Kundenrezension

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Amazon sagt: Drei Sterne ist "nicht schlecht", 7. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Castlevania: Lords of Shadow 2 (Videospiel)
Mit "Lords of Shadow 2" habe ich, wie damals mit "Lords of Shadow" auch, ein Problem. Gut, nach "Lords of Shadow" und "Mirror of Fate" habe ich ohnehin KEIN Castlevania erwartet wie es eben die Japaner so machen. Also weder ein RPGlastiges "Metroidvania" noch einen der actionlastigeren Vertreter wie "Super Castlevania IV". So ganz selbstgemacht ist dieses Problem bei "Lords of Shadow 2" nun aber auch nicht.

Was man Mercurysteam einfach mal anerkennen muss: Sie hören auf Fanfeedback. Das vielleicht mit gutem Recht als Gejammer bezeichnete "Wir wollen ein Castlevania wie Symphony of the Night" wurde mit "Mirror of Fate" versucht und bei "Lords of Shadow 2" hat man sich der gewünschten freien Kamera zugewendet. Nur zu welchem Preis macht man das? Im Falle von "Mirror of Fate" kann man es fast schon als recht unnutz und nur Mittel zum Zweck - der da mehr Verkäufe zu sein scheint - bezeichnen, denn worin liegt der Sinn eines RPGgameplays, wenn ich in der Mitte der 20er das Aufleveln unterbinde und ohnehin kaum mehr Abwehr oder Stärke durch Levelanstieg bekomme? Eben genau an sowas scheint auch der hier vorliegende zweite Teil - eigentlich der Dritte - zu scheitern. Die freie Kamera kann nämlich sehr schnell die ohnehin etwas lästigen Kämpfe, bei denen man einmal mehr auf selbst die simpelsten Gegner gefühlte Stunden kloppen kann, unheimlich grausam gestalten. Nämlich dann, wenn die Kamera Gegner nicht mehr erfasst und diese somit ungesehen angreifen, während ich einen Gegner in meinem Sichtfeld bearbeite.
Ein weiteres Problem an der Kamera, aber auch an der deutlich offenere Spielwelt, die nicht mehr aus einzelnen als Kapitel getarnten Levelauswahlen besteht, ist die herrliche Tristesse der Level, bzw. der eine oder andere Schluckauf - sprich Ruckler. Wo ich in einer festen Kamera noch genau Szenarien gestalten und nicht unendlich Weitblick mit einfachen Mitteln vortäuschen kann ist es einfach in einer vollen 3D-Welt, die mehr oder weniger komplett einsehbar ist, zwar auch der Technik geschuldet, dass es Abzüge in Texturen und manch flüssiger Animation oder Kamerafahrt geben mag, aber im direkten Vergleich mit dem Vorgänger fällt es einfach zu stark auf, dass man nicht mehr an die vielen kleinen Details des Erstlings herankommt. Gut, das neue Setting der modernen Welt mag auch dazu beitragen, aber man hätte bestimmt auch den einen oder anderen üppigen Garten in das moderne Setting pflanzen können, sogar mit einigen "Gothic-Kitsch"-Elementen, wie zum Beispiel das Gewächshaus in "Batman - Arkhman Assylum". In den Passagen, die uns bei "Lords of Shadow 2" in die Vergangenheit führen kann man doch auch opulent auftragen, wieso also in der "Hier und Jetzt"-Welt, die auf Draculas Schloss aufbaut, dann eher nur Ikea-Niveau abfeuern, also das wohl einfachste, aber durchaus nicht ganz schlechteste Design was geht? Leider verhält es sich mit dem Gegnerdesign auch so, denn was hier gezeigt wird ist einfach nur Massenware die okay ist, aber mehr auch nicht.

Wo übrigens oben Fanfeedback erwähnt wurde: Auf Wunsch kann man in diesem Titel QTEs abschalten und sich ganz der Inszenierung einigen Kämpfe hingeben ohne durch alberne Knöpfchen-Spiele gestört zu werden. SCHÖN!

Größtes Ärger am Spiel sind - man ahnt es schon - die schon oft erwähnten Schleicheinlagen, wobei sie eher schlecht werden, weil man den eigentlichen Kick solcher Aufgaben völlig entfernt hat. Es geht dabei doch darum, dass der Spieler beobachten muss und sich seine eigene Taktik selbst aussuchen kann. Stirbt man, dann ist es die eigene Schuld, die im Idealfall auch sofort ersichtlich ist. Hier hingegen wird man gezwungen nur vorgegebene Aktionen zu nutzen und es gibt jeweils nur eine einzige Lösung. Der Weg zum Ziel ist hier Trial and Error. Dazwischen gibt es kein "ja, so geht es auch" womit einfach unheimlich wenig Spaß durch das eigentlich nette Feature vermittelt wird.

