Kundenrezension

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessante Regie - musikalisch durchwachsen, 1. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Lohengrin / Bayreuther Festspiele [2 DVDs] (DVD)
Diese Aufführung löste bei Ihrer ersten Aufführung (fast schon gewohnheitsmäßig für Bayreuth) einen Skandal aus. Und sie ist in ihrer sehr rationalisierenden Sichtweise sicher auch ein Extrem und somit auch nur Liebhabern von modernen Wagner-Inszenierungen ans Herz gelegt. Aber in ihrer Konsequenz hat sie etwas, sie wirft ein gänzlich anderes, modernes Licht auf die Geschichte einer verhinderten Liebe. Es ist eine mutige Deutung, die Neuenfels hier vornimmt - Liebe in Zeiten eines gesellschaftlichen Laborexperiments. Dass sie scheitern muss, ist somit klar, bekommt aber eine neue Dimension. Eine psychologisch ausgefeilte Deutung, die zu überzeugen vermag, auch wenn sie - wie gesagt - eine extreme Deutung darstellt.

Musikalisch kann ich dieser Produktion allerdings nicht so viel abgewinnen. Das Dirigat ist gut, auch wenn man z.B. das Vorspiel schon ätherischer und musikantischer gehört hat (was aber zu dieser Inszenierung auch nicht so gepasst hätte). Die Sänger stellen zwar vielleicht heutigen Wagner-Standard dar, können mich aber nur bedingt überzeugen (das ist der Fluch, wenn man viele Vergleichsaufnahmen kennt). Klaus-Florian Vogt wird allenthalben gehypt als Lohengrin. Und ich frage mich immer wieder - warum nur? Für den Lohengrin bedarf es recht eigentlich eines Heldentenors (das hat jetzt etwas mit dem Stimmcharakter zu tun), und das ist Herr Vogt überhaupt nicht. Er singt diesen Lohengrin mehr anämisch, zwar im Sinne des Schöngesangs (es sind alle Töne vorhanden), aber ohne jede Dramatik. Und das geht für mich als Lohengrin nicht (generell nicht bei Wagner). Für mich ist er eine herbe Enttäuschung und kann in keinster Weise mit großen Rollenvorbildern konkurrieren (angefangen von Windgassen, Melchior, Konja, aber auch Jerusalem oder jetzt Kaufmann). Auch A. Dasch überzeugt mich als Elsa stimmlich nur bedingt. Ihre Höhen sind angestrengt, immer wieder weist sie ein bedenkliches Tremolo auf und kommt stimmlich an (scharfe!) Grenzen. Man darf auch hier wirklich nicht an große Sängerinnen dieser Partie denken. Petra Lang ist als Ortrud gut, aber auch hier fehlt es mir etwas an Dramatik, Rasileinen überzeugt hingegen.
In der Summe also eine interessante Produktion mit ganz neuen Einsichten in die alte Geschichte, musikalisch aber nicht wirklich überzeugend für mich. Insofern ziehe ich als DVD die Münchner Produktion vor, mit J. Kaufmann und A. Harteros luxuriös und deutlich überzeugender besetzt - aber das ist letztlich immer auch Geschmacksache, zudem dort die Inszenierung weniger spannend, weniger schlüssig erscheint.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.09.2013 15:20:32 GMT+02:00
Nico Tin meint:
In weiten Teilen sehe ich das auch so, aber Herrn Vogts lyrischen Gesang finde ich nicht so schlecht. Auch wenn stimmlich die Münchener leicht führen, gewinnt diese auch sehr ästhetische Inszenierung doch haushoch gegen die etwas tumbe Münchener Aufführung mit den BDM Kostümen. Die Münchener wäre als CD gut, diese Auffuhrung habe ich mir als BR gegönnt. Möchte man die beste Aufnahme, kommt man an Kempe/Grümmer nicht vorbei und ist somit verdorben für den Rest. ;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.09.2013 21:27:05 GMT+02:00
opernfan meint:
Da gebe ich Ihnen recht, die Inszenierung aus München ist nicht gut/schlüssig, aber musikalisch überlegen (man kann ja die Augen zumachen). Aber die alte Kempe-Aufnahme ist letztlich bis heute ungeschlagen, gar keine Frage.
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