betrifft: Spannung
Es geht im Film nicht alleine um das "whodunnit", also WER der Mörder ist - sobald das geklärt ist, ist das Spannende, WIE Gromit es anstellt, sein nichts ahnendes Herrchen zu retten - und das trotz all seiner Beschränkungen, nicht sprechen zu können und seine Rolle als Haustier nicht verlassen zu dürfen; so endet er mit Maulkorb in der Küche, obwohl er nicht nur unschuldig, sondern auch Wallaces einzige Hoffnung ist: Er ist derjenige, der die Situation überblickt und den Karren aus dem Dreck ziehen muss, OBWOHL sein ignorantes Herrchen ihn bestraft. So was nennt man dramatische Ironie - und das ist von Anfang an zentrales Gestaltungsmittel bei W&G gewesen.
Und die Gestaltung der Spannung war ab "The Wrong Trousers" genau nach diesem Muster: WER der Bösewicht war, wurde immer in den ersten 5-10 Minuten klar, und ab da ging's nur noch darum, WIE Gromit das Ruder rumreißt (und Wallace glaubt, es sei sein eigener Verdienst gewesen). Dieser Film ist also KEINE Anomalie gegenüber den vorherigen.
(ist übrigens seit ca. 2500 Jahren in Europa der Standardaufbau aller dramatischen Texte: Wendepunkt in der Mitte und ab da fallende Handlung und verzögerndes Moment, bevor es zur Katastrophe kommt)
Wallace & Gromit - Auf Leben und Brot
