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Kundenrezension

87 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Selbstsabotage auf der Spur, 21. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Tradingpsychologie - So denken und handeln die Profis: Spitzenperformance mit Mentaltraining (Gebundene Ausgabe)
Viele Trader halten nicht viel von "Börsenpsychologie". Vielleicht haben sie auch schon das eine oder andere Buch zu diesem Thema gelesen und hinterher festgestellt, dass es nichts genützt hat. Mit diesem Buch könnte das allerdings anders ausgehen, denn es unterscheidet sich erheblich von seinen Artgenossen.

Man findet in ihm keinen der üblichen Sprüche wie "Traden Sie emotionslos!" oder andere scheinbar geniale Weisheiten, die sich beim ersten Nachdenken über sie als hohl erweisen, weil man nicht erklärt bekommt, wie man sie eigentlich praktisch umsetzen soll. Norman Welz wählt einen ganz anderen Ansatz.

Im Kern untersucht er ein Phänomen, das sich bei vielen Tradern leider zu oft wiederholt und sie entweder fast in den Wahnsinn oder in den Ruin treiben kann: Diese Trader verfügen über ein Handelssystem, das nachweislich profitabel ist. Sie können es aber selbst nicht profitabel handeln, weil sie immer wieder denselben dämlichen Fehler machen, ihn als solchen erkennen, Besserung geloben und ihn dann doch wiederholen. Ich komme darauf gleich zurück.

"Trader scheitern in den meisten Fällen an sich selbst. Die mentalen Herausforderungen beim Trading sind immens groß und werden immer wieder unterschätzt." Das steht auf Seite 35, und jeder Trader wird das bedingungslos unterschreiben. Anfänger sind sich der wirklichen Herausforderungen nur selten bewusst, weil sie nicht wissen, dass sie sich auf eine Tätigkeit eingelassen haben, die sich enorm von allem unterscheidet, was sie bisher gelernt und erlebt haben. Fast alle Regeln und Standards, an die wir uns sonst halten und die uns schon von Kindesbeinen an eingebläut wurden, gelten hier nicht oder in anderen Maßstäben.

Welz macht das an einem ganz einfachen Beispiel deutlich: Professionelle Trader wissen, dass Verlusttrades zu einem erfolgreichen System einfach dazugehören. Anfänger haben damit jedoch enorme Probleme. Schon Wörter wie "Verlust" oder "Fehltrade" suggerieren in ihrem Unterbewusstsein, dass sie etwas unternehmen müssen. Dann suchen sie nach Lösungen, ändern Systeme, probieren Neues und das solange, bis sie ihr Konto versenkt haben oder frustriert aufgeben.

Wenn Trader diese Phase durchgestanden haben und sich ihr Konto stabilisiert, tritt oft das oben beschrieben Szenario ein. Sie drehen sich im Kreis und können nie beständig Geld aus den Märkten ziehen. Oft häufen sie zahlreiche kleine Gewinne an, um sie dann mit einem dämlichen Trade wieder zu verspielen. Warum ist das so?

Wie keine andere Tätigkeit fördert das Trading die psychische Konstellation eines Menschen an die Oberfläche. Man steht sich selbst nicht selten fassungslos gegenüber und begreift das eigene Handeln nicht. Anderswo kann man Entschuldigungen suchen oder sich herausreden. Hier geht das nicht. Man handelt einen Markt, der sich nicht für einen interessiert, und man sieht das Ergebnis am Kontostand. Ehrlicher geht es nicht. Und das macht die Sache so hart.

Welz erklärt die Mechanik des Leidens auf eindrucksvolle Weise. Und diese Erklärung hat mit dem Trading eigentlich nichts zu tun. Man kann sie auf fast alle mentalen Probleme übertragen, die uns das Leben schwer machen. Wir tragen in uns Programme, die installiert wurden, als wir uns dagegen noch nicht wehren konnten. Oft kennen wir diese Programme nicht. Im Buch findet man dazu einige Beispiele aus der Praxis des Autors als Tradingcoach, die vielen Tradern nicht unbekannt sein dürften.

