Kundenrezension

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Schritt zurück - Im positiven Sinne, 23. August 2013
Von 
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist - [PC] (Computerspiel)
Splinter Cell galt eine lange Zeit immer als der Inbegriff für "Stealth". Jeder der Teil der großen Reihe (Handheld Ableger usw. ausgenommen)konnte sich immer steigern, bis mit Chaos Theory seiner Zeit unter den Stealth Action Games ein Meisterstück gelungen ist. Double Agent konnte das Niveau meiner Meinung nach nicht erreichen. Vielleicht versuchte man mit Conviction deswegen auch etwas gänzlich anderes. Weg vom Stealth, hin zur Action. Unter der gesamten Geschichte von Protagonist Sam Fisher ein logischer Schritt. Aber auch wenn das Gameplay sich sehr flüssig spielte, die Story durchaus gelungen war und sich somit auch viel Spaß mit Conviction hatte, blutete eine Seite meines Splinter Cell-Herz wegen den fehlenden Stealth-Elementen. Die Elemente, die damals Chaos Theory so unfassbar gut machten. Mit Blacklist geht UbiSoft nun einen Schritt zurück und versucht einen Spagat zwischen der Action aus Conviction und dem Stealth der Teile 1-4. Aber für Ungeübte kann ein Spagat auch ganz schön schmerzhaft sein. Schafft Blacklist diesen Spagat?

Story: Storytechnisch bekommt man hier eigentlich nichts Besonderes geliefert. Es ist das, was man aus Ubisofts Tom Clancy spielen kennt. Krieg, ferner Osten, Terror gegen die USA. Eben ganz typischer Standard. Aber ich persönlich möchte das nicht als Negativpunkt sehen. so ein Setting passt nun mal einfach am ehesten zu dieser Spieleserie. Und dazu sei gesagt, dass die Geschichte durchaus flott und spannend erzählt wird. Einen Oscar gibt es dafür nicht. Unterhaltsam ist sie aber auf jeden Fall!

Technik: Die Synchronisation ist absolut gelungen. Die aus den alten Teilen bekannten Charaktere wurden auch hier wieder mit den gleichen Stimmen betont, die man jetzt seit zum Teil schon 6 Teilen kennt. Gut so! Für die Leute, die das Ganze eher in Englisch spielen: Hier hat es ein Änderungen bei der Synchronisation von Sam gegeben. Hier also nicht mehr die gleiche Stimme. Soundeffekte und Musik sind absolut erhaben und auf hohem Niveau.
Grafisch gewinnt Blacklist auch keinen Preis. Schlecht sieht das Spiel allerdings nicht aus. Vor allem die überwiegenden Missionen im Dunkel sind wirklich schick. Bei den Mission im Hellen fallen ein paar Problemzonen auf. Während die meisten Charaktermodelle sehr gut aussehen und durch Motion Capturing tolle Mimiken aufweisen, sehen einige Charaktermodelle doch etwas puppenartig aus.
Was man dem Spiel lassen muss ist, dass es wirklich beachtlich ist, was man noch aus der Unreal Engine 2 herausholen kann. Fraglich ist allerdings wieso man seiner Zeit bei Double Agent die Unreal Engine 3 verwendete und mit Conviction zu einer modifizierten Version der Unreal Engine 2 zurückging. Vielleicht wäre weitere Arbeit mit der Version 3 besser gewesen.
Einen Grafikblockbuster sollte man also nicht erwarten. Hässlich ist das Spiel aber wirklich nicht.

Gameplay:
Die erste große Neuerung, die auffällt, ist die Paladin. Das neue Hauptquartier von Fourth Echelon, wo man zwischen den Missionen rumlaufen und mit den Charakteren interagieren kann. Mass Effect und die Normandy lassen grüßen.
Weitere Neuerung die dort auffällt: Abgesehen vom Optionsmenü und dem Spiel beenden Menü gibt es keine wirklichen Menüs im Spiel. Alles ist Teil der Gerätschaft auf der Paladin. Das wirkt insgesamt sehr stimmig und passt ins Setting.
Startet man eine Mission, geht es dann auf insgesamt lineare Wege, oft aber mit breiten Vorgehensmöglichkeiten. Wer die Action aus Conviction mochte, dann weiterhin so spielen. Wer lieber Shooter spielt, der kann einfach komplett auf den Stealth verzichten und wie ein Verrückter um sich herumballern. Und wie siehts aus mit dem Stealth? Ist er wieder da? Ja! Und wie! Um einen Spielstil zu unterstützen, gibt es für bestimmtes Vorgehen Punkte in 3 Kathegorien: Ghost, Panther und Assault. Während der Assault einfach schleichloses Rumgeballer ist, ist der Ghost das, was man aus den alten Teilen der Serie kennt und liebt. Am besten niemanden töten, maximal betäuben und immer unerkannt bleiben. Der Panther gesellt sich dazwischen. So weit es geht unsichtbar treiben, durch geschickte Manöver die Wachen ablenken und sie dann durch stealthige Tricks ausschalten.
Dafür gibt es dann insgesamt Geld. Zum einen könnt ihr damit die Paladin aufrüsten für besondere Boni, zum Anderen könnt ihr direkt eure Ausrüstung aufwerten und anpassen. Viele Teile der Ausrüstung gliedern sich auch wieder in die Kathegorien Ghost, Panther und Assault. Hier sollte ihr für euer Vorgehen die richtige Ausrüstung zusammenstellen. Wer mit einer Stealth-Ausrüstung frontal drauf los will, wird genau so wenig Land sehen wie jemand mit ner Assault-Rüstung, der lieber schleichen will. Hier gilt es die Kombination aus allem zu finden, die eurem Spielstil entspricht. Und die Möglichkeiten sind enorm.
Neben altbekannten Gadgets wie der Haftkamera, bekommt Sam auch neues Spielzeug. Mein persönlicher Favorit ist die neue, fliegende Drohne, welche beispielsweise 4 Taser verschießen kann, oder auch frontal den Gegnern vor die Nase fliegt und explodiert. Das Teil lässt sich sehr universell einsetzen. Cool!
Die Maps sind wie bereits erwähnt halbwegs linear, bestehen aber immer wieder aus mehreren größeren Arealen, die oft auch durch mehrere Wege verknüpft sind. Leute, die Conviction nicht mochten, weil es nur wenig Variation und eher frontales Vorgehen gab, wird das freuen. Das knüpft hier nicht nur an die alten Teile an, es topt sie sogar.
Meistens habt ihr die freie Wahl, wie ihr vorgehen wollt. An nur wenigen Stellen werdet ihr dazu gezwungen zu Töten oder zumindest zu betäuben. Wiederum gibt es im Gegenzug auch Stellen, wo euch der Stealth aufgezwungen wird und ihr niemanden töten dürft und nicht gesehen werden dürft. Ubisoft möchte euch alles erleben lassen, lässt euch aber in 99% des Spiels die Wahl, was ihr wollt. Das funktioniert.

