Kundenrezension

44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als ein MK-Mod, 22. April 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Injustice: Götter unter uns - [PlayStation 3] (Videospiel)
Im Prinzip handelt es sich bei „Injustice – Götter unter uns“ um ein ordentlich aufgebohrtes Mortal Kombat, allerdings ohne übertriebene Gewalt und eben mit Comic-Helden bzw. Schurken anstelle von Raiden, Sub Zero und Co. Was sofort auffällt ist die ähnliche Optik und das Gameplay, aber dazu später mehr...

So geben sich in NetherRealms neuem Beat 'em up jeweils zwölf gute und böse DC-Stars gegenseitig ordentlich ins Mett, wobei die Paarung der Kämpfe frei wählbar ist. D.h. prinzipiell kann ein Held genauso gegen einen Held kämpfen oder eben Schurke gegen Schurke.
Die Charakter unterscheiden sich im Groben in schnellere dafür schwächere (z.B. Flash) und eher langsamere dafür stärkere Gegner (z.B. Bain)

Wie schon MK kommt nun auch Injustice trotz der 3D-Grafik eher im retro 2D Look daher und verzichtet auf wilde Kamerafahrten, wie sie vornehmlich bei Tekken zu finden sind. Auch spielerisch erinnern viele Moves, sowie die Steuerung an seinen indirekten „Vorgänger“.

Steuerung / Gameplay
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Wer die Steuerung von MK schon mochte, wird sie bei Injustice nicht verachten. So gibt es wieder typische runter, rechts Viereck oder rechts, links X Eingaben, um einen normalen Special-Move auszuführen. Selbst der MK-typische Uppercut mit runter und Dreieck wurde übernommen.

Die Knochenbrecher-Moves sind ebenfalls wieder da und werden auf die gleiche Weise ausgeführt, nur werden hier keine Knochenbrüche gezeigt, sondern eine Abfolge von toll inszenierten Prügelkombos und Special-Moves. Superman schlägt z.B. seinen Kontrahenten in den Weltraum oder Batman lässt am Ende seiner Schlagkombo den Gegner vom herbei gerufenen Batmobil überfahren.
Jeder Charakter hat seinen eigenen Super-Move der erst bei vollständig geladener Super-Leiste abrufbar ist. Auf dem Weg dahin kann ich –wie von MK gewohnt- schon vorher Teile meines gefüllten Super-Balken für die Verstärkung meiner sonstigen Special-Moves verwenden. Das verleiht den Kämpfen die taktische Tiefe, die ich bei Mortal Kombat schon zu schätzen wusste.

Wirklich neu ist hingegen die Möglichkeit des Konters mit Hilfe des Wager Systems. Hat man bereits schon ordentlich Prügel eingesteckt besteht die Möglichkeit einen Angriff durch Richtungs- und Schultertaste zu unterbrechen und zu kontern, ähnlich dem Breaker in MK. Neu ist allerdings, dass man schnell per Tastendruck bestimmen kann, wie viel Energie von der Superleiste für den Konter eingesetzt werden soll. Je nachdem wie die Sequenz ausgeht und wie viel Energie eingesetzt wurde, verursacht der Angriff mehr Schaden oder man bekommt mehr Gesundheit wieder. Auf jeden Fall könnte dies ein weiteres taktisches Element sein, mit dem ein Kampf entscheidend beeinflusst werden kann. Dieser Konter ist allerdings nur einmal pro Fight und Kämpfer erlaubt.

Ebenfalls neu ist das Block-System. So wird nicht mehr die Schultertaste zum Blocken von Angriffen genutzt, sondern in Tekken-Manier mit der Zurück-, bzw. Zurück-, Unten-Taste, die verschiedenen Angriffe abgewehrt.

Desweiteren sind nicht mehr alle vier Aktionstasten für Prügel- und Tritt-Angriffe da. Standardmäßig dient nun die Kreistaste einem weiteren charakterabhängigen Spezial-Angriff. Batman beschwört beispielsweise mechanische Fledermäuse, die er entweder direkt auf den Gegner lenken kann oder defensiv als Schutz ultraschnell um sich kreisen lässt.
Ob mir das gefällt, kann ich noch gar nicht sagen. Einerseits ist es eine willkommende Abwechslung, die gerade Einsteigern oder Gelegenheitsspielern zu Gute kommt, andererseits schränkt die feste Belegung die Kombinationsmöglichkeiten anderer Moves und Kombos ein, bzw. vereinfacht die Ausführung.