Doch wir werden von diesen inneren Programmen gesteuert, so Welz. Sie verführen uns unbewusst, aber teuflisch konsequent zu Handelsfehlern, die wir kennen und vermeiden wollten, sie aber dennoch wiederholen. Solange wir ihre wirkliche Ursache nicht herausfinden, bleiben wir in diesem diabolischen Kreis gefangen, denn jede Wiederholung schleift die falsche Handlung noch tiefer ein.

Haben wir diese Mechanik erst einmal verstanden und einen theoretischen Ausweg gefunden, dann hilft nur noch unser letzter verbliebener wirklicher Freund, die Selbstdisziplin. Nur wenn es uns gelingt, die alten Programme zu überspielen indem wir neue Programme im Unterbewusstsein durch permanentes diszipliniertes Wiederholen implementieren und vertiefen, haben wir eine wirkliche Chance, aus der Falle zu entkommen.

Welz beschreibt diesen Ausweg detailliert. Natürlich kann ein Buch keine Lösungen spezieller Probleme einzelner Menschen anbieten. Selbst ein gutes wie dieses nicht. Mentale Probleme sind viel zu individuell, als dass sie mit einem Text, der sich an eine Allgemeinheit richtet, gelöst werden könnten. Aber Welz zeigt wenigstens einen Weg, wie man die Ursachen der ständigen Selbstsabotage finden und auch wie man sie möglicherweise beseitigen kann.

Der Text liest sich sehr gut. Der Autor hat selbst einschlägige Erfahrungen mit den Höhen und Tiefen des Börsenhandels gesammelt und sich offenbar intensiv mit ihnen auseinandergesetzt. Entsprechend authentisch wirkt dieses ungewöhnlich informative und hilfreiche Buch.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.10.2015 17:35:04 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.10.2015 18:20:21 GMT+02:00
Messebesucher meint:
Die Gründe aller Probleme liegen darin, das Geld Spiritualität ist. An der Börse geht es um Geld. Geld wird nur der bekommen der mit Geld umgehen kann. Innerer Reichtum auf allen menschlichen Ebene ist Grundvoraussetzung für äußeren Reichtum an der Börse. Wenn alle diese vielen Millionen Menschen weltweit den Erfolg an der Börse hätten, den sie sich wünschen, würden wahrscheinlich zahlreiche mit irgendwelchen PS Monstern in den Tod fahren, vollkommen überheblich werden und in vollkommener Maßlosigkeit eigennützigen Dingen nachgehen. Sehr wahrscheinlich geht es dann 99% derer schlechter als zu der Zeit, wo sie nie Geld besessen haben. Schon die Geschichten in Babylon vor 3700 Jahren haben gezeigt, wie wenig die Mehrheit der Menschen (99,99%) mit Geld umgehen können. Täglich sahen sie wie Schuldner als Sicherheit ihr Leben gaben, um ein paar Taler jetzt für Genuss und Freude zu erhalten, um danach gar bei der harten Arbeit zur Abzahlung der Schulden zu sterben.
Geld ist Spiritualität, insbesondere dort, wo das Geld zum Greifen nah ist, wie an der Börse.

Desweiteren gilt, dass jegliche Behavioral Finance unnütz ist, denn das eigene Gehirn kann nicht das Gehirn selbst überwachen. Lediglich gibt es Aufzeichnungen über Verhaltensweisen im Umgang des Menschen mit Geld oder Börsenhandel. Die wahren Gründe liegen aber viel tiefer. Verändern lassen sich Verhaltensweisen dauerhaft kaum, deswegen wird man auch immer wieder von sich "selbst überrascht", wie Trader zu sagen pflegen.

Beispielsweise werden Menschen die nicht freigebig spenden, ihren Mitmenschen nicht stets das Beste wünschen und nicht Liebe in ihrem Herzen tragen nie langfristig Erfolg an der Börse haben (dies waren nur wenige Beispiele soll aber verdeutlichen, dass Geld Spiritualität ist). Auch niemals werden Menschen zu Geld kommen, die immer in den Samstagsprospekten der Discounter nach den billigsten Angeboten suchen, denn dann werden sie auch in ihren Finanzen nur das billige Sonderangebot bekommen. Die Liste der Verhaltensweisen, die von 99,99% aller Menschen "begangen" werden, lässt sich unbegrenzt weiter führen. Aber genau diese Dinge prägen das Unterbewusstsein und wirkt sich auch an der Börse aus, weshalb diese Menschen nie Erfolg an der Börse haben werden. Und das ist auch gut so, denn s.o. die Welt würde dann nicht rosiger aussehen. Dieser Schutz, dass niemand zu Geld kommt der nicht vollkommen damit umgehen kann, ist auch wieder spirituell.

