Kundenrezension

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein hochwertiges softeres AOR-Rock-Album, 23. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Destiny (Remastered) (Audio CD)
Destiny(1988) ist kein schlechtes Album - es ist sogar ziemlich gut. Zumindest wenn man auf weicheren keyboardlastigen AOR-Melodic-Rock steht, wie ihn Foreigner, Survivor oder Def Leppard 1987 spielen. Und das ist das Manko dieses Albums, es hört sich nicht mehr nach SAXON an, sondern nach normalem Radioorientiertem gutgemachtem AOR-Rock. Auch andere Bands wie Iron Maiden, Judas Priest, Scorpions oder Viele Andere wurden zu dieser Zeit weicher weil es einfach der Musikalische Trend war, bei dem SAXON eben auch nicht fehlen wollten, denn der mit klassischem Hardrock gefüllte Vorgänger Rock the Nations(1986) fiel bei den Fans auch durch, weil er zu altbacken daherkam und eben nicht zeitgemäss genug - es war eben damals nur eine feine dünne Linie zwischen gut und schlecht, zwischen Mega-Erfolg(Whitesnake-1987,Judas Priest-Turbo,Def Leppard-Hysteria) und Flop. Saxon hatten, denke ich, auch irgendwie nicht das Glück dass das Album an die richtigen Leute geriet, die es gekauft hätten. Vielleicht aber aus heutiger Sicht auch unser Glück, denn sonst wären SAXON vielleicht auch einen ähnlichen sehr viel seichteren Weg gegangen wie Gotthard, Scorpions oder Bon Jovi, wenn Destiny erfolgreich gewesen wäre. Die Christopher Cross-Hymne "Ride like the Wind"4/5, die Schmacht-Ballade "Cant wait anymore"3/5, das nachdenkliche "Song for Emma"4/5 oder auch das penetrant plüschig hymnische "We are Strong"3/5 hätten dabei durchaus Erfolg haben können und hätten durchaus in die damalige Single-Landschaft hinein gepasst. Auf der 2.Seite wie stiefmütterlich behandelt waren die ganz passablen härteren Metal-Songs "Red Alert"4/5, "Jericho Siren"3/5 und "For whom the Bell tolls"4/5 angesiedelt, die so gar nicht zum restlichen AOR-getränkten Keyboard-Material passen wollten. S.O.S.4/5 mit seinem fetten Mitsing-Refrain ist ein feiner Song, das schleppende "Where the Lightning strikes"3/5 ganz in Ordnung, nur das im Refrain arg keyboardlastige "Calm before the Storm"3/5 nervt ein wenig.

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich im März 1988 das Album zum ersten mal nach Kauf auf den Plattenteller legte, und doch stark ernüchtert war über den neuartigen modernen Keyboardsound - das soll Saxon sein? Und dann noch den langsamen verrockten Pop-Cover-Song "Ride like the Wind" als Opener und 1.Single zu wählen, der damit das gesamte Album repräsentierte, das war schon gewöhnungsbedürftig. Man hätte eine richtige Hardrock-Hymne als Opener(den man offenbar leider nicht im Petto hatte) und 1.Single wählen sollen, dann hätte man auch das nicht eigenkomponierte "Ride like the Wind" irgendwann mal hinterherschieben können, aber mit einer allseites bekannten Fremdkomposition zu eröffnen war schon ein Armutszeugnis, ich fand es irgendwie daneben, obwohl "Ride like the Wind" kein schlechter Song ist, aber eben kein eigener. Es gibt sicherlich schlechtere Saxon-Alben als Destiny, aber Destiny ist eben das Saxon-Album, dass am weitesten von den Saxon-Ursprüngen entfernt ist. Ich höre das Album desöfteren noch gerne, aber nicht in meiner Saxon-Phase, sondern im meiner weicheren Foreigner/Survivor/Def Leppard-Durchhör-Phase.

Hatte 1985 Innocence einen ähnlichen Ruf wie Destiny, so sind doch Welten zwischen diesen beiden Alben, weil die Kompositionen von Innocence doch noch wenigstens reiner hymnischer Hardrock waren(wenn auch kein rauer Heavy Metal mehr), der produktionstechnisch stark aufgemotzt und auf die Höhe seiner Zeit gebracht wurde - man hört aber doch in der Melodieführung noch keinerlei Keyboards, die wurden nur als Hintergrund eingesetzt, während bei Destiny leider alle Dämme brachen und die Keyboards gleichbedeutend mit den anderen Instrumenten waren - mit den Alben der Anfangstage hatten nur die 3 erwähnten Songs auf der 2.Seite noch zu tun, die dann auch im Verhältnis zum Restmaterial eher wie Fremdkörper wirkten. Man kann nur froh sein, dass dieser Weg mangels Erfolg nicht fortgesetzt wurde.

