Kundenrezension

27 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ...schade um das Talent ..., 8. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Encore (Audio CD)
Ich nahm David Garrett zum ersten Mal vor vielleicht 4-5 Jahren bei einer Talkshow wahr und ca. 3 Minuten reichten bereits, um mir ein Unbehagen zu bereiten. Da sass dieser flott drapierte junge Mann mit sehr viel Selbstbewusstsein in der Talkrunde und wurde zum Schluss auf ein Malheur angesprochen, welches ihm bei einem Abgang von der Bühne passierte. Er war wohl gestolpert und seine sündteure Geige ging zu Bruch. Ob ihn das sehr getroffen habe, fragte ihn der Moderator und David Garrett behandelte dieses Geschehnis, als ob uns Normalbürger gerade mal eine Flasche Mineralwasser aus der Hand gerutscht sei.
Was mich irritierte war der fehlende Respekt. Dieser fehlende Respekt vor diesen außergewöhnlichen Geräten - vor der Leistung der Erbauer.
Er selbst kam da schon rüber als der "Achtung hier bin ICH - und sonst zählt hier gar nichts".

Natürlich kann der Mann Geige spielen und ich mag auch sogenannte Cross-Over-Ansätze.

Jetzt bekam ich also zum ersten Mal eine seiner Platten in die Hand, schob sie in meinen PC und hörte mir ein Stück nach dem andern an.
16 Titel! Also gut.

Was in meiner Playlist letztlich übrig bleibt ist: New Day (ganz nettes Arrangement) und "Clair du Lune" -- den Rest habe ich sofort wieder gelöscht.

Ich muss zugeben, dass mich diese Songs einigermaßen erschüttern... und ich komme wieder zurück zum obigen Thema "Respekt".

Ich kann nicht hören, dass David Garrett die Stücke wirklich respektiert - er benutzt sie um sie so schön zu verpacken, dass er damit ein Maximum an Popularität und Geld generiert.
Und das gelingt offenbar hervorragend und ich möchte das auch nicht kritisieren. Jeder der hierfür sein Geld investiert ist ja eigenverantwortlich.

Am deutlichsten wird das z.B. bei "Air" - mal abgesehen davon, dass die Welt nun wirklich keine 250.000ste Version mehr benötigt. Das Stück mit Groove und Drums zu spielen nimmt ihm jeden Charakter und macht es eben nur "zuckersüß" - aber nicht wirklich ergreifend.
Über seine Interpretationen von "Summertime" und gerade "ain't no sunshine" hülle ich den Mantel des Schweigens -- bis heute habe ich noch keinen "Klassiker" gesehen, der im Jazz wirklich zu Hause ist und David Garrett schon gar nicht.

Jedes Stück ist auf Wirkung ausgelegt und nicht auf Authentizität. Hier zählt der Geiger und nie das Stück

David Garrett reiht sich ein in die Riege von Musikern wie z.B. Kenny G, der ebenfalls einen massenhaften Erfolg hat. Diese Leute haben ein Problem: sie benutzen teilweise hervorragende Werke und arrangieren sie auf modern. Damit sind sie populär, sie haben eine Fangemeinde, sie verdienen massenhaft Geld. Aber es geht ihnen nie darum, dem Stück wirklich eine neue Identität einzuhauchen. Sie benutzen sie, um selbst als Interpret zur Wirkung zu kommen und Eindruck zu schinden.
Ihr langfristiges Problem liegt darin, dass Ihnen durch ihren eigenen respektlosen Umgang mit tollen Werken der Musik (ob Stücke oder Instrumente) der Respekt der wirklichen guten Musiker auf Dauer verwehrt bleiben wird.

David Garrett ist jung und er ist ein guter Geiger. Als was möchte der Mann mal in Erinnerung bleiben wenn er älter ist und es leid ist die Nullen auf seinem Bankkonto zu zählen?
Wenn er als ernsthafter wirklich innovativer Cross- Musiker in Erinnerung bleiben möchte, dann hat er noch viel vor -- mit dieser Platte jedenfalls entfernt er sich - da reicht auch das passable "Clair Du Lune" nicht aus.

