gestalteten Nebenquests zu erleben. Außerdem muss man jede Klasse mindestens einmal angetestet haben - es lohnt sich auf jeden Fall :)

Die Grafik könnte besser sein, der Sound zeitlich besser abgestimmt werden und eine Schnellreisefunktion oder Transportmittel irgendwelcher Art wären auch nicht die schlechteste Verbesserung. Die deutschen Texte sind zwar verständlich geschrieben, aber peinliche Übersetzungsfehler sind doch erkennbar (wobei das ja in Deutschland nichts neues ist...). Gesprochenes ist nicht Lippensynchron und auf dem normalen Schwierigkeitsgrad wird man doch um einige Frustmomente (speziell im PostGame-Bereich) nicht umhin kommen. Auch mancher größere Gegner (z.B. der goldene Golem im Hexenwald) ist auf normalem Schwierigkeitsgrad eine echte Herausforderung. Durch den im August 2012 eingespielten Patch kann man allerdings den Schwierigkeitsgrad ohne negative Auswirkungen auf z.B. Achievements (!) senken, was auch Einsteigern ermöglicht, sich langsam mit Dragon's Dogma anzufreunden.

Trotz der hier aufgeführten negativen Punkte ist das Spiel sein Geld allemal wert. Es bietet viele Stunden Spielzeit, eine trotz allem interessante Story mit interessanten, wenn auch abrupten, Wendungen. Das Vasallensystem motiviert zusätzlich, sich um seine Begleiter zu kümmern und das freie Klassensystem schränkt einen endlich nicht mehr in seinem Spielverhalten ein.

Wenn die genannten Kritikpunkte beim Nachfolger (Capcom möchte DD zu einer eigenständigen Marke/Serie ausbauen) eliminiert werden, kommt eigentlich kein Action-RPG-Freund daran vorbei und auch jetzt dürften Liebhaber und Interessierte dieses Genres auf ihre Kosten kommen.

Von daher: Kaufempfehlung mit einem Stern Abzug für noch fällige Verbesserungen, über die man in der Summe aber hinwegsehen kann.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.02.2013 14:45:57 GMT+01:00
Shaderball meint:
;)

Gute Zusammenfassung ;) war hilfreich
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4.4 von 5 Sternen (58 Kundenrezensionen)
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