Kundenrezension

77 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hiermit sind die Stones offiziell IN WÜRDE 50 geworden!, 16. November 2013
Rezension bezieht sich auf: The Rolling Stones: Sweet Summer Sun - Hyde Park Live [DVD+2CD] (DVD)
Vorweg: Mitunter das Schönste an Veröffentlichungen dieser Art ist vielleicht, dass sie dazu animieren, den hauseigenen Steine-Hör-Katalog wieder einmal zu durchforsten, um sich der einen oder anderen Perle nach längerem wieder einmal erfreuen zu dürfen. So auch geschehen in meinem Fall...

Nun zu vorliegendem Produkt:
Essenziell ist "Sweet Summer Sun" - nüchtern betrachtet - eigentlich nicht. Für den eingesessenen Stonologen sind höchstens die Live-Versionen vom Neuling "Doom & Gloom" sowie "Emotional Rescue" interessant, alles andere hat's im Grunde schon einmal auf einem der zahlreichen anderen Live-Tonträger gegeben.
Kritisch hinterfragen muss man bei diesem Gesamtwerk also (wieder einmal), ob es denn der Fan wirklich nötig hat nun die 5. Live-Version von Klassikern wie "Brown Sugar", "JJF" oder "Satisfaction" uva. auf Tonträger besitzen zu müssen. Die Antwort darauf: Jein!
Natürlich sind es einmal mehr die alten Hüte, die die Stones zu ihrem 50er im randvollen Londoner Hyde Park zum besten geben - missen möchte man (vor allem als Fan) die eine oder andere Live-Inszenierung dennoch nicht. Dazu aber ohnehin gleich mehr...
Und überhaupt: Welche Songs hätten die Steine denn zu gegebenem Anlass ansonsten spielen sollen? Freilich hätt's auch mich mehr gefreut, wenn man den einen oder anderen nicht so oft dargebrachten Klassiker ("unbekannteren" passt im Falle der Stones einfach nicht) gespielt hätte. "You Got The Silver" war ja bereits auf SHINE A LIGHT zu hören - und da hat's für meinen Geschmack irgendwie stimmiger geklungen, um ehrlich zu sein...
Immerhin wird man in den gelungenen Zwischensequenzen der DVD mit Backgroundsongs beglückt, die man nicht unbedingt obligatorisch bei Stones-Konzerten vorgesetzt bekommt (u.a. "Let's Spend The Night Tohether", "Moonlight Mile", "Hide Your Love" etc.).
Die Setlist ist im Allgemeinen mit vorwiegend älterem Material bestückt. "Satisfaction" (1965) ist der älteste Song, der neueste - neben dem Neuling "Doom & Gloom" - ist dann schon "Start Me Up" (1981), das ja mittlerweile auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Schön wäre seitens der Band vielleicht noch die Einstreuung eines alten Blues-Hadern gewesen sowie die Hineinnahme von 2 oder 3 neueren Tracks (ich denke da z.B. an STEEL WHEELS, VOODOO LOUNGE, BRIDGES TO BABYLON und A BIGGER BANG). Das ist aber gewiss Jammern auf sehr hohem Niveau und entspringt darüber hinaus den Gedankenspinnereien eines vor sich dahinsinnierenden Stonologen...

Eins möchte ich noch zu einem anderen Rezensenten-Kommentar sagen: Dass man SHINE A LIGHT guten Gewissens vergessen kann, wenn man SWEET SUMMER SUN gehört hat, halte ich offengestanden (bei allem Respekt) für eine sehr gewagte Aussage! SHINE A LIGHT zeichnet sich meines Erachtens vor allem durch die etwas differenziertere, alternativere Setlist aus und besticht zudem durch eine intimere, nahbare Atmosphäre!
Aber gut: SWEET SUMMER SUN bietet endlich, endlich einen offiziellen Gesamtmitschnitt eines Konzertes (höchstens zusammengeschnippelt aus zwei Abenden) und überzeugt durch tolle Live-Atmosphäre (besser authentisch als zu Tode gemixt, oder nicht??), eine spielgelaunte und konzentrierte Band (hat man da etwa mehr geprobt als sonst?) und eine - trotz aller verständlichen Einwände - tadellose Setlist, die mit "Start Me Up" eröffnet und mit "You Can't Always Get What You Want" und "Satisfaction" geschlossen wird. Zu den Songs im Einzelnen möchte ich jetzt aber sowieso kommen...

