Kundenrezension

106 von 116 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, 3. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Vegan!: Vegane Lebensweise für alle (Broschiert)
Nichts leichter als vegan zu leben - diesen Anforderungen möchte Marc Pierschel in seinem Buch "Vegane Lebensweise für alle" nachkommen und hat wohl eines der umfassendsten und hilfreichsten Bücher für eine entsprechende Ernährungsumstellung geschrieben. Der Autor räumt auf mit den gängigen Vorurteilen und gibt eine großartige Übersicht über alle anfallenden Fragen: Weshalb vegan? Ist das denn gesund? Was kann man dann überhaupt noch essen? Wie sieht die vegane Ernährung im Alltag aus? Darüber hinaus findet man im Buch eine Handvoll Grundrezepte, ein kleines Vokabelheft, um auch auf Reisen in fremde Länder klarmachen zu können, dass man nichts vom Tier essen möchte. Wer sich richtig gesund und ausgewogen ernähren möchte, erhält außerdem weitere Informationen zu unterschiedlichen Vitaminen und Mineralstoffen (worin sind sie enthalten und wofür sind sie wichtig). Zuguterletzt findet sich im Anhang noch eine Liste der E-Nummern und welche tierischen Bestandteile eventuell dahinter stecken.

Ich habe mich nun länger mit "Vegane Lebensweise für alle" beschäftigt, es fast schon durchgearbeitet, denn es bietet nicht nur eine Fülle an Informationen zum veganen Alltag, sondern natürlich auch das "Drumherum". Wieso wird jemand zum Veganer? Die meisten Veganer ernähren sich vermutlich aus Tierschutzgründen, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Es gibt unendlich viel Tierleid auf dieser Welt. Leid, das die Menschen anderen Lebewesen zufügen, nur um in den kurzen, fragwürdigen Genuss des Fleisches zu kommen. Massentierhaltung, qualvolle Tiertransporte, Überfischung, Gänsestopfleber und und und. Wir wissen das nicht erst seit kurzer Zeit. Schon Manfred Karremann hat mit seiner Sendung "Achtung! Lebende Tiere" Anfang der Neunziger auf diese Mißstände aufmerksam gemacht. Pierschel geht natürlich auch auf die Biologische Landwirtschaft ein und leider tut er genau das, was man von einem Veganer erwartet: Es gibt nur Schwarz oder Weiß. Gut oder Böse. Vegan ist gut - alles andere ist böse.

Dies hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, denn das Buch könnte so wunderbar sein. Es könnte die Augen öffnen und das Bewusstsein von nicht ganz so militanten Menschen erweitern. Sie dazu bringen, weniger Fleisch zu essen, obwohl ich bezweifle, dass diese Menschen jemals ein solches Buch lesen werden. Bei Marc Pierschel gibt es keine tierfreundliche Biolandwirtschaft und das stimmt mich traurig, denn ich habe eine solche Landwirtschaft fast täglich vor Augen. Mit Landwirten, die in keine Schublade passen. Die jedem Tier einen Namen geben, die - obwohl sie Rinder zur Fleischgewinnung züchten - selbst Vegetarier sind. Landwirte, die Bienen schwärmen lassen und ihnen nur Honig wegnehmen, der übrig ist und dabei nicht mal Zuckerwasser zufüttern müssten. Es gibt so viele Farben mehr als nur Schwarz oder Weiß und ich wünsche mir ein Buch, das diesen Farben endlich mal gerecht werden kann.

Auch die Antworten, die der Autor auf gängige Vorurteile vorlegt, kann ich nicht nachvollziehen. Weshalb sollte ich mich denn vor anderen für meine Ernährung rechtfertigen oder mit ihnen darüber diskutieren? Das habe ich früher als Jugendliche vielleicht versucht - inzwischen muss ich damit aber nicht mehr hausieren gehen und somit komme ich auch schon seit vielen Jahren nicht mehr in Bedrängnis, meine Ernährung verteidigen zu müssen. Man sollte meinen, dass auch die Veganer inzwischen genügend Selbstbewusstsein erlangen konnten, um damit so umgehen zu können.

