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Kundenrezension

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Quanten-Rolf und die Rache des Schrödinger, 8. Oktober 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Resilient (Ltd.Ed.) (Audio CD)
Den meisten ist der Begriff Quantentheorie sicher ein Begriff.
Leute mit großen Füßen schwimmen besser? Ja schon, aber ich meine stattdessen die Sache mit der Katze. Schrödinger, der verrückte Professor, sperrte seinerzeit eine hypothetische Katze in eine Schachtel mit einer Todesfalle, die eine 50%ige Chance besaß, den Streuner zu massakrieren. Er ließ die Schachtel geschlossen und erschuf somit eine Katze, die lebendig und tot als gleichwertige Quantenzustände besaß. Solange niemand in den Kasten schaute (oder ihn kräftig schüttelte!) war die Katze also gleichzeitig lebendig wie tot.
Was hochphysikalische Tierquälerei mit dem neuen Running Wild Album zu tun hat? Leicht erklärt: Quanten-Rolf, der ebenfalls verrückte Quasi-Professor, hat mit "Resilient" ein Album geschaffen, das einerseits ein Glanzstück, gleichzeitig aber auch ziemlicher Mist ist!
Klingt seltsam? Ist es auch, weshalb es diesmal besonders schwerfällt, mir ein faires Urteil zu bilden.

Letztes Jahr schickte Dr. Rolfenstein seine Shadowmaker-Kreatur in den Metal Markt, um zu testen, auf welche Resonanz ein künstliches Running Wild Album bei den Fans stoßen würde. Die unbemannte Sonde war wohl ein Erfolg, denn das Album stieß zwar auf heftige Kritik, verkaufte sich aber scheinbar besser als die gleichzeitig ins Leben gerufene Re-Release-Kampagne der alten RW-Klassiker.
Also barg Käptn Rolf den leblosen Leichnam des origialen Running Wild Maskottchens mit dem putzigen Namen Adrian aus seinem kalten Seemannsgrab, jagte ihm ein paar Hochstromblitze durch die kupierten Öhrchen (zu sehen auf dem Cover), gab ihm ein paar Songs mit und schickte den reanimierten Klassiker auf die Spuren des Schattenmachers.

Großspurigkeit sind wir ja von Kasparek dem Seebären gewohnt. So hieß es , die Songs auf Resilient könnten 1:1 von alten Klassikern wie "Masquerade" stammen. Zu seiner Verteidigung muss ich ihm aber diesmal zustimmen. Ein zweites "Black Hand Inn" erwartet wohl niemand ernsthaft mehr, aber gegenüber anderen Oldies wie "Under Jolly Roger" oder "The Rivalry" machen die Songs des unverwüstlichen Neulings gar keine so schlechte Figur.
Auch wenn Rock'n'ROlf noch immer das Piratenimage Running Wilds pflegt, die Freibeutersongs sind schon seit Jahren nur noch eine Randerscheinung des Projekts. Trotzdem sind es auch hier mal wieder die nautisch angehauchten Songs "The Drift" und "Bloody Island", die die Höhepunkte des Albums bieten. Aber auch der Rest kann sich hören lassen, Stücke wie "Fireheart", "Resilient" oder "Adventure Highway" lassen sich gut hören, selbst "Desert Rose" oder "Crystal Gold" haben ihre Momente, einzig "Down to the Wire" geht einem etwas auf die Zwiebel, aber ein Aussetzer sei dieser Scheibe verziehen.

Die Songs also sind tatsächlich diesmal wieder eine Glanzleistung, kommen wir aber nun zum zuvor angündigten ziemlichen Mist: Der Sound.
Wer die Geschichte Running Wilds kennt, weiß was ich meine. Je mehr sich die wilde Rennerei von einer echten Band hin zu einem Soloprojekt entwickelte, umso mehr musste der Sound darunter leiden. Und das hört man auch der lebensecht reanimierten, aber dennoch leblosen "Resilient" an. Die Gitarren schnarren wie ein Schwarm verirrter Honigbienen, das Schlagzeug klingt wie die Menüs von Windows beim Aufklappen und Rolf selbst hört sich an, als hätte er durch ein Dosenmikrofon ins Mikro gesungen. Als Laie würde ich es mal so ausdrücken: Der substanzlosen Soundkulisse fehlt einfach ein greifbarer Korpus! Opti meist vor Ei Pott, würd ick ma sajen. Die kleinen Ohstecker kriegen halt eh keine anständigen Bässe hin, aber auf einer Anlage oder im Auto hätte ich gerne ein paar Tiefen in den Klang drehen können. Leider Fehlanzeige, fette Riffs wie noch bei "Soulless" gehören nunmehr vollständig ins Reich des Seemansgarns.