Eine Anmerkung sei mir bitte noch zum angeblich "schlampigen" Sound gestattet: Ja, stimmt - man hört Ronnie und Keith nicht immer schön heraus! Und GENAU DAS macht ja den berühmten Stones-Sound aus!! Dass die beiden Gitarristen ein ums andere Mal herumswitchen und sich Rhythmus- und Solierarbeit brüderlich teilen ist mitunter das Aufregendste an Stones-Arrengements. Noch dazu ist Keith so gut in Form wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr! Auch sonst könnte ich soundtechnisch nichts bekriteln! Ich verstehe ehrlich nicht, woher da manch andere Fans ihre Vergleiche herhaben. Überhaupt: Die Stones sind vielleicht die beste schlampigste Band der Welt - aber gerade dieses Aufeinander-Eingehen zeichnet die Musiker meines Erachtens aus. Hinzu kommt noch, dass Darryl Jones bei "Emotional Rescue" sowie "Miss You" zwei Bass-Soli beisteuern darf und dass ein gewisser Mick Taylor - ausgerechnet an jenem Spielort, an dem er anno 1969 als Brain-Jones-Nachfolger präsentiert wurde - bei "Midnight Rambler" und dem grandiosen Finale mit "Satisfaction" mitmischen darf! Schade nur, dass Bill Wyman für jene 2 Abende nicht für einen Gastauftritt zu haben war...

Die Bewertung der einzelnen Songs (gilt für die CDs) ist freilich subjektiver Natur und orientiert sich an der bewährten Amazon-Skala!

- CD 1 -

1. START ME UP *****
Wer hätte je gedacht, dass die Steine nochmals so eine knarrig-schöne und dennoch stimmige Version dieses Klassikers von der Leine lassen? Neben der Up-Tempo-Variante von FLASHPOINT ist dies mein absoluter Favorit. Klingt jedenfalls besser als die beiden Vorgängerversionen auf LIVE LICKS bzw. SHINE A LIGHT (wo der Song irgendwie zu "runtergenudelt" klingt). Super Sache - perfekter Einstieg!

2. IT'S ONLY ROCK & ROLL ****
Eigentlich ein Song, der nicht zu meinen persönlichen Stones-Favourites zählt, aber hiesige Darbietung besticht durch rollende Riffläufe und lässige Interpretation mit schön herausgearbeiteter Dynamik (Übergänge, Pausen etc.). Hier hört man mitunter am deutlichsten heraus, dass es sich doch lohnt, wenn man den einen oder anderen Hadern ein paar Mal vor seiner Live-Darbietung probt. Bei der Vorgängertour, als der Song auch einige Male an 2. Stelle im Set zu finden war, lähmte der Song die euphorische Anfangsstimmung ein bisschen. Hier ist dies löblicherweise aber keineswegs der Fall...

3. TUMBLING DICE ****
Nicht schlechter als sämtliche andere Live-Versionen. Vielleicht hätte aber anstelle dieses Tracks auch ein anderer, eben ausgefallener, gut getan. Ich denke da (ein bisschen wehmütig) etwa an "Sway", "Doo Doo Doo (Heartbraker)", "She's So Cold", "Ain't Proud Too Beg" uvva. Kleiner Tipp meinerseits an dieser Stelle: Bezüglich andersartiger Setlists kann man sich nun mit OFFIZIELLEN BOOTLEGS (auf der offiziellen Stones-Homepage) abhilfe schaffen. Ein Download ist recht günstig und funktioniert problemlos. Ich für meinen Teil kann da z.B. "The Brussels Affair" (von 1973) oder aber auch "Light The Fuse" (Toronto, 2005) wärmstens weiterempfehlen! Aber da muss man sich halt notfalls selber schlau machen... (Nicht zu vergessen: Die legendäre "Atlantic City"-Bootleg, die's leider aber immer noch nirgends legal als Download gibt - wirklich ärgerlich)...

4. EMOTIONAL RESCUE **
Hat offenbar unbedingt sein müssen. Zwar ist es generell begrüßenswert, dass man sich hier einer eher selten live dargebotenen Single annimmt, aber Jaggers Kopfstimme nervt binnen kürzester Zeit und auch der Song an sich ist (wie eigentlich schon am gleichnamigen Album) kein echter Aufreger... "She's So Cold" wäre mir z.B. weitaus lieber gewesen! Einziger Pluspunkt: Darryl Jones Basssolo + ein schön funkiges (aber auch monotones) Hauptriff. Naja...

