Kundenrezension

18 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weiterhin fehlt dringend notwendiger Tiefgang, 11. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Star Trek: Into Darkness (DVD)
Meine Hoffnung nach dem Neustart der alt-ehrwürdigen Filmreihe mit neuer Crew war, dass man sich nach Teil 1 ("Star Trek") um ein wenig mehr Tiefgang bemühen würde. Leider erfüllt "Into Darkness" diese Hoffnung nicht. Doch beginnen wir mit dem Positiven: Optik und Akustik sind wiederum sehr gut gelungen. Die Special Effects sind große Klasse und wirken im Vergleich zu anderen Blockbustern ausgesprochen "realistisch". Alles ist noch eine Spur rasanter, als beim ohnehin nicht gerade langsamen Vorgänger. Auch das wurde gut umgesetzt. Untermalt wird diese Action vom passenden, bombastischen Soundtrack. Gut komponiert, sehr gut eingesetzt.

... und viel mehr Positives gibt es eigentlich nicht zu berichten. Zumindest nicht für altmodische Trekkies, zu denen auch ich mich zähle. Denn: Man versucht krampfhaft, die Männerfreundschaft zwischen Kirk und Spock auf das Niveau zu bringen, das sie bereits in der Original-Serie, aber noch wesentlich mehr in den Filmen mit der "alten" Crew hatte. Das gelingt meines Erachtens kaum. Zum einen liegt das an den Schauspielern, an die man sich nach wie vor nicht so wirklich gewöhnt hat - während Shatner und Nimoy echte Charakterköpfe waren bzw. sich während langer Jahre dazu entwickelten, sind speziell Pine, aber auch Quinto nach wie vor relativ farblos. Wobei man hier schon eine Verbesserung gegenüber dem ersten Teil konstatieren kann. Zum anderen dürfte es dem Drehbuch geschuldet sein, das ausgerechnet dieses zentrale Star Trek-Thema nicht richtig zur Geltung kommt. Bis auf eine Szene, die - mit umgekehrten Vorzeichen - aus "Der Zorn des Khan" übernommen wurde, fällt es durch die rasante Action schwer, eine emotionale Bindung zu den Charakteren herzustellen. Sprich: Es gibt oberflächliche Streitigkeiten zwischen Kirk und Spock, die man schon aus "Star Trek" zur Genüge kennt. So richtig in die Tiefe geht das alles nicht, auch deshalb, weil kaum auf die Ereignisse aus Teil 1 Bezug genommen wird. So kann es natürlich kein Gefühl eines größeren Zusammenhangs geben. Sub-optimal ist auch, dass die Filmemacher fast vollkommen auf die restliche Crew vergessen, die zwar ihre Momente hat, insgesamt aber weit von einem eingespielt wirkenden Ensemble entfernt ist. Durch diese Problematik wirkt "Into Darkness" meines Erachtens relativ zerfahren und isoliert. Wobei, eigentlich wirkt nicht "Into Darkness" so, sondern das neue Star Trek-Universum. Mir persönlich fehlt das Gefühl für ein "Großes Ganzes".

Was gibt es noch zu berichten? Im Gegensatz zu "Star Trek", das eine neue Vorgeschichte erzählt, geht "Into Darkness" stärker auf Ereignisse ein, die man bereits aus den Original-Filmen bzw. der Original-Serie kennt. Ohne Spoiler ist das recht schwierig zu erklären - aber der Feind, der im ganzen Film gejagt wird, stellt sich am Ende als alter Bekannter heraus. Auch die neue Wissenschaftsoffizierin dürfte Kennern der Materie sehr bekannt vorkommen, um einen weiteren Querverweis zu nennen. Eigentlich ist dieser Versuch der Integration von altem Material sehr löblich, damit bekommen auch die alten Fans wichtige Punkte, an denen sie sich "festhalten" können. Andererseits tut sich dadurch ein weiteres Problem auf: Man sieht deutlich, wie groß der Unterschied in Bezug auf Action, Technik aber leider auch Tiefgang zwischen den alten Filmen und dem Neustart ist. Die Story von "Into Darkness" ist sehr dünn, schafft stellenweise aber dennoch das Kunststück, zu verwirren. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Und auf die erneute Einbindung von Leonard Nimoy hätte man diesmal verzichten sollen - ist zwar nur eine ganz kurze Szene, aber völlig entbehrlich für die Handlung ist sie dennoch. Da ist mir der "Tribble", der auch zu kurzen Ehren kommt, lieber.

