Kundenrezension

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gegen das Vergessen, 5. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Wagner, Richard - Die Meistersinger von Nürnberg [2 DVDs] (DVD)
"Wahn! Wahn! Überall Wahn! Wohin ich forschend blick in Stadt- und Weltchronik!"

Nürnberg. DIE deutsche Stadt. Mythos von DER deutschen Stadt schlechthin. Projektionsfläche für deutsche Sehnsüchte nach einem intakten Gemeinwesen in vorindustrieller Zeit. Ablehnung von Industrialisierung und Kapitalismus - von Moderne! Nürnberg als Utopie! Nur in den Köpfen möglich, in der Vorstellungswelt von Gedanken und Phantasien.
Götz Friedrichs Inszenierung dieser "Meistersinger von Nürnberg" an der Deutschen Oper Berlin aus dem Jahr 1993 ist im Grunde genommen unspektakulär: Mit von der Sonne in goldenes Licht getauchten Dächern des alten Nürnberg, üppigem Fliederbusch, Schusterstube und Volksfestatmosphäre vor den Toren der Stadt werden die Wünsche des Publikums nach traditionellen Bildern vollauf befriedigt und das Deutschtum gefeiert. Grandios die Idee des Bühnenbildners Peter Sykora, die Silhouette Alt-Nürnbergs in Form eines riesigen Kreises im Hintergrund ständig präsent zu halten. Während des Vorspiels zum ersten Akt fliegt man mit der Kamera gleichsam über die Dächer der Stadt, mit Beginn der ersten Szene geht das Panorama über in ein riesiges Kirchenfenster.
Und doch scheint in dieser Aufführung die Erinnerung an die Geschichte Nürnbergs bis in unsere Zeit durch: Gegen Ende des Vorspiels zum ersten Akt wird die Silhouette des alten Nürnberg überlagert von Bildern der zerbombten Stadt aus dem Jahr 1945! Zerstört wurde das alte Nürnberg - sowohl real wie auch als Mythos - nicht erst durch die Bombardements der Alliierten, sondern bereits durch die unheilvolle Machtausübung des Dritten Reiches (Nürnberger Gesetze!). Nur Naivität vermag das zu ignorieren.
Gleichwohl ist die Inszenierung mehr als geglückt und auch bei mehrmaligem Anschauen ein Erlebnis.
Wolfgang Brendel gibt einen darstellerisch wie auch sängerisch blendend aufgelegten Hans Sachs, das Orchester der Deutschen Oper Berlin spielt unter der Leitung von Rafael Frühbeck de Burgos hervorragend auf.
Nur vier Sterne, weil zwar auch die übrigen Partien gut besetzt sind, aber wirklich herausragende Interpretationen etwa der Rollen Walther, Eva oder Beckmesser nicht geboten werden.
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