Ich weiß was die vielen vielen überschwänglichen Rezensionen aussagen möchten - aber ich befürchte, sie lassen sich einfach gern blenden und in Watte packen. Sie erliegen nicht der guten Musik. Sie erliegen einem cleveren Produkt das durchgestylt ist um maximalen Profit einzufahren.

Bei mir wirken solche Ansätze manchmal schon -- aber das hier ist mir einfach zu offensichtlich.

Fazit: Ich mag Cross Over - Der Mann hat Talent - aber er stiehlt den Werken die Show und daran könnte er arbeiten..
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Kommentare

Von 4 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 31.07.2011 11:34:38 GMT+02:00
Carina meint:
Ich kann Ihre Gedankengänge nachvollziehen.
Inzwischen gibt es ja auch die "Rock-Symphonies", ebenfalls Crossover. Nach dem Besuch eines Konzertes im letzten Jahr war ich begeistert und meldete mich in seinem Fan-Forum an. Um genau drei Wochen später wieder rauszufliegen. Ich hatte mal etwas Kritisches anzumerken gehabt und etwas gemosert. Ich bin einfach zu aufmüpfig für so eine Dauerbeweihräucherung, es geht ihm eher darum, angehimmelt zu werden.
Dabei ist er ein absolut begnadeter Musiker, seine Klassik-Konzerte sind phantastisch. Er will ja auch immer die Jugend für die Klassik begeistern. Mir ist das zu "verkrampft lässig", ich möchte im Konzert auch mal ein schönes Kleid anziehen statt zerrissener Jeans, habe keinerlei Probleme mit ein paar älteren Leutchen um mich herum und ich mag es auch nicht, wenn zwischen den Sätzen geklatscht wird. Ich besitze alle seine Alben, sowohl die klassichen als auch Crossover. Im Ergebnis höre ich - wenn überhaupt - nur die Klassik. Von der Encore halte ich auch nur "Clair Du Lune" aus, da geht es mir wie Ihnen. Bei der Virtuoso ist nur die "Paganini Rhapsody" übriggeblieben. Ansonsten war es das für mich mit David Garrett. Andere Solisten spielen auch hervorragende Konzerte. Die Crossover-Schiene brauche ich auch nicht, und ihn selbst schon gar nicht. Zu selbstverliebt, zuviel Marketingprodukt, zu arrogant, zu unecht, zu patzig zu Fans. Es ist schon beachtlich, wenn es einer schafft, nach drei Wochen durch Zensur und öffentliches Anprangern einen neuen Fan zu vergraulen.
Nein, da gehe ich lieber zu Vadim Repin, Joshua Bell oder Daniel Hope.

Veröffentlicht am 13.11.2011 13:37:17 GMT+01:00
Bücherwurm meint:
Hallo, mich würde super arg interessieren in welcher Talkshow das war! Könnten Sie mir das vielleicht sagen?
Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.08.2012 08:56:37 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.08.2012 08:59:19 GMT+02:00
@ Carina

Genau so hört es sich an, wenn jemand einen Korb bekommen hat. Erst Hochjubeln, dann in Grund und Boden reden.

Kritisches anzumerken? Was genau war es? Gemosert? Worüber? Und mit welchem Wortlaut.
Kritik ist NICHT = sich negativ über etwas auszulassen, sondern konstruktives Feetback!

Und Kritik geben, also konstruktives Feetback, kann nur jemand der sich mit der Materie um die es geht auskennt, in diesem Fall das Violinenspiel, und in der Lage ist sich Objektiv zu äussern.
Alle anderen Äusserungen sind Subjektiv, also geben nur den persönlichen Geschmack, das persönliche Gefühl wieder.

Alle Alben zu besitzen zeugt doch von großem Fan. Danach zu sagen ich höre aber nur noch 2 Stücke und ziehe jetzt andere vor zeugt wieder von einem Fan der/die sich verstoßen fühlt.

Schon mal darüber nachgedacht, dass David Garrett gar keine Zeit hat sich persönlich um seine Website und das dort enthaltene Forum zu kümmern? Das es ein Management gibt, dass diese Aufgaben erfüllt bzw. an kompetente Personen delegiert?

In einer Rezension zur Musik ist es völlig fehl am Platz sich negativ, neidvoll, ablehnen über den Musiker auszulassen.
Das eine ist die Musik, die man mag oder nicht. Das andere ist die Person die man mag oder nicht. Beides sollte man voneinander trennen können.