Multiplayer: Damals gab es noch Spy vs. Mercs. Die Einen verkörperten wendige, dünn gepanzerte Agenten, die aus der Third-Person-Perspektive gesteuert wurden, die anderen schwere, langsame Krieger, die aus der Ego-Perspektive gesteuert wurden und die Agenten an ihrem Hack-Job hindern sollten. Das war ein tolles, asymetrisches Gameplay. Dieser Modus ist wieder da. Wie man ihn kannte und liebte. Und es funktioniert auch heute noch.
In Conviction gab es dann einen Coop-Modus. Zusammen mit einem Partner durch die Maps schleichen und die Gegner ungesehen ausschalten. Der Coop-Modus von Conviction war dabei sogar deutlich stealthiger als die Kampagne.
Der Coop-Modus kehrt hier auch zurück. Aber ihr spielt nicht irgendwelche Agenten wie im Vorgänger, nein ihr verkörpert Sam und den neuen Agenten aus der Kampagne. Die Missionen variieren dabei stark und sind deutlich mehr wie Kampagnen-Missionen gestaltet. Mehrere Abschnitte, mehrere Missionsziele und so weiter. Die Missionen sind nicht einfach ein Coop-Modus. Sie sind ein mehr oder weniger optionaler Teil der Kampagne, da auch kleine, aber für die gesamte Story weniger relevante, Geschichten erzählt werden. Deswegen wurde dieser Modus auch direkt in die Kampagne integriert. Über die Karte, wo ihr die Kampagnenmissionen auswählt, könnt ihr auch Coop-Missionen starten. Entweder nur für Freunde, mit zufälligen Mitspielern, oder bei Bedarf die Meisten auch allein. Wirklich cool und spaßig. Das Ganze wurde sogar so weit integriert, dass ihr für jede Mission, egal ob Kampagne, Singleplayer, Multiplayer, Coop, Spy vs. Mercs, Geld bekommt. Was ihr damit kauft und aufrüstet ist euch überlassen. Ihr könnt mit Geld aus der Kampagne euren Spion oder Merc aus dem entsprechenden Modus aufrüsten und umgekehrt genau so. Der Coop integriert sich so auch. Es gibt hier also keine strikte Trennung zwischen Singleplayer und Multiplayer, sondern beides ist miteinander verzahnt. Extrem spaßig.

Fazit: Mit Blacklist versucht Ubisoft das flotte, flüssige Gameplay aus Conviction mit dem stealthigen Gameplay aus Vorgängern wie Chaos Theory zu verknüpfen. Ein Spagat, der schmerzhaft hätte werden können. Aber ein Spagat, der ungemein gut funktioniert. Die Story selbst dürfte euch beim einmaligen Durchspielen zwischen 10 und 12 Stunden etwa beschäftigen. Die Coop-Missionen meiner bisherigen Erfahrung nach beim einmaligen Durchspielen auch 6-8 Stunden, je nachdem wie gut ihr seid und welchen Schwierigkeitsgrad ihr nutzt. Dazu dann noch der Spy vs. Merc. Modus. Und dazu noch das hohe Map an Wiederspielwert. A), weil man nach und nach immer mehr freischalten kann und es dauert, bis man wirklich alles hat und B), weil es so viele Möglichkeiten gibt vorzugehen und neues Experimentieren belohnt wird. An Umfang mangelt es dem Spiel also bei weitem nicht.
Punktabzug könnte man wegen einiger Grafikdefizite und der toll erzählten, aber unoriginellen Story geben. Ich persönlich kann darüber aber hinwegsehen und belohne lieber den Schritt wieder zum Stealth hin. Chaos Theory war bisher der ungeschlagen beste Teil der Serie für mich. Blacklist könnte das nun endlich ablösen.
Klare Kaufempfehlung!
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