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Berlin, Du bist aller Städte Queen......., 24. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Achtung, freilaufende Berliner!: Alles, was Sie wissen müssen, wenn Sie sich in die Hauptstadt wagen (Taschenbuch)
Der Autor gehört zu jener bedauernswerten Gruppe von Menschen, die eine ausgeprägte Aversion gegen Berlin und die Berliner hegen (und vor allem: pflegen!), sich aber offenbar aus beruflichen Gründen in dieser Stadt aufhalten müssen. Seinem Unmut verleiht er in diesem Buch relativ ungehemmt und mit scheinbar viel Sachverstand Ausdruck, wobei jeder und alles in kritischem Ton aufs Korn genommen wird: Alt-Berliner, Neu-Berliner, West-Berliner, Ost-Berliner, Charlottenburger, Kreuzberger, Mitte-Bewohner, Prenzlauer Berger, CDU-Wähler, Alternative, Kulturschaffende, Kulturkonsumenten, Kulturverweigerer, U-Bahnbenutzer, Autofahrer, Datschenbesitzer, Chanel-Kunden, hippe Mitte-Styler, Mode-Ignoranten.....the list is endless und keiner kanns ihm recht machen, der Berliner Umgangston ist rau, das Bedienpersonal in Kneipen und Restaurants unfähig und arrogant und der Exil-Österreicher leidet schwer. So wahr manche seiner Betrachtungen auch sind, klingen sie doch weitgehend eher nörgelig und beleidigt, als charmant und witzig und speziell bei seinem wiederholten ausgiebigem Rumgehacke auf den neuen Bewohnern von Prenzlauer Berg und Mitte, die angeblich nur mittels ihres vorab ausgezahlten dicken Erbes ihr pseudo-bohèmehaftes Dasein finanzieren können, hat man als Leser eher das Bild eines Kindes vor Augen, das neidisch auf die scheinbar coolen Kids aus der angesagten Clique ist, weil die es anscheinend nicht mitspielen lassen wollen. Im Eifer des Gefechts deklariert der Verfasser kurzerhand auch schon mal namentlich genannte Kreuzberger Einzelhandelsgeschäfte zu Kneipen um und wenn man dann auch noch liest, dass in Berlin ab Mitte April ununterbrochen gnadenlos die Sonne brennt und es ab Mitte August genauso ununterbrochen regnet macht man sich als Leser schon so seine Gedanken, ob es in diesem Buch nicht eventuell noch mehr Dinge gibt, die vielleicht nicht ganz so sind, wie von Herrn Lendl dargestellt.......;-)
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Achtung, freilaufende Berliner!: Alles, was Sie wissen müssen, wenn Sie sich in die Hauptstadt wagen 3453601580
Walter Lendl
Heyne Verlag
Achtung, freilaufende Berliner!: Alles, was Sie wissen müssen, wenn Sie sich in die Hauptstadt wagen
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Berlin, Du bist aller Städte Queen.......
Der Autor gehört zu jener bedauernswerten Gruppe von Menschen, die eine ausgeprägte Aversion gegen Berlin und die Berliner hegen (und vor allem: pflegen!), sich aber offenbar aus beruflichen Gründen in dieser Stadt aufhalten müssen. Seinem Unmut verleiht er in diesem Buch relativ ungehemmt und mit scheinbar viel Sachverstand Ausdruck, wobei jeder und alles in kritischem Ton aufs Korn genommen wird: Alt-Berliner, Neu-Berliner, West-Berliner, Ost-Berliner, Charlottenburger, Kreuzberger, Mitte-Bewohner, Prenzlauer Berger, CDU-Wähler, Alternative, Kulturschaffende, Kulturkonsumenten, Kulturverweigerer, U-Bahnbenutzer, Autofahrer, Datschenbesitzer, Chanel-Kunden, hippe Mitte-Styler, Mode-Ignoranten.....the list is endless und keiner kanns ihm recht machen, der Berliner Umgangston ist rau, das Bedienpersonal in Kneipen und Restaurants unfähig und arrogant und der Exil-Österreicher leidet schwer. So wahr manche seiner Betrachtungen auch sind, klingen sie doch weitgehend eher nörgelig und beleidigt, als charmant und witzig und speziell bei seinem wiederholten ausgiebigem Rumgehacke auf den neuen Bewohnern von Prenzlauer Berg und Mitte, die angeblich nur mittels ihres vorab ausgezahlten dicken Erbes ihr pseudo-bohèmehaftes Dasein finanzieren können, hat man als Leser eher das Bild eines Kindes vor Augen, das neidisch auf die scheinbar coolen Kids aus der angesagten Clique ist, weil die es anscheinend nicht mitspielen lassen wollen. Im Eifer des Gefechts deklariert der Verfasser kurzerhand auch schon mal namentlich genannte Kreuzberger Einzelhandelsgeschäfte zu Kneipen um und wenn man dann auch noch liest, dass in Berlin ab Mitte April ununterbrochen gnadenlos die Sonne brennt und es ab Mitte August genauso ununterbrochen regnet macht man sich als Leser schon so seine Gedanken, ob es in diesem Buch nicht eventuell noch mehr Dinge gibt, die vielleicht nicht ganz so sind, wie von Herrn Lendl dargestellt.......;-)
wildeflowers
24. August 2010
- Insgesamt:
5

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