5. STREET FIGHTING MAN ****
Wenn man Sir Jagger glauben darf, dann hat sich das Publikum diesen Song bereits im Vorfeld (via Internet-Voting) gewünscht. Auch diesen Track hat's bereits mehrmals als Liveversion gegeben. Kommt im Großen und Ganzen ziemlich trocken und scharfkantig rüber - passt also. Auch der Ausklang mit Chuck Leavell's Keyboard-Einlagen ist recht gelungen. Das Publikum macht brav mit, Mick klingt angriffslustig und Charlie verpatzt den Einstieg ein bisschen... OK!

6. RUBY TUESDAY ****
Mir gefällt die FLASHPOINT-Version offengestanden besser, weil Mick da ein bisschen tiefer und vermeintlich rauer singt. Aber auch hiesige Darbietung weiß zu gefallen. Schön und gefühlvoll interpretiert. Ein Track zum Runterkommen...

7. DOOM AND GLOOM *****
Funktioniert live überraschend gut! Mick brüllt sich die Seele frei (und singt den Refrain absichtlich leicht versetzt von den Background-Vocals), Ronnie und Keith rocken die Riffs knochentrocken runter und Charlie spielt die Übergänge mit überzeugender Dynamik, wobei's auch nichts macht, dass er die Rhythmuswechsel 'gen Songende nicht mehr wirklich mitmacht und stattdessen altbewährt auf seinem UFIP-China crashridet ;)...

8. PAINT IT BLACK ***
Im Gegensatz zur total missglückten Version auf SHINE A LIGHT eine klare Steigerung, dennoch gab's diesen Klassiker auf LIVE LICKS und FLASHPOINT schon mal wesentlich leidenschaftlicher und besser interpretiert. Nicht wirklich aufregend...

9. HONKY TONK WOMEN ****
Funktioniert eigentlich immer. Chuck Leavell leitet mit der Cowbell stimmig ein und darf am Ende sogar ein Solo mit Western-Piano-Sound beisteuern. Interessant ist vielleicht noch, dass Charlie hier vom typischen Rhythmus abweicht und Bassdrum-Snare-Kombis etwas freier spielt. Gelungen...

10. YOU GOT THE SILVER ****
Gab's wie bereits oben erwähnt schon auf SHINE A LIGHT und da hat der Song für meine Begriffe etwas stimmiger und natürlicher geklungen. Dennoch ist's natürlich eine Freude, wenn man Keith so leidenschaftlich ins Mikro krächzen hört...

11. BEFORE THEY MAKE ME RUN ****
Mitunter auch ein Grund, warum Sammler diese Scheibe haben sollten. Hab ich (mit Ausnahme einer Bootleg) ansonsten noch nie live gehört. Ordentlich gespielt, schön dirty von Mr. Richards interpretiert - passt also...

- CD 2 -

1. MISS YOU ***
Muss halt auch sein. Ich mag diesen Song einfach nicht, bin bis heute nicht so recht damit warm geworden (am ehesten geht dann noch die Studioversion auf SOME GIRLS). Interessant ist wiederum Mr. Jones Bass-Solo...

2. MIDNIGHT RAMBLER *****
Hier darf Mick Taylor erstmals an jenem Abend mitmachen. Schön interpretierte Version (genauso gut wie jene auf GET YER YA YAs OUT! oder ATLANTIC CITY '89) mit gefühlvoll aufgebauter Dynamik, klasse Brakes und tollen, stimmigen Tempi-Wechseln... TOP!

3. GIMME SHELTER ****
Kommt insgesamt (so wie aber die Scheiben im Allgemeinen) sehr natürlich rüber. Klingt deshalb auch nicht ganz so sauber wie etwa die Version auf NO SECURITY, macht aber insgesamt mehr Spaß - weil's am Ende einfach authentischer klingt. Super Duettleistung (wie gewohnt) von Mick und Lisa Fisher!

