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Kundenrezension

45 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bob-Fest mit leichten Abstrichen, 2. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Complete Album Collection, Vol. 1 (Audio CD)
Seit 2003 (und mit je einem kleinen Nachschlag 2005 und 2009) die meisten - und seien wir ehrlich: wichtigsten - Dylan-Alben als hervorragende Remasters erschienen (die sich in dieser Box wiederfinden), warte ich darauf, dass die fehlenden Alben ebenfalls remastert nachgeliefert würden. Nun geht dieser Wunsch in Erfüllung, zumindest größtenteils: "The Complete Album Collection" enthält die fehlenden Remasters von "Self Portrait" (ansonsten nur erhältlich in der 4-CD-Box von "Another Self Portrait"), "Dylan", "Hard Rain", "At Budokan", "Street Legal", "Saved", "Shot of Love", "Real Live", "Empire Burlesque", "Knocked out loaded", "Down in the Groove", "Under the red Sky", "Good as I been to you" und "World gone wrong" (bei den nachfolgenden Alben hat man vom Remastering abgesehen). Auf "MTV Unplugged" fehlt übrigens Love minus zero/No Limit gegenüber der deutschen CD. Dafür wurde hier in Knockin' on Heaven's Door der nervige Loop mit dem Pfiff eines begeisterten Fans (auf dem rechten Kanal zu hören) entfernt, der auf der deutschen CD den ganzen Song durchzieht.

Alle Alben stecken in sorgfältig bedruckten, aber steifen Vinyl-Replica-Hüllen ohne jedes Zubehör wie gefütterte Innenhüllen oder gar Textbeilagen (die aber sowieso unleserlich klein ausgefallen wären). Vermutlich versuchte man zu sparen, um den günstigen Preis der Box zu gewährleisten. Ohne Platznot wurden "Blonde on Blonde" und "The Basement Tapes", anders als "Self Portrait", mal wieder auf Doppel-CDs gestreckt, bei denen man die CDs umständlich nach innen entnehmen muss.

Von "Street Legal" erschien 1999 ein ausgezeichneter Remix des ziemlich schlecht klingenden Originalalbums, der auch als Vorlage für das Remaster von 2003 diente; für die vorliegende Box wurde das Originalalbum remastert, was mir ein nostalgisches Wiederhören bescherte! Im Falle von Dylans Debütalbum hat man auf das Remaster von 2005 zurückgegriffen, das man beim besten Willen nicht als "stereo" (im Sinne von "Raumklang") bezeichnen kann, obwohl das Cover mit dem Aufdruck "Stereo" wirbt. Klingt aber sehr gut! Ich weiß, dass viele Hörer mit dem Zweispur-Stereomix der CBS-CD nicht viel anfangen können; mich hätte ein Remaster desselben für diese Box aber doch sehr gefreut.

Schmankerl der Kiste ist die "Side Tracks" betitelte Doppel-CD, d.h. sie hätte es werden können. Ihr heimlicher Untertitel lautet "The essential Biograph"; wer das "Biograph"-Boxset, "More Bob Dylan Greatest Hits", "Greatest Hits Vol. 3" sowie "The Best of Bob Dylan Vol. 2" besitzt, findet darauf nur eine wirkliche Rarität, nämlich die Akustikversion von George Jackson - und ausgerechnet dieser Song klingt nicht wie frisch remastert. Und somit wirft dieser Sampler eher die Frage auf, warum so viele Raritäten NICHT auf ihm enthalten sind, vorneweg die Big Band-Version von George Jackson sowie Rita May (B-Seite aus den "Desire"-Sessions, beide zu finden auf "Masterpieces").

Wo sind (um nur einige zu nennen) Raritäten wie
- Grand Coulee Dam, I ain't got no Home und Dear Mrs. Roosevelt (von "A Tribute to Woody Guthrie")
- Shelter from the Storm (alt. Take, von "The Best of Bob Dylan" (1997)
- You belong to me (vom "Natural born Killers"-Soundtrack)
- Let it be me ('81er B-Seite)
- Angel flying too close to the Ground (B-Seite von Union Sundown)
- Band of the Hand (dufte '86er Single mit Tom Pettys Heartbreakers)
- The Usual, Night after Night und Had a Dream about you Baby (alt. Version, alle drei vom "Hearts of Fire"-Soundtrack)
- A hard Rain's a-gonna fall (live mit dem Tokyo New Philharmonic Orchestra von der Dignity-Maxi)
- zahlreiche "Time out of Mind"-Liveversionen (verstreut über diverse Maxi-CDs)
- Red Cadillac and a black Moustache (von "Good Rockin' tonight" 2001)
- Down in the Flood (new Version, live), Diamond Joe, Dixie und Cold Irons bound (New Version, alle vom "Masked an anonymous"-Soundtrack)
- Down along the Cove (live 11.6.2004)
- sowie die Songs vom Japan-Sampler "Live 1961-2000"?
Hätte dieser prachtvollen Sammlung eine weitere Doppel-CD mit wirklichen Raritäten geschadet? Ich denke nicht.