Veröffentlicht am 13.08.2012 08:58:32 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.08.2012 10:28:42 GMT+02:00
@ A. Maron
Diese Rezension bezieht sich NICHT auf die Musik sondern darauf einen Menschen schlecht zu machen. Es hört sich nach purem Neid an.

Im übrigen sollte man die Biographi von David Garrett mal verfolgen, dann erkennt man leicht, dass nicht er als "ich bin der Größte" auf die Bühnen der Welt kam sondern seit seiner Kindheit Violine spielt und wegen seinem herausradendem Talent von Medien, Musikindustrie und Fans zum Hype gemacht wurde!

Veröffentlicht am 28.12.2012 15:05:58 GMT+01:00
Das Missgeschick mit der Geige geschah im Dezember 2007. Er hatte ein Konzert im Londoner Barbican Centre gegeben. Seine Eltern waren zu diesem Konzert nach London gekommen, und wahrscheinlich hatte er es deshalb beim Verlassen des Gebäudes eilig. Jedenfalls rutschte er auf der Treppe aus und fiel rückwärts auf den Geigenkasten (den trägt er stets selbst auf dem Rücken). Konzertschuhe können manchmal sehr glatt sein! "Als ich den Geigenkasten öffnete sah ich die in Stücke gebrochene Violine. Ich saß auf dem Fußboden, war unfähig zu sprechen oder aufzustehen. Diese Violine war acht Jahre lang mein ständiger Begleiter und es war als ob ich einen guten Freund verloren hätte," so David Garrett über seinen Unglückssturz. Ich habe ihn dies auch so im BBC Frühstückfernsehen erzählen sehen. Von "fehlendem Respekt" war in dieser Sendung nichts zu merken. Ich denke eher, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits in jeder Menge Talk Shows zu diesem Unglück befragt worden war, und daher in der oben genannten Sendung "mit etwas Abstand" zu diesem Vorfall antwortete. Die Violine wurde übrigens in einem aufwendingen Reparaturverfahren wiederhergestellt.

Veröffentlicht am 02.01.2013 20:44:40 GMT+01:00
Partyfrank meint:
Auweh...es schmerzt sehr, wenn man den Neid liest, der hier so offensichtlich zwischen den Zeilen herausquillt! Ich habe diese CD auch und ich liebe sie inzwischen. Ich bin kein Klassik-Fan..aber duch solche CDs wier diese hier, werde ich es langsam und immer mehr. Ich bin kein weiblicher Teenager-Fan sondern ein erwachsener Mann, der diese CD wegen der genialen Musik, dem tollen Sound und eben wegen dem Talent des Herrn Garrett so mag. Ich bin nicht neidisch, weil er ein sehr gutaussehender, junger, extrem talentierter und - zwangsläufig u. völlig zu recht- erfolgreicher Künstler ist. Einige Leute scheinen aber genau damit ein Problem zu haben und hier nicht die Musik und Leistung zu bewerten sondern Ihrem Ego ein bisschen Luft verschaffen zu wollen..traurig und lächerlich zugleich! Wenns Ihnen hilft, bitte, aber deswegen 1 Stern zu vergeben ist eine Frechheit. Hier wäre der Gang zum Psychologen angebrachter um etwaige Defizite des eigenen Selbstbewusstseins aufzuarbeiten. Habe auch inzwischen einige TV-Talkshow-Auftritte gesehen aber NIEMALS habe ich David Garrett darin arrogant gesehen.."Hier bin ich...ich bin der beste also liebt mich"...im Gegenteil! Er ist trotz des enormen Erfolges (für den er 25 Jahre hart gearbeitet hat) absolut auf dem Boden geblieben und bleibt stets freundlich, bescheiden und sympathisch. Das ist nicht bei so vielen berühmten Künstlern der Fall..Was Sie hier über seine Person und Charakter aussagen ist einfach nicht richtig. Dass sie ihn so gut kennen um das wirklich beurteilen zu können, wage ich zu bezweifeln. Ihre 1-Stern-Anti-Fanboy-Neid-Rezension ist lächerlich, total fehl am Platz und sollte von Amazon gelöscht werden. 6, setzen!
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