4. JUMPIN' JACK FLASH ****
Mein Stones-Liebling, zum gefühlten 50. Mal live interpretiert! Die kantige, knarrige Version auf SHINE A LIGHT gefällt mir ehrlich gesagt eine Spur besser. Das Tempo ist aber gut gewählt und auch die Riffs kommen ungewöhnlich sauber (aber andererseits auch nicht zu clean) rüber. Offenbar hatte Keith da einen Tag wie schon lange nicht mehr erwischt (oder lag's am Ende wirklich nur an der Konzentration?). Der Gesang passt auch. Klasse Song, gut interpretiert!

5. SYMPATHY FOR THE DEVIL ****
Auf der DVD erkennen wir, dass Charlie mit "Click" (siehe Kopfhörer) spielt, um nicht aus dem Takt zu kommen. Ansonsten recht lässig gespielt, ungewöhnlich "unpompös" dargeboten, was dem Song aber auch mal ganz gut tut. Die Version auf dem legendären YA YAs ist freilich besser, die auf FLASHPOINT aber auch... Trotzdem insgesamt gelungen!

6. BROWN SUGAR ****
Midtempi-Version mit gut aufgelegtem Publikum im Hintergrund. Läuft (no na) wie von selbst. Gab's halt auch schon x-Male... OK! Sehr gut und erwähnenswert ist Bobby Key's Saxophon-Solo - immer wieder schön!

7. YOU CAN'T ALWAYS GET WHAT YOU WANT *****
Erstmals mit Livechor im Hintergrund (Intro, Refrains, Ausklang), der mächtig Stimmung und Dampf macht. Meines Erachtens eine schöne Geste seitens der Steine, dass man andere Sängerinnen und Sänger mit auf die Bühne holt! Mick singt gefühlvoll, die Band groovt bzw. wuselt sich durch kantige Gitarrensoli - einige Fans (siehe DVD) sind an dieser Stelle zu Tränen gerührt - ich übrigens auch fast...

8. SATISFACTION *****
Grande Finale mit Mick Taylor an einer akustischen (!) Gitarre. Obwohl man auch hier festhalten müsste, dass dies die unzähligste unter unzähligen Live-Versionen ist, ist diese Interpretation ein unbedingtes MUSS - auch für Fans! So fetzig, rockig, schmissig und trocken in einem hat diese Legende eines Songs meines Erachtens bis dato noch nie (!) geklungen. Diese Satisfaction-Live-Darbietung (mit nochmals etwas ausführlicherem Ende als sonst, das aber dennoch nie fad wird - großartige Bläserhinterlegung) ist einer der Hauptargumente, die für diese Veröffentlichung sprechen. Man höre bitte unbedingt auf Mr. Richards Solo-Einlagen (!) alias Chuck Berry beim obligatorisch teilimprovisierten Schlussteil... Da bleibt einem vor Freude fast das Herz stehen - wirklich GRANDIOS und herzerfrischend!!

Fazit: Zu einem großen Teil besteht vorliegendes Set aus "Let It Bleed"-Tracks. Überraschungen sehen wahrlich anders aus. Dennoch ist SWEET SUMMER SUN schon alleine der Spielfreude seitens der Stones wegen eine Pflichtanschaffung für wahre Fans! So kritisch man dieser x-ten Neuveröffentlichung (immerhin das 5. offizielle Live-Album binnen 25 Jahren und da sind die legalen Bootlegs zum Downloaden sowie der SOME GIRLS LIVE IN TEXAS '78 - Mitschnitt noch nicht einmal miteingerechnet!) auch immer gegenüberstehen "muss" (von wegen Geld aus der Tasche ziehen etc.), so ehrlich muss man dann auch sein, um zugeben zu können, dass SWEET SUMMER SUN auf seine Weise ein gerechtfertigtes und würdiges Jubiläumszuckerl ist!
Neben authentischem Sound, tollen Live-Riffs (den interessantes womöglich seit GET YER YA YAs OUT!), einer grandiosen Atmosphäre (100 000 Besucher!) und der Tatsache, dass es sich bei hiesiger Veröffentlichung um einen (mehr oder weniger) Gesamtkonzertmitschnitt im Arenen-Format handelt (SHINE A LIGHT wurde ja bekanntermaßen im Beacon-Theatre eingespielt), lädt auch der äußerst geringe Kaufpreis (13 € für zwei Live-CDs + einer recht gelungenen DVD - geht's alllen Ernstes noch günstiger?!) zum Erwerb dieses Gesamtpakets ein!
Ich persönlich betrachte die DVD ja generell als Bonuszuckerl und sehe es nicht so schlimm, wenn 3 Songs als Bonustracks rausgeschnitten und als undankbare Extras hinten drangehängt wurden. Vermutlich haben sie laut Filmproduzenten halt ganz einfach ein bisschen den Fluss gestört. Schade ist bezüglich DVD lediglich, dass man keine Untertitel (weder Deutsch noch Englisch) aktivieren kann - dann könnte man wenigstens während der durchwegs gelungenen Zwischensequenzen (mit Stimmen der Stones aus dem Off) mitlesen und müsste nicht ständig raten, was Keith oder Charlie da gerade dahergenuschelt haben...
Ansonsten ist aber alles gut - mehr als gut eigentlich sogar!!

