Kundenrezension

44 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein gutes Buch... mit großen Schwächen (Spoiler möglich!), 28. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Eragon - Das Erbe der Macht (Gebundene Ausgabe)
Ich weiß noch genau, wie ich vor vielen Jahren den ersten Band nach erstmaliger Lektüre zur Seite legte... Wow. Was für ein Buch. So viele Details, so viele Geheimnisse, Emotionen, Möglichkeiten. Kaum zu glauben, dass Paolini damals ein Teenager war. Ich konnte kaum erwarten endlich Teil 2 zu lesen. Unnötig zu sagen, dass es mir nach besagtem zweiten Teil genauso ging. Ich war hin und weg.
Aber irgendwas ist dannach passiert. Schon Brisingr konnte nicht mehr richtig überzeugen, irgendetwas FEHLTE.
Ich kann bis heute nicht genau sagen was das sein könnte, woran genau es liegt, aber während Teil 1 und 2 mich in ihrem Bann hielten und auf eine echte Gefühlsachterbahn mitnahmen während sich jede einzelne Seite lebhaft vor meinen Augen abspielte, hatte ich nach 3+4 jedes mal das Gefühl, nicht richtig mitgerissen worden zu sein. Irgendwie nach dem Motto: "Das wars? Aber.. es ist doch noch gar nichts PASSIERT!". Aber das mögen subjektive Eindrücke sein, zumal sind sie wirklich schwer in Worte zu fassen, weswegen ich jetzt versuche, ein wenig auf Band 4 als solchen einzugehen.

Zuersteinmal: Das Buch ist gut. Völlig ohne Zweifel. Auch wenn es mich nicht so gefesselt hat wie die ersten beiden Bände,legte ich es nur ungern aus der Hand. Auf jeden Fall ist es besser als Brisingr, und ich kann jedem den Kauf empfehlen, der die Geschichten um Eragon und co. bisher gerne gelesen hat.
Im Gegensatz zu Teil 3 schafft CP es, die Handlung wieder in Bewegung zu versetzen. Wenn man auch, wie oben angedeutet, nicht ganz so mitgerissen wird wie in den ersten beiden Bänden hat man wieder das Gefühl, dass die Geschichte eine klare Richtung hat und alles auf den einen, unabwendbaren Kampf hinausläuft.
Die Hauptstory als solche macht also endlich wieder Spaß zu lesen, hat interessante Entwicklungen zu bieten und ist - wenn auch nicht komplett unvorhersehbar - sehr kreativ geschrieben. Und endlich, endlich, schaffte Paolini es wieder, die Ausbildung Eragons weiterzuführen, denn gerade dort offenbarten sich ja bisher die interessantesten Details und Geheimnisse von Alagaesia.
Dennoch gibt es viele imho einfach unnötige Stellen in dem Buch, die mir nur wie Lückenfüller vorkamen. Im Gegensatz zu Teil 3 sind diese Lückenfüller besser gestaltet und zumindest für mich doch relativ interessant geblieben, dennoch waren sie größtenteils eher lästig. Hätte man sie weggelassen, wäre viel Platz freigeworden, den Paolini dringend hätte gebrauchen können, doch dazu später. Die Geburt von Horsts Tochter nehme ich als ein Beispiel heraus, was mir ganz gut gefallen hat. Es hat für zusätzliche Charaktertiefe gesorgt, die Beziehung zw. Eragon und Arya vertieft und ein bis dato nicht beobachtetes Verantwortugnsbewusstsein in Eragon gezeigt. Im Gegensatz dazu waren viele Roran-Szenen komplett irrelevant und liefen beständig nach folgendem Motto ab:
a) Roran befindet sich in einer ausweglosen Situation.
b) Detailliert und blutig beschriebenes, dennoch wenig fesselndes Kampfgetümmel.
c) Ein genialer Einfall (oder übermenschliches Kampfgeschick) von Roran rettet den Tag.
d) Rorans bisherige Zweifler verstummen.
Das ganze passiert so nicht nur in Teil 3, sondern auch in Teil 4 immer und immer wieder. Ich frage: Warum?
Für die Haupthandlung hat es jedenfalls keinen Erkennbaren nutzen, die Eroberung der einzelnen Städte hätte sowieso ingesamt deutlich kürzer gefasst werden können.
Dennoch. Beim Endkampf angekommen, und auch gerade während diesem, hatte ich trotz der beschriebenen Mängel ein gutes Gefühl. Ich war nicht hin- und weg wie bei den ersten Bänden oder der "Sword of Truth"-Reihe (riesen Empfehlung btw!!), aber ich war zufrieden. Alles schien sich gut zu Entwickeln, und auch der Endkampf wurde kreativ und ansprechend gelöst.

