Kundenrezension

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Ansatz mit Schwächen, 5. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Freiheit: Ein Plädoyer (Gebundene Ausgabe)
Schüsselsätze, die mir auffielen:

" Es ist wichtig zu begreifen, das wir der Toleranz nicht dienen, wenn wir unser Profil verwässern, sondern indem wir uns umgekehrt unserer eigenen Werte vergewissern." (S. 49)

Dies ist zu unterstreichen. Falsche Toleranz IST Gleichgültigkeit, und dient niemals den Menschen und der Problemlösung. Die Deutschen sollten endlich zu einem positiven Nationbewusstsein finden, anstatt alles was nur Konservativ aussieht als Nationalismus zu geisseln. Nur ein starker Eigenwert kann menschlichen Austausch ermöglichen.

"Entscheidend ist die Teilhabe an der Macht oder die Unterwerfung unter diese Macht die uns zu Bürgern, oder Nichtbürgern macht." (S. 61)

Nun, daran krankt nicht nur dieses Land, aber in den letzten Jahren hat eine Erosion der ohnehin sehr beschränkten Teilhabe der "Volksherrschaft" stattgefunden. Dies lässt sich nicht schönreden. Die Bürger fühlen sich beinahe überhaupt nicht mehr beteiligt, um so mehr die wichtigsten Entscheidungen von der Brüsseler Bürokratie ausserhalb jedweder demokratischer Teilhabe getroffen werden (das Europa Parlament macht nur Vorschläge). Diese Thematik ist anscheinend nicht vorrangiger Teil der Gedankenwelt von Herrn Gauck.

"Warum gehen wir oft in die nichtdemokratische Welt hinaus und tun so, als hätte unsere demokratische Welt "Nichtwerte", fühlen uns stattdessen betroffen von dem, was die Potentaten dort über uns behaupten: "Wir seien Imperalisten, wir wollen ihnen unsere westlichen Werte überstülpen?" (S. 54)

Weniger allein unsere Werte sind es, die die Potentaten (und auch Demokraten) stören, sondern unsere sehr selektive Wahrnehmung derselben. Wo eben wirtschaftliche Interessen jeglicher Art (Rohstoffe, Handelswege, Märkte) bedroht oder zu übernehmen sind, dort wird das mediale Auge hingelenkt und gar versucht per Armee dieselben zu sichern oder zu annektieren. Wo kein Ansprüche der westlichen Welt wichtig sind, herrscht Vergessenheit. Manch Konflikt bleibt vollends unerwähnt, während die Beispiele für "Menschenrechts-/Demokratie-/Freiheitsinterventionen" Legion sind. Das fällt natürlich nicht nur den dort Machthabenden auf, sondern auch den betroffenen Völkern.

Aktuelles Beispiel der angeblichen Forderung nach westlichen Werten sind wohl die nordafrikanischen und arabischen Staaten. Leider stellt sich mehr und mehr heraus, das die Mehrheit dort, trotz westlicher Andersdarstellung, eher islamische bis islamistische Werte wichtiger findet. Haben Nationen nicht das Recht, sich ohne grösseren Einfluss der stärkeren und bewaffneteren zu entwickeln. Das völlige Scheitern der Demokratisierung des Irak's und Afghanistan's scheint ebenfalls nicht in Herrn Gaucks Ansichten zu passen.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.04.2012 13:18:03 GMT+02:00
Sobota meint:
Hallo Herr Klinger,
danke für Ihre sachliche und mit konstruktiver Kritik versehene Rezension.
Zum Thema Toleranz erscheint mir die Verwendung des Begriffes "Nichtwerte" auf S. 54 unglücklich gewählt. Im Nachsatz stellt Herr Gauck die Frage: "Wem dienen wir eigentlich mit diesem Defätismus?" Der Begriff Defätismus bezeichnet das Gefühl, dass keine Aussicht auf Erfolg besteht und die Neigung aufzugeben (bevor man begonnen hat). Konkret bezieht er das später auf seine "evangelischen Brüder und Schwestern und einige Grüne und sozialdemokratische Christen". Ihre "Güte und Großmut sei teilweise so unendlich groß, dass sie fortwährend alle Schuld der Welt einräumen, anstatt zu sagen: In diesem unserem Land herrscht seit über 60 Jahren Frieden...". Ich vermute dies ist eine rhetorische Übertreibung. Weder dürften Güte und Großmut in den genannten Kreisen unendlich groß sein noch hält jeder Politiker/ jede Politikerin mit ihrer Meinung hinter dem Berg, wenn Menschenrechte offensichtlich und grob missachtet werde. Im übrigen vermisse ich in der Aufzählung die Christen mit dem C im Parteinamen. Die sind naturgemäß auch nicht alle gleich, aber einige von ihnen vertreten klare, werteorientierte Standpunkte.
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