Obwohl sich meine Rezension nun sehr kritisch liest, vergebe ich eine recht gute Bewertung, weil dieses Buch tatsächlich eines der besten zu diesem Thema ist. Will man wirklich 100% vegan leben, dann findet man dank Marc Pierschel alle nötigen Anleitungen dazu, um auch größere Klippen umschiffen zu können. Hut ab vor so viel Konsequenz. Mich hat die Lektüre dazu gebracht, wieder sehr tief in das Thema einzutauchen und ich kam zu dem Schluß, dass es besser ist, im Gleichklang mit der Natur und den Tieren zu leben. Und dies bedeutet für mich ein Geben und ein Nehmen - von beiden Seiten.
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-9 von 9 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.08.2011 08:24:01 GMT+02:00
EmilyS meint:
Also verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich bin noch Vegetarierin, spiele aber mit dem Gedanken, vegan zu leben, weil mich die Ausbeutung von Milchkühen abstößt. Ich bin aber sicherlich alles andere als militant und versuche auch nicht zu missionieren. Nur wenn ich Ihren Satz über das Geben und Nehmen von beiden Seiten lese, stößt mir das doch ein bisschen auf. Auch auf einem Bio-Bauernhof leben Tiere nur, um uns zu dienen. Was ist denn das Geben von der Menschseite her? Dass wir den Tieren, die wir nutzen, einen Stall bauen? Mit 6 m² Platz im Biohof? Auch hier bekommen Kühe Kraftfutter (an zu viel davon stirbt eine Kuh übrigens, ist das wirklich Natur?). Sie muss zumindest Auslauf im Laufhof haben. Ist das Natur? Im Prinzip bin ich nicht der Meinung, dass es natürlich ist, wenn ein Mensch vegan oder vegetarisch lebt. Ich glaube schon daran, dass der Mensch ein Allesfresser ist. Aber wir nehmen einfach zu viel. Das hat Ausmaße angenommen, bei denen ich nicht mehr mitmachen möchte. Bio mag ein kleinwenig besser sein. Aber dass der Mensch und das Tier dort in Harmonie glücklich zusammenleben, ist aus meiner Sicht reine Phantasie.

Veröffentlicht am 06.09.2011 02:48:35 GMT+02:00
Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass die Diskussonen im Alltag nichts mit Rechtfertigung, sondern mit Aufklärung zu tun haben bzw diese Motivation dahinter steckt. Schließlich möchte man auch andere Leute davon überzeugen, dass Tierausbeuterei schlichtweg falsch ist.
Dass mit dem Schwarz-Weiß-Denken ist auch so eine Sache. Dass ein Veganer, der Tierhaltung und somit die Beschneidung der natürlichen Bedürfnisse und Interessen eines nichtmenschlichen Tieres ablehnt, kein Buch schreiben wird, dass die Aussage enthält:,,Massentierhaltung ist schlecht, aber Biofleisch von 'glücklichen' Kühen ist in Ordnung", sollte wohl klar sein.

Veröffentlicht am 15.09.2011 12:55:51 GMT+02:00
Milchkühe sind ein schlechtes Beispiel. Nehmen wir doch lieber den im Buch aufgeführten Honig. Aussage (vereinfacht): "Bienenkotze" ist das Produkt und alle Imker nehmen allen Honig weg und füttern nur Zuckerwasser zu. Das stimmt so nicht. Ist pures Schwarzweißdenken, denn es wird von Bienen immer Überschuß produziert und es gibt genügend Imker, die den Bienen nur den Honig wegnehmen, den sie nicht benötigen. Lässt sich nicht wegdiskutieren, wird aber verschwiegen, weil alle Imker böse sind. Wolle von artgerecht gehaltenen Schafen sei Tierquälerei. Es geht bei Veganismus eben nicht nur um Fleisch oder Milchprodukte!

Veröffentlicht am 07.12.2011 20:14:43 GMT+01:00
mennym meint:
Danke für die tolle Rezension. Ich versuche seit ein paar Wochen vegan zu leben, weil ich Massentierhaltung pervers finde. Aber ich finde auch, dass Tiere schon auf der Welt sind, um den Menschen zu ernähren, zu wärmen und um ihm zur Seite zu stehen. Im Gegenzug ist der Mensch verpflichtet, sich um seine Tiere zu kümmern und die Umwelt nicht mit seinen Lebensgewohnheiten zu zerstören. Das Schwarz-Weiß-Denken welches mir bisher auf den Veganer-Seiten begegnete, störte mich etwas. Ich werde mir das Buch wohl trotzdem kaufen, weiß ja jetzt was mich erwartet.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.12.2011 17:57:56 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.12.2011 17:59:16 GMT+01:00
Hallo mennym,

ich fühle mich auch oft abgestoßen von dem Fanatismus bei vielen Veganern oder militanten Tierschützern. Mir wird auch immer wieder empfohlen, ich solle meine Katzen und Hunde vegan ernähren. Doch warum soll ich die Natur für meine moralischen Ansichten so dermaßen verbiegen? Lieber überwinde ich mich als Vegetarier und gebe meinen Fleischfressern Schlachtabfälle von artgerecht gehaltenen Tieren. Vielleicht sehe ich das alles etwas anders, weil ich auf dem Land lebe und hier lebt man mit den Tieren zusammen. Ich wohne in einer Gegend, in der die Menschen sehr tierlieb sind - sogar die Bauern. Letzten Endes ist jedes Extrem schlecht, egal, in welche Richtung es geht. Das Buch ist aber natürlich trotz allem empfehlenswert. Trotz meiner Kritik hat es immerhin 4 von 5 Sternen von mir erhalten. Das bekommt nicht jedes Buch :-)