Alles in allem, wird es sicherlich wieder einige Spieler geben, die sich an den streng definierten Moves stören werden. Wem die Steuerung bei MK nicht gefallen hat, der wird auch hier nicht glücklich werden. Ohne Kenntnis über ein paar Moves und Kombos kommt man zwar auf dem leichten Schwierigkeitsgrad noch gut voran, spätestens bei Normal wird es aber dünn. Reines Button-Mashing -im Gegenteil zu Tekken, wo man komplizierte Moves schon oft per Zufall oder rein intuitiv findet- bringt einem hier nicht viel. Stupides auswendig lernen dürfte aber auch nicht nötig sein, da die meisten Angriffe und Kombos einem gewissen Schema folgen. Insofern lassen sich einige Spezial-Angriffe bereits während des Kampfes herausfinden, indem man die „üblichen Verdächtigen“ einfach durchprobiert.
Ansonsten steht einem natürlich wieder das gut organisierte Hilfsmenü zur Verfügung, was neuerdings weitere Infos wie Schaden, Aufladezeit etc. zu jedem Move bietet.

Auf die typische Kampfansage aus dem Off und das Rundensystem wurde verzichtet. Ein Kampf ist zu Ende wenn einer am Boden liegt (Sein Balken leer ist) oder die Zeit abgelaufen ist.

Neues Features
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Wirklich neu ist die butterweiche Integration der Umgebung in die Kämpfe. Mittels Schultertaste R2 lässt sich die Umgebung gegen den Gegner einsetzen. So werden Heizungsrohre abgerissen und dem Kontrahenten entgegen gehalten oder Raketen aus dem im Hintergrund stehenden Batmobil abgefeuert. Das geht dank Hilfsanzeige einfach und bringt mehr Abwechslung in die Kämpfe. Da diese Angriffe auch ordentlich Energie kosten, sind sie nicht nur rein optischer Zucker.

Noch stärker hauen allerdings die Levelübergänge rein. Wie bereits in Tekken kann mit entsprechendem Move der Gegner durch eine Wand getreten und in ein komplett anderes Szenario befördert werden. Das kostet dem Gegner jede Menge Energie und sieht auch deutlich spektakulärer als in Tekken aus. Mit Hilfe der Umgebung lassen sich so Kämpfe auch mit Charakteren gewinnen, deren Moves man noch nicht perfekt beherrscht.
Somit sind die interaktiven Arenen die größte Neuerung und zugleich das größte Plus.

Story
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Die Story ist mir ehrlich gesagt nicht so wichtig.
Mal ehrlich, es ist ein Prügelspiel mit Superhelden. Überraschend ist allerdings, dass die Story um die 12 Bösewichte und 12 Helden gar nicht mal schlecht ist. Vielleicht ist die Unterstützung der Autoren Jimmy Palmiotti und Justin Gray dafür verantwortlich.

Der Story-Modus ist dank toller Zwischensequenzen und guten Kampfeinleitungen eine spaßige und sehenswerte Angelegenheit. Die unterschiedlichen Arenen sind hierbei gut in die Story integriert.
Quicktime-Events lockern vor dem Kampf das Geschehen auf und sorgen für eine höhere / niedrigere Energieleise. Dabei sind sie hier nicht nervig, sondern recht nett in die Sequenz integriert. So muss beispielsweise Green Lantern einige Projektile abwehren, bevor es in den Kampf geht.

Während der Story wechselt man -wie schon bei Mortal Kombat- in die Haut der verschiedenen Charaktere, die aus zwölf Kapiteln besteht.

Gamemodi
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Neben der Story, Training und Einzelkampf gibt es noch das S.T.A.R.S. Lab. Hier müssen, wie in Mortal Kombat‘s „Turm der Herausforderung“ einzelne Miniquest bestritten werden müssen.
Insgesamt handelt es sich um 240 verschiedene Aufgaben.

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe teilweise noch freischaltbare Spielmodi und selbstverständlich die Möglichkeit sich online mit anderen Spielern zu prügeln.

Grafik / Sound
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Optisch überzeugt mich Injustice schon.
Es ist kein Spiel, wo einem ständig die Kinnlade runterfällt, macht aber dank des guten Charakterdesigns und vor allem der detaillierten und schick animierten Hintergründe doch schon gut was her.

Gerade durch die tolle Umgebungsinteraktion, geschickt eingeflochtener Animationen bei den Supermoves und Levelübergängen und der damit verbundenden Abwechslung, könnte man manchmal schon fast glauben, einer Szene in einem Film statt einem Videospiel zu sehen.
Hier hat Injustice seine grosse Stärke. Es sieht einfach unglaublich cool aus, wenn Superman Müllcontainer, Schweinehälften oder Autos auf den Gegner wirft, während Green Lantern gerade als Special Move mehrere Raketen materialisiert. Auch der toll animierte Hintergrund nimmt ordentliche Schäden hin. Nach einem Kampf sieht die Umgebung entsprechend ramponiert aus.
Ich bin gespannt, ob man sich an den tollen Animationen –gerade beim Levelübergang- irgendwann satt sieht. Über die Langzeitmotivation kann ich natürlich noch nichts sagen.