Auch, wenn ich allen 4-Sterne-Bewertern ebenso zustimmen würde, kann und muss ich an dieser Stelle ganz einfach die volle Punktezahl vergeben!

Im Prinzip hat mich SWEET SUMMER SUN positiv überrascht! Jedenfalls keine Investition, die ich in irgendeiner Weise bereuen würde oder dergleichen...

Eine würdige Jubiläumsausgabe zum Schnäppchenpreis!!

-----------------------------------------------------------KURZZUSAMMENFASSUNG----------------------------------------------------------

Abschließend – in aller Übersicht und Kürze – noch einmal die Gründe, warum es denn letztlich doch lohnt SWEET SUMMER SUN sein eigen zu nennen:

+ Start Me Up (neben der Flashpoint-Version die beste Livedarbietung ever bislang)
+ It’s Only Rock & Roll (beste Live-Version bislang, lässig interpretiert)
+ Emotional Rescue (einzige mir bis dato bekannte Live-Darbietung)
+ Doom & Gloom (energetisch dargebotene Live-Premiere auf Tonträger – schade eigentlich, dass man den zweiten Neuling (Anm. "One More Shot“) nicht auch ins Live-Programm miteingebaut hat
+ Before They Make Me Run (kenn ich ansonsten auch lediglich von Bootlegs (Anm.: „It’s Good To Be Anywhere“, Keith Richards – bitte selber recherchieren!), für wahre Fans also ein Muss)
+ Midnight Rambler (sehr schöne Version, genauso gut wie jene auf GET YER YA Yas OUT! sowie die auf dem mittlerweile nur mehr schwer erhältlichen ATLANTIC CITY Bootleg, zudem darf Mick Taylor hier mitspielen)
+ You Can’t Always Get What You Want (erstmals live mit einem Chor aufgenommen, gänsehauterregendes Finish)
+ Satisfaction (für mich bisher die allerbeste Live-Darbietung dieses Klassikers, hervorragender & authentischer Sound, schöner Ausklang mit genialen & überraschend sauber gespielten Chuck-Berry-Soli-Riffs alias Keith, The Riffmaster!)
+ Daryll Jones darf bei zwei Songs recht ausführliche Bass-Solos spielen („Emotional Rescue“ bzw. „Miss You“)
+ generell hat das Album eine tolle Live-Atmosphäre inne
+ authentisches Konzert-Feeling, tolle Feinabstimmung bez. Sound/Klangbild (nicht zu sauber, aber auch nicht zu schlampig)
+ die Stones waren an den zwei Spielabenden im Hyde Park offensichtlich gut drauf und machen einen ordentlichen Job (sowie die ganze Band, samt Backgroundvocs)
+ man bekommt hier einen Gesamtkonzertmitschnitt geliefert (höchstens aus zwei Abenden zusammengeschnitten) und nicht zusammengehalftertes Stückwerk aus zig Shows
+ das Ganze hat gewissermaßen einen „ideellen“ Wert – die größte und dienstälteste Rock & Roll Band der Gegenwart feiert ihr halbes Jahrhundert und man hat immerhin die Platte dazu zuhause im Regal stehen
+ tolles Preis-Leistungs-Verhältnis (zur Erinnerung: 2 CDs + eine ordentlich gemachte DVD)
+ die CD-Hülle ist optisch ansprechend (Cover, Booklet) und darüber hinaus praktisch (leichtes Herausnehmen der Tonträger bzw. der DVD) gestaltet
+ Hat man die DVD gesehen, dann riecht es verdächtig nach Abschied von den ganz großen Bühnen – wer weiß, wie viel die in den 70ern angelangten Stones tatsächlich noch nachliefern werden...
+ das Hit-Sammelsurium weist eigentlich keinen einzigen Totalausfall auf (spielerisch gesehen, Kompositionen an sich sind halt eher Geschmackssache)

