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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
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Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Help (Taschenbuch)
Der Vergleich mit "Vom Winde verweht" hinkt - und das ist auch gut so. Denn "Help" ist total anders und meiner Meinung nach um Längen besser: Keine kitschige, die Vergangenheit verklärende Liebesgeschichte, in der alle Farbigen fröhlich lachend ihrer Arbeit nachgehen - sondern eine immer nachdenklich machende, oft schockierende Bestandsaufnahme des Lebens der farbigen Dienstboten Anfang der 60ziger Jahre. Jedoch kommt der Humor keinesfalls zu kurz - eine Geschichte, die lachen und weinen und den Kopf schütteln läßt.....Sie waren 6 Tage die Woche 8-10 Stunden bei ihren weißen Herrschaften im Dienst, kümmerten sich um Wäsche, Essen, Haushalt und auch deren Kindern, um dann abends den eigenen Haushalt und die eigenen Kinder zu versorgen. Dazu mussten sie oft noch kilometerweit zur Arbeit und zurück laufen - das alles bei sengenden Temperaturen mit hoher Luftfeuchtigkeit in den Südstaaten ... Die Autorin verarbeitet in ihrem Erstlingswerk auch ihre eigenen Erinnerungen, denn sie wuchs selbst im Süden mit einer "Hilfe" im Haushalt auf, die auch gleichzeitig ihre Ersatzmutter war. Die Geschichte ist nie kitschig oder pathetisch, sehr oft witzig, aber auch schockierend, wenn die Dienstboten von ihren Erlebnissen mit den "Herrschaften" erzählen. Manche wissen nur Gutes zu berichten, manche dagegen werden sehr schlecht behandelt - oder auch des Diebstahls bezichtigt, wenn man sie loswerden will. Die reichen Damen organisieren Wohltätigkeitsveranstaltungen für die "armen Kinder in Afrika" - aber behandeln ihre Dienstboten wie Luft und lassen sich von ihnen Kuchen servieren, während sie darüber sprechen, dass Schwarze dumm sind, dazu noch furchtbare Keime und Viren übertragen, die die Weißen nicht haben - und schon deshalb muss man in der Garage eine separate Toilette nur für den Dienstboten bauen .... Aibigail wird von den ihr anvertrauten Kindern oft "Mama" genannt - denn während die echten Mamas Bridge oder Tennis spielen oder sich einfach langweilen, muss sie sich von A-Z neben dem Haushalt um die Kinder kümmern - und diese wachsen ihr fast immer sehr ans Herz. Sobald die Kinder jedoch verstehen, dass "Schwarz" eben anders ist, zuviel Kontakt mit der Haushaltshilfe unerwünscht und somit ihre Einstellung ändern, kann sie dort nicht weiterarbeiten und wechselt den Haushalt. Aber nach Kontakt mit Mrs Skeeter wird alles anders: Dem ihr jetzt anvertrauten zweijährigen Mädchen erzählt sie Fantasiegeschichten, z.B. vom grünhäutigen Martin Luther King vom Mars, der wegen seiner Hautfarbe auf der Erde nicht gut behandelt wird.... Denn sie hofft, dass sich was ändert in der Gesellschaft! Auf US-Seite von Amazon wird heftigst über die verschiedenen Sprachebenen, zeitlichen Abläufte, über das Verhalten der Protagonisten diskutiert - aber auch dort erhält "The Help" bei über 4400 Bewertungen mehr als 3500 Mal fünf Sterne und nur gut 100 Mal einen Stern - aber nicht davon beeindrucken lassen, sondern selbst lesen und bewerten! Fazit: Eine sehr berührende, nie kitschige, die Augen öffnende Geschichte über die Zustände Anfang der 60ziger Jahre in den Südstaaten. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Unbedingte Kaufempfehlung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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