Kundenrezension

16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Aller guten Dinge sind 3? Nicht ganz!, 11. September 2009
Rezension bezieht sich auf: The Blueprint 3 (Audio CD)
Ganze acht Jahre ist es nun her als sich Jay-Z 2001 mit "The Blueprint" selbst aus dem Schlamassel der "Lifetime" Reihe befreite und gleichzeitig damit einen Platz auf dem Olymp des Rap sicherte. Bis heute folgten Teil 2, das legendäre "Black Album" und diverse Kollaborations- wie Solo-Werke. Nebenbei wurde Jay-Z's eigenes Label Roc-A-Fella, das jahrelang für Hits gesorgt hatte, aufgelöst und eine neue Plattenfirma namens Roc Nation gegründet, welche nun unter den Fittichen von Warner Music steht. Für "The Blueprint 3" hat Jay-Z einiges geändert. Zum einen ist kein einziges Foto von ihm im Artwork vorhanden, zum Anderen fehlt untypischerweise die Farbe blau, noch dazu setzt er im Gegensatz zu seinen letzten Alben wieder mehr auf Guest Features, bei denen man alte Bekannte wie Kanye West, Alicia Keys oder Pharrell Williams, aber auch einige Newcomer wie Luke Steele, Drake oder ein Kid Cudi trifft. Bei den Producer hingegen wurde weniger experimentiert. Timbaland, Kanye, Neptunes oder No I.D. - alles Namen, mit denen der Jigga in der Vergangenheit schon einige Erfolge feiern konnte.

Ohne Intro wird das Album gestartet, sondern gleich mit dem ersten Song "What We Talkin' About". Ein fresher Mix aus synthetischen Elementen mit akustischen Instrumenten sorgt hier für die musikalische Begleitung, sehr melodisch und teilweise auch etwas verträumt, dazu zeigt Jay-Z, dass er mit seinen bald 40 Jahren nichts verlernt hat, Feature Luke Steele bietet dagegen einen nicht all zu wertvollen Beitrag. Insgesamt kein fulminanter, dennoch gelungener Einstand, der mit dem entspannten "Thank You" fortgesetzt wird. "D.O.A. (Death Of Autotune)" sorgte schon im Vorfeld für einigen Gesprächsstoff, da Jay-Z den aktuellen Trend des Stimmverzerrers doch massiv angreift. Passend dazu wurde auch alles mit Instrumenten eingespielt und auf Elektronik verzichtet. Während der Strophen kommt die richtig cool und aussagekräftig rüber, doch leider vermiest der ideenlose Refrain den Genuss dann doch wieder ein Stück weit. Auch "Run This Town" spaltet die Meinungen. Auf der einen Seite hätten wir ein traumhaftes Gänsehaut Instrumental aus der Schmiede von Kanye West, auf der anderen Gastauftritte von eben Kanye, aber auch Rihanna. Wo der Jigga noch eine der besten Performances des Albums abliefert klingt Mr. West total gelangweilt, Pop-Sternchen Rihanna will der wahre Jay-Z Fan sowieso nicht auf einem seiner Alben hören, daher insgesamt auch eher ein Track für die jüngere Generation, die auf Chart Rap steht.

Spätestens seit "My President" wissen wir von Young Jeezy, dass er nicht der Standart South Rapper ist, sondern auch mal seine Fühler in andere Richtungen ausstreckt. Ihn findet mal auf "Real As It Gets", einer pompösen Nummer, die mit Pauken und Fanfaren um die Ecke zu kommen scheint, großspurig aber auch einfach begeisternd, besonders Jeezy kann mit seinen Adlibs aus dem Hook ein echtes Sahnehäubchen machen. Wo man hier noch begeistert war, da wird man sofort mit dem nächsten Song wieder aus der Euphorie herausgerissen. Swizz Beatz, der seinen Zenit ja schon lange überschritten hat, bastelte "On To The Next One". Wer hier nun nichts Gutes befürchtet, dem muss man leider sagen, dass es noch schlimmer kommt. So etwas nerviges und penetrantes wie diesen Track hatte Jay-Z bisher noch auf keinem seiner zahlreichen Alben. Ein neuer Tiefpunkt für MC und Producer. Dagegen hilft doch am Besten ein Mann, der Jay-Z und uns so manchen Hit beschert hat, die Rede ist von Timbaland. Sein "Off That" hat endlich das zündende Feuer, auf das man die ganze Zeit bei "The Blueprint 3" gewartet hat. Drum Machine aufgedreht und so treiben die Beats mit hohem Tempo nicht nur Jay-Z zu Höchstleistung, auch Newcomer Drake schafft es, sich in ein positives Licht zu rücken.

