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»Faserland« weitergedacht,
8. August 2010
Rezension bezieht sich auf: 1979: Roman (Taschenbuch)
Wieder ist es ein Ich-Erzähler, nur reist er diesmal durch den revolutionserschütterten Iran und durch China. Trotz konzeptioneller Ähnlichkeiten: »1979« ist nicht »Faserland«.
»1979« ist weniger unterhaltend, sondern philosophischer, aber darum nicht schlechter. Vielmehr hat Kracht seinen Gedanken aus »Faserland« weitergedacht: Man bekommt eine Ahnung davon, warum Kracht für sich das völlig dekadente Individuum wählt.
Die westliche Gesellschaft ist selbst dekadent ist und das übersättigte Individuum in ihr mit sich im Unreinen. In einer global verknüpften Welt erfährt Krachts Ich-Erzähler in den unter westlcher Fuchtel stehenden Schwellenländern eine Selbstfindung, bis hin zur kompletten Auslöschung von Persönlichkeit und materiellen Standes im chinesischen Gefangenenlager-Kollektiv.
Hervorzuheben sei noch Krachts Sprache, die eine Sprache wiederaufstrebenden deutschsprachigen Schriftstellertums zu Beginn diesen Jahrtausends ist.
Unbedingt »Faserland« lesen und dann dieses Büchlein hier!
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