Eigentlich ein ganz brauchbares Album, die Frage ist nur für wen? - Die, die weichere Sachen hören, wurden nicht aufmerksam auf Destiny, und die, die Saxon vorher hörten, lehnten es ab, weil es zu weich und zu plüschig war. Schade eigentlich für das hochwertige Album, aber trotz ansprechender Qualität wurde Destiny ein Schuss in den Ofen und hätte mangels Erfolg fast zur Auflösung der Band geführt. Aber mit Solid Ball of Rock(1991) wurden Sie Ihrer Linie wieder treu und stiegen wieder überraschend wie Phoenix aus der Asche empor, aber so erfolgreich wie zu Ihrer Anfangszeit von 1980-1984 wurden SAXON nie mehr.

Die 6 Bonus-Tracks sind die 3 Live-Single-B-Seiten zu den zugehörigen Singles, "Cant wait anymore" als sehr keyboardlastige Single-Version und von "For whom the Bell tolls" und "Ride like the Wind" 2 etwas härtere Demo-Mixe in sehr guter Qualität - das ist zwar alles ganz nett, bietet jetzt aber auch nichts total kaufanregendes. Wer das Album schon hat, braucht es deshalb nicht nochmals zu erstehen.

Destiny ist ein hervorragend produziertes hochklassiges Album, für Leute zu empfehlen die auf weicheren Hardrock stehen -- das Problem wird nur sein, dass meine Rezension vermutlich niemand von diesen Menschen lesen wird, da müsste man einen Link bei Bon Jovi und Gotthard verankern um auf Destiny aufmerksam zu werden. Für diese Menschen ist das Album sogar 4 Sterne wert, für mich als Saxon-Fan der ersten Stunde allerdings aus genannten Gründen nur 3 Sterne.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.12.2014 09:36:59 GMT+01:00
Ab *Crusader* schon konnte man Saxon als Metalhead nicht mehr richtig verstehen. Und mit dem Album hier, das wirklich die "Kotzgrenze" erreichte, hatten Saxon sicher die meisten Sympathien verspielt. Sicher gingen mitte der achtziger viele Bands neue Wege. JP "Turbo" v.1986 ist auch poppig, aber bei insgesamt höheren Niveau. Maidens "Somewhere in Time" ist eher progressive und nicht zu vergleichen mit billigen Anbiederungen an den Mainstream, wie Saxon es versuchte. Überhaupt Saxon mit Iron Maiden und Judas Priest auf eine Stufe stellen zu wollen, geht doch total an der Realität vorbei. Für Anfang der Achtziger mag das viell. noch gehen, aber wenn man "British Steel" hört z.B. oder das 82'er Maiden Album ist das doch auch schon ein insgesamt anderes Niveau, was diese Bands boten.
Aber wir sind ja tolerant und haben Saxon verziehen und richtig mit "Solid Ball..." zeigten Saxon, dass sie es noch konnten, allerdings waren Anfang der Neunziger die meisten Leute an Saxon kaum mehr interessiert - bis heute, obwohl ihre Alben im neuen Jahrtausend gut+ härter sind.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.12.2014 17:45:01 GMT+01:00
Rhinoman meint:
British Steel und The Number of the Beast muss man mit den zeitgleichen Saxon-Veröffentlichungen vergleichen, und nicht mit Destiny.
Klar waren diese beiden Werke Meisterwerke, aber auch Saxon konnten immerhin in dieser Notengebung hier zwischen Wheels of Steel und Power and the Glory 4 eindeutige 5-Sterne-Studio-Alben hintereinander!!!! verbuchen, was zumindest Judas Priest nicht schafften - Point of Entry(1981) war dann doch nicht so stark.
Ich bin allerdings der Meinung dass Saxon seit 1995 eindeutig die Nase vorne haben, was diese 3 Bands angeht. Mich hat seitdem kein Album von Iron Maiden oder Judas Priest mehr vom Hocker gehauen, auch das hochgelobte Brave New World nicht.

Ich persönlich finde übrigends Turbo gut, besser als Destiny - trotzdem gefällt mir bei jeweiliger passender Stimmung auch Destiny ganz gut.

Ich weiss jetzt aber nicht auf was Sie eigentlich genau raus wollen.
Hätten mir damals die jeweiligen Judas Priest oder Iron Maiden-Alben mehr zugesagt als die Saxon-Alben, dann wäre ich Iron Maiden oder Judas Priest-Fan geworden.
Dem ist aber nicht so, mir haben im Zweifelsfall die Saxon-Alben besser gefallen.
Ich weiss allerdings nicht ob man hier jetzt einen Wettbewerb draus machen kann - da hat ja Jeder seine individuellen Vorlieben und Geschmäcker -- so wie ich Sie kenne werden Sie eindeutig Iron Maiden und Priest favosisieren, was für mich auch OK ist.

Viele Grüsse
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