Fangt an erst mal den inneren Wert zu steigern und dann wird der äußere Wert automatisch nachziehen. Veränderungen zum inneren Wert finden dabei zu null Prozent an der Börse statt, sondern der innere Wert muss in allen Lebensbereichen gesteigert werden. Dies ist viel Arbeit, aber wer dazu nicht bereit ist, wird nicht erhalten vom Universum.

Fazit: Dinge wie Behavioral Finance oder "Börsenpsychologie" gibt es nicht. Es sind lediglich Erfindungen der Menschen, um eine Lösung für ein Problem zu finden, die es dort aber nicht zu finden gibt. Die Lösung liegt im Innen.
Aber wie Albert Einstein schon wusste, es gibt zwei Dinge die unendlich sind, das Universum und die Dummheit der Menschen.
Der Suchende wird nicht immer finden und hier nie (in der Behavioral Finance weltweit). Auch sind alle Aufzeichnungen und Lehrgänge der Behavioral Finance weltweit unsinn, aus dem besagten Gründen. Das Gehirn kann als Untersuchungsgegenstand nicht das Gehirn selbst nehmen. Hier gilt wieder das Zitat von Albert Einstein.
Abschließen möchte ich mit den Worten des akademischen Philosophen und professionellen Händlers Michael Voigt.
Höchste Intelligenz fängt dort an, wenn man (akzeptiert und) weiß, dass man nichts weiß.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.10.2015 08:06:55 GMT+02:00
Na dann viel Erfolg an der Börse! Und falls es doch nicht ganz so klappt, dann sind Sie wahrscheinlich innerlich nicht reich genug. Ich hoffe dann für Sie, dass Sie wissen wo das Innere eigentlich ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.10.2015 09:38:35 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.10.2015 09:57:41 GMT+02:00
Messebesucher meint:
Es liegt in der Tat alles am inneren Wert.

Ich möchte aber noch eine weitere Anregung geben.
Man stelle sich vor weltweit sehen 1 Million Händler den Chart für Gold mit den aktuellen Preisen. Der Preis ist nahe zu gleich und bewegt sich auch gleich, abgesehen von kleinen Preisunterschieden aufgrund verschiedener Handelsplätze und Währungen.
Dennoch benutzen von diesen 1 Million Händlern nahezu jeder eine unterschiedliche Kombination von Handelssystemen in Verbindung mit Indikatoren. Dies ist darauf zurückzuführen, dass jeder Händler kleine Modifizierungen durchgeführt hat, um sich einen von ihn erwarteten Vorteil zu verschaffen.

Nun stelt sich die Frage, wer von diesen 1 Millionen ist der beste Händler?
Sind sie dabei?
Wie könnten sie dabei sein?

Hier fängt die einfache aber auch höhere Intelligenz der Börse an, die ihren Weg vorbei an Perfektion und Modefizierungen der Handelssysteme und Indikatoren, Analysen, Vorhersagen, jeglichen Bewertungen in günstig und teuer und last but not least Börsenwissen nimmt.
Á propo vor kurzem hat ein Börsenmilliardär sich von seinem Gold getrennt und einer hat zugeschlagen. Hieran erkennt man, dass selbst 50 Jahre Erfahrungen nicht vor Fehlern schützen, wenn man sich auf falschen Wegen bewegt. Der Milliardär der zugeschlagen hat straf seine Entscheidung u.a. wegen der Bewertung "günstig". Aber, es gibt kein günstig oder teuer, denn was ist günstig oder teuer? Dennoch, lassen sich alleine davon unzählige Anleger zu Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen bringen. Und auch hier gilt wieder das Zitat von Albert Einstein. Und auch hier fängt wieder die höhere Dimension der Börse an, die durch die Antwort der Frage begründet werden könnte. Mark Douglas hat es im Grunde auf den Punkt gebracht.
Hinweis zur Antwort: Ein 2-jähriges Kind wäre der beste Händler unter den 1 Millionen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.10.2015 09:57:23 GMT+02:00
Bei so viel wirklichem Verständnis schweige ich lieber.
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