Nun zu den Punkten, die eher gegen einen Kauf sprechen:

- die Setlist weicht nur minimal vom bisherigen Standard-Reportiere ab und weist kaum Überraschungen auf
- alle oben nicht extra genannten Songs gab’s schon mal in besserer Live-Darbietung (kann gerne in anderen Rezis zu den jeweiligen Live-Steine-Veröffentlichungen nachgelesen werden, wenn’s interessiert)

Resümee: Wiegt man nun das Positive und das Negative (auch objektiv gesehen) ab, so spricht eindeutig einiges mehr für die Scheibe als dagegen.
Insgesamt – und ja, natürlich bin ich glühender Stonologe – bleibt mir gar nichts anderes übrig, als die vollen 5 Sterne für SWEET SUMMER SUN zu vergeben!
P.S. Ich möchte nur noch einmal daran erinnern, dass es auf der offiziellen Stones-Homepage eine ganze Menge legaler Downloads gibt, in die man als Fan zumindest mal reinhören sollte. Ich persönlich habe (bisher) „The Brussels Affair“ sowie „Light The Fuse“ erworben und bereue beide Käufe in keinster Weise – schaut/hört mal rein, liebe Leute!

Nun ziehe ich nochmal ehrfürchtig meinen Hut, ziehe zufrieden von dannen und zieh mir nochmal ein paar andere Stones-Hadern rein bzw. nochmal SWEET SUMMER SUN...

Vielleicht sieht/hört/schreibt man einander bei der einen oder anderen Stones-Rezi wieder – es wäre mir jedenfalls eine Ehre. In diesem Sinne: Bis dann und ROCK ON!!
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-10 von 44 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.11.2013 22:00:02 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.11.2013 22:00:38 GMT+01:00
Hallo! Also mit Verlaub: Ein gutes Konzert aber irgendwie doch schonungslos glattgebügelt und "zu Tode gemixt". Mal auf Youtube die Fanclips gucken. Die Intros von Start me up von b e i d e n (!) Tagen hat der Keef aber sowas von hoffnungslos verhauen, auf der Bluray ist davon nix zu hören das klingt wie eine Studioaufnahme.

Veröffentlicht am 17.11.2013 03:51:30 GMT+01:00
bantam meint:
Hallo Micha,wir hatten ja vor kurzem schon mal das Vergnügen(und das meine ick ganz ernst)!Ick will Dir zu Deiner grossartigen Fleissarbeit zu Sweet Summer Sun recht herzlich gratulieren!Hast Dir wirklich Mühe gegeben!Normalerweise sind so "pathologische"Kritiken nicht mein Ding,aber hier klingt das nicht oberlehrerhaft und korintenkackerich,sondern wirklich nach "Stonologie"(Zitat),die Dir lesbar auch Spass gemacht hat.Trotzdem bleibe ick bei meiner Meinung über Sweet Summer Sun vs.Shine A Light!Die so oft kritisierten Breaks in dem Konzert sind meiner Meinung nach bewusst von Martin Scorsese übernommen worden.Mick ist ja bekanntlich ziemlich filmaffin.Halte mich trotzdem bitte nicht für einen Sturkopp!Ick bin nach wie vor davon überzeugt,dass man die heutige Band und ihre Musik nicht mit der von vor 45 Jahren vergleichen kann und darf!Zu den Boots,die Du bei Tumbling Dice aufführst,gehören Happy Birthday Nicky `73,Out On Bail `78,Hampton`81 und Basel`90.Ick besitze wenigstens noch 20 weitere Boots,auf denen Tumling Dice in unterschiedlichen Qualitäten und Längen gespielt wurde.Mit Mick Taylor oder Ron.Das bezieht sich aber auch auf alle andere Songs ausser Doom And Gloom.Emotional Rescue fand ick recht gut.Micks Kopfstimme(eigendlich nicht mein Fall)trägt über den ganzen Song, ohne abzufallen,und dann natürlich das kurze Solo von Darryl,der dann auf Miss You ein wenig slappen kann.Nochmals:Tolle Rezension von Dir - und irgendwie bestätigt sie meine Meinung(auch wenn das von Dir bestimmt nicht beabsichtigt war.....).Mit freundlichen Grüssen,Uwe

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.11.2013 22:08:18 GMT+01:00
stephan t. meint:
Ganz tolle umfangreiche Kritik!! Mich wundert nur, dass Du "Before they make me run" noch nie -offiziell- live gehört hast:
Den Song gibt es doch auf der DVD aus der 40-Licks Tour 2003 von dem Konzert aus dem Pariser Olympia.....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2013 17:20:59 GMT+01:00
Danke für deine nette Rückmeldung! Das stimmt schon, aber ich meinte damit wirklich nur Tonträger (und offizielle)...

