Kundenrezension

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eigentlich nur drei Sterne für die Handlung, 17. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Legion des Raben: Historischer Roman (Taschenbuch)
Ich gebs ja zu, dass ich kein Fan von historischen Krimis bin. Zu oft muss die Handlung irgendwie verbogen werden, um den LeserInnen anfangs genügend Rätselstoff zu servieren. Aber Trier um 260 nach Christus zur Zeit der Reichskrise, als Kaiser Valerian in persische Gefangenschaft gerät - jaja, ich hab zuerst ins Nachwort geschaut - das muss doch ein superspannender Hintergrund sein. Dachte ich mir, ist es aber nicht! Da wird zwar immer von General Postumus geredet, aber dass der Typ um diese Zeit einen Kaisersohn ermordet und sich selber zum Kaiser ausruft, kommt gar nicht vor!!! Stattdessen wird eine absurde Intrige gesponnen, bei der ein hoher Stadtbeamter die Alemannen (offenbar uns Schwaben, nicht die Alamannen) einladen will, die eigene Stadt zu überfallen. Die sollen aber schön brav nur die in einem geheimnisvollen Plan verzeichneten Häuser plündern, damit man sich dann die Beute teilen kann. Jupiter, steh der Logik bei!!!!
Bei der Aufklärung gerät die neugierige Sklavin-Detektivin ständig in hochdramatische Patschen, als habe die Autorin bei Dan Brown abgeschaut. Zwischendrin taucht mal ihre vermutliche Mutter auf, verbreitet mystische Atmo, verschwindet dann aber wieder, um vielleicht im dritten Band (?) das Rätsel zu lösen. Dafür wartet man vergeblich, dass eine Legion des Raben auftritt; es sind nur einige Sklaven, die das Brandzeichen ihres Herrn Cornix tragen. Selbst Trier bleibt als Schauplatz völlig blass, auch Stimmungen schildern wie Sutcliff kann die Autorin leider nicht.
Echt gut ist der recherchierte Hintergrund und man erfährt viel über die römische Gesellschaft. Das Buch hat ein Nachwort, ein Glossar und einen Plan von Trier. Deshalb gibt es dann doch vier Sterne, obwohl die Autorin die Möglichkeit weitgehend verschenkt, den dramatischen geschichtlichen Hintergrund zum Teil der Handlung zu machen. Schade.
PS: Wer etwas über die politischen Verhältnisse im römischen Trier erfahren will, dem empfehle ich "Der Preis des Purpurs" (um 290 n. Chr.) oder "Die Schwarze Taube" (um 380 n.Chr.)
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 25.07.2009 11:39:13 GMT+02:00
Smaragdring meint:
Im Allgemeinen gilt es als schlechter Stil, in einer Rezension so viel von der Auflösung eines Krimis zu verraten. - Es ist erstaunlich, dass Amazon ein solches Vorgehen überhaupt zulässt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2009 16:54:40 GMT+02:00
Julia Romana meint:
Ja, ganz richtig, aber dieses "Motiv" ist nur absurd und irgendwie für die ganze Action belanglos, aber für meine Bewertung echt wichtig. Die durchaus vorhandene Spannung der Handlung kommt von den vielen Szenen, in denen die Sklavin wie bei Illuminati immer wieder in "höchstdramatische" Situationen gerät. Das Beste am Buch ist halt der sorgfältig recherchierte Hintergrund der römischen Gesellschaft.

Veröffentlicht am 07.08.2009 08:35:06 GMT+02:00
Meerjungfrau meint:
Finde ich enttäuschend, dass die Rezensentin hier die Lösung des Kriminalfalles verrät. Genügt es nicht zu sagen, die Auflösung sei wenig plausibel? Warum bestraft sie unschuldige Amazon-Leser, indem sie ihnen die Spannung wegnimmt? Äußerst unprofessionelle Rezension.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.08.2009 18:47:27 GMT+02:00
Julia Romana meint:
Hallo Meerjungfrau,
wenn ich nur so vage um die Sache rumgeschrieben hätte, dann hätte man denken könne, ich mach das Buch einfach so runter. Tu ich aber nicht!!! Das Buch ist durchaus spannend, wegen der Fakten über den römischen Alltag und der ständigen Dan-Brown-Patschen der Heldin. Nur das abwegige Motiv des Kriminalfalls passt eher zu Monty Python (Das Leben des Brian) das muss ich leider sagen.
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