Kundenrezension

53 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bob-Fest mit leichten Abstrichen, 2. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Complete Album Collection, Vol. 1 (Audio CD)
Seit 2003 (und mit je einem kleinen Nachschlag 2005 und 2009) die meisten - und seien wir ehrlich: wichtigsten - Dylan-Alben als hervorragende Remasters erschienen (die sich in dieser Box wiederfinden), warte ich darauf, dass die fehlenden Alben ebenfalls remastert nachgeliefert würden. Nun geht dieser Wunsch in Erfüllung, zumindest größtenteils: "The Complete Album Collection" enthält die fehlenden Remasters von "Self Portrait" (ansonsten nur erhältlich in der 4-CD-Box von "Another Self Portrait"), "Dylan", "Hard Rain", "At Budokan", "Street Legal", "Saved", "Shot of Love", "Real Live", "Empire Burlesque", "Knocked out loaded", "Down in the Groove", "Under the red Sky", "Good as I been to you" und "World gone wrong" (bei den nachfolgenden Alben hat man vom Remastering abgesehen). Auf "MTV Unplugged" fehlt übrigens Love minus zero/No Limit gegenüber der deutschen CD. Dafür wurde hier in Knockin' on Heaven's Door der nervige Loop mit dem Pfiff eines begeisterten Fans (auf dem rechten Kanal zu hören) entfernt, der auf der deutschen CD den ganzen Song durchzieht.

Alle Alben stecken in sorgfältig bedruckten, aber steifen Vinyl-Replica-Hüllen ohne jedes Zubehör wie gefütterte Innenhüllen oder gar Textbeilagen (die aber sowieso unleserlich klein ausgefallen wären). Vermutlich versuchte man zu sparen, um den günstigen Preis der Box zu gewährleisten. Ohne Platznot wurden "Blonde on Blonde" und "The Basement Tapes", anders als "Self Portrait", mal wieder auf Doppel-CDs gestreckt, bei denen man die CDs umständlich nach innen entnehmen muss.

Von "Street Legal" erschien 1999 ein ausgezeichneter Remix des ziemlich schlecht klingenden Originalalbums, der auch als Vorlage für das Remaster von 2003 diente; für die vorliegende Box wurde das Originalalbum remastert, was mir ein nostalgisches Wiederhören bescherte! Im Falle von Dylans Debütalbum hat man auf das Remaster von 2005 zurückgegriffen, das man beim besten Willen nicht als "stereo" (im Sinne von "Raumklang") bezeichnen kann, obwohl das Cover mit dem Aufdruck "Stereo" wirbt. Klingt aber sehr gut! Ich weiß, dass viele Hörer mit dem Zweispur-Stereomix der CBS-CD nicht viel anfangen können; mich hätte ein Remaster desselben für diese Box aber doch sehr gefreut.

Schmankerl der Kiste ist die "Side Tracks" betitelte Doppel-CD, d.h. sie hätte es werden können. Ihr heimlicher Untertitel lautet "The essential Biograph"; wer das "Biograph"-Boxset, "More Bob Dylan Greatest Hits", "Greatest Hits Vol. 3" sowie "The Best of Bob Dylan Vol. 2" besitzt, findet darauf nur eine wirkliche Rarität, nämlich die Akustikversion von George Jackson - und ausgerechnet dieser Song klingt nicht wie frisch remastert. Und somit wirft dieser Sampler eher die Frage auf, warum so viele Raritäten NICHT auf ihm enthalten sind, vorneweg die Big Band-Version von George Jackson sowie Rita May (B-Seite aus den "Desire"-Sessions, beide zu finden auf "Masterpieces").

Wo sind (um nur einige zu nennen) Raritäten wie
- Grand Coulee Dam, I ain't got no Home und Dear Mrs. Roosevelt (von "A Tribute to Woody Guthrie")
- Shelter from the Storm (alt. Take, von "The Best of Bob Dylan" (1997)
- You belong to me (vom "Natural born Killers"-Soundtrack)
- Let it be me ('81er B-Seite)
- Angel flying too close to the Ground (B-Seite von Union Sundown)
- Band of the Hand (dufte '86er Single mit Tom Pettys Heartbreakers)
- The Usual, Night after Night und Had a Dream about you Baby (alt. Version, alle drei vom "Hearts of Fire"-Soundtrack)
- A hard Rain's a-gonna fall (live mit dem Tokyo New Philharmonic Orchestra von der Dignity-Maxi)
- zahlreiche "Time out of Mind"-Liveversionen (verstreut über diverse Maxi-CDs)
- Red Cadillac and a black Moustache (von "Good Rockin' tonight" 2001)
- Down in the Flood (new Version, live), Diamond Joe, Dixie und Cold Irons bound (New Version, alle vom "Masked an anonymous"-Soundtrack)
- Down along the Cove (live 11.6.2004)
- sowie die Songs vom Japan-Sampler "Live 1961-2000"?
Hätte dieser prachtvollen Sammlung eine weitere Doppel-CD mit wirklichen Raritäten geschadet? Ich denke nicht.