Veröffentlicht am 29.01.2012 18:13:47 GMT+01:00
Als langjährige Vegetarierin und sich im Aufbau befindende Veganerin auf der intensiven Recherche nach schlüssigen Diskussions- und Überzeugungsargumenten "pro Kreatur" danke ich Ihnen sehr für die differenzierte Rezension dieses Buches und auch anderer in diesem Zusammenhang. Sie haben so recht, aggressive, rechthaberische Vorhaltungen führen nicht zum Ziel, Fleischverzehrer zu überzeugen. Die Empathie, die wir für Tiere aufweisen, sollten wir auch für die weniger mitfühlenden Zeitgenossen aufbringen; die meisten unter den veggies waren dies nicht ihr Leben lang und sollten wissen, wie schwer es sein kann, sich aus dieser auch traditionsbehafteten Abhängigkeit zu befreien. Da für die meisten Tieresser ein bratenloses Leben einfach als trostlos erscheinen mag, können 'wir' sie nur durch unsere hoffentlich auch allgemein pazifistische und "sanfte" Lebenseinstellung und möglichst glückliche Erscheinung - auch wenn dies angesichts des permanenten Qual widersprüchlich sein mag - mitziehen. Und sie zu aufregend guten veganen Essen einladen.
Bitte nehmen Sie weiterhin Stellung! Ich danke Ihnen sehr.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.12.2013 01:52:09 GMT+01:00
Tim Metzler meint:
Wie wäre es, einfach keine Haustiere zu halten? Dann würde sich das Problem nicht stellen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.12.2013 07:41:34 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.12.2013 07:42:44 GMT+01:00
Kein Problem, Herr Metzler, sobald keine Tiere mehr in Tierheimen sitzen, ausgesetzt werden, verhungern etc. bin ich die erste, die ihr Leben nicht mehr mit Tieren teilt. Bis dahin werde ich allerdings weiterhin Tiere aufnehmen und versuchen, ihnen ihr Leben so angenehm wie möglich zu machen. Die Augen vor _diesem_ Leid zu verschließen halte ich persönlich für unvegan. Das Problem ist etwas komplexer, als man annehmen könnte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.02.2014 20:59:45 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.02.2014 21:01:33 GMT+01:00
Benjamin Z. meint:
Da hier leider, wie auch sonstwo im Internet, mit sehr viel unhaltbaren Halbwissen um sich geworfen wird, was nun moralisch und ethisch verwerflich ist und welcher Aufgabe Tiere dem Menschen gegenüber nachzukommen haben, dem möchte ich an dieser Stelle mal den folgenden Film empfehlen:

"Earthlings / Erdlinge - deutsche Version | komplett"

Der Titel kann so in die Suche von YOUTUBE eingefügt werden. (Links werden hier ja leider nicht angezeigt.)

Wer hiernach noch Worte findet, Tierschützer für militant zu halten, oder nach wie vor der Überzeugung ist, der Mensch habe Gott zu spielen, indem er entscheidet, wann, wie, wo und für was ein Tier zu sterben hat, dem darf ich gratulieren, denn damit hat er sich soeben als das offenbart, was er ist - die Perversion eines Fehlers der Natur.

Wir haben nicht das Recht für andere Lebewesen, als die der eigenen Art, zu entscheiden, was für sie gut, schlecht oder in irgendeiner Form angebracht wäre, nur weil wir glauben so elitär intelligent zu sein, das entscheiden zu dürfen. Der Mensch erhebt sich selbst über die gesamte Schöpfung, weil er aus ignoranter und selbstgerechter Eigenverliebtheit sowie einem Fehl an natürlichen Fressfeinden, sich selbst in die Lage versetzt hat, maßlosen Herrschaftsanspruch geltend zu machen. Was leider auch den seit über 50000 Jahren andauernden Massenmord an fühlenden und eigenständig lebensfähigen Lebewesen mit einbezieht.

An jeder einzelnen menschlichen Hand klebt das Blut von milliarden unschuldiger und völlig unnötig zu Tode verurteilter Lebewesen. Das ist eine Schuld, die niemals zurückgezahlt werden kann und die bereits vor jeder Geburt an unsere Nachkommen weitergereicht wird. Es spielt keinerlei Rolle ob Massentierhaltung, sogenannte "artgerechte" Haltung, Bio oder nicht, Fakt bleibt, dass der Mensch keinerlei totalitären Anspruch auf das Leben anderer Wesen hat.

Und an alle, denen der Film noch nicht gereicht hat, empfehle ich einfach mal einen unangekündigten Besuch auf einem der so wohlgelobten "Bio"-Bauernhöfe. Bio schliesst Massentierhaltung und unzureichende Versorgung der Tiere nämlich noch immer nicht aus. Tiere werden noch immer nicht zu Tode "gestreichelt".
In diesem Geschäft geht es noch immer nicht um das Tier. Es geht um das Geschäft. Es geht um Geld und es geht darum, dem Menschen und seiner perversen Ignoranz sogar noch ein scheinheiliges Gütesiegel aufzudrücken. Ein Hoch auf unsere so zivilisierte Gesellschaft.

In diesem Sinne...
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