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Kundenrezension

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Gerechtigkeit ist stets ein Los und nicht eine Tatsache.", 1. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Richter und sein Henker. (Taschenbuch)
"Der Schriftsteller lachte. Er sei eben auch eine Art Polizist, sagte er, aber ohne Macht, ohne Staat, ohne Gesetz und ohne Gefängnis hinter sich. Es sei auch -sein- Beruf, den Menschen auf die Finger zu sehen."

Auch Kommissar Bärlach, Dürrenmatts seltsamer Kriminalist (der nach diesem Roman nur noch einen Auftritt in Der Verdacht hat) ist "eine Art" Polizist. Doch mehr scheint er ein Teil der schweizerischen Regenlandschaft zu sein, ein Relikt; eine stets nur auf die Entfernung überhaupt greifbare Person.
Dürrenmatt hat mit dieser Gestalt sicherlich eines der wenigen Phänomene in der Welt des Kriminalromans geschaffen, doch zugleich auch eines der unnahbarsten dieser Phänomene, und in diesem Wesenszug den Detektiven aus Krimis von Hammett oder Chandler nicht gänzlich unähnlich, wenn auch nicht auf die amerikanisch-beißende Weise, eher mehr auf die triste Art, doch fernab jeder Melancholie. Im Prinzip ein Phänomen, dem man geradezu archäologische Bemühungen entgegenbringen müsste, um es zu verstehen oder ansatzweise zu entschlüsseln. Doch dem Leser kann es ja ruhig verschlossen bleiben.

Der Fall mit dem sich Kommissar Bärlach konfrontiert sieht, wäre in Amerika ein "worst case": Der Mord an einem Polizisten. Dieser wird nahe eines kleinen Dorfes erschossen in seinem Wagen aufgefunden, ohne das er dort zu seinem offiziellen polizeilichen Einsatz weilte. Bärlach und der ihm auf Wunsch zugeteilte Kollege Tschanz untersuchen die nähere Umgebung und stoßen bald auf das Haus eines gewissen Gastmann, eines alten Bekannten von Bärlach, mit dem dieser schon ein Leben lang einen Kampf ausfechtet...