Grüße, Michael

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.11.2013 09:36:26 GMT+01:00
H. Michalski meint:
Eine Live Version von "Before The Make Me Run" ist 2005 auf der Single "Biggest Mistake" erschienen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.11.2013 15:41:57 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.11.2013 15:42:19 GMT+01:00
Aha, danke! Wusste ich ehrlich gesagt bisher noch nicht...

Grüße!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.12.2013 08:38:40 GMT+01:00
stephan t. meint:
Ja genau, und der Track auf "Biggest Mistake" ist genau die Aufnahme aus dem Pariser Olympia von 2003.............

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.12.2013 18:18:24 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.12.2013 09:10:12 GMT+01:00
DickvanDyke meint:
Nein, man kann die Stones nicht mehr mit denen von früher vergleichen. Denn im Vergleich dazu, sind sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Und das sage ich als Stones Fan, kritisch muß man trotzdem sein. Und keiner weiß das besser als Mick Jagger selbst. Wenn man alte Interviews mit Mick liest, oder sich Film Boots ansieht, köstlich Micks Gesicht, wenn Keith und/oder Ron mal wieder völlig in den Wald spielen. Ich erwarte von den Stones keine Perfektion, das ist nicht ihre Aufagbe, aber rocken müssen sie noch können, und das klappt oft auch nicht mehr. Auf den offiziellen Tonträgern wird sooooo vieles im Studio nachträglich ausgebügelt und ist deslhalb langweilig für mich. Nach der spiel-desaströsen 81/82 Tour beschloß Mick den Live Stones Sound unter Keyboards und Chorgesang zu begraben, ist ihm auch gelungen. Nur hat das nichts mehr mit den Stones von früher zu tun, als sie tatsächlich noch spielen konnten (besonders Keith) Das ist auch keine Weiterentwicklung, das ist nur: Wie machen wir möglichst viele Fehler unhörbar und begraben sie im Mix. Wie gesagt, ist bei den Stones egal. Ich geh trotzdem zu den Konzerten und hab meinen Spaß. Aber die meisten offiziellen Live Tonträger, gruselig und vor allen Dingen unecht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.12.2013 23:34:59 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 18.01.2014 08:43:08 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.12.2013 07:22:35 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.12.2013 09:08:24 GMT+01:00
DickvanDyke meint:
Man kann sich halt alles schön reden, nicht wahr. Natürlich ist Get eine super Platte. Ich meinte aber hauptsächlich die Live Platten ab Still Life. Klar, gab es auch auf den Studio Alben der 80er vereinzelt gute Songs, vereinzelt. Und die Live Qualitäten der Stones schwanken zwischen lausiger Schülerband und ganz gut, das war mal anders. Sie schwankten mal zwischen lausiger Schülerband und Wahnsinn. Wie gesagt, man kann das alles ignorieren und sich schön reden. Es ändert aber nix an den Tatsachen. Spieltechnisch sind die Stones oft katastrophal, kann man auf You Tube und anderen Kanälen und wenn man Ohren hat und hören WILL, auch auf den Konzerten merken. UND Summer Sun wurde auch heftigst nachbearbeitet, das hat nichts mehr mit Live zu tun. Einfach mal die die Originalbänder hören. Aber wie sangen schon die Ramones: Ignorance is bliss. PS: Und Dirty Work war eine gute Platte? Hüstel. Und die Stones haben auf der Steel Wheels Tour neue musikalische Maßstäbe gesetzt? Ach ja, welche denn? Und der Stadion Rock wurde schon Jahre früher entwickelt. Es gibt nicht schlimmeres als unkritische Fans, die auch den den letzten Pups ihrer Lieblingsband abfeiern.
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Rezensentin / Rezensent


Ort: Scheiblingkirchen, Niederösterreich

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