Kundenrezension

4.0 von 5 Sternen runde Sache mit Schwächen beim Scannen, 28. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Brother DCP-9055CDN Farblaser-Multifunktionsgerät (Drucker, Kopierer, Scanner) weiß/garu (Personal Computers)
Also zunächst mal bin ich ganz zufrieden mit dem Kauf: Ein Farb-Laser-Drucker mit Duplex-Einheit, Scanner mit automatischem Einzug, wobei beide über das Netzwerk von mehreren Rechnern angesprochen werden können für nur 550 Euro, das ist eine preiswerte runde Sache! Scannen und Drucken funktionieren auch reibungslos unter Linux! Die Kartuschen können nachgefüllt werden und der Händler hat mir versichert, dass in Geräten dieser Preisklasse keine Seitenzähler eingebaut sind, die das Gerät nach einer bestimmten Benutzungsdauer für immer abschalten. Aber es gibt so einige nervige Kleinigkeiten, die vor allem den Scanner betreffen.

Zunächst noch einmal zu den Kartuschen, denn ganz so problemlos, wie mein Händler versicherte, ist die Sache nicht. Der Drucker meldet frühzeitig, wenn eine Kartusche zur Neige geht. Selbst wenn er dann das endgültige Ende verkündet und den Dienst einstellt, ist der Ausdruck zuvor noch satt, und die Kartusche keineswegs am Ende. D.h. der Drucker schaltet pauschal nach Ablauf eines Zählers ab und nicht nach Füllstand der Kartusche. Ich habe im Internet eine "Cheat-Liste" gesucht und gefunden, auf der für sehr viele Druckertypen steht, wie man solche Seitenzähler zurücksetzt. Damit habe ich den Zähler für eine Farb-Kartusche vor etwa einem Jahr zurückgesetzt und die Kartusche ist noch nicht leer. Ich spare aber auch mit Farbdrucken. Die vielfältigen offiziellen PDF-Dokumente von Brother schweigen sich zum Zurücksetzen der Zähler aus. Das riecht doch förmlich nach geplanter Obsoleszenz.

Hier die Anleitung zum Rücksetzten des Zählers:
1) Gerät einschalten, Vorderklappe öffnen.
2) STORNO-Taste 1x drücken (RESET PARTS LIFE Menü).
3) Mit den ▲▼-Tasten Kartusche auswählen ( STD-Standard / HC-Jumbo / S.HC Super Jumbo ).
4) OK Taste 1x drücken für die Bestätigung.
5) ▲-Taste 1x drücken für die Initialisierung.
6) Vorderklappe schließen.

Jetzt zum Scanner: Egal ob beim Scannen über die Glasplatte oder über den automatischen Einzug, wenn ich die Vorlagen bündig an die Ränder lege, dann sind die Ränder der Vorlagen im digitalisierten Bild abgeschnitten. Wäre es denn so schwierig, den Scanner so zu bauen, dass die Lichtsensorenzeile im Zweifelsfall über die Glasplatte hinaus reicht, anstatt von der Vorlage etwas abzuschneiden? So nehme ich nun immer eine Stück Pappe zu Hilfe, um vollflächig bedruckte Vorlagen vollständig digitalisieren zu können. Das ist umständlich und das Bild wird trotzdem schief.

Zweites Problem beim Scannen: Ich habe es unter Linux nicht geschafft, den Scan-Vorgang vom Scanner aus zu starten. Wenn ich das machen will, muss ich auf meinem Rechner einen FTP- oder Samba-Server starten. Ich schätze, dass damit viele Benutzer schon überfordert sind. Ich habe es geschafft, einen FTP-Server zu starten und habe auch von einem zweiten Rechner probiert, Dateien auf dem FTP-Server abzulegen - das funktioniert jedenfalls. Wenn ich allerdings am Scanner einen Scan-Vorgang über FTP starten will, dann sagt er nebulös, dass das fehlschlägt. Er gibt mir keine Informationen darüber, warum es genau nicht funktionieren soll. Das Handbuch schweigt sich zu diesem Problem ebenfalls aus.