Witzig immerhin ist Positively 4th Street in der Version von "The Best of Bob Dylan Vol. 2", die 10 Sekunden länger läuft als das Original (das rechtzeitig ausgeblendet wurde) und hören lässt, wie Bob sich ganz am Ende noch verspielt.

Abgerundet wird die Box mit einem üppigen, 270-seitigen Begleitbuch mit zahlreichen Fotos, Besetzungsangaben und Essays namhafter Rock-Journalisten zu den einzelnen Alben; leider ohne Songtexte.

Einzeln erhältlich lägen allein die 14 fehlenden Alben preislich weit über dem Gesamtpreis von "The Complete Album Collection". Und bei einem Einzelpreis von rund 3,50€ pro Album lassen sich o.g. Kritikpunkte verschmerzen. Jetzt bin ich gespannt, mit welchen Überraschungen "The Complete Albums Collection Vol. 2 - The Bootleg Series" aufwartet.
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Kommentare

Von 4 Kunden verfolgt

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1-10 von 31 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.11.2013 10:58:13 GMT+01:00
Eivets Rednow meint:
Hallo Toby Tambourine, Danke für diese ausführliche Rezension eines offensichtlichen Dylan-Kenners! Hat mir bei der Kaufentscheidung sehr geholfen.

Veröffentlicht am 02.11.2013 12:39:25 GMT+01:00
Frank Pynchon meint:
Also bei mir ist Desolation Row auf der Unplugged dabei!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.11.2013 13:44:35 GMT+01:00
Danke, war in der Zeile verrutscht, es handelt sich um Love minus zero/No Limit, das fehlt, auf meiner CD von 1995 ist es dabei.

Veröffentlicht am 02.11.2013 13:47:46 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.11.2013 13:49:56 GMT+01:00
Nosferatu meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.11.2013 13:57:38 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.11.2013 05:04:10 GMT+01:00
Hör noch mal rein, "Bob Dylan" ist in dieser Box mono, ganz egal von welchem Master sie gezogen bzw. repariert wurde. Ich kann mir kaum vorstellen, dass unsere beiden Boxen sich in so etwas unterscheiden.

Dass "Blonde on Blonde" und "The Basement Tapes" auf 2 CDs erscheinen anstatt wie "Self Portrait" auf einer, finde ich auch unnötig.

Noch eine Bitte: geht's vielleicht im Ton etwas sachlicher?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.11.2013 17:34:46 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 03.11.2013 14:34:47 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 03.11.2013 10:19:40 GMT+01:00
bobbodylano meint:
Hallo Toby Tambourine, vielen Dank für diese ausführliche und informative Besprechung. Nur eines ist mir, wo ich die Box gerade vor mir liegen habe, noch nicht klar geworden: Wie finde ich denn heraus, welche Scheiben remastered sind? Steht das irgendwo im Booklet, oder muss ich die alle gegenhören? Irritiert bin ich besonders bei "Shot of Love". Hier wurde eine überarbeitete Version vorab nicht angekündigt, ist aber nach Ihrer Aussage dabei. Vielen Dank vorab für eine kurze Rückmeldung, und bleiben Sie am Ball!

Veröffentlicht am 03.11.2013 13:54:05 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.11.2013 13:57:00 GMT+01:00
AMM meint:
Ich habe bei Dylans Debutalbum mal einen Hörvergleich zwischen der in dieser Box enthaltenen CD mit der aus The Original Mono Recordings (Limited Edition) vorgenommen und dabei tatsächlich Unterschiede festgestellt. Offensichtlich handelt es sich hier tatsächlich um den 2005 veröffentlichten neueren Stereomix. Näheres dazu siehe unter http://www.bobdylanisis.com/contents/en-uk/d94.html

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.11.2013 18:44:41 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.11.2013 19:22:23 GMT+01:00
Danke, sehr interessanter Link! Nach der Lektüre des Artikels wurden mir auch die Unterschiede zwischen dem Monomaster von 2010 und dem Master von 2005 klar. Sehr wahrscheinlich, dass es neu abgemischt wurde, und es klingt auch sehr gut. Lediglich die Waves zeigen, dass hier und da ein kleiner Unterschied zwischen Gesang und Gitarre im Stereopanorama besteht, die Gitarre vielleicht (gefühlt) einen Millimeter links, der Gesang einen Millimeter rechts... Aber von "Stereo" zu sprechen, ist in diesem Zusammenhang ja wohl ein Witz, wenn man es schlicht nicht hört, nicht mal mit Kopfhörern und gutem Willen. Den Schmalspur-Stereomix von All my Loving auf dem 1993er Remaster des "Roten Albums" würde ich als Stereo durchgehen lassen, und das hätte man mit Dylans Erstling auch machen können. Das wurde auch anderswo schon mal so erfolgreich gemacht, wenn mir das Album wieder einfällt, trage ich es hier nach.

Veröffentlicht am 03.11.2013 19:16:51 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 03.11.2013 19:19:22 GMT+01:00]
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Artikel

Rezensentin / Rezensent

Toby Tambourine
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   

Ort: Gießen

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