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Kundenrezension

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein besonderes Buch, 16. Januar 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
John Williams erzählt in „Stoner“ die Lebensgeschichte des namengebenden Protagonisten. Der als Farmersohn geborene William geht zunächst zur Universität, um Agrarwissenschaften zu studieren. Bei einem Pflichtseminar in englischer Literatur entdeckt er aber seine Liebe zur Literatur und wendet sich von seiner ursprünglichen Fachrichtung ab. Der Leser begleitet ihn durch alle Höhen und Tiefen, liebt und leidet mit ihm.

„Stoner“ ist einer der besten Romane, die ich in den letzten Wochen und Monaten gelesen habe. Sehr ruhig erzählt der Autor vom Leben, Lieben und Sterben des William Stoner, parallel dazu flicht er, gut zur die Handlung passend, die die erste Hälfte des 20 Jahrhunderts bestimmenden historischen Ereignisse ein. Dadurch erhält der Roman einen sehr guten zeitgeschichtlichen Bezug.

Die Personen, denen man im Roman begegnet sind alle nicht die unbedingten Sympathieträger. Ihre Charaktere sind streitbar, sie haben viele Ecken und Kanten, an den der Leser sich reiben kann. Ihre Handlungen oder auch Reaktionen sind nicht immer nachvollziehbar, manchmal sogar völlig unerwartet. Kurz, sie sind menschlich.

Spannung ist es nicht, das mich als Leser den Roman nicht aus der Hand legen ließ. Diese kam nur stellenweise auf, fehlte mir aber auch nicht. Dafür begeisterte mich jedoch die Erzählstärke des Autors. Ruhig, sensibel und sprachlich einfach nur schön wird dieser nachdenklich stimmende Roman um einen eher unscheinbaren Protagonisten erzählt. Er ist von der ersten Seite an eine wunderbare Liebeserklärung an die Literatur.

Der Protagonist William Stoner hat in seinem Leben weder im Kreis seiner Familie noch in seinem Arbeitsleben tiefe Spuren hinterlassen. Er ist ein Gescheiteter.

Ganz am Ende des Buches und von Stoners Leben, sozusagen als Höhepunkt, fand ich dann wohl eine der eindrucksvollsten und schönsten Sterbeszenen, die mir als Leser bisher begegnete. Sie hat mich unwahrscheinlich berührt. Letzten Endes war sie ein Spiegelbild seines Lebens, er ist so gestorben, wie er auch gelebt hat.

John Willians' „Stoner“ hat sich tief in mein Gedächtnis eingeprägt und wird seinen wohlverdienten Platz im Regal meiner Lieblingsbücher beziehen. Es freut mich sehr, dass dieser Roman doch nicht ganz vergessen wurde.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.01.2014 00:40:02 GMT+01:00
Sileah meint:
..."fand ich dann wohl eine der eindrucksvollsten und schönsten Sterbeszenen, die mir als Leser bisher begegnete."

Ging mir auch so. Es hatte nichts bedrohliches, ich fand es sogar friedlich. Schöne Rezi.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.01.2014 09:03:42 GMT+01:00
HeikeM meint:
Danke, Sileah.

Veröffentlicht am 19.01.2014 10:32:19 GMT+01:00
Die Sterbescene hat m.E. etwas mit der eigentlichen Aussage des Buches zu tun. Das 73 Sonett von William Shakespeare, am Beginn des Romans von Sloane im Unterricht gelesen ist vermutlich der Schlüssel zum Gesamtverständnis.
"In mir siehst Du den späten Tag sich neigen,
Das Dunkel in die graue Dämmrung dringen,
Die Nacht mit ihrer Schwärze langsam steigen,
Und Todes Bruder, schlaf die Welt umschlingen.
...
Ein Sterbelager, wo sie muss verenden,
Verzehrt vom Brennstoff eigner Lustbarkeiten.
Siehst du all dies, wirds Deine Liebe steigern:
Denn was Du liebst, wird Tod Dir bald verweigern."

William Stoner liefert die Inerpretation des Sonetts durch das eigene Leben, beziehungsweise John Williams, durch die Figur Stoner, der nicht umsonst William getauft ist..

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.01.2014 13:45:12 GMT+01:00
HeikeM meint:
Ja, ganz genau so sehe ich das auch. Deshalb ist dieser Roman in meinen Augen auch so schlüssig.
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