Ich denke, es wäre sehr viel einfacher, wenn der Drucker die Bilder lokal speichern könnte, und ich sie mir über den Web-Browser vom Drucker über HTTP abholen könnte. Jedenfalls funktioniert die Konfiguration des Druckers über den eingebauten Web-Server tadellos. Meine Notlösung sieht so aus, dass ich mir ein Shell-Skript geschrieben habe, welches hintereinander weg Scan-Vorgänge startet. Ich muss nur zusehen, dass ich am Scanner die Vorlagen rechtzeitig auflege. Danach muss ich mir aus den digitialisierten Bildern die passenden heraussuchen.

Interessante Beobachtung am Rande: Ein Bekannter von mir besitzt den Canon imageRunner, einen Drucker-Scanner-Kopierer mit ähnlichem Funktionsumfang, und bei ihm funktioniert die Übertragung gescannter Bilder mit FTP genauso nicht und er weiß auch nicht warum.

Das dritte Problem, wieder mit dem Scanner, ist bislang eher theoretischer Natur: Während ich die Druckertreiber direkt aus Ubuntu-Archiven installieren kann, muss ich die Scannertreiber von Brother besorgen und installieren. D.h. die Brother-Scanner-Treiber liegen nicht offen und wenn Brother die Unterstützung für zukünftige Rechnergenerationen oder Linux-Versionen einstellen sollte, oder ich auf ein nicht unterstütztes System wechseln will, dann stehe ich im Regen. Das Problem dürfte genauso Windows-Benutzer betreffen.

Dann habe ich noch eine Merkwürdigkeit beobachtet: Manchmal ist in Ausdrucken die Auflösung der Schrift stark reduziert. Meine Vermutung ist, dass beim Mischen von Text und Grafik die Textauflösung auf die der Grafik reduziert wird. Warum das so sein muss, ist mir schleierhaft. Es sieht so aus, als ob sich das Problem beheben lässt, wenn ich beim Druck die Option "High Quality Image Printing" wähle. Aber bis ich bemerkt hatte, dass es da ein systematisches Problem gibt, hatte ich schon etliche verhunzte Ausdrucke produziert.

Als allerletzte Beschwerde möchte ich noch vorsichtig anmerken, dass der Drucker sehr schwer ist und viel Platz wegnimmt. Ursprünglich hoffte ich, ein Gerät zu bekommen, das so kompakt ist, wie die vielen erhältlichen Drucker-Scanner-Kopierer auf Tintenstrahlbasis. Aber Duplexeinheit und vier Laser-Kartuschen fordern anscheinend ihren Platz. Mir wurde auch erklärt, dass man die Größe des Druckers eigentlich nur auf Kosten der Kartuschengröße reduzieren könne, und dann würden die Kosten für die Kartuschen und deren Nachbefüllen verhältnismäßig groß werden. Vielleicht gibt es ja doch noch irgendeinen technologischen Durchbruch, um auch Laserdruckertechnik kompakt bauen zu können, oder vielleicht erfindet jemand ein ganz neues Verfahren zum Drucken?
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Kommentare

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.01.2014 11:06:31 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.01.2014 11:06:53 GMT+01:00
John Twenty meint:
Hallo Herr Tangens,

was genau meinen Sie, wenn sie davon sprechen, den Toner "nachzufüllen"? Alternative Kartuschen eines Drittanbieters oder tatsächlich die Möglichkeit selbst Toner in die Kartusche nachzufüllen?

Mit freundlichen Grüßen
J.T.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.01.2014 11:47:47 GMT+01:00
Weder noch. Ich meine Läden, die nachgefüllte Kartuschen verkaufen. In so einen Laden kann ich auch leere Kartuschen zurückbringen und die Angestellten dort oder in einem zentralen Dienst füllen die Kartuschen nach.

Es gibt auch Lösungen zum Nachfüllen zu Hause:
http://www.wbt-berlin.de/
Das habe ich aber noch nicht selbst probiert.
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