Zu diesen Ups & Downs kommt bei "The Blueprint 3" auch weiterhin einiges an Liedern, die zwar alle nicht misslungen sind, dennoch fehlt ihnen das gewisse Etwas. Vieles ist zwar ganz nett, dennoch nichts Besonderes, typischer Durchschnitt eben, der keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Ganz anders ist das bei "Already Home" (feat. Kid Cudi). Kanye hat sich hier wieder etwas an seine alten Tugenden erinnert, sprich das Instrumental sprüht vor Soul, ist dank emotionaler Klänge, geschaffen aus Streichern, Piano und Bläsern, ein echter Genuss. Ebenfalls ist "Hate" ein Track, den man nicht so schnell vergisst. Leider hat das nicht unbedingt etwas Positives zu bedeuten, im Gegenteil. Total abgedreht, unmelodisch und mit grausamen Tönen geht einem dieses misslungene Werk schon bald auf den Keks, man könnte es als das zweite Gesicht von Kanye West, der auch hier am Regler stand, bezeichnen. Der Rest des Albums ist dann nicht mehr all zu spektakulär, einzig "Young Forever", das eine Art Cover Version vom Alphaville Klassiker "Forever Young" ist, ist allein schon aufgrund dieser Tatsache ein herausstechender Track, die Umsetzung an sich wirkt märchenhaft und mystisch, hat fast schon den Spirit des unerreichbaren Originals, leider kann die Stimme von Feature Mr. Hudson bei Weitem nicht mit der von Marian Gold mithalten. Gutes Ende eines durchwachsenen Albums.

Im Großen und Ganzen hinterlässt "The Blueprint 3" einen überwiegend positiven Eindruck. Allerdings reicht das bei einem Jay-Z nicht mehr, um eine bessere Wertung zu bekommen. Vielen Liedern fehlt die Seele und der letzte Schliff, was sie auf eine Ebene mit "The Blueprint" oder "The Black Album" hätte stellen können, so bietet uns Jay-Z - für seine Verhältnisse - meist nur Durchschnittsware mit einigen Ausreißern sowohl ins Positive, als auch ins Negative. Für kurzzeitige Unterhaltung ist hiermit allemal gesorgt, ob man diese Platte wie die Vorgänger auch nach Jahren noch aus dem CD Regal holt, bleibt zu bezweifeln.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-10 von 14 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.09.2009 10:46:59 GMT+02:00
H-DUB meint:
"akkustische Instrument" ? Gibts auch andere? Ansonsten geht der Review in Ordnung, sehe das ähnlich.....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.09.2009 21:24:29 GMT+02:00
wheezy meint:
erstmal danke JazzMatazz das du dir soviel Zeit und Mühe gemacht hast um das Album so genau zu analysieren... Ich weiss jetzt auf jeden Fall wie jeder Track produziert wurde. Das Problem ist nur das ich das Album absolut grandios finde und der Meinung bin das dieses Album bisher das beste HIP HOP Album 2009 ist. Wenn ich sehe wie deine Rezession bewertet wurde schein ich mit der Meinung nicht allein da zu stehen. Trotzdem vielen Dank Peace

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.09.2009 22:17:56 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.09.2009 22:27:06 GMT+02:00
JazzMatazz meint:
Yo, das sieht eben jeder anders. Allerdings solltest dir noch so manches Album anhören, 2009 gabs schon wesentlich Besseres, gerade aus New York

Wenn man generell eh nur Chart Rap hört, wundert mich es auch recht wenig, dass dieses Album als Offenbarung angesehen wird. Ich denke, das ist bei vielen Käufern hier der Fall

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.09.2009 13:00:04 GMT+02:00
Gonzo meint:
Gebe JazzMatazz in jedem Fall recht. Für Leute die auf Chart Rap stehen ist es vielleicht das beste Album 09. Für die Liebhaber die auch das ältere Material hören ist es definitiv nur Durchschnitt. Ein Album hat nur Klasse, wenn man es von Anfang bis zum Ende durchhören kann. Bei Blueprint, Reasonable Doubt und beim Black Album war dies der Fall. Bei diesem Album ist es leider nicht möglich.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.09.2009 19:00:03 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 23.09.2009 19:00:14 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.09.2009 19:00:59 GMT+02:00
csiegel meint:
Welche Rapper aus New York meinst du? ich hab gehört, dass Maino aus NYC ziemlich gut sein soll...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.09.2009 11:14:20 GMT+02:00
JazzMatazz meint:
Kommt drauf an, welche Richtung es sein soll. Was den Mainstream Bereich betrifft, ist Maino da sicher zu nennen, auch Method Man & Redman haben recht ordentliche Arbeit abgeliefert, selbst Mims hatte mir gefallen. Wenn du auch auf die Indie Szene stehst würd ich zur relativ neuen von KRS-One & Buckshot raten, CNN, Mos Def, Slaughterhouse, U-God oder Marco Polo & Torae haben meiner Meinung nach auch gute Arbeit abgeliefert.

Veröffentlicht am 06.10.2009 17:39:45 GMT+02:00
M. Kruse meint:
Klasse Review, selten einen so aufschlussreichen Bericht gelesen, Kompliment!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.10.2009 11:04:55 GMT+02:00
JazzMatazz meint:
Danke für das Lob!

Veröffentlicht am 15.10.2009 21:57:48 GMT+02:00
Elessar meint:
jop gute Review!
Allerdings hättest du Empire State Of Mind noch erwähnen können, welches meiner Meinung nach das Beste aufm Album ist :)
Bei allem Anderen stimm ich dir aber zu.
Eine Frage stell ich mir: Wie kann man Rihanna so einen Part singen lassen und den dann auch noch aufs Album packen?
Ich dachte die Frau ist Sängerin!? Mit soner Performance fliegt man bei dsds inner ersten Runde raus Oo
Unfassbar nerviger Chorus, vorallem über Kopfhörer nicht auszuhalten.
‹ Zurück 1 2 Weiter ›