Was dann aber folgte ist wohl die größtmögliche Enttäuschung, die sich jeder Leser nur vorstellen kann. Hier geht ein über 2000 Seiten langes Epos zuende. Diesem Ende wurde fast ein Jahrzehnt entgegengefiebert... und dann DAS? Bitte..!
Ich dachte noch: Wow, sind ja noch über 100 Seiten, Mensch, da passiert noch was! Denkste..
Während die politische Zukunft des Imperiums noch befriedigend gelöst wurde, lassen die Einzelschicksale der Helden ganz stark zu wünschen übrig. Ums kurz zu machen: Nicht nur, dass abgesehen von Roran alle unglücklich sind, womit ja noch zu leben wäre, ist der Weg dahin so.. FLACH und gezwungen beschrieben, dass es einem echt schlecht werden könnte. Ich will hier jetzt nicht übermäßig Spoilern, aber gerade was die absolut unzureichend entwickelte Liebesgeschichte zw. Eragon und Arya angeht hat man das Gefühl, der gute Paolini durfte nie selbst erleben was es heißt, sich in den Augen einer wunderschönen Frau zu verlieren.. oder anderswo. ;) Absolut hölzern, absolut unglaubwürdig, absolut.. falsch. Aber nicht nur die Beziehung Eragon-Arya, eigentlich das gesamte Ende kommt so daher. Als hätte man CP die Pistole auf die Brust gesetzt, endlich fertig zu werden.
Eine treffende Rezension auf amazon.com nannte das gesamte Ende "depressing". Das trifft sowohl auf das Ende selbst als auch auf dessen Gestaltung zu. Ein Trauerspiel sondergleichen. Da fallen dann nicht mal die zuhauf offengelassenen Fragen noch ins Gewicht. Hier hätte CP wunderbar die ca. 200 weiter oben gesparten Seiten nutzen können. Und vielleicht vorher mal mit ein paar Frauen reden oder ersatzweise wenigstens andere Fantasy-Literatur lesen sollen...

Zusammengefasst: Gutes Buch, grausiges Ende. Lesen lohnt, aber hätte ich noch mal die Wahl, würde ich nach Galbatorix' Tod aufhören und mir mein eigenes Ende erdichten. Schlechter wäre es nicht geworden, so viel steht fest.
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Kommentare


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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.11.2011 12:34:43 GMT+01:00
Menolly meint:
Achtung Spoiler!!!

Ich kann dir nur zustimmen.
Ich habe bis zur Schlacht und Galbarotix Ende ein wirklich gutes Buch - zwar mit Längen, aber okay - gelesen. Ich fand dieses Ende wirklich gut und schlüssig.

Aber was danach kam, kann ich einfach nicht nachvollziehen:

Nach allem, was Paolini bis jetzt in der Reihe geschrieben hat, hätten die anderen Völker niemals geduldet, daß Arya gleichzeitig Königin und Reiterin ist. Gerade die Elfen in solch einer politisch brisanten Doppelrolle, niemals wäre das gestattet worden. Arya ein Machtmensch???

Genau das selbe mit dem Vorhaben die Magier zu kontrollieren. Niemals hätte Eragon, so wie er sich entwickelt hat, eine solche Unterdrückung einer Gruppe geduldet.
Er geht in den Osten und kommt niemals zurück. Warum? Andere Drachenreiter können doch auch den Osten erreichen und wieder zurückkehren. Er und Saphira aber nicht?

Die Begründungen für all das sind so dermaßen oberflächlich, unzureichend und vollkommen unpassend zu dieser Reihe. Das wirkt mir alles zu konstruiert und ich verstehe den Grund nicht. Dieses Ende reißt alles, was voher an der Geschichte gut war, so dermaßen nach unten. Das finde ich sehr schade.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.11.2011 13:26:00 GMT+01:00
Richtig!
Buch ist , sagen wir, OK bis zu Tod von Galbi...dann...mein Gott...

Veröffentlicht am 30.11.2011 12:20:47 GMT+01:00
F. Fischer meint:
Ganz meine Meinung. Ich würde auch nach Galbatorix' Tod aufhören zu lesen und mir dann mein eigenes Ende denken. Ich glaube , dass Eragon sich nicht in seiner Magie einschränken lassen wollte, aber einsieht, dass es woh l nötig ist, und deshalb als mitgrund (neben den Eldunari) Alagaesia verlassen hat. Allerdings bin ich mir sicher, dass es auch einen Ort in Alagaesia gegeben hätte, der gut für die Eldunari ist. Sonst hätte er immernoch mit dem wahren Namen der alten Sprache die giftigen Dämpfe usw. Von Vroengard nehmen können und die Reiterstadt wieder aufbauen, was mich sehr gefreut hätte, und worauf ich auch gehofft hatte. Tja. war wohl nichts.
schade ! Aber trotzdem empfehlenswert.
Lg

Veröffentlicht am 30.12.2011 23:54:01 GMT+01:00
Dem kann ich nur zustimmen. Das Buch ist zwar gut konnte mich aber längst nicht so mitreißen wie die anderen Teile. Paolini macht sich vieles zu einfach. Knifflige Situationen werden meißt durch Zufall oder plötzlich auftauchende andere Helden gelöst. Schade...

Veröffentlicht am 06.02.2012 19:00:32 GMT+01:00
Karl Huber meint:
Danke für deine Beschreibung, hatte das Buch schon auf der Wunschliste und wollte es mit den "Götterkriegen von Schwartz" bestellen. Wenn das Ende aber so enttäuschend ist, habe ich mir einige Stunden erspart.
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