Kundenrezension

65 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tolle Kamera mit gewissen Schwächen, 19. März 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Olympus PEN E-PL3 Systemkamera (12 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Display, bildstabilisiert) schwarz Kit mit 14-42mm Objektiv schwarz (Elektronik)
Ich möchte vorab anmerken, dass meine Rezension eher Meckern auf hohem Nivau ist, aber gerade falls jemand mit hohen Ansprüchen an die E-PL3 herantritt, könnte er enttäuscht werden.

Die Bildqualität vor allem bei JPEG ist wie immer bei Olympus spitze. Die Standardeinstellungen sind etwas übertrieben, sodass die Bilder vorteilhafter werden, wenn man Schärfe genauso wie Rauschunterdrückung auf -1 setzt, sonst wirken die Bilder bei höheren ISOs eher wie Aquarelle.
Aufgefallen ist mir, dass im Vergleich zu meiner GF2 die ISO-Werte um eine Stufe "verschoben" sind. Ein Bild mit der E-PL3 bei iso3200 geschossen, ist in etwa mit einem Bild bei iso1600 mit der GF2 und gleicher Blende/Zeitkombination vergleichbar. Obwohl beide Kameras quasi den selben Panasonic-Sensor verwenden, ist die E-PL3 vom Rauschniveau marginal höher, was vor allem daran liegt, dass Panasonic für höhere ISO-Werte den Sensor-gain bereits analog verstärkt, wobei Olympus auf rein digitale Verstärkung setzt und iso1600 eher einem 3 Blendenstufen unterbelichteten iso200 Bild entspricht, weshalb bei Olympus iso1600 auch viel mehr Spielraum in den Lichtern hat.

Bei meinen Tests ist mir auch der um einiges dünnere Antialiasing-Filter von Olympus aufgefallen, was vor allem bei RAW sichtbar ist. Bei sehr detailreichen Szenen konnte die E-PL3 mit einem wirklich scharfen Objektiv um einiges schärfere Bilder als die GF2 liefern, wobei extrem feine techn. Muster wie Schriften auf Verkehrszeichen, Fensterjalousien etc. bei Olympus zumindest bei RAW stärker zu Moiree und Artefakten neigten als bei Panasonic. Die hervorragende JPEG-Engine von Olympus hat solche Probleme jedoch bestens im Griff, sodass es im Normalfall keine sichtbaren Mängel geben sollte. Grundsätzlich haben die RAWs schon noch einiges mehr an Potential, jedoch sind bereits die JPEGs im Grunde ausreichend und viel besser als das was Panasonic abliefert, wo man wirklich auf RAW angewiesen ist. Nicht nur der automatische Weissabgleich ist bei Olympus treffender und angenehmer, aber auch die farbliche Anmutung wirkt bei Olympus sogar bei RAW einfach angenehmer und wärmer als bei Panasonic, auch nachdem man versucht hat die RAWs beider Kameras farblich anzugleichen.

Um überhaupt von Pansonic auf Olympus umsteigen zu wollen, gab bei mir sowohl das Klappdisplay als auch der eingebaute Bildstabilisator den Ausschlag. Leider sind beide Features nicht vollkommen überzeugend. Das Display hat ein 16:9 Format, wobei der Sensor die volle Auflösung nur bei 4:3 erlaubt, weshalb auch das Vorschaubild extrem klein am Display wirkt, auch wenn dafür recht und links Platz für zusätzliche Infos zur Verfügung stehen. Leider werden diese Infos trotzdem nicht dauernd angezeigt. Die Anzeige der Belichtungsart, des Fokusmodus usw verschwinden immer nach einigen Sekunden, darüber hinaus verschwindet unverständlicherweise die Anzeige des aktuellen ISO-Werts sobald man das Histrogramm dazuschaltet. Auch für mich völlig unverständlich, dass die gleichzeitige Anzeige von Histogramm sowie Gitternetzlinien nicht möglich ist. Man ist dauernd genötigt über die Info-Taste die Anzeigen hin- und herzuschalten, wenn man das eine oder andere will.

Überhaupt ist die Bedienung der E-PL3 für meinen Geschmack etwas zu fummelig. Die Tasten sind extrem klein und das Drehrad kommt mit den eigenen Tastenfunktionen oft in die Quere, will man durch einen bestimmten Wert scrollen, kann es sein dass man irrtümmlich die Taste drückt und ganz wo anders landet als man eigentlich wollte. Die Menüstruktur von Olympus ist sowieso sehr gewöhnungsbedürftig. Man muss zuerst mal die Extramenüs überhaupt aktivieren, um die wirklich wichtigen Einstellungen tätigen zu können. Darüber hinaus sind viele Menüpunkte extrem verschachtelt und vieles findet man nie dort, wo man es sich logischerweise erwarten würde. Schön finde ich, dass sich einige Tasten auch frei konfigurieren lassen, so z.B. die Fn-Taste, aber auch der Videotaste lassen sich andere Funktionen zuweisen wie z.B. Tiefenschärfevoransicht usw.