Was bleibt also nach dem Genuss von "Into Darkness"? Für mich zwei Erkenntnisse: Erstens ist einer der erfolgreichsten Merchandises noch lange keine Garantie für einen guten Film. Das Star Trek-Universum ist ein unglaublich erfolgreicher Merchandise - aus guten Gründen, die mit dem Neustart leider nicht mehr viel zu tun haben. Zweitens - und diese Erkenntnis bezieht sich nicht allein auf "Into Darkness", sondern auf viele neue Filme - scheint die herausragende Technik, die den Regisseuren heute zur Verfügung steht, oft die Kreativität zu beeinträchtigen. Wer einen futuristischen Action-Film sehen will, wer Sternenflottenoffiziere mag, die sich wie Jedi-Ritter bewegen, wer auf Rasanz und perfekte Special-Effects steht, ist bei "Into Darkness" gut aufgehoben. Wer einfach nur "Star Trek" will, wie es ursprünglich gedacht war, wird - wie schon mit dem Vorgänger - auch mit diesem Film nicht warm werden.

Fazit: Drei Sterne - beim Vorgänger waren es ebenfalls "nur" drei, für meinen persönlichen Geschmack hat sich die Hoffnung nicht erfüllt, dass das Star Trek-Universum wieder etwas mehr Tiefgang erhält. Amüsant war der Film, das Gefühl etwas "Großes" zu sehen, ist ausgeblieben. Leider.
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Kommentare

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.06.2013 20:20:30 GMT+02:00
...und eben da liegt das Problem.
Macht man spezialisierte Trekkifilme, gehen eben nur diese hin und der ganze Aufwand wird nicht honoriert werden.
Will ich die Filme erfolgreich am Markt platzieren, so muss ich natürlich ein neues Publkum erschließen. Dass dieses schnell in die Filme kommen muss, ohne sich vorher ewig in alphacentauri und weiß der Geier wo, informieren muss, um Vorgeschichtliches zum Film zu erfassen, ist wohl klar.
Der Film soll Geld einspielen, auch, damit ein weiterer eine Berechtigung hat. Geh nur ich rein, ists okay, kommt auch meine (startrekdesinteressierte) Frau mit, sinds schon doppelte Einnahmen.
Einfache Sache. Und damit auch belanglos, was wäre wenn und TOS ist nicht Star Trek.
Selbst in den Filmen der Originalserie gabs etliche Ungereimtheiten. Allein der missglückte Start mit Robert April, Chris Pike dann endlich James T. Kirk... wurde hier meines Erachtens besser gelöst. Schlüssiger.
Und so schlimm ist die Besetzung echt nicht. Jeder, der es bis jetzt sah und kein Trekki ist, sagt zum Beispiel, Pille ist bestens besetzt, ebenso ist Spock und Jim ein kommendes Dreamteam. Dialoge sind knackig und Spock ist stellenweise so kühl, wie Spock in "Zurück in die Gegenwart". Alles in allem, vielleicht immer noch nicht ganz dran am goldenen Teil 6, aber nah. Und meilenweit besser als "Nemesis" und "Auf der Suche nach Mr. Spock" und "The Final Frontier". (das war Schrott...)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.06.2013 22:39:53 GMT+02:00
LORD RECENSIO meint:
hallo stefan, hallo oliver!

meine rezi bekam 4 sterne. hat aber ne menge gemeinsam mit dieser rezi hier und olivers kommentar!

faszinierend;)

Veröffentlicht am 29.06.2013 19:41:38 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.06.2013 19:42:18 GMT+02:00
Es gab doch Tiefgang. War die Enterprise nicht auf dem Meeresboden? Mehr Tiefgang geht nun echt nicht.
Nicht zu ernst nehmen. Ich finde die Rezi sehr gut geschrieben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.06.2013 19:51:22 GMT+02:00
LORD RECENSIO meint:
hey andreas!

der tiefgang-spruch iss richtig gut:) dachte schon, enterprise und todesstern kann man nicht mehr toppen!;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.07.2013 10:08:30 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.07.2013 10:09:52 GMT+02:00
Stefan T. meint:
@ Oliver Luedemann: Danke für den Kommentar. Ich verstehe das alles und weiß natürlich auch, dass der Film nur dazu dient, Geld einzuspielen. Ich weiß ebenso, dass man sich auch in den Original-Filmen bzw. der Serie stellenweise nich mit Ruhm bekleckert hat (wobei ich deine Meinung zu "Auf der Suche nach Mr. Spock" nicht ganz teile...).

Aber: Dieses Wissen ändert ja nichts an den Kritikpunkten, die ich zu "Into Darkness" angeführt habe. Die Rezension spiegelt meine persönliche Meinung wieder, die ich versucht habe, so objektiv zu formulieren, wie es mir möglich ist. Natürlich bin ich zumindest ein Light-Trekkie, aus dieser Rolle kann ich nicht raus und das schimmert natürlich auch in der Rezension durch. Trotzdem, mir hat der Film einfach nicht so gut gefallen und das habe ich hier - einigermaßen begründet, wie ich finde - darzulegen versucht.
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Stefan T.
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