Soundkulisse und Musik sind passend zum Thema gewählt. Es knallt halt wo es knallen muss. Die deutsche Sprachausgabe ist ganz in Ordnung. Vermutlich werde ich sie aber doch wieder auf Englisch umstellen.

Fazit
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Extrem viel Neues bietet Injustice eigentlich nicht, weshalb ich mich jetzt über mangelnde Innovationen aufregen könnte. Mache ich aber nicht, da es mir lieber ist altbewährtes zu verfeinern und zu erweitern, als das Rad unnötigerweise neu zu erfinden und ggf. zu verschlimmbessern oder ein Spiel künstlich mit neuen Elementen aufzublasen.
Bei einem Beat’em up will ich nicht rätseln, ich brauche keine Rollenspielelemente und will auch kein halbes Action-Adventure. Ich will prügeln und das soll Spaß machen und spektakulär aussehen.

Beides hat Injustice meiner Meinung nach trotz wenigen echten Neuerungen geschafft, deshalb gibt es von mir 5 Sterne.

Spieler die Tekken oder Soul Calibur für das mit Abstand beste Prügelspiel halten, sollten sich den Kauf überlegen, da sich Injustice einfach etwas anders spielt.
Jeder der an Mortal Kombat das Gameplay mochte oder generell gerne Beat 'em ups spielt, wird auch mit Injustice glücklich werden.
Ein Superhelden-Fan muss man nicht sein, um jede Menge Spass zu haben. Ich bin jedenfalls keiner…
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.06.2013 23:00:02 GMT+02:00
Dantohr meint:
"Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe teilweise noch freischaltbare Spielmodi "

Was wäre den ein freischaltbarer Spielmodi?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.06.2013 06:55:04 GMT+02:00
M. Schulze meint:
Man kann die klassische Kampagne spielen, deren Beendigung mit einem charaktertypischen Video belohnt wird.
Darüber hinaus gibt es verschiedene teilweise durch Erfolge freischaltbare oder bereits am Anfang wählbare Modifikationen. So kann zum Beispiel ausgewählt werden, dass man nur gegen Helden oder Schurken antreten will oder das der Kämpfer mit der Zeit Energie verliert, keine Spezialfähigkeiten hat usw.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.06.2013 08:32:39 GMT+02:00
Dantohr meint:
Klingt gut.Danke

Was ich nicht ganz kapiere, ist das mit diesem wettsysten wo man Gesundheit wiederbekommen kann.
Wenn mein Gegner diesen Konter macht, setze ich alles und verliere trotzdem.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.06.2013 07:53:29 GMT+02:00
M. Schulze meint:
Wenn dein Gegner diesen Konter macht, hast du nur die Chance mehr Schaden anzurichten. Nur der Spieler der den Konter selbst initiiert, hat die Chance wieder mehr Energie zu bekommen. Du solltest immer mehr Energie als der Gegner zum Einsetzen haben oder zumind. gleich viel. Es gibt aber dennoch einen Zufallsfaktor. Wenn ich mehr Super-Energie habe als mein Gegner, setze ich immer alles. Klappt eigentlich ganz gut.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.06.2013 08:04:27 GMT+02:00
Dantohr meint:
Doch so simpel :D
Ich danke dir :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.06.2013 08:14:33 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.06.2013 08:16:34 GMT+02:00
M. Schulze meint:
Ja, im Prinzip ist das ganz einfach. Das ist wohl so gedacht, dass sich der Spieler schnell überlegen soll, ob es sich lohnt viel, wenig oder garkeine seiner Super-Energie zu einzusetzen. Wenn der Gegner ohnehin mehr hat als ich und er den Konter initiiert hat, setze ich nichts. Dann bekommt er zwar mehr Energie zurück, dafür kann ich meine Superleiste möglicherweise ganz füllen, um einen Super-Angriff zu machen.
Wenn ich mehr habe, lohnt es sich auf jeden Fall um dem Gegner noch mehr Energie abzunehmen.
Sehr gerne.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.06.2013 08:50:21 GMT+02:00
Dantohr meint:
Und wie setzte ich nichts?Einfach nichts drücken?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.06.2013 07:51:36 GMT+02:00
M. Schulze meint:
Richtig. Er zeigt ja für die sonstigen Staffelung die entsprechenden Buttons an, die gedrückt werden sollen.

Veröffentlicht am 29.05.2014 22:42:05 GMT+02:00
mega70 meint:
Wissen sie,ob man die Regime Skins der Charaktere auch in der normalen Version kriegt?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.05.2014 08:11:44 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.05.2014 08:11:57 GMT+02:00
M. Schulze meint:
Ja, die sind drin. Zumind. in der Version die ich gekauft habe, was die normale gewesen sein müsste. (War die Version beim Erscheinungstermin, also keine Complete-Edition)
Es sind die Regime und Aufstands-Skins drin, sowie einige zusätzliche für verschiedene Charaktere. (New 52, Darkest Knight)
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