Kundenrezension

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Referenzaufnahme von Bach'schen Klaviertranskriptionen, 19. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Piano Transcriptions (Audio CD)
Johann Sebastian Bach selbst transkribierte und parodierte mit Vergnügen (so BWV 1006 und die Sinfonia BWV 29)!
Er hätte sich über die auf- und anregende CD von Bernd Glemser sicher gefreut. Technisch ist Glemser über alle Zweifel erhaben. Sein Anschlag ist klar und delikat, aber auch emotional aufgeladen - darf man sagen:perfekt?
Die Aufnahme enthält Transkriptionen von Busoni, Rachmaninov, Hess und Kempff

Die Interpretation von BWV 147 in der Transkription von Dame Myra Hess durch Dinu Lipatti ist schon allein deshalb, weil sie "sub specie mortis" entstanden und so auch von uns zu hören ist, singulär. Bernd Glemser spielt "Jesus bleibet meine Freude" auf der Höhe seiner pianistischen und musikalischen Schaffenskraft. Für ihn ist die Freude eine dem Leben zugewandte Freude und aus dem Leben herauskommende Freude, ohne ins harmlos Freundliche zu entgleiten.

Für die berühmte Chaconne (BWV 1004) nimmt sich Bernd Glemser vor allem im Eingangsteil mehr Zeit als andere Pianisten. Er zwingt zum Zuhören. Seine linke Hand zieht immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Es gelingt ihm, einen Spannungsbogen aufzubauen und zu halten, der sich über die gesamten 15:25 min hält. Zart und dann wieder gewaltig, elegant in den glissandi, dann wieder in den entsprechenden Passagen die Töne fast brutal wie in Marmor meiselnd: Glemser schöpft seine unglaublichen pianistischen Fähigkeiten aus. Man genieße hier die tranquillo-Sequenz (bei Glemser ab 06:00). Zunächst die elegant (tranquillo) und gleichzeitig rhythmisch, ja fiebrig-federnd gespielten staccierten 16tel in beiden Händen, dann der Wechsel der staccierten 16tel in den Bass, einmündend in das poco marcato e tenuto, das ist ganz, ganz große Kunst.

Der kongeniale Rachmaninov-Interpret Glemser bringt das Präludium aus der Partita Nr. 3 E-DUR für Violine BWV 1006 in der Transkription von Rachmaninov zum Leuchten und Sprühen. Glemsers Spiel ist prickelnd wie Champagner; dagegen wirkt die Interpretation desselben Stücks durch die veritable Hélène Grimaud eher wie ein - gutes - Mediummineralwasser.

Der Höhepunkt dieser CD ist für mich jedoch die Busonische Transkription des ES-Dur Präludiums samt Fuge (BWV 552)durch Bernd Glemser. Ich habe das ES-DUR Präludium vielfach im Gottesdienst mit vollem Orgelklang gehört. Busoni möchte durch seine Transriptionen den identischen Wesenskern der Musik zum Vorschein bringen.
Bernd Glemser gelingt dies in einer staunenswerten Art und Weise. Er arbeitet die Struktur dieses großartigen Werkes mit den Mitteln des Konzertflügels heraus, lotet mit seiner exeptionellen Pianistik das Werk in die Tiefe hinein aus und bringt somit dieses grandiose Werk zum Leuchten. Nun höre ich das Orgelpräludium und die Orgelfuge ES-DUR im Gottesdienst und im Orgelkonzert mit ganz neu neuen "Ohren".

Die Aufnahmetechnik von OEHMS Classics verdient höchsten Respekt. Der Klavierklang ist unglaublich offen und präsent und unterstützt dadurch Glemsers fantastische Pianistik, die im Livekonzert so nachhaltig wirkt.
Man wähnt sich mitten drin im Konzertgeschehen und direkt nebem dem Maestro plaziert.
Das ist die Referenzaufnahme von Bach'schen Klavier-Transkriptionen durch einen Weltklassepianisten, der den derzeit durch die großen Labels gehypten Pianistinnen und Pianisten technisch nicht nur ebenbürtig, gestalterisch und musikalisch jedoch haushoch überlegen ist.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.11.2012 17:29:38 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.11.2012 17:29:47 GMT+01:00
Sagittarius meint:
Sub specie mortis ist die Aufnahme von BWV 147 nicht.Ich las, dass die Techniker schon abgebaut hatten in Besancon, als sich Lipatti aufraffte und dies Stück dann noch spielte. Es gibt nur eine Studioaufnahme, deutlich früher.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2012 18:15:07 GMT+01:00
Vielen Dank für den Hinweis. Wäre super, wenn Sie mir eine Quellenangabe mitteilen könnten. Danke schon mal.
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4.7 von 5 Sternen (3 Kundenrezensionen)
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