Das größte Manko für mich war jedoch der Bildstabilisator, den ich intensiv getestet und verglichen habe, da ich immer wieder unscharfe Bilder erhielt, die eigentlich nicht sein dürften. Das Ergebnis meiner langen Tests war, dass der Bildstabilisator bei bestimmten Zeiten von selbst eine Unschärfe ins Bild reinbringen kann. Viele meiner Bilder die zwischen 1/100-1/200 Sekunden aufgenommen wurden, waren einfach unscharf, was ich mir nicht erklären konnte. Erst als ich angefangen habe, den IS testweise auszuschalten und diese Aufnahmen miteinander zu vergleichen, sah ich dass die Photos mit IS eine deutliche Unschärfe aufwiesen, die nicht vorhanden war, wenn man den IS deaktiviert hat. Ganz eingrenzen konnte ich das Problem nicht, es war auch unabhängig vom verwendeten Objektiv. Ähnliche Probleme wurden schon seit der E-P1 berichtet, wobei da eher das alte 14-42 Kitobjektiv beschuldigt wurde. Mit der E-PL3 jedoch konnte ich diese negativen Auswirkungen des IS auch mit allen anderen Objektiven wiederholen. Gerade bei Zeiten um 1/100 könnte der Stabilisator bei 42mm durchaus hilfreich sein, um Verwacklung zu vermeiden, in diesem Fall jedoch hat er selbst immer wieder eine Unschärfe reingebracht. Verglichen mit dem OIS von stabilisierten Objektiven wie dem Lumix 14-140, war zumindest in meinem Fall der IS von Olympus um vieles ineffektiver. Wo ich mit dem OIS noch locker 1/4 aus der Hand halten konnte, war dies mit dem IS nicht mehr möglich. Das schlechteste Ergebnis mit OIS war immer noch besser als das beste mit IS.

Das mitgelieferte Kitobjektiv ist zwar billigster Bauweise mit Plastikbajonett, könnte aber optisch durchaus OK sein, wenn nicht Serienstreuung beide Exemplare die ich probiert habe, auf einer Seite dezentriert hätte. Ein Exemplar war im unteren und rechten Bildbereich extrem unscharf, das zweite war nur im letzten rechten drittel merkbar unschärfer, aber verglichen mit dem alten 14-42, das ich auch besitze, waren beide deutlich schlechter.

Insgesamt hatte ich die E-PL3 extrem liebgewonnen und habe bis zum Schluss mit meinem Gewissen gekämpft, ob ich sie behalte oder nicht. Da ich dem IS jedoch bis zum Schluss nicht trauen konnte und ihn wohl öfter inaktiv hätte als aktiv, um nicht unvorhergesehene Unschärfen in meine Bilder zu bekommen, war dieses Feature für mich nebensächlich geworden. Ich hatte Testaufnahmen bei 1/40 mit meiner GF2 ohne Stabilisator scharf, wo das E-PL3 Bild mit IS unscharf wurde.

Ich muss die Kamera leider aufgrund der unzuverlässigen Arbeitsweise des Stabilisators leider abwerten, genauso wie aufgrund der offensichtlichen Qualitätsmängel des Kitobjektivs, das nicht die Qualität erreicht, die es haben könnte. Für "Normalsterbliche" User und nicht Freaks wie mich, kann ich die E-PL3 jedoch durchaus empfehlen, vor allem da die Bildergebnisse direkt aus der Kamera meist hervorragend sind.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.03.2012 23:19:15 GMT+01:00
K. F. H. meint:
Die mehr als mangelhafte Funktion des Bildstabis (genau im angegebenen Bereich), wie auch die extrem unterschiedliche Qualität der 14-42 Objektive kann ich nur bestätigen. Meine Lösung: Kauf des Panasonic 14-45 (!) mit OIS und Verkauf des mangelhaften Zuiko. Die Wackeldackel-Funktion IS wird abgeschaltet und so stimmen die Ergebnisse. Zumal dieses Panasonic Objektiv - nicht zu verwechseln mit deren 14-42 Linse - offensichtlich auch von besserer Qualität hinsichtlich optischer und mechanischer Eigenschaften ist.

Veröffentlicht am 15.07.2012 15:15:41 GMT+02:00
fv70 meint:
Kann ich nur bestätigen. Das 14-45 von Panasonic ist zwar grösser, aber deutlich wertiger und besser als das 14-42.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.03.2014 15:08:58 GMT+01:00
und das Panasonic 14-45 passt dann auf die Olypmus ?
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oluv
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