Witzig immerhin ist Positively 4th Street in der Version von "The Best of Bob Dylan Vol. 2", die 10 Sekunden länger läuft als das Original (das rechtzeitig ausgeblendet wurde) und hören lässt, wie Bob sich ganz am Ende noch verspielt.

Abgerundet wird die Box mit einem üppigen, 270-seitigen Begleitbuch mit zahlreichen Fotos, Besetzungsangaben und Essays namhafter Rock-Journalisten zu den einzelnen Alben; leider ohne Songtexte.

Einzeln erhältlich lägen allein die 14 fehlenden Alben preislich weit über dem Gesamtpreis von "The Complete Album Collection". Und bei einem Einzelpreis von rund 3,50€ pro Album lassen sich o.g. Kritikpunkte verschmerzen. Jetzt bin ich gespannt, mit welchen Überraschungen "The Complete Albums Collection Vol. 2 - The Bootleg Series" aufwartet.
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Kommentare

Von 4 Kunden verfolgt

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31-31 von 31 Diskussionsbeiträgen
Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.12.2013 02:55:02 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.12.2013 02:56:33 GMT+01:00
Hallo Thomas, da muss man unterscheiden: die alte CBS-CD (Ende der Achtziger?) entsprach dem originalen Album-Mix von 1978. Dieser klang schon zu LP-Zeiten "wie ein Pappkarton", wie ich immer gerne sage, schlechter als andere Dylan-Alben, was u.a. daran lag, dass Dylan sich im Studio beim Singen weigerte, einen Kopfhörer zu tragen. Er wollte zum Live-Sound der Band singen, was zur Folge hatte, dass dieser auch über sein Gesangsmikro mit aufs Band kam und so im Endeffekt den Gesamtsound beim Abmischen verunreinigte (daher vielleicht auch der Vermerk "this album COULD HAVE BEEN produced by Don DeVito", was heißen könnte: wenn man ihn denn gelassen hätte!). Um diesen Missstand zu beheben, nahm sich derselbe Produzent 1999 die Mehrspurbänder vor und mischte sie mit den Möglichkeiten modernster digitaler Technik neu ab, "reinigte" die einzelnen Spuren und konnte so einen viel saubereren und räumlichereren Mix anfertigen. Dieser Remix von 1999 ist identisch mit dem "Remaster" von 2003 (wenn dort auch nicht explizit als Remix deklariert).
In "The complete Album Collection" nun hat man zum ersten Mal Dylans ursprünglichen Album-Mix von 1978 remastert; aber aus einem schlecht produzierten Stereomaster kann man dabei natürlich nicht so viel herausholen wie bei einem kompletten Neumix.
Insofern stimmt es, dass dieser besser klingt als das Remaster der '78er Bänder in dieser Box. Der Rest ist eine Geschmacksfrage. Aus nostalgischen Gründen habe ich mich über dieses Remaster gefreut; klanglich ungleich befriedigender ist der erwähnte Remix.
Du kannst die Unterschiede im Hörtest an einigen Stellen überprüfen: Changing of the Guards läuft im Original z.B. 6:36, und der Background-Chor ist mono. Auf dem Remix läuft derselbe Song 7:02, und die drei Backgroundsängerinnen sind über das Stereopanorama verteilt. (Um die Verwirrung zu erhöhen: auf der Dreifach-Box "Dylan" von 2007 taucht dieser '99er Remix wieder auf 6:31 runtergekürzt auf.)
Senor blendet auf dem Originalalbum sanft in den nächsten Song über, während der Remix beide Songs trennt. So gibt es klanglich einiges zu entdecken.
Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen. Grüße aus Gießen nach Gießen!
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Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent

Toby Tambourine
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   

Ort: Gießen

Top-Rezensenten Rang: 390