Es soll nun aber nicht heißen, dass das Spiel absolut für die Tonne ist. Sind wir mal fair: Es hat seine tollen Momente und es gibt wirklich sehr hübsche Szenen. Jetzt kann man darüber streiten ob die Geschichte wirklich DER Abschluss schlechthin ist, aber was man ganz sicher nicht abstreiten kann ist die erneut fantastische Untermalung von Sound und Musik. Es gibt diesmal - korrigiert mich - keinen klassischen Castlevania-Ton auf der musikalischen Ebene. Überwiegend könnte man austauschbaren Hollywood-Klang ausschreiben, was es wohl am treffendsten beschreiben würde. Der Mix aus klassischer Musik und elektornischen Elementen hingegen weiß jedoch zu gefallen und unterstreicht den Mix aus alter und neuer Welt auf wunderbare Weise.
Über die Sprecher muss man wohl kaum noch etwas sagen. Robert Carlyle und Patrick Stewart sind hier wieder über jeden Zweifel erhaben und hauchen den Figuren aus Teil 1 erneut Leben ein. Schade, dass Patrick Stewart nicht mehr durch jedes Kapitel führt, aber das ist meckern auf sehr hohem Niveau. Die fehlende deutsche Synchro dürfte aber durch die wirklich großartige Besetzung und Leistung der originalen Sprecher wirklich nicht zu sehr in's Gewicht fallen.

Ein richtig persönliches Problem - oder zwei - gibt es dann aber doch noch. Gut, jetzt werden bestimmt wieder Beiträge wie "dann spiel doch Kinderspiele" oder "was soll Dracula denn machen? Blumen verkaufen?" kommen. Ich sage es trotzdem: Auch wenn es sich im Spiel irgendwie erklärt, so finde ich den hier angewandten Nutzen von Blut etwas zu weit hergeholt, dass manche Szenen nicht nur fast komödiantisch wirken, sondern man fast dazu geneigt ist zu sagen eben dies sei eingebaut, damit man es den ganzen "Kiddies" schmackhaft gemacht wird. Blutige Explosionen und etwas brutale Szenen gab's ja schon immer in Castlevania, hier scheint man mir aber doch etwas über das Ziel geschossen zu sein. OKAY, das Schlss wurde immer als Lebewesen beschrieben, daher die vielen Versionen. Da ist mit dem Blut-Aspekt an einigen Stellen schon nicht uncool, aber nur weil man Dracula spielt muss nicht alles in Blut ersaufen.
Ebenfalls gefällt mir der Bruch zu "Draculas wahrer Form" nicht. Jaja, keine Lust mehr auf Menschen und so... Ist klar. Meiner Meinung nach ist der Konflikt aus Gut und Böse, welches der Mensch hinter Dracula ja so verabscheut, aber trotzdem nicht gut ausgearbeitet worden. Er ist halt oft als Böser gekennzeichnet, der gegen noch bösere Mächte loszieht. Schade, denn Dracula mal ganz anders zu zeichnen wäre eine nicht uninteressante Chance gewesen - leider misse ich diese.

Abseits diesem bisherigen Roman gibt es natürlich noch das Kampfsystem, was aber so standardisiert ist, dass ICH nun wirklich nicht groß darauf eingehen mag. Veteranen der "Lords of Shadow"-Serie werden sich sofort heimisch fühlen und auch solche, die das Hack'n'Slay-Genre als ihr Revier bezeichnen. Störend mögen am Gameplay eher die wirklich stark vorgegebenen Hüpfpassagen auffallen (Uncharted lässt grüßen, wobei man da noch öfter in einen Abgrund fallen konnte) und der permanent laute und "krisselige" Fledermausschwarm, der wichtige Dinge anzeigt und manchmal unschöne Erinnerungen an eine gewisse Fee der Zelda-Serie hervorruft.

"Lords of Shadow 2" muss sich gewiss nicht verstecken, verglichen mit der bisherigen "Castlevania"-Serie und auch mit bisherigen Ablegern der "Lords of Shadow"-Serie ist es aber ein durchaus schwarzes Schaf. Unschöne Entscheidungen der Entwickler, leider kränkelnde Technik die durch einige Neuerungen auffällt, zu austauschbare Gegner und "moderne Level" werden den vielleicht zu hohen Erwartungen nicht ganz gerecht. Dennoch: Es mag seine Momente haben (leider auch bockdumme, wie die Weltall-Szene) und ganz missen will ich das Spiel auch nicht. Immerhin gilt noch immer bei vielen Titeln: Man entscheidet sich für Farbpalette und Setting. Nun, da habe ich dann wohl mein Hack'n'Slay gefunden, denn weder neuere DMCs noch ein GoW konnten mich auf Dauer betrachtet so unterhalten wie die spanische Version dieser Vampirhatz.

Ich hoffe trotzdem, dass diese Serie hiermit ein Ende gefunden hat und sich IGA dem nächsten Serienteil wieder widmet. Castlevania aus dem Westen funktioniert zwar, aber dieser gewisse Charme fehlt, der sich aus dem westlichen Fantasy-Einheitsbrei mit seinen fast schon standardisierten Massenschlachten und anderen bekannten Mitteln einfach doch noch immer hervorhebt, egal wie oft man ihn schon gesehen hat.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.06.2014 13:43:36 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.06.2014 13:43:59 GMT+02:00
N. Mehdi meint:
Sehe ich auch so! Unter IGA's Aufsicht war Castlevania noch gut.

Veröffentlicht am 20.11.2014 13:36:19 GMT+01:00
Pseudonym meint:
Sie haben auch relativ viel Zeit, oder?
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