Somit erklärt sich auch der zu Beginn erwähnte QUantenzustand dieses Albums. Ein Haufen echt toller Songs, die leider alle bescheibenkleistert klingen. Die Songs hätten tatsächlich auf "Masquerade" ihre Berechtigung gehabt, der Sound allerdings stammt direkt von "Rouges en Vogue". Wer also mit den letzten Machwerken ab "Victory" nicht glücklich wurde, dem bietet auch "Resilient" nicht mehr als einen Stern in der Bewertung.
Wer sich allerdings mit dem synthetischen Sound abgefunden und akzeptiert hat, dass dieser sich bei Running Wild nun unwiderriflich vom Makel zum Markenzeichen gewandelt hat, dem mag die Scheibe wie ein 5-Sterne-Meisterwerk erscheinen.
Ich persönlich schwebe bei "Resilient" leider weiterhin im Fegefeuer der dreisternigen Unentschlossenheit. Trotzdem lege ich als Geste des guten Willens noch ein Fleißsternchen für die eigentlich schönen Songs obendrauf.

FAZIT: Die Songs von Running Wild hat Rock'n'Rolf tatsächlich wiedergefunden. Jetzt muss er nur noch den Sound wieder auftreiben, dann stände einem echten Revival von Running Wild nichts mehr im Weg!
Die nächste Scheibe von Running Wild werde ich am Besten ungehört in eine Schachtel stecken, dann weiß ich zu 50%, es könnte ein Meisterwerk gewesen sein.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.10.2013 18:55:45 GMT+02:00
D. Nentwig meint:
Schöne Rezi, nur finde ich diese Sache mit dem Fleißsternchen etwas, naja, zu gefällig...gerade die Stimme des alten Seebären gepaart mit dem was er textlich von sich gibt, ergibt bei mir eher eine Qual und wird sicher nicht dazu führen, aus Mitleid, diese Scheibe zu erwerben.

Ich wünschte es würde auf diesen nostalgischen Rezi-Weichmacher-Kram verzichtet und einfach knallhart bewertet, weil, wenn es tatsächlich super zu hörender Stoff wäre, dann könnte und würde man vor allem es auch ohne diesen Kram abfeiern...No Problem...ansonsten wird man als Rezensent wohl oder übel selbst merken, wie viel man von dem Zeug wirklich hält, wenn man sich in paar Jahren fragt, was für einen Schrott man mal gekauft und hier im Prinzip empfohlen hat.

Gruß

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.10.2013 07:51:46 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.10.2013 07:52:55 GMT+02:00
Dingo meint:
Eigentlich hast du Recht, aber sieh es als Zeichen der Resignation.
Die letzte Running Wild CD hab ich noch in die Pfanne gehauen, weil ich ganz andere Maßstäbe angelegt habe. Inzwischen ist es aber unverkennbar, das Running Wild nicht mehr in der ersten Liga spielt, sondern sich eher als Drittligist verdient. Eine Newcomer-Band würde ich auch wohlwollenderbewerten, wenn sie beispielsweise ein ordentliches und solides Debutalbum präsentiert (Messenger, Civil War), wohingegen etablierte Bands sich schon etwas mehr anstrengen sollten (Sabaton, Rage, Turisas, etc.), vor allem wenn man weiß, dass sie es eigentlich besser könnten. Rolf kann es aber nicht mehr. Running Wild ist somit eine mittelmäßige Coverband seiner selbst, und daran gemessen, ist "Resilient" eben gar nicht mal so übel. Würde ich es nicht als Running Wild Album betrachten, hätte ich zu Resilient gesagt: Hey, die klingen zwar total schlecht, aber die Songs erinnern mich total an die alten Running Wild. Denen geb ich mal nen Bonusstern, denn es fehlt ihnen ja bloß ne anständige Produktion!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.10.2013 19:13:40 GMT+02:00
D. Nentwig meint:
Hm,

Maßstäbe sollte man besser konsequent an der Spitze ausrichten und dabei eher keine Kompromisse eingehen. Schließlich verlangt der Meister gerade von seiner Fankundschaft auch, dass Sie Preise zahlt, wie in der 1.Liga...zumindest mein Hauptaugenmerk, um hier bei Amazon nicht zu gefühlsduselig meinen ehemaligen Idolen blind jeden unterdurchschnittlichen Schund mit zu promoten. Sollte ich Gründe zur Euphorie empfinden tue ich es sowieso voller Überzeugung, aber nicht weil sich Jemand viel Mühe gab und es Almosen bedarf, um das als Mühesternchen mit zu würdigen. Dieses Mühesternchen ist sowieso schon der erste Stern den man selbst nicht beeinflussen kann, meine Theorie… ;-)

Die vermeintliche Mühe bringt mir und anderen langfristig nämlich kein besseres Hörerlebnis…entweder es rockt richtig dann kann man es zu dem Preis empfehlen oder man überlässt es dem Interessenten eine durchschnittliche Bewertung vorsichtiger bzw. mit einer geringeren Erwartungshaltung anzutesten. Ich finde das fairer, als wenn man Unschlüssigen dazu verhilft ihr Geld blind in ein gefällig bewertetes schwaches Produkt zu investieren. Darunter leidet letztlich die Plattform hier…denn die ist in erster Linie dazu da gute Produkte von Schwächeren zu unterscheiden…ist aber nur meine Meinung zu dem Thema…muss Jeder selbst wissen, wie er das handhabt…

Gruß
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