Das ganze Buch ist schon etwas seltsam und verliert nie den leichten Zug eines Traums oder Alptraums, nie die leicht kafkaesken Züge, welche anscheinend bisher wenigen an dem Buch aufgefallen sind.
Zumindest ist Dürrenmatt ein exzellenter Stilist. Die Beschreibungen der Landschaft sind karg, aber bildreich, die Stimmungen knapp, aber präzise und eindringlich. Alles an der Sprache und Darstellung scheint über das eigentliche hinauszuweisen und doch bleibt fast das ganze Buch auf einer einzigen Spur.
Am Ende müsste man es, wie man es von einigen Krimis behaupten kann (und das sind wahrlich nicht die schlechtesten!), eigentlich noch ein zweites Mal lesen. Aber einmal reicht vielleicht auch. Ja, einmal sollte man dieses düstere Werk lesen, dass letztlich beides ist, wie ein Vexierbild: Krimi und Antikrimi. Und auf beide Weisen ist es lesenswert.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.12.2014 01:59:48 GMT+01:00
Frank Daske meint:
Ja, ich denke, ich liege da auf Ihrer Linie und auch der eines anderen kommentators, der aber ähnlich schreibt. Mir ist es wichtig, diese " Stimmung", die in "der Richter und sein Henker" beschrieben wird, noch mal aufzunehmen: Sie schreiben zurecht, die ganze Schilderung verliert nie etwas von einem Traum oder Albtraum, die Beschreibung der Landschaft karg, aber bildreich, die Charaktere knapp, aber eindringlich und klar. Ich denke, es war auch (obwohl ich nicht weiß, dass Dürrenmatt dies so bewußt gemacht hat) seine Absicht, die Stimmung mit derartig knappen und kargen Bildern zu skizzieren, denn Unwägbares, Gespenstisches und Dubioses, ja "Halbmoralisches", wie es ja beide Hauptcharaktere dieses Romans haben, eben Gastmann und Bärlach, in sich tragen, würde nicht erreicht werden, wenn man sie ausführlicher und mit Nyancen geschildert hätte, denn dann besteht immer die Möglichkeit für den Leser, sich zu sehr mit dem ein oder anderen zu identifizieren. Das soll aber, so glaube ich, bei beiden Protagonisten vermieden werden, sonst wären wir wiederum bei dem "gewöhnlichen" schwarz-weiß-Muster angelangt, den man aus soo vielen, deswegen aber nicht unbedingt schlechteren Krimis kennt.
Nur hier geht es dem Autor um anderes, wie ich vermute, nämlich den Leser allein zu lassen mit der "unperfekten" Moral, die eben alle drei, Tschanz sowieso, aber auch natürlich Gastmann und auch Bärlach, so macht, dass an Ihnen irgendwie etwas haften bleibt, was wir an uns nicht gerne hätten. An diese Klarheiten können die Leser sich (oder Menschen im allgemeinen) natürlich nur schwer gewöhnen und sich damit abfinden, ich meine, wenn etwas uneindeutig ist und es keine klaren Ergebnisse, bzw Schubladen gibt, denen sie Ereignisse und Chrarktere zuordnen möchten. Deshalb finde ich es auch gut, dass viele andere Leser erkannt haben, dass es eher ein Parabel ist, als eine Kriminalstory.
Die uns zum Nachddenken anregen sollte. Natürlich wird "gerechtigkeit" nicht immer auf rechtlichen Wegen erreicht, das ist auch oft nicht möglich, genauso wie man in sich selbst, wenn man denn mal im stillen Kämmerlein in sich geht, entdecken wird, dass dieser Wesenszug des Gastmanns, einst ein Verbrechen oder generell Straftat (oder auch etwas runtergebrochen) etwas "Schlechtes, Böses" tun zu können, ohne dass es jmd merkt und es sanktionsfrei bleibt, dem ein oder anderen verlockend erscheint und wohl jeder schon einmal diesen Gedanken hatte. Das ist natürlich schwer zuzugeben, da selbstverständlich "keiner" böse sein will, da sich-davon-schleichen gesellschaftlich und innerpsychologisch negativ besetzt wird, doch es der Realität menschlichen Seins nicht gerecht wird, da es als Gefühl jedem schon irgenwann einmal begegnet ist und wir uns diesem Gefühl nur schwer entziehen können, genausowenig dem Motiv Bärlachs, dem der "Rache" ("Rache ist süß"). Auch wenn wir sein indirektes Spiel vielleicht unehrlich und nicht lupenrein Rechtlich finden und an ihm der Makel des "ja ja...., aber du donntest ihn ja nicht direkt zur Strecke bringen.." anhaftet, so wird der Leser doch gleichzeitig irritiert und damit auch einer gewissen Zumutung ausgesetzt, ob er den Kommisar nun sym- oder antipatisch finden soll, damit, dass dieses "zur Strecke bringen freilich etwas teuflisches an sich hat, das an Raffinesse und der perfiden Art, wie es zum Schluß des Romans aufgekärt wird, und damit der Leser zum Höhepunkt geführt wird, sowohl figurentechnisch, als auch dramaturgisch kaum zu überbieten ist....
So läßt uns diese richtig als düster und gespenstig beschriebene Stimmung des Romans (deswegen eben nur 116 Seiten) zurück mit der Zumutung, sich mit keinem der Hauptpersonen richtig wohlzufühlen und zu identifizieren. Und dieses Nachdenken, wie gerecht Justiz und die Aufklärung von Kriminalfällen und wie moralisch zu werten die Motive denn so sind, ist durchaus etwas, was in der Intention des Autors stand.
Noch ein letztes: ein anderer Kommentator schrieb, dass wohl einer der genialsten und gespentigsten Szenen diejenige war, in der Bärlach den Tschanz sein ganzes gerissenes, teuflisches Spiel offenbart und dieses mit einem derartigen, fast sadistischen Genuß tut, der durch das Genußvolle Verspeisen einer immer wieder mit neuen Fressalien gefüllten Tafel genial unterstreicht wird, zumal angesichts der Todesgefahr durch seine Krankheit, so dass man als Leser fast den Eindruck bekommen muß, wie fatalisticeh egal dem Bärlach seine eigene Gesundheit sein mag, so groß ist die Genugtuung, v.v. nach dem ersten Opfer jetzt auch noch diesen von Ehrgeiz zerfressenen Polizisten, der sich reinwaschen wollte, zu eröffnen, dass ier über ihn Bescheid weiß. ... - .. eine der stärksten Szenen des Buches, wenn nicht die Stärkste. .... alles in allem Starke Motive, die einem aber glaube ich erst auffallen, wenn man den Roman ein zweites Mal liest und nebenbei ein nicht unerhebliches Interesse an Psychologie hat. Genial umgesetzt mit wenig Ausfühlichkkeit des Autors, aber notwendig aus den oben beschriebenen Gründen.

Chapeau Herr Dürrenmatt.
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